Der Mörder im Kloster
29. Jan 2003
Pro:
Ein unglaublich kurzweiliger Hörgenuss
Kontra:
Nichts
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Spannung:
mehr
 Maedbjda
Über sich:
Wo sind all die alten Schreiberlinge geblieben? War ich so lange fort?
Mitglied seit:24.12.2000
Erfahrungsberichte:696
Vertrauende:160
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 104 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
In der letzten Zeit bin ich immer häufiger auf der Suche nach Hörbüchern und Hörspielen und dabei recht häufig fündig geworden, was meine Lieblingsromane angeht. Meine eindeutigen Favoriten sind hierbei die historsichen Romane und wenn es diese auch noch als Hörspiel gibt, dann ist meine Kaufentscheidung auch schon gefallen. So wie hier bei dieserm Hörspielproduktion. Doch zunächst eine kurze Einleitung zu der Handlung. Die Geschichte im Überblick:
Im Jahre 1327 wird ein in den Apennin gelegenes Benediktinerkloster von einem Sonderbeauftragten des Kaisers, William von Baskerville, aufgesucht. William gehört einer anderen Bruderschaft an, er ist Franziskaner. Sein Eintreffen wird von einem mysteriösen Fenstersturz eines Mönchs bergleitet. Die Mission steht also unter einem ungünstigen Stern, soll er doch schließlich ein Geheimtreffen zwischen den Menoriten und den Abgesandten des Heiligen Stuhls organisieren.
Begleitet wird William von einem Novizen mit dem Namen Adson. Irgendwie zieht er das Unglück magisch an, denn er entdeckt laufend getötete Mönche. Alles Unglücke oder eventuell Morde? Das will William herausfinden. Eine Spur führt in die Klosterbibliothek. Wie geht es weiter? Das müsst Ihr Euch selbst erlesen oder erhören.
Im Namen der Rose, ein Hörspiel in Zusammenarbeit durch die Sender BR, SWF und NDR entstanden, wurde im Jahre 1986 produziert. Im Gegensatz zu den Hörbüchern, also vorgelesene Bücher, handelt es sich hier um eine echte
Inszenierung, welche das Buch als Grundlage hat, aber von zahlreichen Personen gesprochen wird. Zusätzlich gibt es entsprechenden, akkustischen Hintergrund, so daß die Szenarien entsprechend dargestellt werden.
In diesem Hörspiel gibt es einen Erzähler, Heinz Moog, welcher den Haupthandlungsstrang begleitet und den Hörer durch die Geschichte leitet. Immer wieder wird diese Erzählung durch die Einblendungen von Szenen unterbrochen, welche durch zahlreiche Sprecher mit Leben erfüllt werden. So entsteht ein wunderbares Hörerlebnis, welches die Geschichte plastisch werden lässt. Hauptsprecher und Romanfiguren:
Der alte Adson wird von Heinz Moog gesprochen. Es hanfdelt ishcv hierbei um den Erzähler, wie bereits oben erwähnt. Die Stimme ist angenehm. Warm, freundlich und doch so klingend wie die eines alten Mannes der seinen Lebenszenit schon deutlich überschritten hat. Insgesamt glaubhaft und sehr angenehm.
Der junge Adson wird von Christian Schulz gesprochen. Die Stimme ist eigentlich nicht die, welche man einem 17 jährigen zutrauen würde, aber vielleicht war das im ittelalter ja auch anders. Was jedoch bemerkentswert ist, ist diese ständige Unsicherheit und dieses eigenartige Schüchternheit, die dieser junge NOvize an den Tasg legt, wenn er mit seinem Meister, dem William von Baskerville, zusammentrifft. Gut gemacht.
William von Baskerville wird von Pinkas Braun gesprochen. Dieser Schauspieler war schon im Fernsheen eine Besonderheit und er ist die optimale Besetzung für diesen forschen, kritischen und scheinbar hochintelligenten Franziskanermönch. Ich wüsste keinen besseren Sprecher für diese Rolle.
Remigius von Varagine
wird von Helmut Stange gesprochen. Remigius ist der Cellerar des Klosters, also für die Verpflegung zuständig. So stellt man sich einen Mönch vor. Kleiner, runder Bauch, immer eine kleinwenig rote Nase vom Wein und red- und leutseelig. Ein wenig verschlagen ist seine Stimme und irgendwie hat er auch etwas zu verbergen. Gut gesprochen udn den Charakter gut rübergebracht. Salvatore
wird gesprochen von Wolfgang Reichmann. Er ist der Looser des Klosters. Verachtet und schon fast gehasst, lebt dieser Krüppel in dem Kloster als Aussenseiter, obwohl doch Menschlichkeit udn Brüderlichkeit herrschen sollte. Die Stimme von Wolfgang Reichmann bringt diese gequälte und gemiedene Kreatur voll zur Geltung. Denkt einmal daran, es handelt sich um ein Hörspiel. Im Film war es möglich, diese Person duch visuelle Hilfsm ittel zum Aussenseiter zu machen. Heir war es nur durch die Stimme des Sprechers möglich und es ist sehr gut gelungen. Malachias von Hildesheim
wird von Rolf Boysen gesprochen. Er hat schon in vielen Hörspielen mitgewirkt und auch ganze Hörbücher gelesen. Hatte er hier keine Lust oder war ich von dem Film zu eingenommen? Seine Rolle, er spielte schließlich den Abt des Klosters, kam blaß und unscheinbar herüber. Ein kleiner Aussetzer in dieser ansonsten brillant besetzten Produktion. Weitere Rollen wurden von den nachfolgenden Personen gesprochen. Da sie unter Ferner liefen rangieren, kann ich auch nicht einzelne Romanpersonen zuordnen. Es sei mir bitte nachgesehen. Die Aufzählung erfolgt in der Reihenfolge, so wie sie auf dem Cover steht:
Manfred Steffen, Lukas Ammann, Ernst Jakobi, Paul Hoffman, Stefan Wigger, Peter Lieck, Markus Boysen und weitere Personen. Nachfolgend möchte ich Euch auf die Hörspielversionen, was den Datenträger angeht, berichten.
Hörspiel als Kassette: 4 Kassetten mit je einem Teil
- Die Abtei über dem Abgrund - Der Gesang des Laybrinths - Der Sturz des Himmelsgewölbes - Die Kraft von 1000 Skorpionen Gesamtspielzeit 340 Minuten, also rund 85 Minuten je Teil.
Bestellnummer, wenn es die Kassetten noch geben sollte: Der HörVerlag, Jahrgang 1985 ISBN 389584022-X der Preis dürfte so bei 35 - 40 Euro liegen.
Hörspiel als CD: Die 4 Teile befinden sich auf 6 CD. Kleiner Nachteil, da die 4 Abschnitte sich auf jeweils 2 CD verteilen. Das sind wohl die Tücken der begrenzten Speicherkapazität.
Bestellnummer: Der HörVerlag, Jahrgang 1986 ISBN 3895841218, der Preis liegt bei (immer noch!) 60 Euro
Mein Fazit: Wer das Buch oder auch den Film kennt, der wird angenehm überrascht sein. Dieses Hörspiel ist ein Genuss. Natürlich wird man sich dabei ertappen, dass vor dem geistigen Auge ein Sean Conery auftaucht, wenn Pinkas Braun die Rolle des William von Baskerville intoniert. Aber das ist diesem Hörgenuss nicht unbedingt abträglich. Der Phantasie ist trotzdem noch genügend freier Raum gelassen und so kann man sich einem sehr schönen Hörgenuss hingeben. Schade nur, dass die 4 großen Hauptthemen auf 6 CD verteilt worden sind. Aber was ist schon perfekt auf dieser Welt?
Ich wünsche Euch jedenfalls viel Spaß und schaut doch mal bei Ebay rein. Da findet Ihr solche Hörspiele häufiger und zu einem günstigereren Preis. In diesem Sinne, "Shake hands", Martin
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Mehr über dieses Produkt lesen
|
|
|
|
18.05.2004 08:38
Mir hat das Buch schon sehr gefallen, da werde ich das Hörbuch wohl unbedingt mal anhören müssen, cu albertas
01.02.2003 17:35
das teil leg ich mir ganz sicher noch zu...mfg
31.01.2003 10:09
hm, ich überlege gerade, wie das hörbuch wohl das viele latein aus dem roman umgesetzt hat, da es doch keinen anhang hat..... haben sie es übernommen, übersetzt oder weggelassen? -- grüßlies birgit