LAST DINNER FOR TWO

5  25.04.2001

Pro:
????

Kontra:
?????

Empfehlenswert: Ja 

keinerwillse

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Mitglied seit:15.10.2000

Erfahrungsberichte:28

Vertrauende:14

Dieses Rezept wurde von 28 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

LAST DINNER FOR TWO

Untertitel1: Das Ende einer Bekanntschaft
Untertitel 2: Wenn eine Liebe erlischt
Untertitel 3: Am Baum des Schweigens hängt als Frucht der Friede
Untertitel 4: Meine Seele brennt
Untertitel 5: Es gibt keine Lösung, weil es kein Problem gibt

oder ganz einfach: Aus gegebenem Anlaß....


Nichts ist mehr so wie es mal war! Es ist soweit - Wir leben im Zeitalter der seriellen Monogamie! Wer heutzutage mit seinem Bekannten oder seiner Bekannten übereinkommt, die Bekanntschaft nicht weiter zu vertiefen, sollte ein Trennungsdinner in Erwägung ziehen, um mit Würde voneinander zu lassen. Ein „Last Dinner for two“ wird durch die rasante Verbreitung der seriellen Monogamie immer häufiger zur logischen Konsequenz von Trennungen. Während ein Durchschnittsmensch sich vor einigen Jahren z. B. nur ca. ein Mal im Leben hat scheiden lassen, wird heutzutage ein Abschiedsessen gut und gerne fünf bis zehn Mal im Leben benötigt. Doch wie? Trotz intensiver Suche, konnte ich noch keine Literatur zum Thema „Trennungsmenüs“ finden und möchte daher dieses Thema im Zusammenhang mit meinem Lieblingsfischgericht behandeln.


Zum Menü:

Pisco Sour
*
Tomaten-Paprika-Suppe
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Zuckerschoten in Kerbelsahne
*
Geschwärzter Lachs mit Salat aus gerösteten Tomaten
Gegrillte Cocktailtomaten mit Bohnenkernen-Salat und Tapenadeöl
*
Birnentarte mit katalanischer Creme

Die Rezepte befinden sich am Ende der Meinung.


Einstimmung auf das Essen/Vorbereitung:

Ein Trennungsessen erfordert seine Vorbereitung. Damit ist keineswegs nur der Einkauf von Lebensmitteln und das Zerkleinern von Gemüse gemeint. Fürwahr nein! Ein Trennungsessen erfordert sehr viel mehr an Feingefühl und Sensibilität als ein gewöhnliches Dinner for two!
Schon die Auswahl der Musik, sowohl beim Kochen als auch beim Essen, ist mit erfolgsentscheidend!. Die Verfasserin empfiehlt dem Thema angepaßt melancholische Musik, wie etwa „Madredeus“. So wird der Köchin Gelegenheit gegeben, während der Zubereitung des Mahls über vergangene schöne Zeiten und über Sinn und Unsinn der Trennung und des letzten gemeinsamen Essens nachzudenken. Und auch der Bekochte erhält seine Chance die Verlassensentscheidung nochmals anzuzweifeln.
Beim Kochen eingebrachte Gefühle sind ebenfalls nicht zu unterschätzen und übertragen sich zweifelsohne auf die Qualität der Speisen! Dem einen oder anderen wird hierbei der Film „Bittersüße Schokolade“ in den Sinn kommen, der sich mit diesem Thema eingehend beschäftigt.

Was die Essensauswahl anbelangt ist leichtes Essen angesagt. Dafür darf es gerne ein schwerer Wein und schwere Musik sein. Bei dem angegebenen Trennungsmenü handelt es sich lediglich um einen, zugegebenermaßen bereits äusserst erfolgreich getesteten, Vorschlag für ein „Last Dinner for Two“.

Der Tisch sollte festlich gedeckt sein. Wenn der Mann wirklich etwas besonderes ist und der künftige Verlust schwer wiegt, sollte Frau nicht die Mühe scheuen, sich einen wasserfesten Goldstift zu besorgen und die Platzteller mit dem Menüablauf zu beschriften (geht mit Nagellackentferner wieder weg). Auch Feigen mit roter Schleife umwickelt, an der ein Namensschild hängen, eignen sich hervorragend anstelle der veralteten Platzkarten. So fühlt sich der Mann individuell angesprochen und hat nicht den Eindruck, an einem 0815-Essen teilzunehmen!


Kleiner Knigge zum Umgang mit Trennungsabenden:

Die Begrüßung sollte LOCKER erfolgen! Die Dame des Hauses empfängt im Vorraum, nimmt den Mann in Empfang und führt ihn zu der gedeckten Tafel.

Der Ausschnitt der Dame darf unter den gegebenen Umständen gerne etwas größer ausfallen als an Standardabenden, da davon auszugehen ist, dass das kleine Schwarze in naher Zukunft nicht wieder benötigt wird (Trauerjahr nach dem Beenden der Beziehung! - Menü während der Trauerzeit folgt in Kürze)

Die allgemeinhin gültige Regel nicht den Eindruck zu erwecken, man habe des Mannes wegen einen besonderen Aufwand betrieben, kann ausnahmsweise außer Acht gelassen werden. Der Mann soll sich umsorgt und als Hauptperson des Abends fühlen!

Auch das Öffnen der Flasche und Füllen der Gläser besorgt an einem besonderen Abend wie dem beschriebenen die Dame! Es stellt symbolisch einen ersten Schritt in die neue Selbständigkeit der Verlassenen dar!

Während des Essens sollte unbedingt permanent Blickkontakt gehalten werden!

Tränen sollten - wenn nicht vermeidbar - nur lautlos über die Wange kugeln. Alles andere würde zum einen zur momentanen Gesichtsverunstaltung führen und sich kontraproduktiv auf die Dramatik der Situation auswirken. Und vom Essen abgelenkt wäre Mann ebenso!

Vorsichtig ist mit jeglichem „Lass-es-uns-doch-nochmal-versuchen“-Flehen umzugehen, es könnte als aufdringlich empfunden werden!
Ebenso die Antwort „Okay“ auf die Feststellung „ES IST VORBEI“ ist eher als ungeschickt zu bezeichnen.
Standardverhaltensempfehlungen in derartigen Situationen können von der Verfasserin nicht erteilt werden und sind situationsbezogen zu handhaben. Die Verfasserin gesteht ein, auf diesem Gebiet nicht wirklich erfolgreich zu sein.


Zeichen eines positiven Verlaufs von Trennungsabenden:

Trennungsabende verlaufen nicht immer positiv! Leider! Doch wie den Erfolg messen? Ganz einfach, ein Blick auf die Weinflasche wirkt Wunder!
Sollte der Weinverbrauch im Laufe des Gesamtabends bei weniger als einer Flasche Wein liegen, ist dies als äußerst positives Signal zu werten. Es ist ein Zeichen, dass der Blickkontakt gehalten wurde und die Frau dem Manne wichtiger war, als die Getränke.
Eine Weinverkostung von über 3 Liter/Abend lässt hingegen Rückschlüsse auf eine Verdrängung seitens der Trinker zu.

Sehr positiv ist der Abend einzuschätzen, wenn die Notwendigkeit bestand, das aufgetischte Essen ein oder sogar mehrfach aufzuwärmen. Auch hier kann davon ausgegangen werden, dass der Mann von der Frau und den Kochkünsten noch so fasziniert war, dass er über die Frau das Essen vergaß und begeistert und melancholisch zugleich in ihre Richtung blickte und dies wiederum lässt Rückschlüsse zu, dass die Frau nach Ablauf des Abends noch nicht so schnell vergessen werden kann. Und wer möchte schon ganz schnell vergessen werden?

Ganz wichtig: Die Kochkunst und das ganze Roundabout muss so überzeugen, dass Mann sich nicht sofort nach dem Essen verabschiedet. Jegliches Verabschieden nach 4.00 Uhr morgens kann als Zeichen eines positiven Verlaufs des Abschiedsmahls gewertet werden.


Zur Konversation:

Zuhören ist bekanntlich schwieriger als Reden! In regelmäßigen Abständen sollte die Dame ein interessiertes Gesicht machen und ab und zu (wenn er mal Luft holt) durch kurze Bemerkungen Interesse an dem Thema zeigen. Die soeben angesprochenen kurzen Bemerkungen der Frau sollten keineswegs nur aus den Wörtern „Ach“ und „Warum???“ bestehen!

Tritt eine Gesprächspause ein, neigt Frau den Oberkörper einfach ein wenig vor, ohne aufzustehen, und trinkt dem Manne zu. Der Dame gegenüber sagt der Herr (das Glas erhebend) im Optimalfall „Liebste ----?“ Die Dame hebt nun ebenfalls das Glas, lächelt ihm zu, trinkt, lächelt nochmals hold, setzt das Glas hin und lauscht weiter dem Reden des Mannes.....


Zu den Rezepten:

(Alle Angaben beziehen sich auf zwei Personen)

Pisco Sour

Dieses Rezept ist in einer eigens verfaßten Pisco-Meinung nachzulesen.
Bei Pisco Sour handelt es sich um einen chilenischen Cocktail auf der Basis von Traubenschnaps, der in seiner Heimat auch als Aphrodisiakum eingesetzt wird.

Tomaten-Paprika-Suppe mit Auberginen-Croutons

Diese Suppe überzeugt durch ihre Natürlichkeit!
Am besten nur wirklich aromatische Tomaten verwenden! Da bei diesem Rezept Wasser anstelle von Brühe verwendet wird, erhält die Suppe ein unverfälschtes, fruchtiges Aroma!

2 rote Paprikaschoten
3 EL Olivenöl
0,5 Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
0,75 kg Tomaten
2 Korianderzweige
1 Prise Zucker
Tabasco, wer mag
0,5 Aubergine
Salz und frisch gemahlener Pfeffer
Zuckerschoten in Kerbelsahne

- Paprika im Backofen enthäuten, Haut abziehen
- Olivenöl erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch glasig dünsten.
- Paprika, Tomaten, Koriander, Zucker, Salz, Pfeffer dazugeben und auf niedriger Stufe 20 Min. schmoren lassen.
- 200 ml Wasser zugeben und weitere 20 Minuten schmoren lassen
- Das weiche Gemüse passieren, dabei bleiben Haut und Samenkörner zurück, wer möchte mit Tabasco verfeinern und in vorgewärmten Suppentellern servieren.

Zuckerschoten in Kerbelsahne

300 g Zuckerschoten
Salz, 0,5 l Wasser
1 Schalotte
0,5 Knoblauchzehe
1 EL Mutter
1 TL frisch geriebener Ingwer
125 g Sahne
Salz, Pfeffer
0,5 Bund Kerbel

- Zuckerschoten waschen, Fäden abziehen und in kochendem Wasser 3 Min. kochen lassen.
- Butter in Pfanne zerlassen, Schalotten, Knoblauch und Ingwer andünsten, Schoten zugeben und 2 Min. garen, salzen und pfeffern, weitere 3 Min. garen.
- Kerbel-Blättchen abzupfen und einrühren, fertig!

Geschwärzter Lachs mit Salat aus gerösteten Tomaten

4 Eiertomaten
3 TL getrockneter Oregano
250 dickes Lachsfilet mit Haut
0,75 TL Paprika
0,5 Knoblauchzehe, zerdrückt
Salz und frisch gemahlener Pfeffer
Olivenöl zum Bepinseln

Dressing:
2 EL Olivenöl
0,5 EL Balsamicoessig

- Tomatenviertel auf mit Backpapier ausgelegtem Backblech verteilen, mit Olivenöl bestreichen und die halbe Menge Oregano darüberstreuen, salzen und pfeffern. Bei niedrigster Hitze ca. 2 – 3 Std. trocknen lassen.
- Fleischseite des Lachsfilets mit restlichem Oregano, Paprika, Knoblauch, Salz und Pfeffer einreiben und rundherum mit Olivenöl einpinseln
- Pfanne erhitzen, den Lachs darin mit Fleischseite unten 2 Min. anbraten ohne ihn zu bewegen. Dann umdrehen und weitere 3 Min.
- Die Haut entfernen und Lachs zerpflücken und mit den gerösteten Tomaten mischen und mit Dressing beträufeln.


Gegrillte Cocktailtomaten mit Bohnenkernen-Salat und Tapenadeöl

2 Rispen mit Cocktailtomaten
Olivenöl
350 g weiße Bohnenkerne aus der Dose, gespült und abgetropft
0,5 rote Zwiebel, fein gehackt
1 Knoblauchzehe
3 EL glatte Petersilie, gehackt
1 EL Tapenade (Olivenpaste, gibt es in Delikateßläden)
0,25 TL Zucker
Saft von halber Zitrone
Salz und frisch gemahlener Pfeffer

- Tomatenrispen auf Backblech ausbreiten, mit Olivenöl bestreichen, mit Salz und Pfeffer würzen und 8 Min. bei 220 ° im Backofen grillen, bis Haut Blasen wirft
- Bohnen, Zwiebel, Knoblauch, Petersilie und Tapenade mischen, Zucker im Zitronensaft auflösen und über die Bohnen gießen, 1 EL Olivenöl darunter rühren und ca. 30 Min. ziehen lassen.


Birnentarte mit katalanischer Creme

Ein Traum! Eine Reihe Birnen, gebettet auf Blätterteig..... Wirkt serviert wie ein Band, dass sich von dem einst Liebsten zur Liebsten zieht.......

1 EL Zitronensaft
2 feste Birnen
0,5 Vanilleschote
60 g Zucker
200 g Blätterteig
1 Ei, verquirlt
Puderzucker, zum Bestäuben

Katalanische Creme:
150 ml Milch
150 ml Sahne
1 Stange Zimt, zerbrochen
abgeriebene Schale von 0,25 Zitrone
50 g Zucker
3 Eigelb

- Milch, Sahne, Zimt und Zitronenschale zum Kochen bringen, von Herdplatte nehmen und mind. 30 Min. beiseite stellen
- Einen Topf mit Wasser füllen, Zitronensaft zugeben.
- Birnen schälen, in Topf geben, Vanilleschote und Zucker zugeben, zum Kochen bringen und 25 Min. köcheln lassen.
- Blätterteig in lange Streifen ausrollen (Breite sollte unverändert bleiben)
- Birnen auf Blätterteig verteilen und mit scharfen Messer den Teig um die Birnen leicht einschneiden.
- Mit verquirlten Ei bestreichen und im Backofen bei 200 °C ca. 20-30 Min. backen
- In einer Schüssel die Eigelbe mit Zucker schaumig schlagen, in Milchmischung einrühren, alles langsam erhitzen, bis Creme dickflüssig wird. Vorsicht! Nicht zu heiß werden lassen, da Eigelb sonst ausflockt!
- Birnentarte mit Puderzucker bestäuben und mit der katalanischen Creme servieren.


Fazit:

Fazit 1: Frau überzeugt durch:
- Lockerer Empfang
- Premium-Kochkenntnisse (weckt Urinstinkte im Mann, der einst gewohnt war zu jagen und zu beschützen und von der Frau bekocht zu werden)
- Gepflegtes Erscheinungsbild
- Lockere Verabschiedung (Vorsicht! Dann ist er aber auch wirklich weg!)

Fazit 2: Das Tier, dass dem Menschen am nächsten steht, ist fraglos der Hund!
Hunde sind treu, Männer nicht immer!

Fazit 3: Ach......


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Kommentare zu diesem Rezept
MSBBonn

MSBBonn

20.01.2008 19:57

Autobiografisch? Egal... genial...

Hugo23

Hugo23

01.06.2001 19:26

Hallo keinerwillse, was für eine Idee... Gruß Hugo

Rogabana

Rogabana

29.05.2001 09:27

Ich überlege immer noch, ob ich lachen oder weinen soll. Am besten ich werde das erstmal nachkochen und mich dann entscheiden *g*.

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Bewertungen
Dieses Rezept wurde bislang 1176 mal gelesen und von Mitgliedern wie folgt bewertet:

"besonders hilfreich" von (4%):
  1. MSBBonn

"sehr hilfreich" von (89%):
  1. Gering
  2. sindimindi
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  1. KRAWALLSCHACHTEL
  2. enzo4

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