Der unmögliche Apfelkuchen

5  03.01.2001

Pro:
Super - lecker, kann nicht schiefgehen

Kontra:
Nix, niente, nothing  -  das Ding ist perfekt !

Empfehlenswert: Ja 

PMaier

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 19 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

--- Einleitung ---

So sehr ich mich schon über den Autozug nach Sylt geärgert habe, manchmal hat er etwas Gutes: Wenn man Glück hat und zu einem günstigen Zeitpunkt fährt (Ferienanfang etwa), kann es sein, daß man etwas geschenkt bekommt. Hat man *richtig* Glück, bekommt man etwas Nützliches geschenkt. Weihnachten 2000 war so ein Moment: Wir erhielten ein kostenloses Exemplar der November-Ausgabe der Zeitschrift "Living at home". Die Zeitschrift an sich ist schon nett, aber der Knüller war ein Rezept, das unscheinbar "Der unmögliche Apfelkuchen" genannt wurde.

Den Namen hat der Apfelkuchen angeblich bekommen, da selbst unerfahrene Küchen-Laien oder -Dummies mit diesem Rezept Erfolg haben werden, da man ihn einfach nicht falsch zubereiten *kann*. Einfach, schmeckt grandios und super-lecker - das sind die Attribute dieser Köstlichkeit, die ich Euch im folgenden vorstellen werde. Nein, ich werde nicht einfach nur das Rezept abtippen - da ich ihn bereits zubereitet habe und im Moment ein verführerisches Stück davon auf einem Teller neben meinem PC steht (*genießerischer Blick*), werde ich in den Beitrag gleich noch den ein- oder anderen Tipp einfließen lassen.

Das Rezept für diesen Kuchen wurde dadurch stark vereinfacht, daß als neue Mengenangabe ein "Sahnebecher" definiert wurde. 100%ig genau sind die Angaben dadurch nicht, aber ein Gramm hiervon zu viel oder ein paar Körner davon zu zu wenig ist bei diesem Kuchen eh egal. Schließlich gelingt er immer.

Habe ich Euch den Mund wässig gemacht? Also los. Ihr braucht:

--- Zutaten ---

Teig
2 Becher Schlagsahne a 200g
1 Becher Zucker (also ebenfalls rund 200g)
1 Päckchen Vanillezucker
etwas abgeriebene Zitronenschale, alternativ: Zitronensaft
5 Eier (Klasse M)
3 Becher Mehl (d.h. rund 375g)
1 Päckchen Backpulver

Belag
1-1,25kg säuerliche Äpfel
4 Eßlöffel Zitronensaft (beziehungsweise eine Zitrone, deren Saft Ihr auspresst)
etwas Zimt

Guss
100g Butter/Margarine
1/2 Becher Zucker (100g)
4 Eßlöffel Milch
60g Mandelblättchen

Genuß
Noch ein halben Becher Sahne und etwas Vanillezucker oder Zucker...

--- Zubereitung ---

1. Äppel schälen, entkernen, in Scheiben schneiden, dabei mit dem Zitronensaft beträufeln, damit sie nicht braun werden. Beiseite stellen.

2. Sahne in eine Rührschüssel gießen und einen Sahnebecher ausspülen und abtrocken. Zucker, Vanillezucker und Zitronenschale zur Sahne geben und alles mit dem Handrührgerät halb steif schlagen. Die Eier unterrühren, Mehl und Backpulver zugeben und alles nochmals kurz durchrühren. Ofen auf 200 Grad vorheizen (Gasofen: Stufe 3, Umluft: 160 Grad).

Tipp 1: Wenn Ihr abriebene Zitronenschale verwendet, darauf achten, daß die Zitrone nicht mit irgendwelchen gesundheitsschädlichen Giften gespritzt war.

Tipp 2: Mehl und Backpulver durch ein Sieb geben, dann erst der Sahne-Zucker-Vanillezucker-Eier-Zitronenschalenmasse zugeben. Das macht den Kuchen lockerer.

3. Teig in eine gefettete (oder noch besser: mit Backpapier ausgelegte) Kuchenform geben. So, nun wird's spannend: Im Originalrezept wurde eine "Saftpfanne" verwendet, das is eine recht flache, ziemlich große Kuchenform. Ich habe eine normale Form verwendet, das klappte prima. Allerdings wurde der Kuchen höher und die Backzeit mußte um ca. 10 min. verlängert werden. Eventuell ist es sinnvoll, nur 1 kg Äpfel zu verwenden (im Originalrezept waren 1,25 kg angegeben).

Teig ist in der Form? Apfelstücke drauflegen. Keine Sorge, die müssen nicht vom Teig bedeckt sein - beim Backen geht der Teig auf und das Ganze gibt erstklassiges Endprodukt. Noch etwas Zimt auf die Äpfel streuen, ab damit in den Ofen und 15 Minuten backen.

4. Währenddessen Butter, Zucker und Milch in einen Topf geben und leicht aufkochen, bis die Butter geschmolzen ist. Mandelblättchen zufügen. Den Kuchen nach 15 min. aus dem Ofen holen und den Butter-Zucker-Milch-Mandel-Guß punktuell auf dem Kuchen verteilen. Zurück in den Ofen und weitere
... 15 Min. backen, wenn Ihr als Kuchenform eine Saftpfanne verwendet habt, oder
... ca. 25 Min. backen, wenn Ihr ihn in einer normalen Kuchenform verwendet.

Wichtig: Ab und an in den Ofen "lunzen" (schauen), sich auf den bevorstehenden Genuß freuen und checken, daß der Kuchen nicht verbrennt (die Gefahr ist allerdings gering).

5. Während der Kuchen sich der Vollendung nähert, kommt der letzte Akt: Sahne schlagen, mit dem Zucker dem eigenen Genuß entsprechend süßen (weniger ist mehr!) und die schlafende Freundin wecken.

6. Kuchen aus dem Ofen holen und kurz abkühlen lassen, sich dabei überlegen, wie man reagiert, falls einen die Freundin angesichts dieses klasse Kuchens spontan heiraten will. Zwei Stücke schneiden, der Freundin mit der Sahne servieren und abwarten, was nun passiert...

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
urlaubsgaby

urlaubsgaby

25.03.2001 19:42

Toller Bericht, das Rezept werd ich mir gleich ausdrucken! Und wenn Du mit Deinem Bericht Deine Freundin, die ihn ja bestimmt auch gelesen hat, auf dumme (oder beabsichtigte?) Gedanken gebracht hast, bist Du selbst schuld! Gruß Gaby

Puhlila

Puhlila

05.02.2001 23:59

Das war aber mal ein nett und ausführlich beschriebenes Rezept. Danke, Puhlila

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