Goethe, Frisch, Fontane gähn...
02.07.2002
Pro:
wichtige Erkenntnisse für die Zukunft
Kontra:
Zeitaufwand, viele Lektüren
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Arbeitsaufwand:
Schwierigkeitsgrad der Ausbildung:
Prüfungsanforderungen:
mehr
 Liloman
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:155
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 27 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Liebe Ciao Leser, nachdem ich euch schon meinen Pädagogik GK vorgestellt habe, gibt es nun einen Bericht über den Deutsch GK. Ich war schon immer an Sprachen interessiert und deswegen stand für mich Deutsch als GK fest, nicht als LK, denn ich konnte schon immer Englisch und Geschichte recht gut, zumindest früher *g*.
Für alle die meinen anderen Bericht noch nicht gelesen haben, ich bin 18 Jahre alt, männlich und gehe in die Stufe 12 des Joseph Albers Gymnasiums in Bottrop. Habe den GK jetzt ein Jahr gehabt und glaube, einiges darüber berichten zu können. Fangen wir mal mit den Inhalten an:
Ganz wichtig sind, wie auch in anderen Fächern wie Englisch Lektüren. Ich habe im dies Jährigen GK schon vier Lektüren bearbeiten müssen. Nicht das es Spaß machen würde, aber es gehört halt dazu. Die Lektüren variieren von GK zu GK, aber ich stell euch mal vor, wie die Inhalte bei meinem GK aussahen. Angefangen mit einem kurzen Einstieg in die griechische Mythologie. Kurze Auszüge aus Antigone und einige Sachtexte zu diesem Thema. Dieser Bereich deckte aber nur kurze Zeit ab.
Dann kam die erste Lektüre. Irrungen, Wirrungen von Fontane. Ein Buch über die Konventionen und Probleme zu Fontanes Zeit, über die Liebe zwischen einem Adeligen und einer armen Bürgerlichen. Das Buch lässt sich leicht lesen, wie die meisten Romane. Interpretationshilfen findet man genug und selbst ohne Hilfe, sind die meisten Sätze oder Inhalte recht einfach zu interpretieren. Dieses Buch deckte ein bisschen mehr als ein Quartal des ersten Halbjahres ab. Das zweite Buch war dann Homo Faber von Max Frisch. Wer Frisch kennt, der weis, was es für eine Quälerei sein kann, seine Bücher zu lesen. Immer wieder Reflexionen und Sätze die sich über sehr viele Zeilen erstrecken. Auf Grund dessen ist das Buch recht schwierig zu lesen und auf grund der recht hohen Seiten Zahl dauert es eine Weile. Die Interpretation des Buchs ist jedoch nicht ganz so schwer, jedoch nur, wenn man mal in die Sprache hinein gefunden hat. Dieses Buch deckte das zweite Quartal ab und ging sogar im zweiten noch ein bisschen weiter.
Aber der Höhepunkt der Schwierigkeit kam erst im zweiten Halbjahr. Dramen war das Thema. Iphigenie auf Tauris von Goethe und Iphigenie bei den Taurern von Euripides. Dramen sind allgemein nicht einfach zu verstehen, aber das von Goethe war schon äußerst anspruchsvoll. Die Sprache, die sehr altertümlich ist und mit vielen Worten arbeitet, die heut zu Tage nicht mehr geläufig sind, bringt Niveau und eine erhöhte Schwierigkeit. Auch das Buch von Euripides ist nicht einfach, aber leichter zu verstehen, denn die Sprache ist unserer heutigen doch schon eher angeglichen. Unser Ziel war es, beide Lektüren zu vergleichen, aber letztendlich blieben wir fast nur bei Goethe, leider. Diese beiden Lektüren füllten das ganze zweite Halbjahr. Eigene Erfahrungen und Bewertung:
Wie auch schon in meinem anderen Bericht erwähnt, so ist jedes Fach doch stark Lehrer abhängig. Jeder Lehrer hat zwar eine Vorgabe, kann sich jedoch die Lektüren aussuchen. Ich hatte leider das Pech, einen Lehrer zu bekommen, der versessen auf Lektüren ist und diese lang und breit analysieren lässt, Stunde für Stunde. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass jeder der einen Deutsch GK bekommt, folgende Vorraussetzungen haben sollte: Der Umgang mit rhetorischen Mitteln sollte gut verankert sein, denn es dreht sich sehr viel um sprachliche Analysen von einzelnen Sätzen. Man sollte in der Lage sein, eigenständig Sätze zu interpretieren bzw. man sollte fähig sein zu diskutieren, denn gerade bei Buchinterpretationen gibt es die verschiedensten Ansichten. Wer eine Aversion gegen Bücher hat, wird Probleme bekommen, denn im Deutschunterricht der Oberstufe wird allgemein sehr viel gelesen. Ich selbst fand den Deutsch GK nicht so besonders. Wenn immer wieder nur ein Buch besprochen wird und das pro Buch immer ca. 2 Monate, dass zehrt schon ziemlich an den Nerven und ist nicht besonders spannend. Außerdem stört es mich, dass man nicht wie z.B. in Mathe einfach mal etwas beweisen kann, denn alles ist Ansichtssache, fast schon wie in Philosophie.
Der Deutsch GK ist kein GK zum ausruhen, zumindest nicht an meiner Schule, denn dafür ist es einfach zu anspruchsvoll. Fazit:
Viele Lektüren, wenig Abwechslung. Drei Sterne, da der Arbeitsaufwand recht hoch ist, kaum Abwechslung herrscht, aber dennoch viel gelernt wird und das sollte das wichtigste in der Schule sein!? Danke das ihr meinen Berichte gelesen habt, bitte bewertet ihn und kommentiert wenn ihr mögt, euer Lilo
@ 2.7.2002
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22.08.2003 01:34
Wir haben in der 12.1 Faust gelesen, in der 12.2 kamen dann Fontanes "Irrungen, Wirrungen" und "Madame Bovary" (hab ich bis jetzt noh nicht ausgelesen, obwohl ichs für die Klausr gebraucht hätte ;O ). Irrungen, Wirrungen fand ich eigentlich ganz OK... LG Branne PS: Jetzt lesen wir für die 13 "Buddenbrooks"...
01.05.2003 14:23
Wir haben in diesem Jahr "Nathan der Weise", "Faust" und "Homo faber" gelesen, das ist mehr als bei manchem Leistungskurs. Haben aber auch ne anspruchsvolle, aber gute Lehrerin!
28.12.2002 19:22
*lol* Und ich hatte Deutsch LK - hätte mich fast umgebracht... Nie wieder!