Einleitung
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Das erste Mal habe ich im Spiegel von diesem Buch gelesen. Dort wurde das Leben des jungen homosexuellen westdeutschen Schriftsteller, der unbedingt in den Osten wollte, sehr interessant vorgestellt. Als ich dann vor zwei Wochen durch Zufall in der Buchhandlung vor dem ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von Matze081 über Der letzte Kommunist / Frings, Matthias 21. Mai 2009
Produktbewertung des Autors:
Niveau:
durchschnittlich
Stil:
ausschmückend
Unterhaltungswert:
hoch
Wie ergreifend ist die Story?
sehr ergreifend
Informationsgehalt:
informativ
Aufmachung:
ok
Pro:
Lebensnahes Bild eines jungen Autors, der vom Westen in den Osten wollte
Kontra:
nix
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Einleitung ------------ Das erste Mal habe ich im Spiegel von diesem Buch gelesen. Dort wurde das Leben des jungen homosexuellen westdeutschen Schriftsteller, der unbedingt in den Osten wollte, sehr interessant vorgestellt. Als ich dann vor zwei Wochen durch Zufall in der Buchhandlung vor dem Buch stand und ich überlegte, was ich mit dem Gutschein, den mir Freunde zu meinem Geburtstag geschenkt haben, anfangen soll, entschied ich mich, das Werk auch mal zu lesen. Im folgenden Bericht, werde ich euch an meinen Erkenntnissen zu diesem Buch teilhaben lassen ^^.
Autor ------- Matthias Frings wurde 1953 in Aachen geboren. Nach seinem Studium der Anglistik, Germanistik und Linguistik veröffentlichte er mehrere erfolgreiche Bücher in den 80er Jahren. Als letztes wurde er durch die Moderation der Sendung "Liebe Sünde" bekannt.
Aufbau und Aufmachung ------------------------------ Das Buch mit einer weißen Schutzhülle zeigt auf der Vorderseite ein Foto des Schriftstellers Schernikau und den Titel. Auf der Rückseite des Hardcoverbuches sieht man den Autor der Biografie und einen kurzen Klappentext unter dem Motto "Ein Mann gegen die Geschichte". Im Zentrum des Werkes findet der Leser 16 Bilder. Ansonsten findet man keinen Illustrationen oder Fotos. Ansonsten findet man auch kein Inhaltsverzeichnis, sondern startet nach einen kurzen Prolog gleich mit dem Text.
Meinung und Fazit ---------------------- Besonders gut gefiel mir am Buch, dass das Lebensgefühl der 80er Jahre hautnah beschrieben wird. Einige Passagen zwischendurch beschreiben das Leben der Mutter Ellen in der DDR und ihren Drang nach den Westen, obwohl sie im Osten mehr als glücklich war. Die Mutter wird zum Teil sehr naiv gezeichnet, als sie beispielsweise wieder in die DDR für einen Tag ausreist, obwohl sie dort wegen Republiksflucht gesucht wird und ihr Sohn in einem Westberliner Hotel schläft. Mit dem verbunden erkennt der Leser immer mehr, während er in die Schwulenszene Westberlins eintaucht, wieso Roland sich politisch so entwickelt hat. Allein am Schreibstil erkennt man diese retroperspektiven Episoden aus den 60er Jahren. Im Gegensatz zu der sehr intimen Haupthandlungslinie zwischen dem Autor Frings und dem Autor Schernikau, sind die Sätze über das Leben dessen Mutter kurz und von hoher Geschwindigkeit.
Neben dem Lebensgefühl der (homosexuellen) Studentenszene in der eingemauerten Stadt wird bei der Biografie von Schernikau ein weiterer Fakt sichtbar: Wie schon vorher beschrieben, gehört er in den 80er Jahren zur absoluten Minderheit, da er der SEW angehört, der Sozialistischen Einheitspartei Westberlins, einem Ableger der großen Buh-Männer aus dem Ostteil der Stadt. So bekommt der Leser durch das Werk nicht nur den Einblick in eine damals nur halbherzig tolerierte Szene, sondern auch die Möglichkeit die sich rasch verändernde Welt durch die Augen eines jungen Literaten zu sehen, der genau das Gegenteil, wie die Mehrheit dachte.
Die Gegensätze brechen vor allem auf als dieser nach Leipzig geht und dort studiert: Während die anderen Studenten eher verhalten staatskritisch sind, freut er sich jeden Tag in der DDR zu sein. Doch dieser Glaube bröckelt: Während seine Mutter und er in die DDR zurückkehren, wollen alle anderen dahin, wo die beiden herkamen: In den Westen. Spätestens bei den Kommunalwahlen im Frühjahr 1989 werden auch bei dem Autor die Zweifel deutlicher. Ob er trotzdem den Glauben an den untergehenden Staat behielt, möchte ich aber nun nicht verraten, nur dass das Werk 5 Sterne verdient hat.
(c) Matze081 (ciao.de dooyoo.de yopi.de)
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