... Es handet sich um "Der einsae Attentäter - Der Man, der HITLER töten wolte" von Helmut Ortner.
Dieses Buch ist wie ein Drama aufgebaut und erzählt die ganze Lebensgeschichte von Georg Elser. Auf der Basis von Zeitzeugenberichten und Vernehmungsprotokolle ist es dem Autor gelungen eine mitfühlende ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von Lolles über Der einsame Attentäter / Ortner, Helmut 12. Oktober 2007
Produktbewertung des Autors:
Niveau:
anspruchsvoll
Unterhaltungswert:
durchschnittlich
Spannung:
ziemlich spannend
Humor:
kein Humor
Aufmachung:
ok
Pro:
Alles wird erzählt, liest sich wie ein Roman
Kontra:
Nichts für schwache Nerven
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Mein heutiger Bericht ist über ein Buch, welches ich als Hilfe für mein damaliges Referat benutzt habe. Es handet sich um "Der einsae Attentäter - Der Man, der HITLER töten wolte" von Helmut Ortner. Dieses Buch ist wie ein Drama aufgebaut und erzählt die ganze Lebensgeschichte von Georg Elser. Auf der Basis von Zeitzeugenberichten und Vernehmungsprotokolle ist es dem Autor gelungen eine mitfühlende Biografie des Attentäters zu schreiben.
Doch, wer der war der Mann, der ebenfalls versuchte Hitler zu töten? Welches waren seine Motive und wie wäre es ihm beinahe gelungen? Auf all diese Fragen werden hier ausfühliche Antworten geliefert.
Ein kleines bisschen Inhalt:
Es beginnt mit Elsers Verhaftung, wenige Minuten nach dem Attentat und erst danach erfährt man als Leser mehr über die Person selbst. Georg Elser wurde am 4. Januar 1903 geboren. Schon mit 15 Jahren hat er sein handwerkliches Talent bemerkt und wurde Schreiner. Während der Sudetenkrise 1938 fasst Elser den Entschluss auf die Führung der NSDAP einen Anschlag zu verüben. Er wollte die Regierung abschaffen, um die Arbeiterschaft zu verbessern und einen weiteren Krieg und massenweises Blutvergießen zu verhindern. Jedoch sprach er mit keinem Menschen über sein Vorhaben. Er hat sich vorgenommen eine Bombe in den Bürgerbräukeller in München einzurichten, genau hinter dem Rednerpodium. Vier Monate verbrachte er die Nächte die Bombe zu bauen und sie in die Säule einzubauen. Sie sollte am 8. November 1939 explodieren und Hitler töten. Doch Hitler hatte Glück, da er den Bürgerbräukeller früher als gewöhnlich verließ. Statt ihm kamen 8 andere Nationalsozialisten ums Leben und 60 waren schwer verletzt. Nach seiner Verhaftung an der schweizer Grenze (keiner hatte Elser im Verdacht) kam er zur Gestapo nach München, wo er sein Geständnis ablegte. Daraufhin gings zur Gestapo nach Berlin, wo über die Einweisung in die Konzentrationslager entschieden wurde. Fünf Jahre lang war er im Konzentrationslager in Sachsenhausen, danach gings von 1944-45 nach Dachau, wo er am 5. April 1945 an einem Fleischhaken aufghängt und dann im Krematorium verbrannt wurde.
Und hier eine kleine Leseprobe:
Dass Gott sich in dieser Zeit nicht einmischte, dass er untätig blieb und den Krieg nicht einfach beendete, dass er eine diktatorische Führung und einen grausamen Unrechtsstaat duldete, brachte Georg Elser in Koflikte. Seine religiösen Wertmaßstäbe brachen an der sozialen un dpolitischen Wirklichkeit. Gab es nicht ein Widerstandsrecht? Nicht die Pflichte, einen Tyrannen wie Hitler zu töten? Seine Zweifel schob er beiseite. "Wenn ich gefragt werde, ob ich die von mir gegangene Tat als Sünde im Sinne der protestantischen Lehre betrachte, so möchte ich sagen, "im tieferen Sinne, nein!" Ich glaube an ein Weiterleben der Seele nach dem Tode und ich glaube auch, dass ich einmal in den Himmel kommen würde, wenn ich noch Gelegenheit gehabt hätte, durch mein ferneres Leben zu beweisen, dass ich Gutes wollte. Ich wollte ja auch durch meine Tat ein noch größeres Blutvergießen verhindern", äußerte er sich später. Trotzdem ist seinen Äußerungen zu entnehmen, dass er sich lange mit dem Gedanken quälte, vielleicht den Tod unschuldiger Menschen in Kauf nehmn zu müssen. Würde die Bombe tatsächlich Hitler treffen, die Führung? Es war dunkel geworden, als Elser zum Bürgerbräu aufbrach. Gegen halb neun betrat er das "Bürgerstüberl", bestellte sich - wie an den Abenden zuvor - seine Mahlzeit und begab sich gegen halb elf durch den Garderobenraum in den Saal. Er ging hinauf auf die Galerie, um in dieser Nacht die letzten Arbeiten an dem Hohlraum, den er in die Säule gemeißelt hatte, zu verrichten. Die voraufgegangenen Nächte hatte er bis in die frühen Morgenstunden an der Öffnung gearbeitet. Er musste die Zeit aufholen, die er wegen seines lädierten Knies verloren hatte. Auch jetzt noch schmerzte es. Abwechselnd hockend und kniend entfernte er den letzten Schutt aus deer Säule. Er war froh, die lauten Meißelarbeiten längst erledigt zu haben, denn seit Kriegsbeginn war eine Luftschutzwache im kleinen unteren Saal, dem "Alt-Münchener-Saal", untergebracht, und so musst er besonders leise und unauffällig vorgehen. Doc die letzten Mauerarbeiten stellten kein Problem mehr dar. Jetzt konnte die Höllenmaschine eingebaut werden.
Wer von euch dieses Buch schon gelesen hat oder es vielleicht sogar aufgrund dieses Berichtes noch lesen wird, ist vielleicht auch meiner Meinung: Georg Elser lässt sich nicht als Held darstellen. Er war lediglich ein mutiger Mann, der sich gegen das Terror-System der Nationalsozialisten zu Wehr setzte.
Zum Schluss noch ein paar grundlegende Informationen zum Buch:
* kartoniert * Erschienen: 01.2001 * Erschienen bei: Gerhard Steidl Verlag * Aus der Reihe: «Steidl Taschenbücher» * ISBN-10: 3-88243-253-5 * ISBN-13: 9783882432534 * Einband: kartoniert, 18 cm * Seitenzahl: 239 * Gewicht: 216 g * Sprache(n): Deutsch
So, ich hoffe euch hat mein Erfahrungsbericht geholfen und euch vielleicht sogar zum Lesen angeregt.
Liebe Grüße Lolles
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