Karpfen im Gemüsebett

5  29.03.2004

Pro:
Schmeckt sehr gut, einfache Zubereitung

Kontra:
etwas teuer, die Gräten

Empfehlenswert: Ja 

Koch37

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:1

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 30 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Hallo,

auch wenn der Jahreswechsel schon lange hinter uns liegt, möchte ich euch trotzdem ein Karpfengericht vorstellen. Warum Karpfen eigentlich nur zum Jahreswechsel? Ich esse Karpfen auch im Frühjahr oder Herbst. Früher galt Karpfen als Fastengericht, aber dies gilt heute nicht mehr. Durch das große Angebot von Zubereitungsmöglichkeiten, hat sich auch der Karpfen aus dieser Schublade befreit. Eines ist aber geblieben, der Karpfen symbolisiert das Glück, deshalb wird er wohl auch traditionell zum Jahresende bzw. Jahresanfang verzehrt.
Mein heutiges Rezept ist ein „Karpfen im Gemüsebett“. Dieses Rezept habe ich von meiner Mutter übernommen und etwas zu Gunsten meiner Geschmacksnerven verändert. Die Mengenangaben beziehen sich auf eine kleine Esserschar von 4 Personen.

Die Zutaten:

1 Karpfen ca. 2 kg
100g Möhren
100g Sellerie
100g Kohlrabi
100g Petersilienwurzel
50 g Weißkraut
50 g Rosenkohl
1 kleine Stange Porree
Zitronensaft
Salz
50g Butter
1 Flasche Bier (1/2 Liter)
2 Eßlöffel voll gehackter Kräuter(Petersilie und Schnittlauch)

Nun zur Zubereitung.

Das schlimmste sind natürlich die Vorarbeiten.
Als erstes wird der Karpfen von seinen Schuppen befreit, ausgenommen, gründlich gewaschen und portioniert (ca 8 cm breite Stücke). Es soll ja Leute geben, die den Kopf des Karpfens mitverarbeiten. Ich persönlich mache es nicht, also trenne ich den Kopf ab und entsorge ihn.
Das Ausnehmen und Portionieren kann man auch dem Fischverkäufer seines Vertrauens überlassen.
Nachdem der Karpfen in einzelne Stücke geschnitten wurde, werden diese mit Zitronensaft und Salz eingerieben und zur Seite gestellt.
Nun kommt das Putzen und waschen der Gemüsesorten. Nachdem dies erledigt ist, schneidet man das Gemüse in ca. 1 cm breite Streifen. Der Rosenkohl wird nicht geschnitten.
So, das schlimmste haben wir hinter uns.
Jetzt nehmen wir eine feuerfeste Form und geben die Hälfte der Butter hinein. Dazu geben wir das geschnittenen Gemüse und einen Teelöffel Salz, mischen das Ganze gut durch, stellen die Form auf die Herdplatte (E-Herd-Stufe 4) und lassen das Gemüse ca. 3 Minuten anbraten.
Wenn das Gemüse angebraten ist, geben wir einen halben Liter Bier dazu und lassen alles nocheinmal kurz aufkochen. Beim Bier empfehle ich eine milde, nicht so herbe Sorte. Meiner Meinung nach eignen sich Lübzer Pils oder Hasseröder Pils am besten für dieses Gericht.
Danach nehmen wir die Form von der Kochstelle und legen die Karpfenstücke auf das Gemüse. Die restliche Butter geben wir auf die Fischstücke und verschließen den Topf.
Nun stellen wir die Form wieder auf die Kochstelle und lassen unseren Karpfen ca.25 Minuten dünsten.(E-Herd-Stufe 2)
Nun müssen wir unsere Soße nur noch etwas mit Salz und Pfeffer abschmecken und fertig!
Vor dem Servieren streuen wir noch die gehackten Kräuter über den Fisch. Serviert werden sollte der Karpfen in der feuerfesten Form, denn so bleibt er lange warm und zerfällt uns nicht.

Zugaben:

Zu diesem Gericht werden Petersilienkartoffel und ein frischer Salat gereicht. Die Kartoffeln können während des Dünstens separat gekocht werden. Als Salat empfehle ich einen Lollo-Rosso mit Kräuterdressing und Preiselbeeren und als Wein einen trockenen Silvaner (ca.6-8 Euro) oder einen Spätburgunder Weißherbst (ca.10 Euro).
Zum Nachtisch empfehle ich einen Underberg oder ein leckeres Mango-Litschi-Kompott. Allerdings ist auch beides möglich*g*.

Meine Meinung:

Geschmacklich ist dieses Gericht ein totaler Gaumenschmaus. Das Bier gibt dem Gemüse eine besonders aromatische Note und verhindert so, das der Fischgeschmack in das Gemüse zieht. Der Fisch ist sehr zart und würzig. Das größte Übel sind natürlich die Gräten. Da der Karpfen aber sehr große und starke Gräten hat, lassen sie sich während des Essens leicht entfernen. Nur im Schwanzstück befinden sich einige kleine gemeine Gräten. Daher empfehle ich jedem ungeübten Fischesser die Mittelstücke des Karpfens.
Die Zubereitung sollte eigentlich niemanden Schwierigkeiten machen. Den größten Teil der Zubereitungszeit nimmt das schneiden des Gemüses und das säubern des Karpfen in Anspruch. Allerdings wird die Mühe mit einem köstlichen Mal und zufriedenen Essern belohnt.
Der Zeitaufwand beträgt ca.1 ¼ Stunde.
Der Preis für dieses Festmahl liegt allerdings etwas hoch. Wein, Karpfen und Gemüse kosten zusammen ca. 20-25 Euro.
Ein Karpfen sollte immer frisch beim Fischhändler gekauft werden und niemals aus der Tiefkühltruhe im Supermarkt. Im Supermarkt ist er zwar preiswerter, aber ich habe keine Garantie für die Frische des Fisches.

Dies war nun mein erster Bericht. Ich hoffe das euch dieses Rezept gefällt und ihr es irgendwann einmal nachkochen werdet.
Ich freue mich auf eure Bewertungen und Kommentare. Auch kritische Kommentare sind gern gelesen, denn sie helfen mir beim Schreiben weiterer Berichte. Es wäre schön, wenn ihr eurer Bewertung einen Kommentar zufügen könnte.

Vielen Dank sagt Birk
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Jolanda_Tendrop

Jolanda_Tendrop

15.07.2005 09:23

Das klingt gut!

Bavaria123

Bavaria123

03.04.2004 15:56

Willkommen, das ist ein schöner erster Bericht. Ich mag gerne Fisch. Gut, das Schuppen ist so ein Akt für sich (mache ich meist in der Badewanne), aber es lohnt sich. Werde Dein Rezept ausprobieren, ganz bestimmt und dann mal berichten wie es angekommen ist. Kann aber noch etwas dauern, denn die Petersielienwurzel dafür habe ich gerade erst ausgesät. Liebe Grüße, Bavaria

Sirobira

Sirobira

03.04.2004 00:36

An Karpfen habe ich mich bisher noch nicht rangetraut. Aber mit deinem Rezept müsste es eigentlich klappen. Nur mit dem Ausnehmen hab ich es nicht so (*schüttel*). Grüße, Sirobira

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