Leg Dich nicht mit dem gestiefelten Kater an!
28.12.2011
Pro:
. . . Technik, teils der Humor . . .
Kontra:
. . . Humpty Dumpty, flache Story . . .
Empfehlenswert:
Ja
 The-Wishmaster
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Hallo liebe Leserinnen und Leser! Heute möchte ich euch von einem Film berichten, den ich mir meiner besseren Hälfte zusammen letzte Woche im Kino angeschaut hatte. Es handelte sich dabei um den Animationsfilm "Der gestiefelte Kater". Was es damit genau auf sich hat, lest ihr in den folgenden Zeilen am besten selbst...
| | ° Der gestiefelte Kater | Der in einem Waisenhaus aufgewachsene gestiefelte Kater entwickelte sich zusammen mit seinem Freund Humpty Dumpty einst zum gefeierten Helden der Stadt. Doch während er mit der Anerkennung durch die Dorfbewohner zufrieden war, wollte sein Kumpel immer mehr und trachtete nach Reichtum und Schätzen. Alles gipfelte in einem Bankraub, von dem der Kater nichts wusste, aber dennoch zum Mittäter wurde. Während der Kater fliehen konnte und als Geächteter durch das Land zog, wurde sein Kumpel verhaftet. Auf der Suche nach den legendären magischen Bohnen waren der Kater und sein Kumpel Humpty bereits in Kindertagen gewesen und träumten davon, die goldene Gans zu finden. Nun sieht sich der Kater bei der Fortsetzung seiner Suche nicht nur mit einer überaus attraktiven Katzendame konfrontiert, sondern trifft auch erneut auf seinen alten Kumpel Humpty Dumpty...
| | ° Umsetzung | Etabliert wurde der gestiefelte Kater als Nebencharakter in den Shrek-Filmen, wo er dem grünen Oger in nahezu jeder Szene die Show stahl. Von daher war es eigentlich nur logisch, dass er irgendwann einen eigenen Film spendiert bekommen würde. Nachdem es offenbar genug Filme mit dem Oger gab, hielt man bei Dreamworks nun die Zeit für reif, um den gestiefelten Kater auf die Leinwand zu bringen. Die "Puss in Boots", so der englische Originaltitel, setzt dabei von der ersten Sekunde an auf Action am laufenden Band. Damit unterscheidet man sich in gewisser Weise von den Shrek-Filmen, die in erster Linie eine geschickte Parodie auf alle möglichen Märchen darstellten. Beim gestiefelten Kater dagegen ist die Geschichte selbst eher schmückendes Beiwerk. Sie dient dazu die verschiedenen Actionsequenzen miteinander zu verbinden. Die Seitehiebe auf andere Märchen dagegen rücken in den Hintergrund. Das ist insofern schade, da man beispielsweise zum Märchen von Hans mit der Bohnenranke bestimmt die ein oder andere trockenen Spruch hätte bringen können.
Stattdessen ist hier das Wachstum der Bohne in den Himmel sowie die Verfolgung im Schloss des Riesen das Highlight, welches entsprechend in Szene gesetzt wird. Dabei wird viel Wert auf das Element gelegt, was in anderen Filmen eher eine nette Dreingabe ist: Der 3D-Effekt. Man merkt, dass Regisseur Chris Miller hier seinen Spezialisten vom Effektteam jede freie Hand gelassen, sie wohl sogar noch anspornte spektakuläre Momente in Szene zu setzen. Wo andere Filme eher dezent mit der dritten Dimension spielen und sie in einigen Momenten geschickt platzieren, protzt Der gestiefelte Kater an allen Ecken und Enden mit dieser technischen Spielerei. Die Bohnenranke zum Himmel ist dabei nur eines von vielen Elementen. Vorher dürfen wir uns beispielsweise in einem wilden Tanzduell des Katers mit seiner Kitty ergötzen oder erleben eine Verfolgungsjags am Rande eines Canynons inklusive einem Duell mit den beiden Schurken Jack und Jill. Obwohl die Geschichte an einigen Stellen etwas dünn bleibt und sicherlich etwas Potenzial verschenkt, ist der Streifen aus dem Hause Dreamworks dennoch über die gesamte Spieldauer interessant und spannend. Das ist jedoch auch kein Wunder, wenn man sich überlegt, wie viel Action man hier wirklich geboten bekommt. Dabei steht der teils sehr trockene Humor dem Film recht gut. Vor allem der Kater selbst hat immer wieder einen sarkastischen Spruch auf den Lippen, der meist auch zündet. In den ersten Szenen mit Kitty verlässt man sich auch auf funktionierende Situationskomik. Allerdings gibt es auch Momente, in denen die dargebotene Mischung nicht so recht funktioniert. Die Szenen in der Kneipe zu Beginn des Streifens sollen zwar in gewisser Weise einen Western parodieren, sondern aber teils zu vorhersehbar und damit nicht wirklich komisch. Und auch Humpty Dumpty als Charakter selbst ist ein ziemlicher Reinfall. Es mag auch daran liegen, dass es einfach schwer fällt einem Ei mit Gesicht so etwas wie Charakter zu verleihen. Meinem Empfinden nach war Humpty Dumpty aber von der ersten Sekunde an unsympathisch und charakterlos. Daran kann auch seine deutsche Stimme Elton nicht wirklich etwas ändern. Es gibt sich zwar jede Menge Mühe, scheitert aber an der Ausgangssituation. Anders dagegen sieht es bei Benno Fürman aus, der dem Kater seine deutsche Stimme leiht. Natürlich kann er Antonio Banderas, der den Kater im Original spricht, nicht übertreffen. Aber gemessen an den Voraussetzungen macht er einen verdammt guten Job. Er spricht den Kater mit spanischem Akzent und bringt auch das Raue in seiner Stimme gut rüber. Ansonsten kann Andrea Sawatzki in der Rolle der Gangsterbraut Jill überzeugen, wobei sie eher eine untergeordnete Rolle spricht.
Technisch kann der Film dagegen auf ganzer Linie überzeugen. Die bereits erwähnten 3D-Effekte dominieren den Streifen, was offenbar bewusst so gewählt wurde. Trotz dieses Overkills an dreidimensionalen Effekten hat man irgendwie kaum das Gefühl, dass man damit überfordert wird. Allerdings geht in gewisser Weise das Besondere verloren, da der Effekt an sehr vielen Stellen zum Einsatz kommt. Optisch merkt man dem Film an, dass man bei Dreamworks einfach sein Handwerk in Sachen Animationsfilmen versteht. Das Fell des Katers und der Katze ist wunderbar flauschig, die Kamerafahrten sind mitreißen inszeniert, die Farben sind klar und strahlend. Sehr witzig sind auch die Momenten, in denen man das natürlich Verhalten der Katzen eingefangen hat und von den Protagonisten abverlangt. Das Schlabbern von Milch aus einem Glas, das Jagen nach einem Lichtkegel an der Hauswand - hier ist der Streifen nicht nur verdammt authentisch, sondern zudem noch überaus witzig. Schade ist nur, dass man den Figuren kaum emotionale Tiefe verliehen hat. Diese spürt man nur dann, wenn es in einer Rückblende um die Kindheit der beiden Protagonisten geht. Seinen kurzweiligen Spaß wird man mit dem Film aber dennoch sicherlich haben. | | ° Infos |
Titel: Der gestiefelte Kater Originaltitel: Puss in Boots Land: USA, 2011 Regie: Chris Miller Drehbuch: Drehbuchautoren Brian Lynch, David H. Steinberg, Tom Wheeler, Jon Zack Originalsprecher: Antonio Banderas, Selma Hayek, Zach Galifianakis, Billy Bob Thornton, etc. Deutsche Sprecher: Benno Fürman, Elton, Andrea Sawatzki, Christian Berkel, etc. FSK: 0 | | ° Fazit |
Mit Der gestiefelte Kater hat Dreamworks dem aus Shrek bekannten Kater einen mitreißenden Animationsstreifen spendiert, indem die Fellnase ihren trockenen Humor überzeugend zum Einsatz bringen kann. Dass der Film dabei auf Emotionen nahezu komplett verzichtet und dafür die Action in den Vordergrund rückt, stört nur am Rande. Dafür klotzt man mit 3D-Effekten, anstatt diese wie in anderen Filmen eher dezent zum Einsazu zu bringen. Das funktioniert zumindest zum Großteil, so dass man im Endeffekt einen unterhaltsamen Streifen geboten bekommt, der aber sicherlich in dem ein oder anderen Punkt seine Schwächen hat. Einen netten Nachmittag mit der ganzen Familie wird man mit dem Film allerdings sicher haben. In diesem Sinne...
Stay dark! The-Stiefel-Master
PS: Alle Freunde des schnellen Klicks sollen einen Tritt mit dem Stiefel in ihren Hintern bekommen... ;) Shake Heads!
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17.01.2012 22:59
Klasse! BH von mir! LG
10.01.2012 13:01
dafür pflanz ich mich lieber sonntags auf die Couch und nicht ins Kino;-)
02.01.2012 21:30
BH von mir denn diesen Film möchte ich mir gerne auch mal ansehen, da er in 3 D ist ! LG Heike