Der kurze Brief zum langen Abschied / Handke, Peter

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> Titel: Der kurze Brief zum langen Abschied > Entstehungsjahr: 1974 > Verlag: Suhrkampt Taschenbuch > Seiten: 195 > Preis: 5 Euro > Autor. Früher gefeiert, heute Vergessen, wegen seiner unmoralischen und unüberlegten politischen Äußerungen in der Öffentlichkeit. > Kurzinhalt ... Bericht lesen





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Der kurze Brief zum langen Abschied / Handke, Peter Der kurze Brief zum langen Abschied / Handke, Peter
Taschenbuch, 204 S., Erschienen: 2008 - Neuauflage.
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Der kurze Brief zum langen Abschied - PETER HANDKE
Erfahrungsbericht von jabuka-malina über Der kurze Brief zum langen Abschied / Handke, Peter
18. Juli 2007


Produktbewertung des Autors:   

Niveau: durchschnittlich 
Unterhaltungswert: hoch 
Spannung: ziemlich spannend 
Humor: wenig humorvoll 
Aufmachung: schön 

Pro: Das Buch hat einen "anderen" Stil als die meisten die ich gelesen habe .  Die jeweiligen Handlungsentscheidung können verschieden kommentiert werden .  Leicht zu lesen, schnelle Abwicklung der Geschichte .
Kontra: Handke, die negative Person .

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

> Titel: Der kurze Brief zum langen Abschied

> Entstehungsjahr: 1974

> Verlag: Suhrkampt Taschenbuch

> Seiten: 195

> Preis: 5 Euro

> Autor. Früher gefeiert, heute Vergessen, wegen seiner unmoralischen und unüberlegten politischen Äußerungen in der Öffentlichkeit.

> Kurzinhalt der Handlung und Erklärungen zum Autor und Werk:


* PETER HANDKE ALS KONTROVERSE PERSON *

Peter Handke wurde 1942 in Kärnten geboren. Als Kind wuchs er in ärmlichen Verhältnissen auf. Sein richtiger Vater starb kurz vor seiner Geburt, doch seine Mutter heiratete mittlerweile einen Anderen, wovon Peter erst nach seiner Matura in Kenntnis gesetzt wurde. Als jugendlicher fing er klein an, schrieb zunächst für die Internatszeitschrift um später Artikel für die Universitätszeitung. Auf einer Tagung der "Gruppe 47" im Princeton wurde er als junger Literat eingeladen. Dort warf er den Autoren, unter denen mehrer bekannte Persönlichkeiten, wie Günter Grass, da waren, unkollegial "Beschreibungsimpotenz" vor. Von da an bekam er seine Aufmerksamkeit und seine Werke provozierten immer mehr die zeitgenössische Öffentlichkeit. Er heiratete eine Schauspielerin von der er eine Tochter bekam. Seine Ehefrau verschwand kurz darauf um sich um ihre Karriere zu kümmern. So blieb er mit der Tochter alleine und zog sie groß. Später heiratete er nochmals in Frankreich und bekam eine zweite Tochter. Mehrmals wurde er mit verschiedensten Preisen ausgezeichnet. Die wichtigsten sind: Büchner-Preis, Kafka Preis, Grillpatzer Preis, Großer österreichischer Staatspreis für Literatur, viele mehr und zu letzt bekam er als Filmregisseur einem Bambi. Nicht zu vergessen ist seine unverständliche Parteinahme für die Serben im Bosnien-Krieg. Seine unvorstellbare Zuneigung den Serben gegenüber und die Verharmlosung jener Tatsachen die geschahen sind, finde ich, ersten nicht gerecht und zweitens unverschämt. Ich habe mich mit einigen seiner Aussagen und Interviews, wie ach Werken befasst, und bin zur Erkenntnis gekommen, dass Herr Handke auch als "Serbenfreund" genannt, wahrscheinlich noch immer im Besitz einer sehr alten Karte Jugoslawiens ist, da er nicht ein Mal weiß, dass das kein Krieg in Serbien war, sondern ein Bürgerkrieg in Bosnien, wo 3 konstitutive und international anerkannte Nationalitäten leben. Ich denke, dass Peter Handke sich schämen sollte, dass er die Serben bei ihren Machtkampf und somit dem brechen gegen die UN-Konventionen bestärkt hat. Wäre ich unten geblieben und wären solche Menschen wie mein Vater nicht gewesen, dann wäre ich heute bestimmt nicht mehr am Leben. Ich verstehe nicht woher diese große Liebe zu den Serben kommt und wie sie sich entwickelt hat. Handke reiste nach Serbien. Ich denke, dass es nur die hilflosen Soldaten, mit ihren hoffnungslosen Gesichtern gesehen hat, die dabei wussten was ihnen bevorsteht und er sah nicht das was hinter der Bühne geschah. Warum ist er nicht zu den Orten der von Serben verübten Massaker gegangen oder warum hat er sich nicht die naiven Reden von Milosevic und der anderen Kriegsverherlicher angesehen, dann hätte er sich bestimmt eine andere Meinung gebildet. Es reicht nicht aus, etwas zu hören, zu sehen, man muss es direkt miterleben um zu wissen wovon man redet. Er hätte sich den Besuch nach Den Hag zu Milošević und die Grabrede gut überlegen sollen. Eigentlich betete er einen Mann an, der genau die Selben, schwachsinnigen und abnormalen Vorstellungen, wie Hitler sie propagierte, hatte. Seit einigen Jahren lebt er nun in Frankreich. Schade finde ich nur, dass er nicht nach Serbien oder Bosnien gezogen ist um ein Bisschen mitzufühlen. Wenn ich eine Interviewerin wäre, würde ich ihn fragen, wieso er nicht unten geblieben ist. Wahrscheinlich kam er mit dem Lebensumständen, die dort herrschen, nicht zu recht, so dachte er es ließe sich bestimmt auf einem anderen schönen Plätzchen der Erde besser und schöner das Leben genießen.


* KURZINHALT "Der kurze Brief zum langen Abschied" *

Der in einen Hotel in Providence abgestiegene junge Schriftsteller, findet gleich beim ankommen einen Kurzgefassten Brief: "Ich bin in New York. Bitte such mich nicht, es wäre nicht schön mich zu finden." Nachdem er sich mit seiner Frau Judith davor zerstritten hat, begibt sich der junge Österreicher auf eine lange Reise durch die USA. Offensichtlich ist sie ihm nachgereist. Da er aber sein ganzes Geld in Reisetickets umgetauscht hat, um Evalvation zu umgehen, reist er ihr, provoziert und angeregt durch den Brief nach. In Phonixwille trifft er seine Bekannte Claire und entscheidet sich mit ihr und ihrer Tochter nach St. Louis zu fahren. In der Stadt angekommen, wohnen sie bei einen Ehepaar. In der Zwischenzeit bekommt er eine briefliche Morddrohung von Judith. Nach einiger Zeit besuchen die beiden eine aus Deutschland Hergereiste Theatergruppe, die Don Carlos präsentierte und redet danach mit dem Reiseleiter. Er begibt sich auf dem weg, bis Judith in herausfordert nach Twin Rocks zu kommen, wo sie ihn endlich umbringen will. Dort angekommen, schafft er es ihr den Revolver aus der Hand zunehmen und sie reisen zusammen ab. Später treffen sie den Regisseur John Ford mit dem sie ein langes Gespräch führen, welches ihnen letztendlich hilft ruhig und in frieden auseinander zugehen.


* DIE ICH-VERSESSENHEIT UND DAS VERHÄLTNIS ZUR EIGENEN PERSON *

Peter Handkes Art zu schreiben erschien mir erst ziemlich ungewöhnlich, da er in der ersten Form Singular schreibt, doch eigentlich dabei, nicht direkt sich selbst meint. Von Anfang bis zum Ende überlegte ich, welchen Namen der eigentliche Protagonist trägt und wenn er denn Peter Handke hieße, wäre es doch keine Erzählung, sondern eher eine Teilautobiographie die ich lese. Diese Ich-Form erleichterte es mir, als Leserin, dass ich den Inhalt besser verstehe und mich richtig ins Geschehnis einbinden konnte, weil ich mir unter dem Ich des Erzählers ständig Handke selbst, als polarisierenden Menschen vorstellte, und dieser mich mehr Mals aufforderte nachzudenken, ob vielleicht dieses Ich nicht ganz beim klaren Verstand sei, wegen seiner komischen Seite, die auf psychische Störungen hinweist. Seine ständige Psychoanalyse und die zwingende Kontrolle, machen auf die eigenen kritischen Probleme des Ich-Erzählers aufmerksam. "So weit ich mich erinnern kann, bin, ich wie geboren für Entsetzen und Erschrecken gewesen." Ständig, hat er das Bedürfnis sich genaustens an alles Vorgefallene zu erinnern. Er hat mit sich selbst ein enormes Problem, da er über alles nachdenkt, selbst über vollkommen unwichtige Sachen. Er braucht diese Erinnerung. "Ich kann mir kaum vorstellen, wie ich das alles ausgehalten habe. "Mein Vater war ein Trinker", sagte ich, in einem Ton, als ob ich nur "My father was a gambling man" in "The House Of The Rissing Sun" abwandeln wollte: "Und wenn ich im Bett lag, hörte ich es oft im Nebenzimmer gluckern, sooft er sich etwas ins Glas goß: bei der Erinnerung möchte ich ihn sofort mit einem Dreschflegel den Kopf abschlagen, damals wünschte ich nur schnell einzuschlafen." Er versucht sich selbst, von den vorgefallenen Erlebnissen, auf eine Art zu befreien. Peter Handke hat schon öfters einige Geschehnisse aus seinem eigenen Leben in die Werke eingebaut. Dieses Zitat ist wahrscheinlich, Handkes eigener Eindruck vom Schmerz dem in sein Vater als Alkoholiker verschaffte. Interessant ist sogar, dass dem Ich-Erzähler alltägliche Sachen, die ich zum Beispiel nie merken würde, besonders auffallen. So kann er detailliert beschreiben, wenn er sich erinnert, was er zu manchen Momenten fühlte, wie sein Gegenüber aussah, welche Grimassen es machte und in welchen Farben und Formen der Raum war in dem sie sich befanden. Es könnte sein, dass diese ihm auffallenden Sachen als psychisches Resultat der schweren Kindheit des Ich-Erzählers aufkamen. Wiederum bezeugt diese auch seine hohe Intelligenz, die meiner Ansicht nach der an der Grenze zum Hochintelligenten und Idioten liegt. Man kann beobachten, dass er am Anfang noch sehr unsicher und unruhig, wegen der Trennung von Judith ist. Mit Claire werden ihm manche Sachen klar. Er realisiert die Tatsächlichen Gründe der Trennung und am Ende, nach dem ausführlichen Gespräch mit John Ford begreift er endlich, wie kindisch er und Judith sich benommen haben und, dass sie die Beziehung zu lange umsonst herausgezögert hatten. Er ist nicht mehr von sich versessen und findet sich selber nicht mehr im Mittelpunkt. Sein Ich findet endlich eine Ruhe und er wird ein anderer, besserer und normaler Mensch, da er nicht mehr diese Zwänge hat.


* DIE BEZIEHNUNGEN ZU BEIDEN FRAUEN UND ZUR BENEDICTINE *

Die Beziehung zu Judith war nach langer Zeit ein wenig eingerostet. Da keiner der beiden Schluss machen wollte, gingen sie sich selber, so gut es ging und soft es ging auf die Nerven. So beschreibt der Ich-Erzähler, dass sich anfangs noch leicht provozierten, doch mit de Zeit, ging es ins unverständliche über. So machte der Ich-Erzähler den Abwasch und danach kam Judith und wusch noch einmal ab. Somit zeigte sie ihn auf indirekte Weise, was sie von hält und stellte in als dummen Naiven Man da. Von Tag zu Tag räumten sie einander hinterher, um ihre Wut zu demonstrieren und um den anderen fertig zu machen. Aus der früheren Liebe entwickelte sich Hass, der sich später in Hassliebe verwandelt. Ich dachte mir, warum sind diese zwei Personen, die gar nichts mehr für einander übrig haben, und nicht einmal mehr ein Paar Worte täglich austauschen, dann so lange miteinander zusammen geblieben. Dabei ist mir klar geworden, dass sie ohne einander nicht konnten. Sie haben sich zwar körperlich distanziert, doch eine Bindung besteht noch immer zwischen ihnen. Wenn man bedenkt, dass sie Jahre miteinander verbracht haben, früher alles teilten und nun auf Erinnerungen zurückgreifen können, dann wird einem klar, dass die beiden sich so sehr Aneinander gewöhnt haben, dass jeder der Teil des Anderen geworden ist. Es könnte allerdings auch sein das Benedictine seine leibliche Tochter ist, die er immer Mal wieder besucht. Sie hat dieselben komischen Charaktereigenschaften und Mimiken, wie der Ich-Erzähler selbst. Sie, als keines Kind, ist so eingebildet, dass sie ihren Tee nur dann trinken will, wenn er auch aus der richtige Hand zu ihre gestreckt wird. Außerdem hat sie diesen, seltsamen und unnormalen Blick, so als ob sie über alles nachdenken würde, genau so wie der Ich-Erzähler. Er nennt sie zwar nie beim Namen Delta Benedictine, sondern "es", und er hat eine distanzierte Beziehung zum Kind, vielleicht aus Angst. Immer wieder spricht Claire von der Begebenheit mit Benedictin und wie sie nie ihr Spielzeug anderen Kindern geben wollte, oder gar mit ihnen spielt. Dies würde heißen, wenn der Ich-Erzähler der eigentliche Vater wäre, so hat er sie dann verlassen und das Kind kommt noch immer nicht damit zu Recht. Damit hätten wir den waren Trennungsgrund von Judith. Die Beziehung zu Claire, war in Gegensatz zu der mit Judith, vollkommen unkompliziert. Jeder hatte sein Leben und sie waren nicht einander verpflichtet. Doch genauso wie Judith, war Peter Handkes erste Frau auch Schauspielerin, weswegen er vielleicht dies schreibt, um auch selbst zu verarbeiten was schief in der Beziehung gelaufen ist und um zu vergessen. Nachdem er mehrmals Abendessen mit Claire war, mehrere Gespräche mit ihr führte, schlief er mit ihr. Sie hatten eine schöne Zeit auf der Reise, doch es war keine wirkliche Bindung zwischen ihnen, weswegen es ihm auch nicht so schwer fiel wegzureisen. Judith sieht genauso wie er ein, dass ihre Hassliebe keinen Sinn hat, weswegen sie ihn auch nicht erschießt. Nachdem sie sich endlich getrennt haben, tragen sie keinen Hass und Belastung in sich, können frei sein und dies eröffnet ihnen die Möglichkeit zur einen Freundschaft und neuen Beziehungen.

> Empfehlung: Vollkommen beeindruckender Schreibstile, aber doch anspruchsvoll mit vielen Details und durch Unklarheiten kommen viele Fragen auf, auf die es viele mögliche Antworten gibt.

> Hinweis: Der Bericht beruht teils auf meiner Wissenschaftlichen Arbeit über Peter Handke und das Werk "Der kurze Brief zum langen Abschied".

Veröffentlicht bei ciao und yopi.

Herzlichen DANK an den Leser.  

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