Das Buch ist Horror pur - für den Leser
03.09.2010
Pro:
das Buch hat eine letzte Seite
Kontra:
die Seiten vor der letzten Seite
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Niveau
Stil
Unterhaltungswert
Spannung
mehr
 Gering
Über sich:
Stressig wie immer, aber dennoch online, wenn auch eingeschränkt
Mitglied seit:25.11.1999
Erfahrungsberichte:740
Vertrauende:204
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 237 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Larry ist Autor von Horrorbüchern, im Gegensatz zu seinen Charakteren allerdings mit recht schwachen Nerven versehen. Er ist verheiratet mit Jane, hat eine Tochter - Lane, wirft ab und an einen Blick auf die Frau seines Nachbarn und besten Freundes Pete, die wiederum Barbara heißt. Diese Mitte der vierzig sich befindende Durchschnittsamerikaner entdecken auf einer Fahrt durch die Wüste eine verlassene Stadt. Entdecken ist hier schon spannender beschrieben, zudem ist die Stadt erst seit einigen Jahren aufgegeben worden. Das Buch spielt im Jahre 1972.Die beiden Ehepaare durchstreifen die verlassene Stadt und finden ein verlassenes Hotel, das wiederum erstaunlicherweise mit einem neuen Schloss gesichert ist. Eben dieses fordert die Neugier der beiden Männer heraus, die mit homo sapiens - typischer Raffinesse und tüchtigem Werkzeuggebrauch sich einen Weg durch die Eingangstür bahnen. Man erkundet die untere Ebene und ihr werdet nicht glauben, wer durch die morschen Bodenbretter bricht? Ihr kommt nicht drauf? Natürlich eine der Ehefrauen, hier Barbara. Wofür würde denn sonst ein richtig guter Autor die Ehefrauen bei so einer Entdeckung einplanen !?!? Und was entdecken unsere zu Ruhmestaten geborenen Männer? Einen Sarg, darin eine vertrocknete Leiche, in der wiederum ein Pfahl steckt, und zwar in der Brust. Bis hierhin hat der Autor Richard Laymon, seines Zeichens Anfang des letzten Jahrzehnts von der Bühne der Belletristik abgetreten, schon arg viel Papier strapaziert und zugegebener maßen auch die Nerven des Lesers. Larry kommt bei der Recherche nach der Leiche, die man später prompt auch geklaut hat, um sie in der heimischen Garage zu verstecken (ja, verstecken, in der Garage, nicht in einer verlassenen Stadt unter Fußboden, viel zu unsicher das....) und Serie von vermissten Mädchen auf die Spur, die vor drei Jahren aus der Umgebung verschwunden sind. Es mag nun naheliegen, dass Verschwinden von drei Mädchen in einer kleinen Stadt auch länger als drei Jahre im Gedächtnis sein würde, aber hier täuscht der Leser sich gewaltig, es ist in der Tat nicht der Fall. Und der Leser klopft sich wieder mit der flachen Hand an die Stirn. Immerhin kommt Larry auch dem mutmaßlichen Täter auf die Spur, einen Durchgeknallten, der wegen des Verdachtes, der Täter zu sein, zwar in eine geschlossene Anstalt gekommen war, nach seiner Flucht vor einigen Monaten bisher aber noch nicht vermisst wurde. Aha! Wieder eine Überraschung für den Leser.In einer Nebenhandlung, die später auch für das (verrückte, wenig überzeugende, an den Haaren herbeigezogene, abgedrehte ..... bitte einen passenden begriff auswählen. Mehrfachauswahl ist möglich).Ende interessant wird (na, jetzt geht`s mit mir durch, ja nicht übertreiben), bringt ein Lehrer seinen Schülern insgesamt Literaturgeschichte bei, einigen Schülerinnen ohne ihr Einverständnis allerdings auch andere Dinge. Unschön.
Verriss, äh: Meinung Notkäufe - ich im Urlaub, alles weggelesen, es war also ein Buch nötig - an Tankstellen lohnen sich bei Büchern nicht. Das ist nach der Lektüre dieses Buches gewiss. Wie bekannte und auch erfolgreiche Autoren vor mehr als 10 Jahren auf den Gedanken kamen, bei Richard Laymon eine sonst wie ausgeartete schriftstellerische Klasse entdeckt haben zu wollen, ließe sich sicher aber nur dann ergründen, wenn bekannt wäre, was jeweils vorher geraucht oder getrunken worden ist. Besonders anstrengend ist das ellenlange Gerede von Larry und Pete, das nicht Vorankommen der Handlung, das Fehlen ausreichend spannender Elemente sowie mehr als reichliche handwerkliche Fehler. Wie oben schon erwähnt, sind in weniger dichtbesiedelten Gegenden Morde und Mordfälle lange Zeit im Gedächtnis der Menschen, da eben in solchen Gegenden solche Taten recht selten vorkommen und natürlich, weil fast jeder irgendeines der Opfer gekannt haben mag und die Betroffenheit somit höher ist. Dass Larry recherchieren muss, klingt unglaubwürdig. Das niemand den geflohenen Irren vermisst ebenso. Diese Widersprüchlichkeiten, der durch die Längen die Dialoge verwässerte Spannungsbogen, Unglaubwürdiges und scheinbar auch wenig durchdachtes schmälen die Leselust in einem so erheblichen Maße, dass es fast das dritte Buch geworden wäre, was ich nicht zu Ende gelesen hätte. Ärgerlich ist auch, dass "Der Pfahl" eine Neuauflage ist und schon in den 90er Jahren nicht wirklich erfolgreich auf dem deutschen Buchmarkt war. Dadurch bedingen sich auch so störende Kleinigkeiten, dass der arme Larry seine Bücher scheibchenweise immer auf Diskette speichern muss, eine Speichermöglichkeit, die ich seit 5 Jahren gar nicht mehr habe. Nun mag man entgegnen, dass das kein Grund sein kann, ein Buch weniger gut zu finden: Ist es auch nicht, es ist nur das Tüpfelchen auf dem -I- des erzählerischen Störfeuers, dass Laymon auf den lese niederprasseln lässt.Da stören die dusseligen Protagonisten schon eher weniger, bei denen man sich durchaus die Frage stellen darf, welch` verschrobenen Geistes Kind sie den sind, naiv wie sie sich geben. Richard Laymon scheint in Szene-Kreisen als besonders blutrünstiger, verschrobener, eigenwilliger, auch durchgeknallter Autor gegolten zu haben bzw. zu gelten. Richtig ärgerlich ist aber, dass er noch nicht einmal diese Eigenschaften andeutungsweise in der Handlung dieses Buches erkennen lassen kann. Das Buch (muss sein) Richard Laymon Der Pfahl Heyne Verlag, hat das Buch seit dem 01.03.2010 dem Leser deutschsprachiger Bücher wieder zugemutet Seiten: lange 592 • ISBN-10: 3453675800 • ISBN-13: 978-3453675803
Fazit Langatmig, langweilig, widersprüchlich, unglaubwürdig: Das Buch "Der Pfahl" firmiert zwar als Vertreter des Horror - Genres, putzig ist aber dabei, dass damit nicht der Inhalt beschrieben wird, sondern die Wirkung auf den Leser. Michael
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Vampirhorror der anderen ArtDer Horrorautor Larry entdeckt eine Geisterstadt in ...
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Taschenbuch, 608 S., Roman, Erschienen: 2010
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Der Pfahl - Richard Laymon
Seiten: 608, Ausgabe: 1., Taschenbuch, Heyne Verlag
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30.12.2011 09:28
Sowas schlechtes habe ich schon lange nicht gehört
26.09.2011 19:46
Schade, verbrenne das Buch doch, dann ist der Heizwert wenigstens ein Wert im Plus,LG
23.03.2011 10:24
Durchbrechen durch morsche Dielenbretter, wie originell ;-) Ich war vor einer Weile an dem dem Buch mal kurz interessiert, das hat sich aber zum Glück schnell wieder gegeben.