Rose gegen Rose (Sean Astin Part 19)
07.08.2007
Pro:
interessante Geschichte mit viel schwarzen Humor und tollen Darstellern
Kontra:
wenig Sean Astin
Empfehlenswert:
Ja
 Prisca
Über sich:
Mitglied seit:02.01.2001
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Vertrauende:104
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 79 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Und schon geht´s weiter mit einem DVD Bericht in meiner Sean-Astin-Reihe* . Ich gehe davon aus, das viele von euch diesem Film kennen werden, denn er ist schon älter und wirklich bekannt - allerdings werden sich viele vielleicht fragen, wo zum Kuckuck sich denn Sean Astin versteckt hat. *** DER ROSENKRIEG ***
Ja, es handelt sich hier wirklich um den bekannten Film mit Danny DeVito, Michael Douglas und Kathleen Turner in den Hauptrollen. Ich habe natürlich auch schon längst von diesem Film gehört, aber immer einen großen Bogen um ihn gemacht, weil er mir inhaltlich so gar nicht zugesagt hat. Das ich ihn jetzt endlich gesehen habe, liegt nicht zuletzt an meiner Entscheidung, irgendwann einmal alle Filme gesehen zu haben, an denen Sean Astin irgendwie beteiligt war. Wie er mir schließlich gefallen hat, könnt ihr in diesem Bericht lesen. Wie immer werde ich mit einer
*** INHALTSANGABE ***
beginnen.
Barbara und Oliver Rose könnten ein Traumpaar sein. Vor achtzehn Jahren haben sie sich auf einer Auktion kennen gelernt, auf der Barbara Oliver ein begehrtes Stück genau vor der Nase wegegesteigert hat. Doch zwischen den beiden hat es gefunkt - noch in der selben Nacht laden sie im Bett und haben den bisher besten Sex ihres Lebens. Kurz darauf wird geheiratet. Danach läuft alles in geordneten bahnen. Oliver bastelt an einer (erfolgreichen) Karriere zum Anwalt - Barbara gibt ihr Studium auf und konzentriert sich in Zukunft auf ihren Ehemann, ihre zwei Kinder, die recht schnell geboren werden und darauf, ihr Traumhaus gemütlich einzurichten. Als ihr das nicht mehr ausreicht, beschließt sie, einen kleinen Partyservice aufzuziehen.
Auf dem ersten Blick scheint also alles ok - bis eines Tages Oliver mit Verdacht auf Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert wird - und Barbara plötzlich bewusst wird, wie schön es doch wäre, wenn er einfach nicht mehr da wäre. Endlich frei sein! Sie beschließt, die Scheidung einzureichen! Was bei Oliver zunächst auf totales Unverständnis und später auf heftigen Widerstand stößt. Denn Barbara ist zwar bereit, auf Unterhalt zu verzichten - dafür möchte sie aber das einzige behalten, das ihr wirklich am Herzen liegt: ihr Haus! Als Oliver merkt, wie viel ihr daran liegt, schaltet er auf stur und besteht darauf, das dieses haus schließlich mit SEINEM Geld gekauft wurde und somit nur ihm zusteht.
Was jetzt beginnt ist ein Scheidungskrieg, der jeder Beschreibung spottet. Beide Parteien schenken sich nichts - da fliegt schon mal (teures) Porzellan - das Auto des Partners wird bewusst kaputt gefahren - Türen werden zugehämmert - (Psycho) Terror auf der ganzen Linie bis hin zu Mordgedanken ... Wenn ihr wissen wollt, wie die Geschichte ausgeht, kann ich euch nur empfehlen, den Film einfach mal anzusehen.
*** GEDANKEN ÜBER DEN FILM UND SEINE UNSETZUNG ***
Denn der Film ist wirklich nicht schlecht - im Gegenteil - ich war jedenfalls angenehm überrascht, das man hier nicht den oberflächlichen Klamauk findet, den ich befürchtet hatte, vorzufinden.
Das beginnt schon mit der Machart des Films - die Story selbst ist nämlich eingebettet in eine Grundgeschichte. Ein Anwalt erzählt einem Klienten, der sich scheiden lassen möchte, die
Bilder von Der Rosenkrieg [SE] (DVD)
Geschichte des Rosenkrieges von Barbara und Oliver. Immer wieder wird zurückgeblendet in sein Büro und es kommt zu kurzen Einschüben in die eigentliche Story. Gerade dadurch bekommt die Geschichte einen sehr realistischen Touch - obwohl sie im Grunde ein wenig zu überzogen rüberkommt, um für wahr angesehen zu werden.Obwohl die Geschichte um Barbara und Oliver ziemlich zuckersüß beginnt, spürt man als Zuschauer von Beginn an die Spannung, die zwischen beiden herrscht. Trotz der Anziehung sieht man, was die beiden scheinbar nicht sehen wollen: das sie zwei Gegenpole bilden, die gegeneinander ankämpfen (erkennbar an der Auktion, als beide auf eine Statue bieten - sich gegenseitig immer höher treiben - bis schließlich Oliver aussteigt).
Auch als dann beide zusammenkommen, heiraten, Kinder bekommen (ein Zeitraum der im Film sehr gerafft gezeigt wird) spürt man die ganze zeit, das hier keine echte Partnerschaft herrscht. Es ist kein Miteinander, sondern jeder macht irgendwie sein eigenes Ding. Oliver hat seine Karriere, an der er mit Leidenschaft bastelt - Barbara hat ihr Studium aufgegeben und steht eigentlich vor dem Nichts, das sie ausfüllt - indem sie zwei Kinder bekommt und großzieht - ihr Traumhaus sucht und über Jahre liebvoll ausstattet. Doch während Oliver im Beruf immer erfolgreicher wird, fühlt sich Barbara auf Dauer nicht mehr ausgefüllt - die Kinder werden größer - das Haus ist irgendwann fertig. Sie baut sich ihren kleinen Partyservice auf - für Oliver eine Spielerei, die er nicht ernst nimmt, für sie aber Lebensinhalt. So leben beide nebeneinander her - bis es schließlich bei Barbara zum Ausbruch kommt, als sie begreift, das ihr die Ehe mit Oliver nichts bringt, das es schon längst nichts mehr mit Liebe zu tun hat, was sie beide verbindet sondern nur mit Gewohnheit.
Oliver kann sie nicht verstehen - für ihn ist die Welt in Ordnung- er liebt Barbara (was auf seine Art sicher stimmt). Als es merkt, das er bei Barbara nichts mehr erreicht, schaltet er auf stur und verweigert ihr das einzige, woran ihr Herz wirklich hängt: das Haus. Man hat als zuschauer nicht das Gefühl, das er nun seinerseits besonders an dem Haus hängt - es ist mehr eine Trotzreaktion, ihr das zu verweigern, was sie unbedingt möchte! Der Scheidungskrieg der nun folgt ist überzogen dargestellt. Beide Parteien sind bereit, bis zum letzten zu gehen. Trotzdem kann man nicht umhin, hier die Realität wieder zu finden. Ich denke, jeder der schon einmal mit dem Thema Scheidung konfrontiert wurde, weiß, das es nur in den seltensten Fällen fair über die Bühne geht. Oft genug wird schmutzige Wäsche gewaschen und beide Parteien nehmen einen so festen Standpunkt ein, das ein Gespräch einfach nicht mehr möglich ist.
Letztlich ist auch das hier das Problem - eigentlich war es von Beginn an das Problem in der Beziehung zwischen Barbara und Oliver. Es hat nie ein echter Kontakt zwischen beiden stattgefunden - das was sie als Liebe angesehen haben, war vielleicht nur sexuelle Anziehung - echte Gemeinsamkeiten waren von Beginn an nicht vorhanden. Es gab nie ein Miteinander - keine Gespräche - kein Verständnis für die Wünsche des anderen - es gab nur Oliver und seine Karriere und es gab Barbara, die versucht hat, ihr Leben irgendwie auszufüllen. So lange die Kinder klein und das Haus noch nicht eingerichtet war konnte sie dort ihre Erfüllung finden und sich vielleicht auch einreden, das alles in Ordnung ist. Aber irgendwann kam die Leere .... Eine Leere, die es letztlich ermöglicht hat, das sich diese Wut, dieser Zorn, diese Verzweifelung in ihr anstauen konnte, die sich schließlich in dem “Rosenkrieg” entladen. Ich denke, Barbara ist in diesem “Krieg” diejenige, die sehr emotional reagiert - die so sehr hasst (wobei ich nicht einmal glaube, das es wirklich Oliver ist, den sie hasst, viel mehr hasst sie wohl ihr ganzes Leben) das sie bereit ist, bis zum letzten zu gehen.
Auch Oliver reagiert emotional, aber auf einer ganz anderen Ebene. Bei ihm habe ich weniger das gefühl von Hass als mehr das gefühl von Trotz. Er, der erfolgreiche Anwalt, dessen Leben immer in den Bahnen verlief, die er sich vorgestellt hatte, sieht sich plötzlich mit einer Situation konfrontiert, die er sich nie hätte erträumen können. Es ist so eine Mischung aus Unglauben und Wut, die ihn reagieren lässt. Und bis zum Schluss habe ich das Gefühl, das er immer noch nicht wirklich begreift, worum es Barbara eigentlich geht. Was in den letzten Filmszenen noch einmal durch eine kleine Geste so richtig deutlich gemacht wird - man muss schon hingucken, um sie wahr zu nehmen (worum es jetzt genau geht möchte ich hier aber der Spannung zuliebe nicht erwähnen) Ich weiß eigentlich nicht, was ich von diesem Film erwartet habe, jedenfalls hat er mich wirklich sehr positiv überrascht. Er ist oftmals sehr überzogen, behält aber trotzdem einen Funken Realität im Hintergrund. Zudem ist er tatsächlich humorvoll - wenn es auch ein ziemlich schwarzer Humor ist, der sich hier breit macht. Spannend ist er auch - wenn man sich einmal auf den “Rosenkrieg” eingelassen hat, dann möchte man schon wissen, wie das ganze enden wird. Zudem lebt dieser Film von einigen wenigen, aber dafür exzellenten
*** DARSTELLERN ***
Wen wundert das, bei Namen wie Danny DeVito, Michael Douglas und Kathleen Turner?!
Danny deVito führt in diesem Film Regie - und übernimmt den kleinen aber feinen Part des Anwalts, der seinen Klienten (und damit natürlich dem Zuschauer) die Geschichte des Scheidungskriegs der Roses erzählt. Eine Rolle, die mir sehr gut gefällt - irgendwie trägt diese Rahmenhandlung sehr zur Atmosphäre des ganzen Films bei. Die männliche Hauptrolle, also Oliver, wird gespielt von Michael Douglas. Wie immer spielt er sehr souverän. Na gut, das überrascht mich nicht, ich halte Michael Douglas für einen fähigen, sehr wandlungsfähigen Schauspieler, der auch schwierigen Rollen echtes Leben einhauchen kann.
Als Oliver überzeugt er in jeder Lebenslage - in jungen Jahren und auch später als gesetzter Anwalt. Selbst der Irrsinn, der Oliver zum Schluss beinahe zu beherrschen scheint, kommt beinahe realistisch rüber. Der weibliche Part des (Alp)Traumduos wird gespielt von Kathleen Turner, die vielleicht noch keine so anspruchsvollen Rollen vorzuweisen hat, ihre Sache aber trotzdem sehr überzeugend macht. Ihre Entschlossenheit, nachdem sie sich erst einmal zur Scheidung durchgerungen hat, ist einfach nur super gespielt - selbst in Szenen, die sehr überzogen rüberkommen. Man spürt einfach, wie verzweifelt sich um ihr Leben kämpft - um ein Leben, indem Oliver keinen Platz mehr hat. Nachdem sie jahrelang immer nur zurückgesteckt hat, will sie jetzt endlich mal an sich denken - an ihre Wünsche und Träume. Und sie ist beinahe zu allem bereit. Trotzdem wirkt sie nicht kaltherzig, sondern als Zuschauer hat man für sie beinahe mehr Verständnis als für Oliver - obwohl der Rosenkrieg zunächst eher von ihr ausgeht als von Oliver.
Jetzt möchte ich euch aber nicht länger auf die Folter spannen, was die Rolle von *** SEAN ASTIN ***
betrifft. Er spielt den 17jährigen Josh. Wer ist Josh, werdet ihr euch jetzt vielleicht fragen. Der wurde ja noch gar nicht erwähnt! Nun, Josh ist der Sohn von Oliver und Barbara - und genau wie seine Schwester spielt er im Film wirklich nur eine untergeordnete Rolle. Kinder gehören einfach zu der Scheinwelt, die Barbara und Oliver 18 Jahre lang aufrecht halten, ebenso wie Hund und Katze. Trotzdem sind ihre Rollen für den Film nicht zwingend notwendig.
Entsprechend kurz die Auftritte von Sean - drei Szenen die insgesamt ca. 2 Minuten Filmzeit einnehmen. Immerhin wirkt Sean in den kurzen Szenen wie ein echter Siebzehnjähriger - zwei, drei belanglose Sätze zu seinem Vater - eine kurze Umarmung, bevor er sich ins College (und damit auch aus dem Film) verabschiedet ... Nein, bewerten kann man diese Rolle wirklich nicht, dazu fehlt es ihr einfach an Tiefe. Trotzdem bin ich zufrieden mit dem Kurzauftritt von Sean (wobei ich allerdings im Voraus gewusst habe, das sein Auftritt mehr ein kurzes durch den Film huschen ist und keine echte Rolle - somit konnte ich auch nicht enttäuscht werden)
Zum Schluss des Berichts noch ein paar *** FAKTEN zu FILM und DVD ***
Der Rosenkrieg Originaltitel: War of the roses Gedreht 1989 in den USA DVD in Deutschland 2001
Regie: Danny DeVito Laufzeit: 116 Minuten
FSK: 16 Jahre (angesichts des Handlungsablaufs durchaus gerechtfertigt, obwohl eigentlich nur wenig echte Gewalt gezeigt wird, kein Blut fließt. Die Gewalttätigkeit in diesem Film ist eher unschweflig vorhanden) Ton: dolby surround Bild: 1.85 : 1 Beides kommt flimmerfrei rüber - die Farben sind klar - der Ton schwankt nicht. Es ist einfach guter DVD Durchschnitt - nichts, was man besonders hervorheben müsste - weder positiv noch negativ
Sprachen: deutsch, englisch, spanisch Untertitel: deutsch, englisch, spanisch Preis: als Normal-DVD neu ca. 15,-- Euro - was ich für eine so alte DVD recht teuer finde Außerdem gibt es eine Moviecard Edition - dabei befindet sich die DVD mit dem Film in einer Geschenkkarte - eine originelle Idee für die man 9,95 Euro hinlegen darf
Extras: ja, ich weiß, darauf warten viele Leser eines DVD Berichts immer ganz gespannt - für einige scheinen die Extras (fast) interessanter zu sein als der eigentliche Film. Nun, von dieser DVD werden sie enttäuscht sein. Die schimpft sich zwar Special Edition und weist auf dem DVD Cover den Punkt: Sonderausstattung auf - was sich vielversprechend anhört. Leider besteht die Sonderausstattung aus: 1. Interaktive Menüs 2. Szenenanwahl 3. Original Kinotrailer 4. Mehrsprachige Untertitel
Na, das war ja wohl nichts! *** MEIN FAZIT ***
Ein interessanter Film, der den Zuschauer durchaus zum Nachdenken anregen kann - wenn er auch manchmal ein wenig überzogen rüberkommt. Allerdings überzogen auf eine angenehme Art - man weiß, das der Film sich jetzt auf eine etwas unrealistische Ebene bewegt - andererseits ist man aber keinesfalls davon genervt, sondern man genießt den schwarzen Humor gerade in solchen Szenen besonders. Ob ich als Sean Astin Fan diesen Film unbedingt sehen muss ?! Wahrscheinlich nicht - seine Minirolle spielt er zwar sehr gut - andererseits ist es nicht zwingend notwendig, sich den ganzen Film nur wegen zwei Minuten Sean Astin anzutun - da gibt es ganz andere Filme in denen er viel mehr von sich zeigen darf. Wenn man den Film also nicht ohnehin gern mal gucken würde, kann man sicher getrost darauf verzichten.
@ Prisca - August 2007 - ich schreibe für Ciao, Yopi und Dooyoo * Sean Astin Serie: als großer Sean Astin Fan habe ich beschlossen, das es Zeit wird, das die Welt ein wenig mehr von ihn und seinen Filmen erfährt - denn seine Karriere beschränkt sich keinesfalls auf Goonies und Herr der Ringe. Darum habe ich mich entschieden, so nach und nach seine Filme (aber auch anderes) vorstellen - und dabei immer seinen Part an der Sache ein klein wenig im Auge zu behalten. Ansonsten findet ihr hier nichts anderes als einen ganz normalen Produktbericht, an dem ihr hoffentlich ein bisschen Spaß habt!
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