Der Sohn der grünen Insel - Historischer Roman / Stephen R. Lawhead

Der Sohn der grünen Insel - Historischer Roman / Stephen R. Lawhead

ISBN: 9783404156030 - Verlag: Bastei Lübbe mehr

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405 n. Christus: Als der junge Brite Succat von irischen Piraten als Sklave verschleppt wird, ist dies der Beginn eines gewaltigen Abenteuers. Mehrere Fluchtversuche Succats...
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Der Sohn der grünen Insel : historischer Roman. - Steve Lawhead
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Langeweile hoch sechshundertfünfundachtzig.
Erfahrungsbericht von webbere über Der Sohn der grünen Insel - Historischer Roman / Stephen R. Lawhead
03.08.2009


Produktbewertung des Autors:   

Niveau leichte Kost 
Unterhaltungswert recht gering 
Spannung wenig spannend 
Wie ergreifend ist die Story? berührt kaum 

Pro: Nicht wirklich viel  -  vielleicht die Kämpfe Römer vs Germanen .  .  .
Kontra: Langweiliger Erzählstil, blasse Figuren, unspektakuläre Handlung, misslungene mysthische Elemente

Empfehlenswert? nein 

Kompletter Erfahrungsbericht

***Daten***

* Broschiert: 685 Seiten
* Verlag: Lübbe; Auflage: 1 (14. November 2006)

* ISBN-10: 340415603X
* ISBN-13: 978-3404156030

* Größe:18,5 x 12,5 x 4,5 cm


***Autor***

STEPHEN LAWHEAD wurde 1950 in Kearny (Nebraska) geboren. Nach verschiedenen Tätigkeiten im Musikgeschäft veröffentlichte er 1982 seinen ersten Roman. Bekannt wurd er u. a. durch die Romantrilogie "Das Lied von Albion". Den Durchbruch bei einem großen Publikum in Deutschland erlangte er mit seinen historischen Romanen "Der Sohn des Kreuzfahrers", "Der Gast des Kalifen" und "Die Tochter des Pilgers". STEPHEN LAWHEAD lebt heute mit seiner Familie in Oxford.


***Inhalt***

405 nach Christus: Als der junge Brite Succat von irischen Piraten als Sklave verschleppt wird, ist dies der Beginn eines gewaltigen Abenteuers. Mehrere Fluchtversuche Succats scheitern kläglich; doch als die Lage schon aussichtslos erscheint, erregt Succat die Aufmerksamkeit der Druiden, die ihn in ihre Lehren einweihen.

Schließlich macht er sich auf eine abenteuerliche Reise quer durch Europa, die ihn über die blutigen Schlachtfelder des von der Völkerwanderung heimgesuchten Galliens bis nach Rom führen wird.

Aber was er auch tut, die Sehnsucht nach Irland bleibt, denn tief in seinem Herzen weiß Succat, dass er dort noch eine Mission zu erfüllen hat, wenn der Kreis sich schließen soll. Eine Mission, die Irland für immer verändern wird...


***Kaufgrund***

Nach dem Roman "Der Sohn des Kreuzfahrers", den ich bereits vor einigen Jahren gelesen hatte, habe ich mich an diesen neuen historischen Roman von LAWHEAD herangewagt. Die Betonung liegt deshalb auf "heranwagen", da sein letzter Roman bei mir eher gemischte Gefühle hinterlassen hatte. Begeistern konnte mich der Autor mit der Geschichte des Sohns eines Kreuzfahrers nicht wirklich, zu deutlich waren seine mangelnden schriftstellerischen Fähigkeiten zu bemerken. Ihm gelang es damals nicht einen überzeugenden historischen Schmöker aufs Papier zu bringen. Umso interessierter war ich deshalb, ob er es in "Der Sohn der grünen Insel" besser hin bekommen hat.


***Kritik***

Die Antwort auf die eingangs gestellte Frage ist schnell gegeben: Nein, dem Autor ist es nicht gelungen seine mangelnden schriftstellerischen Fähigkeiten zu verbessern und eine hunderte Seiten lange historische Geschichte glaubhaft, lebendig und fesselnd zu beschreiben. Ebenso einfach wie ich diese Frage beantworten kann, ebenso vielschichtig muss die Erklärung dieses Urteils ausfallen.

Was einem direkt auffällt und mir vor dem Kauf (per Internet) nicht bekannt war, ist die Tatsache das der Roman in der Ich-Perspektive erzählt wird. Eine gewagte Erzählperspektive für einen historischen Roman, die in meinen Augen ein hohes Maß an erzählerischem Talent erfordert. Zu leicht verfällt der Autor in ein zu detailiertes "Kleinklein" à la "dann tat ich dies und danch tat ich das". Diesem Manko verfällt leider auch der Autor, ihm gelingt es einfach nicht eine der Zeit angemessene Atmosphäre zu erzeugen und Spannung aufzubauen. Meiner Meinung nach ein grundlegendes Problem ist hierbei die Erzählung aus der Sicht des Protagonisten Succat. Leider verpasst der Autor die Chance, die sich aus der Ich-Erzählerperspektive ergibt, nämlich die Gefühle und das Seelenleben des Handelnden plastisch darzustellen. Da ein Leser diesen Ich-Erzähler besser kennt als eine "neutralere" Figur kann er sich auch besser in diese Figur hinein versetzen und leidet und fiebert mehr mit dieser Figur mit. Nicht so bei LAWHEAD, dessen Erzählstil eine große Portion Belanglosigkeit, Beliebigkeit und jegliche Empathie für den Protagonisten vermissen lässt. So entwickelt der Leser während des ganzen Romans keinerlei emotionale Bindung zu der Figur des Succats, geschweige denn zu einer der anderen Personen. Hierbei vergibt der Autor leider den größten Vorteil, der sich aus der, für historische Romane eher ungewöhnliche,l Perspektive ergibt.

Ein weiteres Defizit von LAWHEAD, das mir schon bei der Lektüre des letzten Romans aufgefallen ist, ist die mangelnde Gabe ausschmückend zu erzählen. Ihm gelingt es nicht die damalige Epoche vor dem geistigen Auge des Lesers zu erwecken. Zu Beginn seines Buches auf den ersten 1-2 Seiten zeigt er im Ansatz, wie eine detailierte Schilderung eines Raumes aussehen könnte. So etwas findet man hinterher leider nicht mehr. Als Leser möchte man visuelle Eindrücke vermittelt bekommen, möchte quasi vor seinem inneren Auge sehen was die Menschen damals trugen, was sie aßen, wie ihre Häuser konstruiert waren. Man möchte geschildert bekommen welche Gerüche de damals herrschten und wie Krieger bewaffnet waren. All diese Aspekte der detaillierten Schilderung vernachlässigt LAWHEAD quasi durchgängig und dadurch fehlt leider auch jegliche Atmosphäre im Roman. Man kann keinen Unterschied in der Atmosphäre feststellen, egal ob Succat in Britannien, Irland, Germanien oder Rom ist. Das hätten andere Autoren dieses Genres besser und überzeugender zu lösen gewusst und dadurch der Story mehr Leben einhauchen können.

Für alle, die dieses Buch zukünftig noch lesen möchten, sollten diesen Passus überspringen. Denn was einen wirklich im Nachhinein stutzig machen sollte ist die Tatsache, dass es auf fast 700 Seiten in der Handlung um nicht mehr geht als um das, was hinten auf dem Klappendeckel abgedruckt ist. Kurzgefasst: Succat wächst auf in Britannien, wird verschleppt nach Irland, flüchtet über Britannien nach Gallien und Germanien und wandert dann nach Rom und kehrt schließlich nach Irland zurück. All das erfährt der Leser bereits auf dem Buchrücken und ähnlich "spektakulär" reiht sich diese "Reise quer durch Europa" (Zitat Klappentext) auch aneinander. Alleine die vergeblichen und nicht wirklich originellen Fluchtversuche des Succat von Irland und das Leben unter den dortigen "Barbaren" machen gefühlt die Hälfte des gesamten Buchs aus. Das ist langweilig und bietet keinerlei Spannung bei der Lektüre, man oft die ganze Zeit es möge etwas aufregendes passieren. Das der Protagonist für seine Flucht mehrfach brutal zusammengeschlagen wird, mit einer Dorfbewohnerin das Bett teilt und sich einen jungen hinterhältigen Druiden zum Feind macht, sind dann auch schon die Highlights von über 350 Seiten.

Neben der Langeweile würzt LAWHEAD seinen Roman mit den bewährten Beigaben eines mittelmäßigen Schriftstellers: Zufälle sowie unglaubliche und unrealistische Entwicklungen. Das der vollkommen Kampf unerfahrene Succat das Massaker in einem germanischen Wald mit einem römischen Adligen als einziger (!) überlebt, mag man ja noch Achsel zuckend hinnehmen. Das im in der Folge aber eine unglaubliche Karriere bevorsteht, die ihn bis in den römischen Senat bringen soll, erscheint doch, wenn man die damalige Zeit zugrunde legt, vollkommen hirnrissig. Zumal wenn man das Tempo dieses rasanten gesellschaftlichen Aufstiegs bedenkt: benötigte Succat noch 350 Seiten um überhaupt seinen Sklavenring loszuwerden, so gelingt ihm in einem Drittel dieser Seiten das Wunder vom Mitglied der römischen Hilfstruppen es fast bis in den Senat in Rom zu schaffen. Spätestens dann fällt einem nichts mehr ein, als eine Pest über Rom kommt und alles dahinrafft was Succat zu diesem Zeitpunkt lieb und teuer war. Man merkt, dass der Autor zum Ende kommen will und erzähltechnisch deshalb mächtig auf die Tube drückt. Das ist leider nicht spannend und rasend, sondern nur einfallslos und vorhersehbar.


***Kurz gesagt***

Die dem Buch zugrunde liegende (historische) Figur des heiligen St. Patrick von Irland, der in der Person des Succat oder Magonus oder Patricius oder Corthirthiac (unter diesen Namen ist er in alten Dokumenten erwähnt und unter diesen Namen wird er auch in diesem Buch geführt) auftritt, bietet Stoff für einen spannenden und aufregenden Roman. LAWHEAD ist dies jedoch nur in kleinen Ansätzen gelungen, ihm fehlt wohl einfach das schriftstellerische Talent um mehr aus so einer eigentlich guten Geschichte machen zu können.

Die Geschichte wird langweilig, dröge und schleppend erzählt. Die Figuren, allen voran der Protagonist Succat wirkt nicht lebendig, lebensnah, glaubwürdig und man empfindet keinerlei Empathie für ihn oder für eine der anderen Figuren. Zahlreiche haarsträubende Zufälle bringen in der Geschichte die Wendung, wenn sich LAWHEAD nicht mehr zu helfen weiß bringt er vollkommen unrealistische Entwicklungen.

Der Autor "würzt" seine Geschichte durch mystische Elemente, vorallem in Irland beschreibt er das Leben und Wirken der Druiden. Dies ermöglicht zum Teil ganz interessante Einblicke, man weiß jedoch nicht was wirklich historisch fundiert und was der Fantasie des Autors entsprungen ist. Meistens hat man das Gefühl, dass LAWHEAD die Geschichte einfach nur durch vollkommen unaussprechliche (pseudo) irische Ausdrücke aufzupeppen versucht. Der Glaubwürdigkeit seiner Geschichte erweist er damit allerdings einen Bärendienst, denn die vermag er so nicht zu verbessern. Im Großen und Ganzen fragt man sich, ob die mystisch-magische Komponente diesem Buch nicht eher geschadet als genutzt hat. Ich jedenfalls hätte auf sie verzichten können.

So bleibt mir unterm Strich nur festzuhalten: Wer historische Schmöker liebt sollte die Finger hiervon lassen und zu anderen bekannten Autoren und Autorinnen greifen. Wer die anderen LAWHEAD-Romane gelungen fand wir auch an diesem hier wieder seine Freude haben. Für mich steht fest: nie wieder LAWHEAD. Hierfür gibt es mit viel Wohlwollen und Augen zu drücken und eigentlich nur für 50 spannende Seiten in den Wäldern Germaniens zwei von fünf Sternen.   



Der Sohn der grünen Insel - Historischer Roman / Stephen R. Lawhead

Haupteigenschaften

Produktform: Einband - flexibel (Paperback)

Edition: Neuausgabe

Nummer der Ausgabe: 1

Ausgabe: 1., Aufl.

Erscheinungsdatum: 2006

Seitenzahl / arabisch: 685

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