Der Tod am Ende des Paradieses
11.03.2005
Pro:
Begnadeter Erzähler, spannend, außergewöhnliches Milieu
Kontra:
sicher nicht jedermanns Sache
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Niveau
Unterhaltungswert
Spannung
Wie ergreifend ist die Story?
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 Josefina
Über sich:
Hallo, mein Name ist Josefina. Ich bin von Beruf Technische Redakteurin und derzeit im Erziehungsurl...
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Der junge Engländer Richard hat als Rucksackreisender schon viel von der Welt gesehen. Eines Tages verschlägt es ihn in eine Touristenpension in Bangkok – eine schäbige kleine Absteige. Die „Zimmer“ bestehen aus kleinen, durch dünne Plastikwände voneinander getrennten Abteilen, in die gerade mal ein Bett paßt. Zu allem Überfluß laufen alle Plastikwände oben in Fliegengittern aus, so daß jeder hören kann, was der andere gerade tut. Gleich in der ersten Nacht wird Richard unsanft aus dem Schlaf gerissen, als sein Zimmernachbar betrunken und randalierend nach Hause kommt. Aus dessen Gebrabbel glaubt Richard immer wieder die Worte „The Beach“ und einen schottischen Akzent herauszuhören. Doch so schachmatt, wie Richard glaubt, ist der Schotte nicht, denn plötzlich taucht er oben am Fliegengitter auf und wirft ihm einen brennenden Joint aufs Bett.Am nächsten Tag ist Daffy, der Schotte, tot, er hat sich die Pulsadern aufgeschnitten. Richard und ein französisches Pärchen aus der Pension werden auf der Polizeiwache vernommen. Erst als Richard auf sein Zimmer zurückkehrt, bemerkt er, daß jemand eine Nachricht für ihn hinterlassen hat. Es ist eine Karte, auf der mehrere Inseln eingezeichnet sind, eine Insel ist mit einem Kreuz und dem Wort „Beach“ versehen. Der legendäre Strand – eine Art Garten Eden, in der eine Handvoll Rucksackleute fernab von den Touristenpfaden ein wunderbares Leben führen. Das Abenteuer lockt, und Richard beschließt, sich auf die Suche nach dem Strand zu begeben. Das französische Pärchen, Etienne und Francoise, schließen sich ihm an.Auf dem Weg zu der geheimisvollen Insel mit dem Strand begegnet Richard zwei ausgeflippten Amerikanern, denen er, ohne lange nachzudenken, eine Kopie seiner Karte hinterläßt. Richard und die beiden Franzosen schaffen es tatsächlich bis auf die geheimnisvolle Insel, die in einem Naturschutzgebiet liegt und für Touristen verbotene Zone ist. Als erstes landen die drei in einer Haschischplantage. Sofort sind sie sich bewußt, daß sie in Lebensgefahr schweben und können es gerade noch verhindern, von einer bewaffneten Patroullie aufgegriffen zu werden. Sie überqueren die Insel und finden tatsächlich den sagenumwobenen Strand. Die drei werden freundlich aufgenommen und in die Gruppe integriert, wo sie als Fischer arbeiten. Außerdem gibt es noch eine Gärtner- und eine Zimmermannstruppe. Zunächst ist das Leben Friede, Freude, Eierkuchen. Richard freundet sich mit dem Einzelgänger Jed und dem schwarzen Londoner Keaty an. Eine Menge Marihuana, das man ab und zu heimlich in der Plantage erntet, geht in Rauch auf. Die Strandleute und die Rauschgiftmafiosi tolerieren sich gegenseitig, denn sie haben ein gemeinsames Interesse: keiner möchte, daß die Lage der Insel bekannt wird.Bald schon beginnt es unter der Heile-Welt-Oberfläche zu kriseln: Die Gruppe spaltet sich in verfeindete Grüppchen, während Richard immer mehr den Bezug zur Realität verliert, er glaubt, mit dem toten Daffy zu reden, erkennt die Grenzen zwischen seinen Baller-Computerspielen und der Realität nicht mehr. Dann überstürzen sich die Ereignisse: Die Schweden werden beim Fischen Opfer eines Haiangriffes – einer ist sofort tot, ein weiterer schwer verletzt, der dritte beginnt, seinen Verstand zu verlieren. Wieder gibt es Diskussionen in der Gruppe: würde man den Schwerverletzten in ein Krankenhaus bringen, müßte man letztlich das Geheimnis des Strandes preisgeben, also läßt man ihn in einem abgesonderten Zelt langsam vor sich hin sterben.Dann werden Leute auf der Nachbarinsel gesichtet und Richard zu deren Beobachtung abgestellt. Sofort erkennt er durch das Fernglas, daß es sich um die beiden Amerikaner handelt, denen er die Karte gegeben hatte. Sie sind mit ein paar jungen Deutschen auf dem Weg zur Insel. Um vor den Strandleuten nicht zugeben zu müssen, daß er die Lage des Strandes preis gegeben hat, läßt Richard die Ankömmlinge in einen grausamen Tod laufen. Der Traum vom Paradies endet in einem Blutbad. * * * Meine Meinung / persönliche Eindrücke * * *„Alex Garland ist der geborene Geschichtenerzähler“ urteilt die Washington Post. Recht hat sie. Der temporeiche und ausdrucksstarke Erzählstil Garlands zog mich sofort in seinen Bann. Was anfangs wie ein moderner und spannender Abenteuerroman wirkt, entwickelt sich später zum Psychogramm eines Einzelnen (Richard) und einer von der Welt abgeschlossenen Gruppe, die eine sehr gefährliche Eigendynamik entwickeln kann, wendet sich die Gruppe plötzlich gegen einen Einzelnen.Während ich die Geschichte zunächst wie einen spannenden Abenteuer-unter-Palmen-Roman las, merkte ich irgendwann, wie sich Unheil zusammenbraute, besonders, als Richard den ausgeflippten Amerikanern ohne Nachzudenken eine Karte der Insel gibt. Das blutige Ende der Geschichte hat mich ziemlich bewegt. Während man die meiste Zeit für die Romanfigur Richard Sympathie empfindet, endet dies abrupt, als er fünf junge Leute in den Tod rennen läßt, obwohl er es hätte verhindern können. Er empfindet auch später kein schlechtes Gewissen. In kurzen Worten: ich finde das Buch genial erzählt, spannend und bewegend (obwohl letzteres nicht unbedingt im positiven Sinne). * * * Ein paar Worte zum Film * * * Weil mich das Buch so gefesselt hat, habe ich mir im Nachhinein den Film angesehen, um zu schauen, wie man den Stoff umgesetzt hat. Es war eine Enttäuschung. Die Filmhandlung ist nach Hollywood Manier abgeschwächt und geschönt. Das Buch-Ende war denen wohl zu hart. * * * Mein Fazit * * * Wer sich von der Inhaltsangabe angesprochen fühlt, dem empfehle ich unbedingt, das Buch zu lesen, aber vergeßt den Film !!!! * * * Buchdaten * * * Alex Garland The Beach Goldmann Verlag ISBN 3-442-44738-0 Habe hier noch den alten DM-Preis; schaut doch einfach bei Ebay!
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Der Strand - Garland, Alex
Taschenbuch, 448 S., Roman, Erschienen: 1999
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Taschenbuch, Verlag: Goldmann, Reihe: Goldmann Taschenbücher, Seitenanzahl: 445
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Der Strand, Alex Garland
1999, 9. Aufl., 448 Seiten, Maße: 11,5 x 18,3 cm, Taschenbuch, DeutschDtsch. v. ...
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15.08.2005 10:16
Klingt ja echt nicht schlecht, mal sehen....schöner Bericht! LG Doro
18.06.2005 08:06
Ich hab bis dato nur den Film gesehen und war nicht sehr begeistert. Deine Buchbeschreibung macht mich jedoch neugierig, ich werde mal bei Ebay vorbei schauen.
27.04.2005 16:53
hm.. an den Film kann ich mich gar nicht erinnern (macht aber wohl auch nichts), das Buch könnte mir gefallen. Gruß Andrea