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So, endlich komme ich mal wieder dazu, einen Bericht zu schreiben - quasi zwischen zwei Referaten / Projekten... Diesmal berichte ich über ein Buch, das ich mit Freuden gelesen habe und bei dem ich manchmal echt einfach loslachen musste. Es handelt sich um das Buch "Der weiße Neger Wumbaba - Kleines Handbuch des Verhörens" von Axel Hacke und Michael Sowa. Darauf gestoßen bin ich durch eine Signatur in unserem Chor - Forum und daraufhin habe ich es mir zum Geburtstag gewünscht.
*Preis* Über den Preis kann ich leider nichts sagen, da ich das Buch von meinen Eltern zum Geburtstag geschenkt bekommen habe. Ich denke, es wird bei bekannten Online - Buchshops schnell zu finden sein. Ich könnte auch nachsehen, aber - so blöd das klingt - ich bekomme immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich nachforsche, was Geschenke für mich gekostet haben. Das ist einfach so ein Grundsatz von mir, dass ich nicht mit Absicht nachsehe, was jemand für mich ausgegeben hat. Also habt bitte Verständnis dafür.
*Aufmachung* Das Buch hat ähnliche Maße wie ein normales Taschenbuch, allerdings ist es recht dünn. Es ist in einem dunklen blaugrau gehalten und vorne ist der "Titelheld" (also der weiße Neger Wumbaba) abgebildet. Wie dieser zu seinem Namen gekommen ist, erkläre ich unter "Inhalt".
*Autoren* Axel Hacke (*1956) ist Schriftsteller und Journalist in München und wurde bereits mit vielen Preisen ausgezeichnet. Michael Sowa, der Zeichner der Bilder in diesem Buch, wurde 1945 geboren und lebt nun als freier Maler und Zeichner, wofür er ebenfalls bereits mit einem Preis ausgezeichnet wurde.
*Literaturangabe* Hacke, Axel und Sowa, Michael: Der weiße Neger Wumbaba. Kleines Handbuch des Verhörens. Verlag Antje Kunstmann. München 2004. ISBN: 3-88897-367-8
*Inhalt und kleine Leseprobe* Der Gegenstand dieses Buches sind allgemeine Verhörer in (meistens) bekannten Liedern. Das kennt bestimmt jeder: Man hört ein Lied und denkt in der einen oder anderen Zeile, was das denn da soll. Dabei ist es egal, ob man Kind oder Erwachsener ist, wobei dieser Effekt bei Kindern noch stärker ist, da sie viele Wörter noch nicht kennen und sich daher etwas zusammenreimen. Unter Umständen können durch sowas die grausamsten, komischsten oder witzigsten Fantasiegestalten entstehen - so z.B. auch der weiße Neger Wumbaba. Dieser wurde aus einer Zeile aus "Der Mond ist aufgegangen" kreiert und zwar an der Stelle, wo es heißt:
"... Und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar."
Wenn man nicht genau hinhört bzw. jetzt im Nachhinein die Fantasie ein wenig anstrengt kann man da ganz leicht raushören:
"... Und aus den Wiesen (oder auch "aus der Isar") steiget der weiße Neger Wumbaba."
Daher das Titelbild und der Titel des Buches. Ich meine, ich finde es auch bemerkenswert, da sowas rauszuhören, aber witzig ist das schon! Auf solchen und ähnlichen Verhörern, die der Autor als Reaktionen auf seine Zeitungskolumnen zum Thema zugeschickt bekam, basiert also das Buch. Unterteilt ist es in verschiedene Kapitel zu verschiedenen Themen - so z.B. Kirchenlieder, Weihnachtslieder, Literatur, Fremdsprachen, usw. Zwischendurch finden sich immer mal wieder Illustrationen, die einige der teilweise skurrilen "verhörten" Situationen und Figuren darstellen.
Hier noch einige lustige Leseproben:
".... Es war aber eine andere Zeile als bei der kleinen L., welche die Tochter der Frau E. so ängstigte, dass sie immer wieder rief: 'Du sollst aufhören, aufhören!' Die Zeile hieß: 'Morgen früh, wenn Gott will, wirst Du wieder geweckt.' Als die Mutter fragte, warum denn - um Gottes willen! - sie aufhören solle zu singen, da stellte sich heraus, dass ihr Kind diese Passage des berühmten Lieds so verstanden hatte: 'Morgen früh, wenn Gott will, wirst Du wieder gewürgt.' Dies vor dem Hintergrund, dass die Tochter einen rabiaten Sandkastenkameraden hatte, der allen anderen Kindern mit Vorliebe an den Hals ging und von den Erwachsenen ständig gemahnt werden musste: 'Hör mit dem Würgen auf!' Und sie hasste diesen Sandkastenknaben und hasste und hasste ihn. Und doch hieß es Abend für Abend, morgen früh, 'wenn Gott will', werde sie wieder gewürgt."
"... Noch horribler ist eigentlich nur jene Figur, die in den Phantasien von Phil Thomas erstand, der auf der Internet - Seite www.kissthisguy.com berichtet, wie er zum ersten Mal Madonnas 'La Isla Bonita' hörte. Das Lied geht so: 'Tropical the island breeze All of nature wild and free This is where I long to be La Isla Bonita' Phil Thomas hörte: 'Just call me an island sleaze All my body yours for free This is who I long to be Louise the Bone Eater' 'Island sleaze' sollte man vielleicht mit 'Inselschlampe' übersetzen übersetzen. Dass jemand sich eine 'Inselschlampe' nennt und erklärt, sein Körper gehöre - wie ich das jetzt mal vorsichtshalber übersetze, es sind ja vielleicht noch Kinder im Raum - 'Louise, der Knochenfresserin', das scheint einem Horrortraum zu entstammen. Ich beneide Phil Thomas nicht um seine Phantasie."
*Eigene Bewertung* Meine Bewertung ist eigentlich eindeutig: Ein sehr witziges Buch, das ich nur weiterempfehlen kann! Es liest sich schön runter und eignet sich sehr gut zur Unterhaltung - entweder mal ein Kapitel zwischendurch oder auch mehrere am Stück. Die Erlebnisse mit Verhörern der verschiedensten Leute verschiedensten Alters und der verschiedensten Lieder sind einfach nur zu witzig - vor allem, wenn man überlegt, dass bestimmt jedem so etwas schon einmal selbst passiert ist. Unter Umständen erkennt man sogar ein eigenes "Problem" mit einem der Lieder wieder. Doch die Verhörer alleine machen das Buch noch nicht so witzig wie es letztendlich ist - obwohl sie schon einiges dafür tun! :-) - Axel Hackes Art, diese Erlebnisse darzustellen und zu umschreiben sind sozusagen noch das Tüpfelchen auf dem "i". Seine Kommentare - teils ironisch, teils einfach nur logisch aufgeschlüsselt - runden das Ganze ab und machen es so lustig. Der einzige Nachteil dieses Buches ist, dass man so schnell durch ist, weil es nicht sehr dick ist. (62 Seiten)
*Fazit* Ich kann dieses Buch einfach nur weiterempfehlen. Es eignet sich super zum Lesen zwischendurch, auch wenn man mal keine 5 Stunden am Stück Zeit hat und sich einfach nur bei einer witzigen Lektüre entspannen will. Daher bekommt es von mir alle Sterne!!!
NACHTRAG: Inzwischen gibt es auch einen Nachfolgeband: "Der weiße Neger Wumbaba kehrt zurück".
Das Buch hat mir neulich ein Kollege geliehen, und ich habe Tränen gelacht. :-) Ein Beispiel kannte ich sogar, denn meine Mutter erzählte einmal lachend, sie habe auf der Straße ein kleines Kind getroffen, das ganz versonnen "Weißt du, wie viel' Sternlein stehen" vor sich hin gesungen habe. An der Stelle: "Gott, der Herr hat sie gezählet / Dass ihm auch nicht eines fehle / An der ganzen großen Zahl" sang das Kind voller Inbrunst: "Gott, der Herr hat sieben Zähne / Dass ihm auch nicht einer fehle / An der ganzen großen Zahl." Die Vorstellung fanden meine Mutter und ich sehr niedlich. :-))) LG, Almut
stehen - wie etwa in eines Lesers Ohren Matthias Claudius' Zeile "der weiße Nebel wunderbar" zu "der weiße Neger Wumbaba" wurde und so eine unvergessliche, radikal poetische...
stehen - wie etwa in eines Lesers Ohren Matthias Claudius' Zeile "der weiße Nebel wunderbar" zu "der weiße Neger Wumbaba" wurde und so eine unvergessliche, radikal poetische...
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17.10.2006 23:20
Hab letztens das Hörbuch zu dem Buch gehört und war total begeistert. Echt sehr lustig! LG
25.09.2006 20:55
Das Buch hat mir neulich ein Kollege geliehen, und ich habe Tränen gelacht. :-) Ein Beispiel kannte ich sogar, denn meine Mutter erzählte einmal lachend, sie habe auf der Straße ein kleines Kind getroffen, das ganz versonnen "Weißt du, wie viel' Sternlein stehen" vor sich hin gesungen habe. An der Stelle: "Gott, der Herr hat sie gezählet / Dass ihm auch nicht eines fehle / An der ganzen großen Zahl" sang das Kind voller Inbrunst: "Gott, der Herr hat sieben Zähne / Dass ihm auch nicht einer fehle / An der ganzen großen Zahl." Die Vorstellung fanden meine Mutter und ich sehr niedlich. :-))) LG, Almut
30.07.2006 11:56
Deine Berichte gefallen mir ;-) Gruß Sarah