"Herr der Ringe" kann man auch hören ...
14. Dez 2001
(17. Dez 2001)
Pro:
Gut, spannend, tolle Sprecher, rundum gelungene Umsetzung der Romanvorlage
Kontra:
Abstriche bei einigen Sprechsequenzen, relativ hoher Preis
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Spannung:
mehr
 mr.matze
Über sich:
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"In a hole in the ground there lived a hobbit." Diesen Satz soll der Literaturwissenschaftler John Ronald Reuel Tolkien auf die Rückseite einer langweiligen Examensarbeit geschrieben haben. Aus diesem ersten Satz enstand der Überlieferung nach um die Jahrhundertwende der Beginn eines der bekanntesten und meiner Meinung nach schönsten Fantasywerke, die ich kenne -- "Der Herr der Ringe". Das 1200 Seiten starke Werk, dass kurz vor Weihnachten in Form des ersten Teils der Trilogie in die Kinos kommt, ist aber nicht nur als Buch und als Film verfügbar, sondern auch als sogenanntes Hörbuch. Es wurde Anfang der 90er Jahre in Koproduktion des Südwest- und des Westdeutscher Rundfunks produziert und wird im Verlag "Der Hörverlag" vertrieben, der unter anderem auch die Harry Potter-Hörbücher im Sortiment hat. Viele werden die Geschichte des "Herrn der Ringe" kennen; spätestens dann, wenn sie vielleicht den ersten Teil "Die Gefährten" im Kino gesehen haben werden. Für alle anderen eine kurze Zusammenfassung der ganzen Geschichte um den "Herrn der Ringe", die in den Büchern und dem Hörbuch erzählt wird. Ausgangspunkt der Geschichte ist ein Ring, ein Ring der neben seiner Eigenschaft unsichtbar zu machen zusätzlich noch große Macht verleiht, aber auch auf den Träger ausübt. Sauron, der Herrscher der dunklen Seite in Mordor, will diesen Ring in seinen Besitz bringen, nachdem er zuvor zufällig in die Hände des Hobbits Bilbo gefallen ist. Hobbits werden Halblinge genannt, die als friedliche, gemütliche Geschöpfe in Hobbingen im Auenland leben. Gandalf der Zauberer rät Bilbo dazu, den Ring seinem Neffen Frodo zu überlassen und diesem rät er, damit keine Gefahr mehr von ihm ausgehen kann, den Ring
zu zerstören. Von diesem Zeitpunkt an ist er der so genannte Ringträger. Der Ring kann nur dort vernichtet werden, wo er geschaffen wurde, am Schicksalsberg, mitten in Mordor und damit in Saurons Reich. Mit diesem scheinbar unlösbaren Auftrag macht sich Frodo auf den Weg, begleitet von einigen Hobbit-Freunden sowie Menschen, einem Zwerg, einem Elben sowie dem Zauberer Gandalf, so dass sich eine Gemeinschaft von Neun gebildet hat, die den Auftrag ausführen wollen. Auf ihrem Weg zum Schicksalsberg überstehen sie viele Gefahren und kämpfen gegen allerlei grässliche Wesen wie Orks, Trolle, dunkle Reiter und andere Diener der Dunklen Seite, aber mit Glück, Geschick, Entschlossenheit sowie Freunden und Zauberei überstehen sie diese Abenteuer, bis sie schließlich zum Schicksalsberg gelangen. Die letzte Schlacht steht bevor, bevor alle Mitglieder der Gemeinschaft wieder in ihre Heimatländer zurückkehren können.
40 Schauspieler wurden insgesamt eingesetzt um die einzelnen Charaktere zu sprechen. Dabei ist vor allem anzumerken, dass nahezu jede Stimme wirklich einen hohen Wiedererkennungswert hat und das Zuhören auch dann leicht möglich ist, wenn nicht nach jedem Halbsatz der Sprecher ein zusätzliches "..., sagte Frodo" oder Ähnliches hinzufügt, was das Zuhören wahrscheinlich etwas langweilig wirken ließe. Aber glücklicherweise kann man fast nur Positives berichten. Leider aber eben auch nur fast, denn das Geschöpf Gollum hat leider manchmal eine so verzerrte Stimme, dass man nicht alles auf Anhieb verstehen kann. Und auch, wenn Stimmen magisch verzerrt klingen sollen, fällt das Zuhören etwas schwer. Ein Sonderlob heimst aber der Sprecher und Erzähler ein, denn eine so angenehme und wohlklingende Sprechweise wird auch nach Stunden des Zuhörens nicht langweilig. Apropos langweilig. Die Gefahr, das ein Hörbuch mit einer Länge von insgesamt über 12 1/2 Stunden langweilig wird oder sich die natürlich etwas gekürzte Geschichte in dem einen oder anderen Handlungsstrang verliert ist natürlich groß. und ich muss zugeben, dass ich mir nur schwerlich vorstellen kann, dass Hörer, die das Buch nicht gelesen haben, sich nur schwerlich alle Namen, Orte und Bedeutungen leicht werden merken können. Im Buch kann man vielleicht kurz zurückblättern und nachschauen, beim Hörspiel wird man aber nur selten zurückspulen und suchen wollen. So kann es für einige sicher manchmal etwas verwirrend werden, aber ich glaube, dass man auch dann noch einen kaum getrübten Hörspaß wird haben können, da die Geschichte bei aller Komplexität, die man ihr zuschreiben kann, durchaus in einfachen Worten erzählt wird. Diese Eigenschaft hat ja auch die Buchvorlage zum "Großen Ringkrieg", während andere Werke von Tolkien diese Eigenschaft nicht wirklich besitzen (zum Beispiel "Das Silmarillion", das ein früheres Zeitalter von Mittelerde behandelt). Nach 12 1/2 Stunden lehnt man sich somit gemütlich und froh zurück, dass man (wahrscheinlich in mehereren Etappen) durchgehalten hat.
Wie steht es um die Lautstärken in der Edition? Zum einen muss man leider sagen, dass die Sprecher leider situationsangepasst teilweise sehr leise flüstern oder sehr lautstark rufen oder schreien. Ersteres führt dazu, dass man die Lautstärke etwas aufdreht um wirklich alles verstehen zu können, was aber bei dem zweiten angesprochenen Punkt durchaus dazu führen kann, dass man rückwärts vom Stuhl fällt, wenn man die Lautstärke als Vibration des kompletten Zimmers spüren kann. Ich denke, es ist deutlich geworden, was ich damit sagen will. Die Lautstärke der Geräusche ist hingegen meist kontinuierlich gut, wobei bei der einen oder anderen Schlacht schon mal ein ziemliches Kriegsgetöse aus den Boxen schallt. Ob Pferdegetrappel, das Aufeinderschlagen von Schwertklingen oder die Effekte von Wetter, Feuer oder anderen Ereignissen ist gut gelungen und man hat wirklich das Gefühl, als Zuhörer mitten im Geschehen zu sein. Die eingestetzte Musik ist manchmal sehr dezent, kaum hörbar, aber den Einsatz finde ich Verbindung mit dem gesprochenen Wort wirklich hervorragend. Oft besteht die Musik nur aus leisen Klängen, die stimmungsvoll die Atmosphäre untermalen. Eine leise Singstimme zu einem zugegebenermaßen relativ billigen Keyboard, zum Teil aber auch schöne Streicherklänge rahmen die Handlung ein. Die 11 CDs können derzeit bei Amazon für knapp 90 DM bestellt werden. Im Vergleich zu den früheren Preisen von weit über 200 DM für Kassetten oder CDs ist dies also ein echtes Schnäppchen. Bei Auktionen kann man vielleicht noch die eine oder andere Mark sparen, jedoch sollte man darauf ahcten, dass man statt den Original-CDs nicht Raubkopien angedreht bekommt. Praktisch ist die Sicherungsmöglichkeit alles 31 Audio-Dateien. Wandelt man diese nämlich in mp3-Dateien um, so passen sie komplett auf einen einzigen Rohling. So hat man auch dann noch die komplette Edition, falls einer der CDs mal fehlerhaft werden sollte. Für Spaß und Spannung ist auch nach mehrmaligen Hören noch gesorgt, so dass ich bis auf die oben erwähnten Nachteile und Unstimmigkeiten das CD-Paket wärmstens empfehlen kann, auch wenn man bisher noch nicht in den Bann der Fantasy-Saga gezogen wurde.
Audioliterarische Grüße, euer mr.matze (c) 14.12.01/17.12.01 Respect all colours. Wer klaut dem sollen die Hände abfallen.
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09.03.2002 11:57
SPITZENBERICHT ! Habe ichs überlesen, mir fehlt die Altersfreigabe. ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯ Don´t judge a (audio) book by its cover. Wer hören kann ist eindeutig im Vorteil. Viele Grüße von muscle aus Kassel
24.01.2002 08:46
Dein Bericht hat mir sehr geholfen, denn meine Tochter wünscht sich dieses Hörbuch zum Geburtstag. Nun weiß ich, dass man damit keinen Reinfall erlebt. Der Preis scheint auch ok. Liebe Grüße und vielen Dank für die Infos Suzy :)
16.01.2002 10:12
Danke für den Bericht, aber deine kleine Kritik an den Sprechern kann ich nicht ganz nachvollziehen. Ich finde es auch störend, wenn die Lautstärke immer variiert, andererseits wäre es schlecht, eine Monotonie zu haben. Ein kleiner Tipp noch. Die Hörspiele laufen bzw. liefen auf den Sendern im Radio. Ich habe sie auf Kassette aufgenommen und anschließend im Computer bearbeitet, um sie auf CD zu brennen. So spart man die Kosten für eine Neuanschaffung.