Habt keine Angst, es wird schön

5  07.05.2010

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Turbinefan

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Hallo zusammen,

um es gleich vorweg zu nehmen, ich bin kein Freund von Fragebögen. Viele der Antworten scheinen mir extrem oberflächlich und ich glaube auch, dass der eine oder andere nicht ganz ehrlich bei der Beantwortung der Fragen ist. Das ist aber meine persönliche Meinung.
Man kann sich den Fragebögen natürlich nicht komplett entziehen, und so bin ich auf zwei Bögen gestoßen, die mir doch gefallen haben. Nun werde ich mich an einen der beiden heran wagen und hoffe, dass ich euch nicht zu sehr mit meinen Antworten langweile.

Fragebogen zum Tod

1. In welcher Form bist Du dem Tod schon einmal begegnet?

In sehr jungen Jahren dachte ich immer, den Tod gibt es in Menschengestalt. Wahrscheinlich hat sich diese Vorstellung durch diverse Märchenfilme bei mir eingeprägt.
Als Bub von ca. 10 Jahren habe ich zum ersten Mal einen Toten gesehen. Es war ein Pfarrer, der seit einigen Tagen vermisst wurde. Geborgen wurde er in einem Badesee, an dem wir unseren Urlaub verbrachten. In diesem See schwimmen zu gehen, war für mich von diesem Tag an nicht mehr möglich. Da Bild dieser Wasserleiche bin ich nie wieder los geworden, ca. drei Tage im Wasser haben ihn extrem entstellt. Es war gruselig.

2. Hast Du Angst vor dem Tod ?

Ein ganz klares nein. Wenn ich Tod bin, habe ich alles hinter mir und muss mir über nichts Gedanken machen.
Angst habe ich vor der Zeit zwischen Leben und Tod, dem Sterben. Diese Zeit stelle ich mir grauenhaft vor. Ich hoffe und wünsche mir und vor allem meinen Angehörigen, dass der Übergang schnell vollzogen werden kann. Abends schlafen gehen und morgens auf der anderen Seite sein, das wäre optimal. Ein dahin vegetieren, als Pflegefall zur Last fallen o.ä. wären der blanke Horror.
Es stellt sich doch die Frage, wann beginnt das Sterben, bin ich schon dabei ohne es zu wissen?
Ich habe große Angst davor, dass eines meiner Kinder oder mein Enkel vor mir diese Welt verlassen müssen. Ich glaube, dies ist ein Punkt an dem ich anfangen werde zu sterben. Denn dieses ständige „warum“ würde mich auffressen.

3. Glaubst Du an ein Leben nach dem Tod ?

Eigentlich nicht. Es gibt bestimmt Dinge zwischen Himmel und Erde die wir nicht sehen oder spüren können, aber sie sind da. Ich sage mir immer, an nur einem Tag als Toter, werde ich mehr erfahren und lernen, als in meinem gesamten irdischen Dasein.

4. Was glaubst Du, geschieht mit Dir, wenn Du tot bist?

Wie bereits erwähnt, wenn es ein Leben danach gibt, werde ich in Bereiche vorstoßen die bis jetzt unvorstellbar, vielleicht sogar extrem schön sind.
Wie der Übergang funktionieren soll, keine Ahnung.
Sarg auf, Leiche rein, Deckel zu und ab in die Grube ist mir irgendwie zu einfach.
Ich habe mal einen Ausspruch getätigt „Ich bin mal gespannt, wie mein Sarg aussieht“, bei dem ich hinterher ins grübeln kam und mich fragte, wer oder was hat dich geleitet diesen Satz zu sagen.
Vielleicht werde ich ja wirklich von den Würmern zerlegt. Die nehmen dann Rache dafür, dass ich sie beim Angeln immer auf den Haken gezogen habe.

5. Glaubst Du, dass Du in den Himmel oder in die Hölle kommst ?

Ich glaube weder noch. Für mich gibt es bestimmt einen bequemen Mittelweg. Ich stelle mir das so vor. Ein langer schmaler Gang, links der Himmel, rechts die Hölle. Da Himmel und Herz zusammen passen, nehme ich an, der Himmel ist links.
Ich gehe also diesen Gang entlang und suche mir aus wo ich hin möchte, ohne für immer auf dieser Seite bleiben zu müssen. Wird in der Hölle in gemütlicher Runde Skat gespielt, setze ich mich dazu. Möchte ich mehr Ruhe haben, gehe ich auf die andere Seite und führe gute Gespräche.

6. Wenn Du an ein Leben nach dem Tod glaubst, was meinst Du, als was hast Du wohl schon einmal gelebt?

Da habe ich keinerlei Vorstellungen. Ich glaube nicht, dass ich schon mal da war, denn sonst hätte ich im diesseits keine Fehler gemacht. Es sind keine gravierenden Fehler, aber doch das eine oder andere, was ich hätte anders und besser machen können.

7. Hast Du Dich schon einmal hypnotisieren lassen, um festzustellen, ob Du schon einmal gelebt hast?

Nein, das habe ich nicht und werde es niemals tun. Wenn man sich in Hypnose versetzen lässt, kann man auch gleich sein geheimes Tagebuch an die Bild-Zeitung verkaufen. Da ich nicht weiß, ob die Hypnose wirklich nur auf bestimmte Dinge angewendet und nicht missbraucht wird um an intime Informationen zu gelangen, lehne ich sie grundsätzlich ab.

8. Glaubst Du an Gott?

Ja, ich glaube daran, bin aber der Meinung, dass ich dazu keine Anleitung durch irgendwelche Würdenträger benötige. Es gibt nur einen Gott, aber hunderte Glaubensrichtungen, die jede für sich die alleinige richtige Kirche sein will. Ich glaube auch, dass es völlig egal ist, ob du getauft und konfirmiert bist oder nicht, vor Gott zählt nur der Glaube an ihn.

9. Glaubst Du, dass mit dem Tod alles vorbei sein wird oder glaubst Du, dass danach noch etwas kommt ?

Ich gehe davon aus, dass es weiter geht. Wie und warum mag ich nicht zu sagen, bin aber fest davon überzeugt.

10. Hast Du schon einmal Todesträume gehabt?

Ich persönlich nicht, aber ein Freund von mir. Sein Sohn kam mit einem kleinen, aber nicht lebensbedrohlichen Herzfehler zu Welt. Mit 1 ½ Jahren starb sein Sohn. Eine Nacht bevor sein Kind starb, hatte er einen Traum. Er sah seinen Sohn im Kinderbett liegen und um das Bett herum sah er nur Hände, verdammt viele Hände die das Kind an sich reißen wollten. Er konnte dem Kind nicht helfen, wurde immer wieder zurückgestoßen und sah es dann in einer Nebelwand verschwinden. Zehn Stunden später war sein Sohn tot. Das war das schlimmste was ich je erlebt habe und werde es nie vergessen, auch wenn es nun schon 20 Jahre zurückliegt.

11. Was hältst Du von den Aussagen der Menschen, die ins Leben zurückgeholt wurden und erzählen, was sie erlebt haben? Glaubst Du, dass der Tod so sein könnte?

So wird das Sterben sein. Wie oben bereits gesagt, das Sterben, also der Übergang vom Leben zum Tod ist das schlimmste. Meine Tante wurde vor Jahren mit einer Lungenentzündung ins Krankenhaus gebracht und ihr Zustand verschlechterte sich so sehr, dass die Ärzte die Angehörigen ans Krankenbett gebeten haben um Abschied zu nehmen. Sie nahm nichts mehr wahr, war eigentlich schon Tod. Doch ihre Zeit war noch nicht gekommen. Sie kam wieder zu sich, konnte nach Wochen wieder nach Hause und lebte noch einige Jahre. Sie hat nie viel darüber gesprochen, sie sagte nur“ Habt keine Angst, es wird schön“. Diesen Ausspruch hat sie nie kommentiert, aber ich glaube ihr.

12. Möchtest Du gerne wissen, wann Du stirbst?

Ja, ich möchte es wissen, denn es gibt noch vieles was ich erledigen muss und möchte.
Es sind Dinge die nicht sofort erledigt werden müssen, aber in absehbarer Zeit. Wenn ich nun wüsste, wann ich gehen muss, würden sich einige Prioritäten ändern.


Ich hoffe, dass ich euch nicht zu sehr gelangweilt habe und bedanke mich für das Lesen und Kommentieren. Bewertungen bei Fragebögen, sind meiner Meinung nach zweitrangig. Über Kommentare würde ich mich aber sehr freuen.

Vielen Dank


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michi-primel

michi-primel

26.09.2010 12:14

Mein Opa war auch schon fast für tot erklärt das ist nun 3 jahre her. Heute ist er wieder top fit. L.G.

tapio-maunzi

tapio-maunzi

27.06.2010 14:33

In Punkt 2 stimme ich voll mit dir überein. Gruß Doris

Joe69

Joe69

11.06.2010 17:31

Interessante Antworten, vor allem die mit dem Glauben an Gott. Auch ich glaube an "Gott" aber nicht im Sinne der christlichen Kirche...Ich war mal evang. getauft, habe aber der ev. Kirche schon lange den Rücken zugewendet.. Auch Deine Antworten zum Tod kann ich bestens nachvollziehen...GLG von Joachim:-)

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