Tee die Zweite und GRÜNER TEE
15.11.2000
Pro:
gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe
Kontra:
-
Empfehlenswert:
Ja
 5vor12
Über sich:
Mitglied seit:09.11.2000
Erfahrungsberichte:6
Vertrauende:4
Dieses Rezept wurde von 121 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Prima, daß meine erste Meinung solch große Resonanz fand. Sie hat offensichtlich gleich noch andere Mitglieder inspiriert, doch auch mal ihre Erfahrungen und Rezepte über Tee zu „Papier“ zu bringen. Gerade in der nun schon wieder recht kalten Jahreszeit finde ich es an der Zeit, sich mit diesem wohltuenden Getränk ein wenig näher zu beschäftigen. Denn auch Tee kann zu unserem Wohlbefinden beitragen und der Gesundheit auf die Beine helfen. Bevor der Tee in unseren Tassen landet, ist es ein weiter Weg. Damit meine ich nicht die Transporte, sondern den Weg, der beim Strauch anfängt, übers Pflücken reicht bis zum eigentlichen Verarbeitungsprozeß.
Würde man die Teepflanze wachsen lassen, dann hätte man in einigen Jahren einen ca. 15m hohen Baum und wer soll da wohl ernten. Die Teepflanze wird darum zurückgeschnitten und damit gezwungen in die Breite zu wachsen, 1a Pflückhöhe sozusagen. Aufgrund des Beschneidens muß die Pflanze auch ständig neue Blätter und Knospen entwickeln. Es werden nur die zwei jüngsten Blätter geerntet und die Blattknospe. Bis zu dem Zeitpunkt haben die Teeblätter keinen Geruch und schon gar keinen Geschmack und werden nun einem Verarbeitungsprozeß in 5 Schritten unterzogen. 1. Welken -> die Blätter werden geschmeidig gemacht 2. Rollen -> Sauerstoff kann sich mit dem Saft der Blätter verbinden, ätherische Öle entwickeln sich (Aroma) 3. Fermentieren -> Oxydations- und Gärungsprozeß, wobei das Koffein aktiviert wird und der Gerbstoffgehalt verringert wird 4. Trocknen 5. Sortieren und Verpacken
Nicht zuletzt dann das Versenden. Im Supermarkt drängen sich einem beim Kauf die merkwürdigsten Bezeichnungen bzw. Abkürzungen auf. Ein kurzes Beispiel: Darjeeling G.F.O.P., Second Flush Darjeeling ist die Sorte, die Bezeichnung der Herkunft, der Qualität. Die Abkürzungen geben die Beschaffenheit wieder. G - Golden, oder Golden Tips, das sind die hellen obersten Triebe, F.O.P. steht für Flowery Orange Pekoe, d.h. noch nicht voll entwickelte Spitzenblätter sind desweiteren enthalten. Second Flush bezeichnet die Pflückzeit des Teeblattes; hier die zweite Ernte. Wer sich noch ein wenig genauer über die einzelnen Abstufungen und die verschiedenen Teesorten informieren will, der ist bei siwi66 an der richtigen Adresse.
Euer Interesse möchte ich heute hauptsächlich auf den GRÜNEN TEE lenken. Häufig wird grüner Tee auch als China-Tee bezeichnet. Das ist insofern nur richtig, wenn Tee aus China in der Weise hergestellt wird, wie das für grünen Tee zu geschehen hat. Zu dieser verbreiteten Annahme kommt es sicher daher, das in Deutschland in den Märkten hauptsächlich grüner Tee aus China angeboten wird. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn als Haupterzeuger für diese Teeart gelten die Länder China, Formosa und Japan. In einem gut sortierten Teeladen kann man da schon eine größere Vielfalt erwarten. Erst gestern habe ich einen grünen Tee aus Japan erstanden: „Sencha“, dunkelgrünes Blatt mit feinem, milden Geschmack. Leider steht die Geschmacksprobe noch aus.
GRÜNER TEE Man nennt ihn auch unfermentierten Tee. Es ist ein schwarzer Tee, bei dem die übliche Fermentierung nicht stattfindet. Die ursprüngliche grüne Farbe des Teeblattes bleibt erhalten. Nach der Zubereitung ist der Tee sehr hell, der Geschmack recht herb. Der Koffeingehalt ist von allen Tees der höchste, da ja unfermentiert.
Auch und besonders beim grünen Tee sollte man einige Regeln bei der Zubereitung beachten. Ich möchte hier aber nicht nochmals auf die allgemeinen Regeln eingehen, bzgl. Kanne, Wasser usw., sondern nur spezielle Hinweise zu grünem Tee geben. An dieser Stelle kommen nun wieder Wohlbefinden und Gesundheit ins Spiel. Allgemein im Teeblatt sind Polyphenole enthalten, die Bedeutung als Gefäßschutz zur Vorbeugung von Herz- und Kreislauferkrankungen haben. Eine Untergruppe, die Flavonoide sind in besonders hoher Konzentration in grünem Tee zu finden. Diese Stoffe müssen bei der Zubereitung in ausreichendem Maße in das Getränk übergehen, um ihre nützliche Wirkung zu entfalten.
So steigt mit zunehmender Brühzeit der Phenolgehalt. Bei der normalen Zubereitung mit kochendem Wasser sind nach 3 Minuten z.B. rund 70% der nach 10 Min. extrahierten Polyphenole im Tee enthalten. Jedoch ist bei grünem Tee diese Art der Bereitung keinesfalls sinnvoll. Er sollte mit Wasser von ca. 80°C bereitet werden, er schmeckt sonst bitter. Und Achtung das im Tee enthaltene Vitamin C ist hitzeempfindlich. Um die Polyphenole doch in ausreichendem Maße im Getränk zu haben, sollte grüner Tee ungefähr 10 ! Min. ziehen. Sogar ein zweiter Aufguß ist sinnvoll, aber nur wegen der gesundheitlichen Aspekte. So richtig schmeckt ein zweiter Aufguß nun wirklich nicht.
Ihr seht also, grüner Tee ist nicht nur ein Getränk zum Genießen, man kann seiner Gesundheit auch gleich noch einen Gefallen tun. Na, dann bleibt mal schön gesund
@M
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21.11.2000 00:18
Danke!! Jetzt weiss ich endlich wie der Tee seinen weg zu mir in die tasse findet. Ach ja:probier mal schwarzen tee aus persien,ist der beste. man liest sich CU
17.11.2000 22:08
Das wußte ich jetzt aber auch noch nicht.Gruß N.
17.11.2000 13:50
Ausführlich und informativ. Klasse Meinung! Gruß odile