... Ich rede von „Der Kübelreiter“ von Franz Kafka. Über diese Parabel musste ich in meiner letzten Deutschklausur vor dem Abi schreiben. Was ich über diese Parabel denke und worum es eigentlich geht, erfahrt ihr jetzt.
*** Der Inhalt ***
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Verwandte Angebote für Der Kübelreiter / Franz Kafka
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Erfahrungsbericht von Trueffelschwein über Der Kübelreiter / Franz Kafka 03.06.2002
Produktbewertung des Autors:
Niveau
sehr anspruchsvoll
Unterhaltungswert
hoch
Spannung
durchschnittlich spannend
Wie ergreifend ist die Story?
berührt ein wenig
Pro:
einfache Wortwahl
Kontra:
zu komplizierte Inhaltsstruktur, zu viele Interpretationsmöglichkeiten
Empfehlenswert?
nein
Kompletter Erfahrungsbericht
Beim Herumstöbern in den Kategorien musste ich ja entsetzt feststellen, dass es sogar eine gibt, wo ich es nie gedacht habe. Ich rede von „Der Kübelreiter“ von Franz Kafka. Über diese Parabel musste ich in meiner letzten Deutschklausur vor dem Abi schreiben. Was ich über diese Parabel denke und worum es eigentlich geht, erfahrt ihr jetzt.
*** Der Inhalt ***
Mal sehen, ob ich den Inhalt leicht wiedergeben kann, denn eh ich den Text verstanden habe, vergingen schon mehrere Minuten.
Aber ich gebe mein bestes.
Geschrieben wurde die Parabel von Franz Kafka im Jahre 1917 und soll verschiedene Aussagen zum Ausdruck bringen, doch darauf erst später.
Inhaltlich geht es um einen Mann, der aufgrund ausgegangener Kohle friert (es ist gerade Winter). Da ihm so kalt ist, entscheidet sich der Mann zum Kohlenhändler zu reiten, um etwas Kohle zu erhalten. Der Mann denkt jedoch, er sehe noch nicht hilfsbedürftig genug aus und so entschließt er sich auf seinen ganz leeren Kohlekübel zu reiten. Der Kübel ist bereits so leer, dass er durch die Luft schwebt.
Nachdem er beim Kohlehändler angekommen ist, beobachtet er ihn und seine Frau, die gerade im Wohnzimmer sitzen. Aufgrund der Hitze, steht die Tür hoffen. Der Kübelreiter ruft nach dem Kohlehändler, dieser nimmt die Stimme auch wahr. Doch seine Frau versucht ihm dies auszureden, da sie nichts wahrnimmt. Doch der Kübelreiter beharrt auf Kohle und ruft immer weiter. Der Kohlenhändler schaut schließlich nach und geht in seinen Laden. Seine Frau entschließt sich ebenfalls nachzuschauen, um sich zu vergewissern, dass niemand da ist. Die Frau trifft nun auf den Kübelreiter und er bittet sie um etwas alte Kohle. Er habe keine Kohle mehr, auch kein Geld. Doch er möchte die Kohle später bezahlen. Die Frau lässt sich von dem Anbetteln des Kübelreiters nicht beirren und versucht den Kübelreiter „loszuwerden“. Nachdem sich die Frau einfach weggedreht hat, geht der Kübelreiter fort in kalte Welt.
So kann man die Geschichte kurz zusammenfassen. Doch was verbirgt sich denn nun hinter dieser Parabel und hier beginnt meine eigene Interpretation.
*** Meine Interpretation / meine eigene Meinung ***
Als ich die Parabel gelesen habe, wusste ich nicht, was uns Franz Kafka damit sagen wollte. Da Franz Kafka jedoch eine zerrissene Beziehung zu seiner Familie hatte, wurde mir klar, dass es sich um eine Entfremdung des Menschen handelt. Einerseits von sich selbst und andererseits von gesellschaftliche Systeme. Des weiteren waren Verbindungen zu finden für die Fremdheit und Isolation des Menschen. Doch nun versuche ich es auf den Text zu übertragen.
Bereits am Anfang beginnt Franz Kafka alles sehr düster und traurig darzustellen. Er beschreibt den Wintertag sehr negativ und die Sonne, das einzige was ihm helfen könnte, ist nicht zu sehen. Er ist hilflos dem Winter ausgeliefert. Doch in der härtesten Not sieht er fast keine Auswege mehr, nur den Kohlenhändler. Allein seine Verzweiflung und Armut lässt den Kübelreiter zu dem Kohlehändler reiten. Doch auch dort wird ihm Eigensinn, Egoismus und Gefühllosigkeit entgegengebracht. Immer wieder spürt der Leser, dass eine Ungerechtigkeit in der Gesellschaft vorherrscht. Und um dies immer wieder zu verdeutlichen, kritisiert Kafka die Klassen in der Gesellschaft. Der einsame und arme Kübelreiter, hat nichts außer seinen Kübel und der Kohlenhändler muss sogar die Tür öffnen, damit die überflüssige Wärme entfliehen kann. Der Kübelreiter erwartet sehr wenig, doch selbst dies ist schon zu viel verlangt. Nicht einmal eine Schaufel alte Kohle kann er erbitten. Dabei ist der Kohlenhändler seine einzige Chance. Seine Einsamkeit hat ihn zu ihm getrieben und nichts weiter als Abwehr wird ihm gegeben. Der Egoismus kann nicht überwunden werden und der Kohlehändler und seine Frau denken nur an sich. Selbst Gefühle werden unterdrückt und somit wird der Kübelreiter frierend zurück in die kalte Welt geschickt.
Ich muss ehrlich sagen, ich habe noch nie einen Text gelesen, der so von Angst, Gefühllosigkeit, Hilflosigkeit und pessimistischer Grundstimmung geprägt war. Franz Kafka hat all seine Erfahrungen aus seiner Kindheit usw. einfließen lassen, doch besonders den Konflikt zu seinem Vater. Neben dieser Einstellung zu den Menschen, spielt besonders der Vater eine große Rolle. Franz Kafka konnte nie ins Reine kommen mit seinem Vater und so plagten Kafka schon früh Zweifel. Er zweifelte an sich selbst, welches ebenfalls beim Kübelreiter sehr stark zum Ausdruck kommt. Schließlich entfremdete sich Kafka und war geprägt von Angst, Wut und der Einsamkeit.
All diese Einflussfaktoren spiegeln sich in dem Kübelreiter wider. Kafka machte sich selbst Vorwürfe und der Konflikt zu dem Vater bereitete ihm im Innern Sorgen. Kafka belastete sein Leben und der Konflikt zu seiner Familie. Der Kübelreiter ist in meinen Augen ein perfektes Spiegelbild von seinem Leben. Kafka war von Anfang an auf sich gestellt, da er sich schon früh gegen seinen bestimmenden Vater stellte. Kafka suchte immer nur das negative im Menschen und auch dem Kübelreiter verlieh er ein Gefühl der Ausweglosigkeit.
Ich habe dies jetzt alles recht kurz gefasst, denn wenn ich alles genau beschrieben und interpretiert hätte, würde ich Stunden daran sitzen. Das wichtigste haben ich hoffentlich gesagt.
*** Mein Fazit ***
Ich persönlich kann den Kübelreiter eigentlich nicht empfehlen. Wenn man die Parabel ließt, fordert sie zu einer persönlichen Stellungnahme auf. Es ist sehr kompliziert die verschachtelten Sätze zu verstehen und ihnen folgen zu können. Die Sätze sind zwar mit einfachen Wörtern geschrieben, aber den Inhalt kann man nur verstehen, wenn man sich näher mit Franz Kafka auseinander gesetzt hat und so sein Leben kennt. Selbst heute habe ich die ganze Parabel noch nicht verstanden, denn ich sehe es komischerweise immer anders als mein Lehrer.
Da Kafka jedoch sehr bildnerisch spricht, kann man sich selbst Gedanken darüber machen und für sich feststellen, welche Problematik ausgedrückt werden soll. Ich habe es wie gesagt auf die Problematik mit dem Vater bezogen und auch auf die Isolation und Selbstentfremdung. Doch da er in Rätseln spricht, kann man nur erahnen, was sich dahinter verbirgt!
Da der Text wirklich sehr kompliziert ist, sollte an sch Zeit nehmen. Auch wenn die Parabel nur 1,5 DIN A4 Seiten lang ist! Insgesamt kann ich wirklich nur sagen, dass ich Kafka Texte allgemein nicht empfehlen kann. Es fehlt einfach zu oft das Hintergrundwissen und man weiß nie, was Kafka wirklich ausdrücken wollte. Da die Textstruktur zu verworren ist, ist bei mir auch ein Gefühl entstanden, dass es ein zu weites Feld betrifft. Man kann es einfach nicht auf ein Problem beschränken. Es gibt zu viele Ansichten und ich bin auch der Meinung, dass jeder seine vertreten kann. Dies ist meine Meinung und meine Interpretation zu dem Kübelreiter.
Ich bin froh den Kübelreiter nur einmal in meinem Leben näher auseinander nehmen zu müssen. An sich ist die Parabel sehr spannend, denn man kann viel Gesellschaftskritik erkennen, doch Franz Kafka ist Franz Kafka und er ist bekannt für seine Texte. Wer die Parabel trotzdem lesen möchte, dem wünsche ich nur viel Spaß. „ Der Kübelreiter“ müsste überall im Internet zu finden sein.
Ich wünsche euch, dass ihr nie eine Klausur über dieses Thema schreiben müsst.
Pro: kurz, schöne Bildersprache Kontra: nicht allzu ergreifend
Der Kübelreiter ist eine eigentlich nicht allzu bekannte Erzählung von Franz Kafka. Ich möchte sie hier einmal vorstellen
Wo gibt´s das?
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Ich habe diese Erzählung aus dem Band „Die Erzählungen“ von Franz Kafka, erschienen ...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
Pro: sehr gut diskutierbar Kontra: sehr anspruchsvoll
Jeder der seine schöne Schulzeit schon hinter sich gebracht hat, denkt mit Sicherheit an die schrecklichen Deutschstunden zurück, in welchen man verworrene Texte lesen und dann auch noch Interpretieren musste. Für mich war das immer eine Qual, da ich eher ...
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