Besser als der Film
14. Jan 2003
Pro:
Super Umsetzung
Kontra:
-
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Spannung:
mehr
 fishbrain
Über sich:
Danke an alle, die meine Berichte gelesen haben! Und natürlich auch an die, die sie noch lesen werde...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 39 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Der Name der Rose ist wahrscheinlich den meisten Lesern ein Begriff. Wer das Buch von Umerto Eco nicht gelesen hat, der kennt anzunehmenderweise doch wohl den Film. Trotzdem kurz zur Handlung: Adson von Melk, ein junger Franziskanernovize, und sein Lehrmeister William von Baskerville reisen zu einer entlegenen Abtei in Norditalien. Dies tun sie in geheimen Auftrag, da in diesem Kloster gerade ein junger Mönch unter seltamen Umständen ums Leben kam. Der frühere Inquisitor William soll den Todesfall untersuchen und es gelingt ihm auch den Fall schnell aufzuklären. Jedoch ein Mönch nach dem anderen stirbt in mystriösen Umständen. Die Hinweise verdichten sich, daß alles mit der Bibliothek zusammenhängt. Der Zutritt dazu ist aber den meisten Mönchen verboten. William und Adson beeilen sich bei der Suche nach dem Mörder (der Bibliothekar? sein Gehilfe? der Apotheker? Oder doch Remigius oder Salvatore, zwei ehemalige Ketzer?) denn auf dem Weg zur abtei befindet sich auch ein gefürchteter Inquisitor.
Realisiert wurde die Vertonung dieses
großen Romans als richtiges Hörspiel, das sehr aufwendig vom SWR (Südwestrundfunk) in Koproduktion mit dem BR und NDR. Die Bestzung der Rollen ist bei dieser Prosuktion sehr gut gelungen. Man konnte bekannte Hörspielsprecher gewinnen, die mit ihrer Erfahrung den Rollen sehr einfühlsamm Leben einhauchen.
Neben Sprechern wie Manfred Steffen, Lukas Ammann, Ernst Jakobi, Paul Hoffman, Stefan Wigger, Peter Lieck, Markus Boysen hört man... Der alte Adson, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, und somit auch als Erzähler auftritt wird von Heinz Moog gesprochen, der das Alter und die Erfahrung gut verkörpert.
Christian Schulz spielt den jungen Adson. Die Unsicherheit, Unerfahrenheit und Neugierde kann der Sprecher glaubhaft umsetzen. William von Baskerville wird von Pinkas Braun verkörpert. Wenn man den Film schon kennt, vermißt man den Klang der Synchronstimme von Sean Connery. Vielleicht liegt es daran, daß mir diese Rolle in diesem Hörspiel nicht so gut gefällt.
Remigius von Varagine wird von Helmut Stange gesprochen. Er vermittelt die Gemütlichkeit dieses Cellars recht gut und schafft es auch, die Angst gut rüber zu bringen. Wolfgang Reichmann spricht Salvatore. Die Romanfigur ist eine verkrüppelte Mißgeburt. Dies in einem Hörspiel nur akkustisch zu vermitteln ist sehr schwer. Der Schauspieler schafft dies aber hervorragend.
Malachias von Hildesheim wird von Rolf Boysen gespielt. Der Bibliothekar wird von ihm aber nicht sehr überzeugend dargestellt. Ich hatte das Hörspiel beim Stöbern in unserer Stadtbibliothek entdeckt und hatte mir die Kassetten ausgliehen. Über ein paar Abende war dann der Fernseher passee, da man sich für die 340 Minuten - also fast 6 Stunden - doch Zeit nehmen muß. Ich war begeistert. Natürlich muß bei solch einer Umsetzung ein 1000-Seitges Buch etwas inhaltlich leiden, dafür gewinnt es durch die Darstellung aber unheimlich an Tiefgang - und diese ist bei dieser Produktion meiner Meinung nach gelungen. Mir ist eigentlich aufgefallen, daß wirklich was Wesentliches fehlt.
Die Musik dient hier nicht nur zur klangffüllenden Untermahlung oder als Füllsel zwischen den Szenen. Vielmehr ist es gelungen durch die Musik Spannung und Atmosphere super zu unterstreichen und zu unterstützen. Mein Fazit am Ende: Super! Dieses Hörspiel hält sich wesentlich dichter an die Romanvorlage als der Film. In meinen Augen ist es sogar besser als Film, da es wesentlich spannender inszeniert wurde und sich mehr an die Details hält. Wo und wie man sich dieses Hörspiel antut ist eigentlich egal. Man sollte sich nur die Zeit dazu nehmen. Gut geeignet sind lange Autobahnfahrten, dabei sollte man aber nicht den Verkehr aus den Augen lassen vor lauter Spannung. Zu Hause wollte ich es zunächst einfach nebenbei mitlaufen lassen. Aber schon bald saß ich nur noch da und lauschte fasziniert.
Das Höspiel ist wie viele dieser Hörspiel-Großproduktionen im Hörverlag erschienen. Im Radio wurde es meines Wissens schon 1986 in mehreren Teilen ausgestrahlt. Ich hatte es aus der Bibliothek als Kassetten (4 Stück). Im Handel ist es auch als 6-CD-Version erhältlich. Die Preise sind dabei ca. 35 Euro bzw. ca. 65 Euro. Ich hoffe, ich konnte einen Eindruck über dieses spanndend vertonte Stück Literatur vermitteln.
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18.05.2004 08:44
Hörbücher mag ich sehr gerne... dieses kenne ich bisher noch nicht, was sich aber wohl mal ändern muss ,-) cu albertas
18.01.2003 17:21
wollte mir dieses hörspiel schon zulegen, wusste dann doch nicht so recht, nach deinem bericht werde ich es mir u.u.doch noch anschaffen...mfg
14.01.2003 20:39
Habe den Film vorige Tage im Fernsehen gesehen, habe aber nach der zweiten Pause umgeschaltet. Mir gefiel er nicht. Gruß kalli46