... Damals haben mich die beiden Bücher absolut begeistern können und umso härter war es dann, dass der dritte und letzte Band der Trilogie, Der Kampf des Rabenprinzen, lange Zeit einfach nicht auf deutsch veröffentlicht wurde. Aber letztendlich war es dann vor gut einem Jahr soweit, dass es veröffentlicht ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von Regan über Der Kampf des Rabenprinzen. Die Feenland-Chroniken 3 / Dart-Thornton, Cecilia 30. Oktober 2009
Produktbewertung des Autors:
Niveau:
leichte Kost
Unterhaltungswert:
recht gering
Spannung:
wenig spannend
Humor:
wenig humorvoll
Pro:
eingewobene Mythen und Sagen, Grundstory
Kontra:
Kitsch ohne Ende, unerfüllte Erwartungen, das Ende
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich von den Feenland-Chroniken von Cecilia Dart-Thornton die ersten beiden Bände gelesen habe. Damals haben mich die beiden Bücher absolut begeistern können und umso härter war es dann, dass der dritte und letzte Band der Trilogie, Der Kampf des Rabenprinzen, lange Zeit einfach nicht auf deutsch veröffentlicht wurde. Aber letztendlich war es dann vor gut einem Jahr soweit, dass es veröffentlicht wurde und jetzt kam ich auch endlich einmal dazu, es auch zu lesen. . . . . ..::Cecilia Dart-Thornton::.. . Cecilia Dart-Thornton war ein Findelkind. Ihre Jugend verbrachte sie bei Adoptiveltern in Melbourne. Ihre wahre Herkunft konnte sie nie ausfindig machen. Neben dem Schreiben widmet sie sich der Musik, der Malerei und der Fotografie. Jetzt lebt sie in East Brighton, einem Vorort von Melbourne, Australien. . . . . ..::Inhaltsangabe::.. . Als Tahquil zusammen mit ihren beiden Freundinnen Viviana und Caitri an eine Küste unweit des Jägerkessels angespült wird, findet sie dort durch Zufall ein Armband, das ihr damals gehörte und welches ihr ihre Erinnerungen zurückgibt. Endlich weiß sie wieder, was damals geschah, wieso sie von dem Rabenprinzen Morragan und seinen Unseeliegeschöpfen überall gesucht wird und wieso sie entstellt, ohne Stimme und ohne Gedächtnis in Erith aufgewacht ist: sie gelang durch das letzte Tor, welches die Menschen- und die Feenwelt voneinander trennt, wieder nach Erith und durch den Vergessenskuss eines Erithgeborenen, den sie kurz darauf erhielt, verlor sie ihr Gedächtnis. Doch da sie die Einzige ist, die das letzte Tor zwischen Erith und der Welt der Faeran je passiert hat, wird sie nun von dem Prinzen Morragan, dem Prinzen der Faeran, gesucht. Da der Rabenprinz auf den Thron der Faeran aus ist, führt er in Erith gegen seinem Bruder Angavar, dem König der Faeran, Krieg und möchte der erste sein, der Tahquil findet, damit er als neuer König in das Reich der Faeran zurückkehren und den verhassten Bruder in Erith im Exil zurückzulassen kann. Doch dabei hat der Rabenprinz zwei Dinge nicht bedacht: Tahquil hat zwar ihre Erinnerungen wieder, kann sich aber nicht mehr an den Standort des verlorenen Tores erinnern und teilt zudem mit seinem Rivalen ein Geheimnis, das für ihn den Untergang bedeuten soll… . . . . ..::Leseprobe::.. . Der kleine Hund war verschwunden. Das Mädchen hatte nach dem Höhleneinsturz lange in der unterirdischen Finsternis gelegen. Wassertropfen, die von den Felsen rannen und die sie von Zeit zu Zeit ableckte, hatten sie vor dem Verdursten bewahrt. Lebendig begraben. Die Wilde Jagd hatte sie für tot gehalten und die Verfolgung aufgegeben, weil niemand wusste, wer sie wirklich war. Man hatte sie für ein törichtes Menschenwesen gehalten, das spionieren wollte, das sich in die Gegend des Kratersees verirrt hatte, oder für einen Dieb auf der Flucht, der seinen Leichtsinn mit dem Tod eingebüßt hatte. Aber sie hatte überlebt, sei es durch Lady Nimriels geheimnisvolles Geschenk, eine innere Kraft oder das unergründliche Schicksal. Der Boden unter ihren Füßen war plötzlich weggesackt. Sie fiel, bis ihr ein schmerzhafter Ruck durch den Arm fuhr und den Sturz aufhielt. Ihr Armband hatte sich an einem toten Ast verhakt. Sie löste die Schließe und landete in einem Dickicht aus Giftefeu - Hedera paradoxis. . (S. 17; KAZATHDAUR) . . . . ..::Das Buch::.. . Das Buch ist von Piper Verlag und, wie befürchtet, ein Taschenbuch, sodass es leider nicht sonderlich gut zu den ersten beiden HC-Ausgaben passt. Auf dem Cover, auf dem man im Hintergrund blauen Himmel sieht, sieht man einen Ritter und eine Burg. In der Mitte steht der Titel des Buches. Der Originaltitel des Buches lautet The Battle of Evernight. The Bitterbynde Book III und wurde von Birgit Reß-Bohusch aus dem australischen Englisch übersetzt. Das Buch hat 572 Seiten, hat eine Landkarte, einen Glossar und eine Bibliographie. Das Buch kostet 9,95 Euro. . . . . ..::Kritik::.. . Wie erwähnt ist es nun ja schon eine ganze Weile her, dass ich die ersten beiden Bände der Feenland-Chroniken gelesen habe. Es dürften mittlerweile gute drei bis vier Jahre her sein, was natürlich auch der Grund ist, dass ich die Geschichte nicht mehr allzu gut im Kopf hatte. Zum Glück gibt es vorne im Buch aber eine gute Zusammenfassung der ersten beiden Bände, die es mir erleichterten, wieder in die Geschichte einzusteigen und den weiteren Verlauf der Handlung ohne weiteres zu verstehen. . Allerdings musste ich schnell feststellen, dass der dritte Band der Trilogie bei weitem nicht mehr die Faszination auf mich ausübte, wie ich sie von den ersten beiden Bänden kannte. Ob es nun daran liegt, dass Der Kampf des Rabenprinzen schlechter ist als seine Vorgänger oder sich mein Geschmack und mein Anspruch bei Büchern verändert hat, kann ich nur schwer sagen, aber Tatsache ist, dass mich das Buch einfach nicht mehr so sehr fesseln konnte, wie ich es erwartet hatte. Die Geschichte war mir ein bisschen zu schnulzig, die genialen Ideen, die ich an den ersten beiden Bände so schätzte, fand ich in Der Kampf des Rabenprinzen kaum noch und obwohl man erwarten würde, dass der letzte Band einer Reihe der spannendste ist, war Der Kampf des Rabenprinzen für mich der spannungsärmste von allen dreien. Aber mal der Reihe nach. . Das, was mich an dem Buch am meisten gestört hat, war der absolut übertriebene Kitsch. Dass die Geschichte recht kitschig ist, das war mir schon nach dem zweiten Band der Geschichte klar, da dort der Kitsch der Geschichte seinen Anfang nahm, aber dass die Geschichte im dritten Band noch viel kitschiger wird, hätte ich nicht erwartet. Angefangen mit Imrhiens/Rohains/Tahquils/Ashalinds umwerfender und beinahe schon überirdischer Schönheit, die zu jeder sich bietenden Gelegenheit in der Geschichte dem Leser erneut geschildert wird, bis hin zu der Liebesgeschichte zwischen ihr und ihrem Geliebten Dorn. Ohne allzu viel vorneweg nehmen zu wollen, entwickelt sich Dorn von einem gutaussehenden Dainnan in einen Kronprinzen und auch wenn man jetzt denken sollte, dass sich das nicht mehr steigern lässt: glaubt mir, in Der Kampf des Rabenprinzen steigert sich auch das noch. Der ganze Kitsch findet dann letztendlich am Ende seinen Höhepunkt, wo (wer hat daran schon gezweifelt?) alles mit einem typischen Happy-End zu Ende geführt wird, das leider auch ein bisschen aufgezwungen wirkt. Hätte Cecilia Dart-Thornton das Happy-End weggelassen, hätten sich die Bedeutung und das Niveau der Geschichte wesentlich erhöht und meine Bewertung zu dem Buch wäre eindeutig besser ausgefallen. . Dennoch hat das Buch aber auch seine guten Seiten, sodass es kein totaler Reinfall war. Was mir, wie auch schon in den vorigen beiden Bänden, sehr gut gefallen hat, waren die verschiedenen Mythen und Sagen, die Cecilia Dart-Thornton mühsam zusammengesucht und in ihre Geschichte mit eingebaut hat. Viele der Sagen und Fabelwesen, die sie in ihrem Buch erwähnt, kenne ich nicht, einige wenige dagegen schon. Damit liefert sie ihren Lesern viele interessante Verläufe in der Geschichte, Charaktere und Fantasywesen, die ihre Trilogie der Feenland-Chroniken einfach ausmachen und die man so schnell in keiner anderen Geschichte findet. . Ebenso ein Markenzeichen der Feenland-Chroniken ist Cecilia Dart-Thorntons Schreibstil. Ihr Schreibstil ist sehr ausschmückend und beschreibt die Landschaft, in der sich Tahquil und ihre Freundinnen gerade befinden, sehr genau. Insbesondere Blumen und andere Pflanzen haben es ihr dabei angetan, da sie vor allem diese häufig erwähnt und in ihre Beschreibung der Landschaft mit einbringt. Zudem hat Cecilia Dart-Thornton die direkte Rede in ihrer Geschichte leicht einem älteren Sprachstil angepasst, der gut zu der mittelalterlich angehauchten Welt passt, die sie erschaffen hat. Um ihre Geschichte und ihre Welt noch authentischer zu gestalten, hat sie außerdem noch einige „Fremdwörter“ benutzt, die zu dem Sprachstil der Charaktere in der von ihr erfundenen Welt gehören. . Ein weiterer Punkt, den ich dagegen ziemlich schade fand, war der fehlende Spannungsbogen in der Geschichte. Mich beschlich immer wieder der Eindruck, dass man das Ende der Geschichte nach dem zweiten Band gut hätte abkürzen und an den zweiten Band noch dranhängen können. Vieles in der Geschichte wurde unnötig in die Länge gezogen, wie zum Beispiel Tahquils Reise durch verschiedene Landschaften. Auch das eigentliche Ende wurde nach dem Showdown der Geschichte nochmal stark in die Länge gezogen. Dagegen war das Ende, wo die Geschichte wieder ein bisschen spannender wurde, auf wenige Seiten gequetscht. Auch wenn ich mir sicher bin, dass das Ende extra so kurz gehalten wurde, sieht es dennoch so aus, als hätte die Autorin das Ende einfach nur noch hinter sich bringen wollen, was einfach schade ist. . . . . ..::Fazit::.. . Alles in allem war Der Kampf des Rabenprinzen leider etwas ernüchternd, was wohl mitunter auch an meinen hohen Erwartungen an das Buch lag. Letztendlich ist das Buch nicht schlecht, aber wirklich herausragend ist es auch nicht. Deshalb gibt es von mir nur 6 von 10 Punkten, aber noch eine Empfehlung. . . . P.S.: Bilder kommen nach, sobald ich wieder Zuhause bin.
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