Deutsch-LK: Risikowahl
22.02.2002
Pro:
manchmal darf man sogar kreativ sein . . .
Kontra:
die Bewertung ist zu subjektiv . . .
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Arbeitsaufwand:
Schwierigkeitsgrad der Ausbildung:
Prüfungsanforderungen:
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 BeatenAngel
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((Achtung!!! Das hier ist nur meine persönliche Meinung!! Kein Anspruch auf Allgemeingültigkeit!!)) Meine Gedankengänge zur Wahl meines zweiten Leistungskurses waren folgende: Ich brauche möglichst gute Noten für meinen Numerus Clausus, ich bin lernfaul und das einzige, was ich wirklich kann, ist schreiben. Dieses in Korrelation mit der Tatsache, daß ich seit der siebten Klasse in Deutsch auf eins stehe, bewog mich dazu, diesen LK zu wählen.
Meine Erwartungen: keine, denn dann kann ich auch nicht enttäuscht werden. Das sagte ich auch meiner Lehrerin in jenem Kurzreferat der ersten Stunde zum Zwecke einander besser kennen zu lernen. Das sagte ich ihr und auch, daß ich im Prinzip davon ausgehe, keine Probleme zu haben, meine Eins zu halten, welche zugegenbenermaßen nicht sauer verdient war – ich konnte schreiben und dafür bekam ich meine Zensur in früheren Zeiten (der Inhalt stimmte zwar auch, doch nahm ich zumeist sowieso die frei philosophierbaren Fragen oder Charakteristiken, denn dort konnte ich mein intuitives Wissen am besten anbringen... schließlich: ich habe nicht eines der Bücher gelesen, welche wir in der Schule behandelten). Ich hatte allerdings in früheren Zeiten viel gelesen und nahm nicht an, daß ich Probleme bekommen könnte...
Probleme sind nun auch relativ zu sehen. Elf Punkte im ersten Semester sind schließlich nicht schlecht, doch auch nicht das, was meine Leistung wert war... ...
Deutsch als Leistungskurs zu wählen ist ein ziemliches Risiko, denn man ist zu sehr von der subjektiven Meinung des Lehrers abhängig. Meine Deutschlehrerin zum Beispiel zieht mir Sympathiepunkte ab, weil ich des öfteren anderer Meinung bin als sie und diese auch publik mache (einige ihrer Interpretationen sind wirklich hanebüchener Unsinn... das weiß selbst ich als kleine, dumme Schülerin). Mal ganz abgesehen davon, daß sie Probleme hat, meine Position zu verstehen, obwohl ich sie ihr vernünftig erklären und am Text beweisen kann – und der Rest der Klasse es auch einleuchtend findet, was ich da von mir gebe... Aber das Verständnis ist sowieso ein großes Problem. Nicht nur, weil die Lehrerin ihre subjektive Meinung über den Stoff und die Bewertung einer Klausur hat (manchmal wird der Schreibstil bewertet, manchmal auch nicht – aber wieso bekomme ich für meine Interpretation die gleiche Punktzahl wie jemand, der nur die Fakten aneinander reiht ohne schreiben zu können??), sondern auch, weil der Schüler seine subjektive und sicherlich nicht immer falsche Meinung hat. Stellen Sie, lieber Leser, sich mal bitte folgende Situation vor: Eine Klausur über Faust wurde geschrieben, wobei im Unterricht die tiefgründigste Mitteilung der Lehrerin die Hüttensymbolik (unheimlich wichtig im Faust... * ironie *) und die Ungeziefermetaphorik Mephistos war. Man selbst beschäftigt sich tiefgründiger mit dem Werk und schreibt eine schöne Interpretation auf Basis von Hiob, Aufhebung des Dualismus der Orthodoxie, Mephistopheles Dialektik etc. und fragt sich nun, ob die Lehrerin dieses wohl auch verstehen wird... Und die Lehrerin fragt sich eben das Gleiche!!! Ich bitte Sie, ist es Sinn und Zweck eines Leistungskurses Parallelen zwischen Gretchen und einem Bildzeitungsartikel zu finden?
So könnte ich noch weitere Beispiele aufzählen von Situationen, in denen ich mich frage, was mir meine Lehrerin eigentlich beibringen will, wenn wir Antigone ebenso lange behandeln wie den Faust... Mir persönlich fehlt in diesem Unterricht einfach das Niveau und die relative Objektivität – oder aber eine Subjektivität, welche auf die Individualität des Schülers eingeht, ohne ihn zu übervorteilen oder zu benachteiligen... Aber es geht halt auch anders. Es gibt Deutschlehrer, welche keine festgefahrene Meinung haben – die es schaffen, den Unterricht spannend zu gestalten und den Schülern den Spaß an der Literatur zu vermitteln. Sie können die Texte verständlich machen und animieren... animieren zum Lesen und selbst Schreiben. Sie erheben einen Anspruch an den Schüler, welchen er gerne erfüllen will, weil er ihm nicht sinnlos vorkommt und dort lernt er um einiges mehr, als wenn er unwillig in den Unterricht geht, seine Zeit absitzt und wünscht, ein Flugzeug würde auf die Lehrerin hernieder stürzen oder sie würde sonstwie ausradiert werden... Gute Lehrer sind leider rar, denn je länger sie im Schuldienst tätig sind, um so mehr verrennen sie sich in ihre Standpunkte. Zumal der Lehrerberuf ja auch sehr anstrengend ist und junge Lehrer sind zumeist übermotiviert, während ältere schon resigniert haben. Das ist des Schülers Nachteil.
Ich möchte nicht abraten von einem Deutsch-LK, denn manchmal hat man mit dem Lehrer Glück oder aber einem ist der Lehrer völlig egal. Oder man kann schreiben und nutzt dieses einfach, um in Klausuren die Meinung des Lehrers wiederzugeben. Es ist halt nur ein Risiko – in Mathe ist ein Ergebnis entweder falsch oder richtig, aber Kafkas Texte (zum Beispiel) haben zum Teil beinahe hundert verschiedene Interpretationen und vielleicht wählt man eine, welche dem Lehrer nicht geläufig ist... Ein Deutsch-LK kann Spaß machen und förderlich sein, und wenn man sich mit dem Lehrer gut stellt, ist es auch nicht wirklich schwierig einigermaßen gute Noten zu bekommen... man hüte sich vor Rebellion!! Die Hausarbeiten können zum Teil recht umfangreich sein, doch wenn man den LK Deutsch wählt, wird dies ja wohl aus Interesse und Lust am Schreiben geschehen sein (im Idealfall, ich kenne auch Leute, die ihn nur gewählt haben, weil sie wußten, daß sie hier weniger lernen brauchen als für Bio und dafür mehr rumspinnen dürfen). Also hat man damit durchaus gerechnet und findet diese Tatsache auch nicht weiter schlimm...
... Deutsch-LK: etwas für risikobereite, faule Leute, welche mit Worten umgehen können... oder auch nicht – also wenn ich sehe, welche Deppen bei mir mit im Kurs sitzen... gute Noten kann man sich in Deutsch immer holen (Hinweis: der Deutsch-Grundkurs kann schwerer sein als der LK – das ist tatsächlich alles eine Sache der Lehrereinstellung...)
cave animum a Beaten Angel
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09.06.2002 18:51
Also ich kann dir in vielen Punkten nur zustimmen, denn ich hatte auch Deutsch LK - aber aus anderen Gründen... ich konnte und kann nämlich nicht viel und da bot sich Deutsch als Alternative an, dass Abitur bestehen zu können. Sinniger Weise war der zweite LK dann Geschichte - also die Kombination der "Idioten"... Ich lag nie auf einer Wellenlänge mit meiner Lehrerin (Feministin ohne Ende) und sah vieles auch anders und ihr passte meine Einstellung zu vielen Dingen nicht. Ich habe grundsätzlich nur das Nötigste getan und mich mündlich fast nie beteiligt, wenn ich denn da war. Auch mein Interesse zum Thema Nationalsozialismus fand sie weniger berauschend, weil sie der Ansicht war, ich würde mich zu sehr mit so schweren Themen beschäftigen und als sehr introvertierter Mensch war ich sozusagen das Sorgenkind... naja, sie meinte es im Grunde nur gut, aber die Interaktion zwischen uns war sehr eingeschränkt... Dennoch ist dieser LK absolut zu empfehlen... Greetinx! Helge
18.04.2002 17:14
ui das mit den Meinungsverschiedenheiten kenn ich auch zwischen meinem Deutschlehrer und mir.naja thats live..ich denk mir dann einfach leck m...und halt meine KLappe.mit dem hat das echt keinen Sinn zu diskutieren oder dem irgentwas zu erklären...*gg* der kriegt nur wieder nen roten kopf*lach* aber schöner Bericht....liebe Grüße Sweety!
09.03.2002 00:20
Ich hab den GK gewählt, weil ich mit Deutsch noch nie was am Hut hatte. Ich war und bin immer so bei 7 Punkten. Allerdings hab ich eine Lehrerin bekommen, die für ihr Leben gerne liest. Logisch das wir da mindestens 3 Bücher pro Semester lesen müssen. *heul*