Über sich:+++ CIS- und Aus-Interesse-Leserin +++ Kein Interesse an Leserunden +++ BH-Umbewertungswünsche, -auf...
Mitglied seit:26.05.2002
Erfahrungsberichte:1638
Vertrauende:238
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 106 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Heute möchte ich euch nach Längerem mal wieder über ein Buch berichten, das ich bis vor Kurzem noch gelesen habe. Es handelt sich dabei um "Der Hexer" von Edgar Wallace. Vor dem diesjährigen Urlaub schenkte mir meine Mutti diesen Krimi als Urlaubslektüre, ab und an mag ich einen Krimi, bei dem man einfach nur mal abschalten kann und den gleichnamigen Edgar Wallace-Film hatte ich als Kind auch schon mehrmals gesehen und toll gefunden. Was ich aber letztendlich von dem Buch gehalten habe, könnt ihr in meinem Bericht hier nachlesen.
Das Buch & sein Autor *~*~*~*~*~*~*~*~*~*~* Bei Edgar Wallace handelt es sich um einen englischen Schriftsteller, Drehbuchautor, Regisseur, Journalisten und Dramatiker, der 1875 geboren wurde. 1904 erschien sein erster Kriminalroman, auf den noch viele weitere folgten. Er ist einer der erfolgreichsten und auch bekanntesten englischsprachigen Schriftsteller und hier in Deutschland wohl vor allem wegen der zahlreichen Verfilmungen bekannt ("Das indische Tuch", "Der Hexer" etc.), mit denen Schauspieler wie Joachim Fuchsberger, Eddi Arent oder Klaus Kinski bekannt wurden. Und wenn schon nicht dafür, dann doch zumindest durch die deutsche Comedy "Der Wixxer" (2004), der alle Wallace-Filme gnadenlos durch den Kakao zieht. Wallace starb 1932 in Kalifornien.
Wie gesagt, habe ich mir das Buch ja nicht selbst gekauft, aber meine Mutti hat den Preis gleich auf dem Buch gelassen und ich kannte die 1€-Jubiläumsausgabe pro Buch auch schon vorher. Der Preis war also wirklich unschlagbar günstig, da kann man gar nichts gegen sagen. Es handelt sich um "Die Edgar Wallace Geburtstagsausgabe" des Goldmann-Verlages, alle 82 Krimis des Autors sind in diesem Rahmen erschienen - man hätte also für 82€ 82 Bücher, günstiger geht es ja wohl kaum und für Fans ist das mit Sicherheit ein absolutes Muss! Meine Ausgabe ist nun also in einem auffälligen, knalligen Rot gehalten und es handelt sich natürlich um ein Taschenbuch. Ansonsten ist das Buch sehr einfach gestaltet, neben dem Titel "Der Hexer" ist vorne drauf eigentlich nur noch ein Fragezeichen abgebildet. Auf dem Buchrücken kann man dann eine kurze Inhaltsangabe nachlesen, dazu aber später mehr… Wie alle Kriminalromane ist auch dieser in Kapitel unterteilt, diesmal sind es 42.
Daten: ------- Edgar Wallace "Der Hexer" Originaltitel: "The Ringer"
Verlag: Goldmann ISBN: 3-442-05292-0 Seitenzahl: ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, aber ich glaube es waren 160, schaue aber nochmal nach und trage es dann nach!
Preis: 1€
Die Geschichte: *~*~*~*~*~*~*~* Wie bei Edgar Wallace nicht anders zu erwarten, spielt auch "Der Hexer" in London. Alan Wembury, der gerade zum Bezirksinspektor befördert wurde, will gerade Urlaub machen und seine Bekannte Mary besuchen, da wird im mitgeteilt, dass sich der todgeglaubte "Hexer" samt Ehefrau Cora Ann Milton nun doch wieder in London aufhalten soll. Denn wo sie ist, da ist auch er und die Leiche, die man in Australien gefunden hatte und fälschlicherweise für seine gehalten wurde, konnte nun doch nicht als seine identifiziert werden (beim Hexer handelt es sich um einen "Rächer", wenn man es so sagen kann, denn er handelt sich dabei um einen Mörder, der sich ausschließlich korrupten Polizisten etc. widmet). Alan soll nun also den Hexer finden. Dann gibt es da aber auch noch Maurice Messer, ein zwielichtiger Anwalt und Hehler, der mit seinen Mandanten Geschäfte über Diebesgut abwickelt etc. und zudem zuließ, dass sich die Schwester des Hexers (die der Hexer in die Obhut Messers gab, während er selbst aus Englang flüchten musste) anscheinend selbst umbrachte. Da liegt es natürlich nahe, dass Messer das nächste Opfer des Hexers sein wird, doch hinter welchen Masken versteckt er sich? So ziemlich jeder könnte in Frage kommen…
Meine Meinung: *~*~*~*~*~*~*~* Ich habe nun schon so einige Edgar Wallace-Romane gelesen, aber dieser hier ist eindeutig einer der schlechteren. Normalerweise braucht es bei diesen Kriminalromanen immer ein paar Seiten, bis man sich eingelesen hat, das war auch hier so, nur geschah dann immer noch nichts Spannendes. Es gibt kein Geheimnis aufzuklären, es geschieht bis kurz vor Ende kein Mord und selbst die Geschäfte des zwielichtigen Anwalts Messer werden dem Leser einfach so vor die Nase geknallt, aber von Spannung ist da weit und breit nichts zu merken. Dabei ist der Grundstein für einen spannenden Krimi eigentlich gelegt: die ganze Geschichte spielt sich in dem Bezirk Londons ab, in dem es die höchste Verbrecherquote gibt und die Hauptfigur Alan Wembury ist als Inspektor für dieses Gebiet zuständig. Obwohl er so ehrgeizig ist, macht er einen ziemlich sympathischen Eindruck und ist ehrlich. Zudem stellt sich schon nach ein paar Seiten heraus, dass er in seine Jugendfreundin Mary verliebt ist, deren Bruder sich mit Messer abgibt und der wegen diesem letztendlich dann auch im Gefängnis landet. Als Mary dann umziehen muss und auf sich allein gestellt ist, kümmert sich Alan um sie. Das ist eigentlich typisch für einen Wallace-Roman. Es gibt immer einen Mann und eine Frau, die sich am Ende meist auch kriegen. Bei "Der Hexer" ist das aber anders, doch statt irgendwas dazu zu erklären, wird einfach irgendwann nichts mehr dazu gesagt und es bleibt letztenendes offen, was aus den beiden wird… Überhaupt sind die Charaktere sehr oberflächlich beschrieben und selbst zu Alan Wembury kann der Leser nicht wirklich eine Beziehung aufbauen, es gibt einfach nichts an den einzelnen Figuren, mit dem sich der Leser irgendwie identifizieren könnte. Man leidet nicht mit, die Charaktere bleiben einfach hohl und seelenlos. Zudem handeln sie sehr oft auch unverständlich, als z.B. bei Mary eingebrochen wird, kurz nachdem Cora Ann Milton ihr einen Besuch abstattet und einen Brief bei ihr in der Wohnung verliert… aber wieso bitte schön hebt Mary den Brief auf? Und warum meldet sie es ewig nicht der Polizei? Immerhin ist ihr Bruder selbst ein Straftäter und woher will sie wissen, dass es der Hexer nicht auch auf ihn abgesehen hat und was er nicht sonst noch alles verbrochen hat?!
In dem Film zu "Der Hexer" fand ich es unglaublich spannend, dass man als Zuschauer nie genau wusste, wer denn nun der Hexer ist und wie gut er sich verkleiden kann. Doch in diesem Buch gibt es einfach nicht genug Figuren, die in Frage kommen können. Um genauer zu sagen, es gibt gerade mal zwei Charaktere und davon ist der eine einfach zu offensichtlich der Hexer, als dass es stimmen könnte und der letztendliche Hexer verrät sich schon viele Seiten vor dem letzten Kapitel selbst. Es hat einfach nicht wirklich Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen, vor allem fehlte mir auch die gruselige bzw. rätselhafte Grundstimmung, die sowohl die anderen Romane von Wallace, die ich gelesen habe, prägte, sondern die es auch in den Filmen gab. Der Hexer wurde auch nicht als sonderlich bösartig dargestellt und das ist er ja auch gar nicht, denn letztendlich tötet er ja nur Menschen, die es auch verdienen. Trotzdem sorgt dieser Umstand dafür, dass das Buch einfach kein bisschen spannend ist und das Ende kann man sich eigentlich auch schon von Anfang an denken.
Die Sprache ist Wallace-gewohnt natürlich auch etwas veraltet, aber das hat mich eigentlich nie gestört und immerhin sind die Romane ja auch nicht eben gestern geschrieben worden. Auch die ganze Einstellung der Charaktere ist ziemlich altmodisch und mutet beinahe albern an, beispielsweise als Alan Mary das Arbeiten ausreden will, weil sie doch schließlich von einer angesehenen Familie stammt. Hier und da kann es schon mal ganz witzig werden.
Fazit: *~*~* Alles in allem kann ich diesem Roman leider nur 2 Sterne geben, denn das Buch hat mich wirklich enttäuscht. Und das liegt nicht daran, dass ich den Film zuerst gesehen habe, denn das ist schon so lange her, dass ich mich kaum noch an irgendwas erinnern kann. Die Charaktere bleiben einfach oberflächlich und seelenlos, die Identität des Hexers stellt kein großes Rätsel dar und alles in allem handelt es sich einfach nicht um einen auch nur ansatzweise spannenden Krimi. Da der Preis in meinem Fall aber sehr günstig war und ich das Buch jetzt auch nicht als "sehr schlecht" bewerten möchte, denn immerhin habe ich es ja zu Ende gelesen und das ist doch auch schon mal was ^^, gebe ich dem Krimi die 2 Sterne, aber werde ihn nicht empfehlen.
Ich lese das Buch im Moment und finde es eigentlich nicht schlecht obwohl noch kein Mord passiert ist. Morde sind meiner Meinung nach auch nicht das wichtigste an einem Krimi. Allein die altertümliche Sprache ist sehr unterhaltsam. Sehr guter Bericht!
tschAus d. Engl. v. Gregor Müller u. Ravi RavendroZum 75. Todestag von Edgar Wallace - seine besten Krimis in neuer Ausstattung "Hexer" - die Leute hatten ihm diesem...
* Alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt und ggf. zzgl. Versandkosten. Preise, Verfügbarkeit und Versandkosten können im jeweiligen Shop zwischenzeitlich geändert worden sein, da eine Echtzeit-Aktualisierung technisch nicht möglich ist. Maßgeblich sind immer die Preise und Angaben auf der Händlerseite. Alle Angaben ohne Gewähr.
21.08.2007 23:34
Am besten ist immernoch der Film ;D
13.01.2007 01:11
Ich lese das Buch im Moment und finde es eigentlich nicht schlecht obwohl noch kein Mord passiert ist. Morde sind meiner Meinung nach auch nicht das wichtigste an einem Krimi. Allein die altertümliche Sprache ist sehr unterhaltsam. Sehr guter Bericht!
22.12.2005 13:47
Hört sich ja schrecklich langweilig an *gähn* LG Jenny