Dieser Erfahrungsbericht wurde von 58 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Und nun gleich schon wieder ein Erfahrungsbericht über Lebensmittel von mir (insofern man Bier als ein Lebensmittel bezeichnen kann, das hängt wohl davon ab, wie man "Leben" definiert), diesmal aber wird nichts ökologisch Korrektes beschrieben, sondern ein simples Rauschmittel.Und leider bin ich diesmal nicht der Falsche für diesen Bericht, sondern der über alle Maßen Richtige, habe ich doch ein Alkoholproblem und sollte das Trinken eigentlich lassen. Es war denn auch im Rahmen meiner zahllosen Abschiedsbetränknisse ("Nie wieder!), daß ich - erstaunlicherweise so gut wie zum ersten Mal - auf Desperados stieß. Ich hatte mir vorgenommen, diesmal wenigstens ein Jahr lang nichts zu trinken und dann zu sehen, wie mir das wohl bekäme (oft drohte dieser Vorsatz schon, mich in die Arme der Religion - ziemlich egal welcher - zu treiben, da ich Durchführung selbigen Entschlusses ohne höheren Beistand für unmöglich hielt). Begießen wollte ich diesen Abschied mit Duckstein, stilvoll eben, als ich auf dem Weg zum Supermarkt einen Menschen sah, mit einem sehr kühlen ( und hier mag man nun zurecht fragen, wie ich das gesehen haben will; ein interessanter Beitrag zum Postulat der theoriefreien Beobachtung läge hier nahe, zu den Grenzen des Empirismus, aber ich habe das Desperado schon längere Zeit hinter mir und bin schön längst beim Duckstein angekommen, allzu Geistreiches ist von mir nicht mehr zu erwarten) Desperados in der Hand. Da hatte ich auf einmal auch Lust auf dieses Bier, zumal das Duckstein ja erst im Kühlschrank abzukühlen wäre. Die protzige Riesenflasche, in der das Desperados daherkam - bemerkenswerte 0,65 Liter, also etwas weniger als zwei kleine Bier in einer Flasche - tat ein Übriges, mich zum Kauf zu überreden.
Den ich dann auch nicht bereute. Aufgrund seiner Spritzigkeit - Desperados enthält ziemlich viel Kohlensäure, mehr, so man anderen Usern hier glauben kann, als das meiste andere Bier - besteht keinerlei Gefahr, daß das Bier etwa warm werden könnte, dazu hat man es viel zu schnell weggeschlabbert. Es ist das ideale Sommergetränk, es bleibt abzuwarten, was aus meinen hehren Abstinenzplänen wird, sonst sehe ich es schon als "das Bier zur EM". Desperados ist ein Starkbier, was, so möchte man uns glauben machen, an dem dem Getränk zugesetztenTequila läge (es stammt aus Mexiko) und hat 5,9 % Alkohol. Die - und das ist das Gefährliche an diesem Bier - merkt man aber überhaupt nicht, es schmeckt in keiner Weise streng. Ich mag Bier, das mit Schnaps versetzt wurde, normalerweise überhaupt nicht, aber bei Desperados dominiert ein sommerlich-leichter, spritziger Geschmack (ganz abgesehn davon, daß -so glaube ich zumindest - gar kein Schnaps drin ist; siehe unten). Wie bei gutem Whisky kann man davon, so vermute ich, ziemlich viel trinken und wundert sich dann erst, wenn man aufstehen und nach Hause gehen möchte.
Sehr angenehm und nützlich für die Illusion, es gebe für einen Menschen wie mich noch so etwas wie zivilisiertes Trinken, ist auch das Design der Flasche. An den Seiten ist in die Flasche der Schriftzug "Desperados" eingelassen (ich weiß nicht, wie die korrekte Bezeichnung bei Glas, das ja meines Wissens geblasen wird, lautet, "eingebrannt" wäre m.E. jedenfalls nicht richtig gewesen), was mich gleich davon überzeugt hat, daß die Macher dieses Getränkes es gut mit mir meinen.
Was nun die Inhaltsstoffe angeht, so darf ich hier von der Flasche ablesen: Wasser, Gerstenmalz, Glukosesirup, Mais, Zucker, Kohlensäure, Aroma (Tequila, Etherische Öle, Pflanzenextrakt), Säuerungsmittel: Zitronensäure, Hopfenextrakt.
Man beachte, daß Tequila lediglich als Aroma aufgeführt wird. Der Kultstatus, den das Bier in vielen Kreisen besitzt, könnte auf einem ganz einfachen Mißverständnis beruhen, auf dem Irrglauben, man trinke hier ein Getränk, daß mit Schnaps versetzt sei. Andererseits hat das Bier das auch gar nicht nötig, schmecken tut es nämlich allemal. Es ist längst nicht so bitter wie etwa die meisten Maibockgetränke, wofür man dann gerne auch etwas tiefer in die Tasche greift. Ich habe am Imbiss für die 0,66-Literflasche 3,65 € bezahlt, aber so viel ist das eigentlich gar nicht, bedenken muß man immerhin, daß man aufgrund des hohen Alkoholanteils auch entsprechend schnell berauscht ist, und darum geht es ja am Ende.
Danke für das Lesen und Bewerten. Ich verspreche hiermit feierlich, bei meiner nächsten Produktbesprechung nicht halb so viele Parenthesen zu verwenden! Entschuldigen muß ich mich auch dafür, daß ich keine genaueren Preisangaben machen konnte, ich versichere stattdessen hier, daß Desperados sein Geld auf jeden Fall wert ist. Und mein nächster Bericht wird auf jeden Fall wieder eine Buchbesprechung sein.
Ooooch, also ich persönlich finde die nicht-buchlichen Besprechungen sehr lustig und wünsche mir mehr davon! Möchte dich jedoch in keine wie auch immer geartete Abhängigkeit treiben. Mit den Genüssen isses so ne Sache, ich bin auch immer wieder latent Alkoholismus-gefährdet. Weil ich so ein Quartalssäufer bin! Alle paar Monate springt mir die Sicherung aus dem Hirn, dann meine ich nachts nackig durch die Wohnung tanzen zu müssen. Auffällig oft an Vollmond. Ein mildes Schicksal hat es so gelegt dass ich inzwischen an Vollmond immer meine Tage habe, es wird also nicht mehr getanzt sondern grummelig auf der Couch gelegen, mit der Warmflasche auf dem Pansen. Desperados mag ich in der Tat sehr gerne. Natürlich sieht man dem das an dass es kühl ist! Aber schon von weitem. Ich finde nur die Sitte so barbarisch eine Zitronenscheibe in den Flaschenhals zu stopfen. Ist vor allem an Stadtfesten etc. zu bestaunen. So sehen die Typen die sich das reinziehen dann auch aus, wie selbstverliebte Großstadtcowboys *schüttel* ;D
oha - lach - nene, für mich ganz sicher nichts - ich mag sehr gerne gutes Bier, am liebsten Hefeweizen dunkel oder hell, auch Pils. - Aber solche Mischmasch-Dings - nö - da würde ich lieber Wasser trinken :-) - ich kann dir einen Tipp geben, den Alkoholkonsum einzuschränken: Bier immer mit Mineralwasser 1:1 mischen, mache ich seit einigen jahren, für mich kein Unterschied mehr, und schmeckt besser als alkohlfreises Bier :-)) - LG Gisela
12.09.2012 13:41
Ooooch, also ich persönlich finde die nicht-buchlichen Besprechungen sehr lustig und wünsche mir mehr davon! Möchte dich jedoch in keine wie auch immer geartete Abhängigkeit treiben. Mit den Genüssen isses so ne Sache, ich bin auch immer wieder latent Alkoholismus-gefährdet. Weil ich so ein Quartalssäufer bin! Alle paar Monate springt mir die Sicherung aus dem Hirn, dann meine ich nachts nackig durch die Wohnung tanzen zu müssen. Auffällig oft an Vollmond. Ein mildes Schicksal hat es so gelegt dass ich inzwischen an Vollmond immer meine Tage habe, es wird also nicht mehr getanzt sondern grummelig auf der Couch gelegen, mit der Warmflasche auf dem Pansen. Desperados mag ich in der Tat sehr gerne. Natürlich sieht man dem das an dass es kühl ist! Aber schon von weitem. Ich finde nur die Sitte so barbarisch eine Zitronenscheibe in den Flaschenhals zu stopfen. Ist vor allem an Stadtfesten etc. zu bestaunen. So sehen die Typen die sich das reinziehen dann auch aus, wie selbstverliebte Großstadtcowboys *schüttel* ;D
05.08.2012 20:53
Nicht mein Geschmack, aber guter Bericht - SH ;-).
05.08.2012 11:04
oha - lach - nene, für mich ganz sicher nichts - ich mag sehr gerne gutes Bier, am liebsten Hefeweizen dunkel oder hell, auch Pils. - Aber solche Mischmasch-Dings - nö - da würde ich lieber Wasser trinken :-) - ich kann dir einen Tipp geben, den Alkoholkonsum einzuschränken: Bier immer mit Mineralwasser 1:1 mischen, mache ich seit einigen jahren, für mich kein Unterschied mehr, und schmeckt besser als alkohlfreises Bier :-)) - LG Gisela