Der Fledermausmann / Nesboe, Jo

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... Der Autor ... heißt Jo Nesbø und ist Norweger. Außerdem ist er Ökonom, Journalist und Rockmusiker (was für eine Kombination) und wird als das neue Multitalent Norwegens gefeiert. Na, wenn das so ist, feiere ich mit, denn dieser Erstlingsroman von ihm ist ganz bestimmt eine gute Flasche ... Bericht lesen





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... fliegen ist toll
Erfahrungsbericht von Kansas über Der Fledermausmann / Nesboe, Jo
17. August 2001


Produktbewertung des Autors:   

Niveau: anspruchsvoll 
Unterhaltungswert: sehr hoch 
Spannung: sehr spannend 
Humor: durchschnittlich humorvoll 
Aufmachung: schön 

Pro: einfach ein richtig guter Roman
Kontra: -  -  -

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Nein so was aber auch, der Norden scheint zu kommen, und das mit aller Macht.

Ich muss gestehen, dass ich beinahe genötigt wurde, mir dieses Buch zu kaufen. Ein scheußlicher Einband (Ullsteins Gelbe Reihe) mit einem kopfüber hängenden Hai und einem koboldhaften Strichmännchen, das darunter sitzt. Und das vor einem grün-gelb-ekligen Hintergrund.

Na ja ...

Und außerdem auch noch so mager - das Buch, nicht der Hai. Allerdings verbergen sich in den gerade einmal 1,5 cm Dicke geschlagene 415 Seiten. Und die haben es in sich ...

Aber ich will von Anfang an berichten.

Ich habe das Buch (nach etwas Überredung seitens des Buchhändlers) gekauft und zuhause auf meinen Esszimmertisch gelegt. Und es erst einmal liegen lassen. Aber nachdem es sich dort optisch recht scheußlich abgehoben hat, habe ich es dann seiner Bestimmung zugeführt und angefangen zu lesen. Und es nach 48 Stunden wieder auf die Seite gelegt.

Da war ich nämlich auf Seite 415 angekommen und erst einmal platt.

Und damit Ihr Euch nicht genauso von Äußerlichkeiten abschrecken lasst wie ich, möchte ich Euch mit diesem Bericht meine Neuentdeckung etwas näher bringen.

Der Autor

... heißt Jo Nesbø und ist Norweger. Außerdem ist er Ökonom, Journalist und Rockmusiker (was für eine Kombination) und wird als das neue Multitalent Norwegens gefeiert. Na, wenn das so ist, feiere ich mit, denn dieser Erstlingsroman von ihm ist ganz bestimmt eine gute Flasche wert.

Einen Preis

... hat er für dieses Buch auch schon erhalten. Im Jahr 1997 wurde er dafür mit dem Riverton-Preis für den besten Krimi ausgezeichnet.

Ein Kompliment

... geht an die Übersetzung. Geschrieben in Norwegisch beinhaltet der Roman auch Unterhaltungen zwischen Australiern und Schweden, Norwegern und Aborigines. Und dem Übersetzer Günther Frauenlob gelingt es hervorragend, dieses kulturelle Kauderwelsch dem deutschen Leser nahe zu bringen. Immer wieder flicht er Slangfragmente in die Unterhaltungen ein und benutzt dabei die wohl in Australien gängigen Begriffe wie 'mate' oder 'ay' (hoffe ich zumindest, denn sonst habe ich mich hier an dieser Stelle ganz schön lächerlich gemacht).

Der Stil

... ist trocken humorvoll. Außerdem sollte man nicht in Versuchung geraten schluderig zu lesen, denn in fast jeder Bemerkung und vor allem in den von den verschiedenen Personen erzählten Geschichten steckt so mancher Hinweis. Also lest aufmerksam und genießt die Hintersinnigkeit der australischen Legenden.

Die Kapitelüberschriften

... sind ebenfalls sehr erwähnenswert, denn jedes Kapitel wird mit zwei bis drei Begriffen überschrieben, die dann im Verlauf dieses Abschnittes wieder auftauchen. Und es macht beim Lesen einen Riesenspaß, auf diese Begriffe zu warten, denn sie sind oft sehr rätselhaft.

Die Hauptperson

... ist Harry Hole ein norwegischer Polizist. Da niemand in Australien den Namen Hole aussprechen kann, wird er bald nur noch Holy genannt und pragmatisch wie er ist, ist ihm das immer noch lieber als das englische Wort 'hole'.
Harry ist trockener Alkoholiker, ein Umstand, der im Verlauf der Geschichte seine Zukunft bestimmen wird.

Der Roman

... heißt der Fledermausmann und er beginnt mit einem Gedicht von Frank Miller, das ich hier zitieren möchte, denn es hat sehr viel mit der Geschichte zu tun.

It rose into space, its wings spread wide,
then fell, its wings now a fluttering cape
wrapped tight about the body of a man.

Harry Hole kommt nach Sidney, um der dortigen Polizei bei der Aufklärung eines Mordes zu helfen. Eine junge blonde Frau namens Inger Holter wurde erdrosselt aufgefunden und als Harry seinen neuen Arbeitskollegen vorgestellt wird, erfährt er, dass er um einen ganz speziellen Mitarbeiter gebeten hat. Er ist etwas verwirrt, zumal ihm außerdem gleich verdeutlicht wird, dass er sich möglichst ein paar schöne Tage machen und sich ansonsten aus den Ermittlungen heraushalten soll.
Der Kollege um den er anscheinend gebeten hat entpuppt sich als Aborigine. Andrew Kensington nimmt Harry schnell unter seine Fittiche und die beiden freunden sich an.
Sie untersuchen Ingers Wohnung und finden dort einen angefangenen Brief, in dem sie von ihrer neuen großen Liebe berichtet und dann geht Andrew mit Harry in den Zirkus und stellt ihm einen Freund vor.
Und die Verwirrung von Harry nimmt zu. Er kann nicht nachvollziehen, warum Andrew ihn immer wieder mit so nichtigen Unternehmungen ablenken will. Spricht er ihn allerdings darauf an, so erzählt Andrew ihm oft nur eine Episode über Australien und seine Geschichte.
Und so erfährt der Leser ebenfalls viel über die Aborigines in der heutigen Gesellschaft und in der Vergangenheit. Man erfährt von den Umständen, die zum Aussterben vieler Stämme geführt haben, man erfährt, was 'Terra Nullius' bedeutet, man erfährt von den Versuchen der Weißen, die Rassenvermischung aufzuhalten und man erfährt viel über die Kultur und den Glauben der Ureinwohner.
Und so ganz nebenher ermitteln die Polizisten und Harry versucht seinen kleinen Beitrag zu leisten. Aber immer wieder gelingt es Andrew, ihn zu unterhalten, ihn zu einem Boxkampf mitzunehmen, oder ihm ein paar Freunde vorzustellen.
Auch als Harry dann eine Freundin und Kollegin von Inger kennen lernt, führt das nicht gerade zu gesteigertem Arbeitseifer, denn es dauert nur ein paar Augenblicke und Harry ist in die rothaarige Schwedin Birgitta bis über beide Ohren verliebt.
Und trotzdem, so ganz allmählich beginnt Harry sich in den Fall zu vertiefen. Es tauchen Parallelen zu früheren Vergewaltigungen auf und auch einige ungeklärte Morde an blonden Frauen scheinen ein Werk des gleichen Täters zu sein. Harry beginnt nachzudenken und er beginnt Andrew zu verstehen und seine Ablenkungen als Hinweise zu deuten.
Als dann während einer Zirkusvorstellung ein Clown eine schwarze Katze statt eines Vogels vom Baum schießt, scheint es klar zu sein. Harry glaubt zu wissen, wer der Mörder ist.

So was, dachte ich an dieser Stelle des Romans, erst halb durch, und schon ein entlarvter Mörder, da kann doch irgendetwas nicht stimmen. Und so ist es dann auch.
Aber eigentlich auch wieder nicht, denn die Hinweise, die Harry auf seine Spur gebracht haben, deuten schon auf eine ganz bestimmte Person hin ...

Ich kann Euch versprechen, es bleibt spannend - und wenn dann am Schluß ...

--- Aber genug der Inhaltsangabe, kommen wir zum

Fazit

... das eigentlich in einem kurzen Satz zusammengefasst werden kann:

'Let's do some good, let's have some lunch'

Aber da Euch dieser Satz natürlich nur Rätsel aufgibt, werde ich einige Worte mehr darauf verwenden.
Mit dem Fledermausmann ist Jo Nesbø ein Roman gelungen, der seinesgleichen sucht. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite ist er Krimi und Kulturgeschichte zugleich. Immer bemüht, zusammen mit Harry dem Mörder auf die Spur zu kommen, wird man genau wie er von Andrew in die Irre geführt. Und doch erweisen sich gerade diese vermeintlichen Ablenkungen als Hinweise auf die Identität des Täters und sie erweisen sich auch als Hinweise auf die Identität Australiens und seiner Bevölkerung.
Die Fledermaus ist das Todessymbol der Aborigines und in 4000 Fuß Höhe kann sich ein ganzes Leben entscheiden ...


© kan.sas / August 2001

Jo Nesbø, Der Fledermausmann
Originaltitel: Flaggermusmannen
Erschienen bei Ullstein Gelbe Reihe, Buch-Nr. 24597
Deutsche Erstausgabe im Juni 1999
ISBN 3-548-24597-8
415 Seiten
Preis 16,90 DM
 


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Bewertung für Der Erlöser / Nesboe, Jo von  ZweikleineStiere

Pro: Spannend bis zum Schluss, KriminalROMAN
Kontra: Am Ende passt nicht jedes Detail

...miteinander verknüpft. Dieser Roman ist für mich eine spannende Unterhaltung gewesen, mit nachdenklichem Hintergrund ohne zu melancholisch zu werden. Über das Ende mag es und wird kontroverse Meinungen. Erschreckend ist es, vielleicht auch doch verständlich, in jedem Fall aber menschlich. JO NESBOE Jo Nesboe ist 1906 in oslo geboren und war zunächst als Finanzanalytiker und Ökonom für die Handelshochschule in Bergen tätig und arbeitete nebenbei als Journalist, bevor er sich als Autor selbstständig machte. Nebenbei ist Jo Nesboe auch Sänger und Komponist für die Popband "De Derre". In Deutschland erschienen von ihm bisher: Der Fledermausmann (2002) Kakerlaken (2007) Rotkehlchen (2004) Die Fährte( 2006) Das fünfte Zeichen (2006) FAKTEN Jo Nesboe/ Der Erlöser ISBN-13: 978-3550086861 Ullstein HC (August 2007) 512... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als hilfreich

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28.11.2007

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