Der Verlorene / Treichel, Hans-Ulrich

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Der Verlorene / Treichel, Hans-Ulrich

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Die Identitätskrise eines Pubertiernden

3 2. Dez 2007

Pro:
amüsanter Erzählstil, groteske Momente

Kontra:
kaum Spannung, viele Wiederholungen, zieht sich oft in die Länge

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Niveau:

Unterhaltungswert:

Spannung:

Humor:

Aufmachung:

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Guitarhero

Über sich:

Mitglied seit:13.06.2007

Erfahrungsberichte:26

Vertrauende:1

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 39 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Heute geht es um ein Buch, dass ich einmal in der Schule lesen musste und dass wie ziemlich viele Schullektüren mit der Nachkriegszeit, in diesem Falle den 50er Jahren, beschäftigt.

In diesem Buch geht es um einen Jungen. Die Geschichte wird als Ich Erzählung erzählt, dadurch sieht man die Welt wie sie der Junge erlebt hat. Hierbei gibt es noch anzumerken, dass Herr Treichel nicht der Ich Erzähler ist auch wenn das Buch teilweise autobiographische Züge annimmt. An manchen Stellen merkt man, dass das Buch erst sehr viel später geschrieben worden ist z.b steht an einer Stelle "aber das wusste ich in diesem Moment noch nicht".

Der Ich Erzähler, dessen Name übrigens nirgends im Buch auftaucht, lebt in einer typischen Familie der 50er Jahre. Am Anfang erfährt man, dass der Bruder des Ich- Erzählers gestorben ist. Er heißt Arnold und er ist ein glückliches Kind gewesen. Er nimmt immer den größten Teil auf den Fotos ein und er ist sehr wichtig für die Eltern.

Eines Tages erzählt die Mutter aber dem Ich- Erzähler, dass Arnold nicht auf der Flucht vor den Russen verhungert ist, sondern verloren gegangen ist. Übrigens wird in einem großen Teils des Buchs abschätzig über Russen und Polen geredet. So steht z.B an einer Stelle im Buch, dass bei den Polen "alles Kraut und Rüben" sind, die Russen aber noch schlimmer sind. Als der Ich- Erzähler nun davon erfuhr, dass sein Bruder nicht tot ist und die Eltern ihn schon die ganze Zeit über den Suchdienst des Roten Kreuzes haben suchen lassen, ändert sich für ihn sein komplettes Leben. Früher war er stolz auf seinen toten Bruder gewesen, weil "keiner einen auf der Flucht vor den Russen verhungerten Bruder" hatte. Aber nun ist er eifersüchtig auf ihn. Er tut nie etwas, aber die Eltern sorgen sich um ihn. Er bekommt den größten Platz auf den Fotos. Er sieht so glücklich aus. Und nun wollen die Eltern ihn auch noch wieder haben, damit er ihm den letzten Rest Liebe den die Eltern für ihn empfinden wegnehmen kann. Außerdem meinen die Eltern er sieht Arnold ähnlich, was der Ich Erzähler nicht möchte. Er möchte nicht wie Arnold aussehen, sondern wie ein Individuum.

Die Eltern haben über den Suchdienst jemanden gefunden, der Arnold sein könnte. Deswegen machen sie sich auf zu einem Anthropoligischen Institut um zu erfahren ob sie mit dem Findelkind 2307 verwandt sind. Diese Untersuchungen nehmen einer großen Teil dieser Novelle ein. Die Untersuchungen sind oft sehr grotesk beschrieben und es kommt einem sehr demütigend vor. So hört man z.B von einem Krematorium in dem ein Mann auf den Knochen der Verbrannten kaut um zu zeigen wie hygienisch, dass Krematorium arbeitet.

Das groteske kommt oft auch durch den Schreibstil zustande. Er ist sehr kindlich und repetitiv. So kommt z.B auf 2 Seiten in jedem Satz einmal, dass Wort Schweinekopf vor. Solche Szenen sind dann wieder unfreiwillig ein bisschen komisch und wirken sehr seltsam.

Die Eltern leiden sehr unter dem Verlust von Arnold. So stürzt sich der Vater in die Arbeit und die Mutter weint oft und versucht den Ich-Erzähler als Ersatz für Arnold zu sehen, was ihr aber nicht gelingt. In der Familie herrscht eine Atmosphäre von "Schuld und Scham". Ob die Familie Arnold wieder findet, erzähle ich euch nicht. Ein bisschen Spannung muss ja erhalten bleiben.

Fazit:

Für eine Schullektüre war, dass Buch unglaublich gut. Besonders wenn man sich schon Jahre davor nur mit dem zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit beschäftigt hat. Beim Erzählstil bin ich etwas zwiespältig. Zum einen ist er ganz amüsant, andererseits geht er einem schnell auf die Nerven. Teilweise zieht sich das Buch ziemlich in die Länge, wie z.B in dem anthropologischen Institut.
Abschließend kann man sagen, kein schlechtes Buch. Jedoch auch kein gutes. 

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
SCHREIKRAMPF

SCHREIKRAMPF

02.12.2007 20:54

Liebe Grüße & einen schönen Adventsabend^^

Mondlicht1957

Mondlicht1957

02.12.2007 18:34

Ein interessantes Buch, LG Pet

bechermann

bechermann

02.12.2007 17:30

Guter Bericht.lg bechermann

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