Ich habe im Dezember vergangenen Jahres ein Schulpraktikum bei der Deutschen Bahn Station und Service AG im Bahnhofsmanagement Hannover gemacht. Meine Erfahrungen würde ich nun gerne mit euch teilen:
3. Dezember 2007
Um 8:30 Uhr wurde ich von Herrn H. im Bahnhofmanagement in Empfang genommen und in die Arbeit eingewiesen. Hinterher wurde ich im Bahnhofsmanagement herumgeführt und um 9 Uhr auf dem Gleis 4 an Frau B. weitergegeben. Gemeinsam luden wir eine schwer behinderte Frau im Rollstuhl mit einer speziellen Hebebühne aus dem ICE heraus und mussten im Anschluss mit ihr über den Aufzug auf ein anderes Gleis hinauffahren. Am Gleis angekommen wurde die Frau wieder mit der Hebebühne in ihren Anschlusszug gehoben und vom Zugpersonal in auf ihren Platz gewiesen. Als der Auftrag erledigt worden war, ging ich gemeinsam mit Frau B. weiter in die Aufsicht auf Gleis 4, wo wir uns über das Intranet der Deutschen Bahn, kurz IRIS (Internes Reisenden-Informationssystem) genannt über die nächsten Züge und deren Verspätungen informierten. Nachdem wir uns über die IRIS auf den neuesten Stand gebracht hatten, mussten wir noch einige Zeit am Gleis Auskunft über Verspätungen und Anschlusszüge an die Kunden weitergeben, bevor wir uns so gegen Viertel vor 12 eine kleine Pause im Aufenthaltsraum genehmigen konnten. Nach unserer Pause kam dann um 12:10 Uhr der nächste Auftrag: Wieder musste einer schwer behinderten Frau beim Umstieg geholfen werden - diesmal hatte ich aber die Aufgabe, alleine mit ihr auf das andere Gleis zu fahren. Als wir damit fertig fahren, führte mich Frau B. dann noch durch den gesamten Rest des Hauptbahnhofes und zeigte mir auch Lager und Katakomben, welche ein Reisender beispielsweise niemals zu Gesicht bekommt. Um 13 Uhr machte sie dann Feierabend und ich wurde an Herrn W. weitergegeben. Mit ihm musste ich dann noch in der Aufsicht arbeiten und den Servicepoint unter die Lupe nehmen. Das ging dann noch bis 16 Uhr so weiter.
Um 16:10 Uhr verabschiedete ich mich und trat meinen Heimweg an.
Mein erster Eindruck: Die Arbeit an sich hatte ich mir anders vorgestellt, heute hatte sie nicht so viel mit meinem eigentlichen Berufsfeld "Kaufmann für Verkehrsservice" zu tun. Ich arbeitete eher als Hilfskraft am Bahnhof. Mein Praktikumsplan sieht auch bis einschließlich Donnerstag nicht viel anders aus. Erst ab Freitag könnte es dann interessant werden. Deshalb bin ich schon etwas enttäuscht und hätte, wenn ich das so vorher gewusst hätte, höchstwahrscheinlich nicht die Bahn für mein Betriebspraktikum gewählt.
Hinterlassener Eindruck: Bei den Kollegen, die mit mir intensiv zu tun gehabt haben, habe ich allem Anschein nach, einen guten Eindruck hinterlassen, da ich viele interessante Fragen gestellt habe und alle mir aufgetragenen Aufgaben mit vollem Einsatz bewältigt habe. Bei den Angestellten, die ich eher zwischenzeitlich gesehen habe oder mit welchen ich über einen kurzen Zeitraum (max. 10 Minuten) den Raum geteilt habe, dürfte ich das genaue Gegenteil erzielt haben, da ich da eher zurückhaltend und schüchtern gewirkt haben muss. Herr W. sagte mir kurz vor meinem Weggang, dass ich eine ordentliche Leistung abgeliefert hätte.
Fakten:
Meine tägliche Arbeitszeit, mit Ausnahme von heute und Freitag, dem 14.12. beträgt 8 Stunden. Um 8 Uhr beginnt der Arbeitstag und um 16 Uhr endet er. Heute ging er erst um 8:30 Uhr los. Am letzten Praktikumstag ist sogar schon um spätestens 13 Uhr Schluss. Eine feste Pause gibt es für mich nicht.
Die Kollegen mit denen ich zu tun habe, tragen eine blaue Uniform und rote Mützen mit der Aufschrift "DB Service". Diese Kleidung ist Pflicht. Wird sie nicht getragen, so kann das Konsequenzen mit sich führen. Ich als Praktikant laufe zivil rum, aber habe ein Clipschild mit dem Logo der Deutschen Bahn und der Aufschrift "Praktikant".
Nach einer vollendeten Ausbildung ist eine Übernahme in Hannover nahezu ausgeschlossen. Ausgelernte Kaufleute werden dann in andere Bahnhöfe versetzt, obwohl der Hauptbahnhof Hannover laut Aussage einiger Kollegen Personalmangel hat.
4. Dezember 2007
Heute begann mein Arbeitstag bereits um 8 Uhr. Ich meldete mich beim DB GepäckCenter im Hannoverschen Hauptbahnhof und wurde von den dort zuständigen Kollegen wieder auf das Gleis 4 geschickt. In der Aufsicht auf dem Bahnsteig nahm mich dann Herr P. in Empfang. Von ihm lernte ich, wie die verschiedenen Züge (S-Bahn, Regionalbahn, Regionalexpress, InterCity, InterCityExpress, etc...) gereiht sind und in welchem sie zu einem bestimmten Zielbahnhof fahren. Um 9 Uhr kam dann der erste Auftrag: Wie auch schon gestern mussten gehandicapte Personen von uns mit einem Hublift auf ein anderes Gleis gebracht werden. Solche Aufträge prägten meinen zweiten Arbeitstag bei der Bahn, bestimmt fünf oder sechs an der Zahl waren es. Bei einem Kunden jedoch wurde es etwas brenzlig. Ich bekam die Aufgabe zugetragen, ihn vom Gleis 9 über den Aufzug und die Bahnhofshalle auf das Gleis 4 zu bringen, da er dort einen Anschlusszug erwartete der bereits 12 Minuten später abfahren sollte. Als wir am Lift ankamen, hatte der jedoch einen Defekt, weshalb ich mit dem Herrn über den ganzen Bahnsteig und durch den so genannten "Posttunnel" auf das andere Gleis fahren musste. Gott sei Dank hatte der Zug in diesem Falle eine 25-minütige Verspätung, sodass alles glatt laufen konnte. Nachdem die Aufträge erfolgreich abgeschlossen wurden, gab es dann so gegen 14 Uhr eine erste richtige Pause für mich. Um Viertel nach 2 hatte Herr P. dann Feierabend und ich wurde an Herrn Hartmut B. weitergegeben, der von den Kollegen spaßeshalber häufig "Mehdorn" genannt wird. Er erklärte mir den Unterschied zwischen den Zügen der Deutschen Bahn AG und der metronom Eisenbahngesellschaft. Gleichzeitig rief er mir noch einmal ins Gedächtnis auf welcher Strecke der erste Zug in Deutschland eingesetzt wurde (Nürnberg-Fürth) und erzählte von seiner Arbeit bei der Deutschen Reichsbahn in der DDR. Kurz vor meinem Feierabend, so gegen 15:30 Uhr gab es dann noch einmal einen besonders schweren Fall: Gemeinsam mit Herrn B. musste ich kurzfristig einen Behinderten von einem Gleis abholen und auf ein anderes bringen, wo der Anschlusszug schon wartete. Wir hatten exakt 5 Minuten Zeit. Er schob den Rollstuhl samt Fahrer und ich musste die Taschen schleppen. Müde und kaputt konnten wir uns dann hinterher im GepäckCenter niederlassen, dort wo ich meinen Arbeitstag auch begonnen hatte. Um 15:59 Uhr machte ich Feierabend und möchte an meinem zweiten Arbeitstag folgendes Fazit ziehen:
Obwohl heute mehr Stress als gestern war, war ich nicht so nervös und ich fühle mich mittlerweile als Teil des Arbeitsteams. Die Arbeit macht heute auch etwas mehr Spaß, vielleicht auch, weil ich mich schon auf den Freitag in der so genannten 3-S-Zentrale freuen kann, die die gesamten Abläufe koordiniert.
5. Dezember 2007
Der heutige Tag ging für mich im Aufsichtsraum los, von welchem ich meine Tour mit Herrn P., mit dem ich auch gestern unterwegs sein durfte, startete. Diesmal hatten wir die Aufgabe mit den mobilen Serviceanlaufstellen an den Bahnsteigen zu stehen und die Leute über Anschlusszüge zu informieren. Diese mobilen Servicepunkte werden intern nur "Tonne" genannt und werden dann "aktiviert" wenn wichtige Züge (IC und ICE) mit großer Verspätung (ab 20 Minuten) auf den Bahnhöfen einfahren. Zwischen den Einsätzen erklärte mir Herr P., auf welche Signale die Lokführer achten müssen und wie die Stromabnehmer und Weichen funktionieren und in welchen Stellwerken sie eingestellt werden. Außerdem erfuhr ich, dass es eine spezielle Software gibt, die auf den Computern in den Aufsichtsräumen am Bahnsteig installiert ist, womit eingesehen werden kann, wo sich die gesamten Züge, die demnächst am Hauptbahnhof in Hannover erwartet werden gerade befinden.
Zwischen einem "Tonnen-Einsatz" für einen verspäteten ICE von Düsseldorf nach Berlin und einem verspäteten ICE nach Köln\Köln-Bonn-Flughafen (Wagenteilung in Hamm) wurde mir dann die Aufgabe übertragen zwei ältere Damen vom Gleis 10 in die Promenade zu transferieren. Leider war der Aufzug am Bahnsteig 9\10 (intern nur 4 genannt) wieder einmal außer Betrieb, weshalb es wieder durch den Posttunnel ging. Als wir nach knapp 10 Minuten auf dem Bahnsteig 7\8 ankamen, nahmen wir dann dort den Fahrstuhl und die Damen konnten in der Promenade von anderen Kollegen in Empfang genommen werden.
Um kurz nach 2 hatte Herr P. dann wieder Feierabend und ich wurde an Frau S. weitergegeben. Mit ihr musste ich dann wieder an den mobilen Servicepunkt auf das Gleis 9 und Auskunft über den nächsten verspäteten Berliner ICE geben.
Danach hatte ich dann noch mal einen alleinigen Einsatz: Einer Frau musste beim Einstieg in den InterCity nach Stettin (Polen) geholfen werden, bei dem ich gerade so noch raus hüpfen konnte - sonst hätte ich einen Kurztrip bis Wolfsburg machen müssen. Dann war mein Arbeitstag schon wieder beendet.
Herr P. und Frau S. hatten am Ende nur noch lobende Worte für mich.
6. Dezember 2007
Wie jeden Tag sollte mein Arbeitstag heute um Punkt 8 beginnen, leider fuhr mir mein Bus vor der Nase weg und der Nächste kam mit Verspätung an meiner Haltestelle Stolzestraße an, so dass ich mit einer Verspätung von ungefähr 6 Minuten im Betrieb ankam. Der ServiceTeamChef (STC) schickte mich auf die 4 (Bahnsteig 9\10), wo ich nach ungefähr 15 Minuten von Herrn T. abgeholt wurde.
Herr T. hatte jedoch nicht wirklich viel über die Bahn zu berichten und zeigte sich auch nicht interessiert an mir, weshalb ich mich dann an den Kollegen Patrick in der Aufsicht wendete.
Um kurz nach 9 kam dann der erste Auftrag für uns. Eine Kundin kam zu uns in die Aufsicht und meinte, sie hätte am anderen Ende des Bahnsteiges eine psychisch labil wirkende Frau angetroffen, die "völlig aufgelöst" sei. Dort angekommen schrie sie einfach so in die Ferne blickend und erzählte irgendetwas von einer Krebsstiftung und Leuten die das dorthin gespendete Geld einfach so einstecken würden etc. Als Patrick sie anspricht wirkt sie aber völlig normal und spricht auch in normaler Tonlage. Sie meint, dass diese Dinge einfach rausmüssen und bittet um Entschuldigung. Später fängt sie auf einmal an, laut Richtung Himmel zu beten und zu fluchen und ihre Schuhe auszuziehen. Bevor sie sich noch was antut oder sich noch mehr entblößt, rufen wir auf direktem Wege die Bundespolizei, welche sich auch in unserem Gebäude befindet. Als Meldungsgrund geben wir "Suizidgefahr" an. Die Frau wird abgeführt und muss sich wahrscheinlich auf ein psychisches Gutachten gefasst machen.
Hinterher, wir haben es mittlerweile halb elf, bekomme ich von Patrick kurze Zeit frei, da meine Mutter auf dem Bahnsteig gegenüber (11\12) ihren Freund Torsten abholt, der im InterCity aus Berlin (Richtung Flughafen Amsterdam) sitzt, der schließlich um 10:37 Uhr den Hauptbahnhof Hannover erreicht. Ich grüße beide kurz und flitze zurück auf den Bahnsteig 9\10, wo mich bereits Frau B. erwartet.
Frau B., welche mich bereits an meinem ersten Tag begleitet hatte, überträgt mir die Aufgabe ein so genanntes i:c-kurier (InterCity-Kuriergut) aus einem Zug am Gleis 9 in einen anderen Zug der bereits abfahrbereit auf dem vierten Gleis steht zu bringen. Die Aufgabe wird problemlos absolviert, bevor Frau B., Herr T. und auch Patrick dann gemeinsam mit mir bis 14 Uhr ereignislos in der Aufsicht sitzen, in welcher wir die aktuellen Verspätungen in Berlin, Köln und München beobachten. Um 14 Uhr beginnt dann die Schicht von Herrn P., er hat mir sogar ein richtiges DB-Namensschild mitgebracht, welches ich jetzt tragen darf. Mit ihm muss ich wieder die "Tonne" führen, da die verspäteten Züge aus Berlin, Köln und München nun Hannover erreicht haben. Der Berliner Zug hat sogar ganze 50 Minuten Verspätung. Mit dieser Aufgabe sind wir nun bis einschließlich 16 Uhr beschäftigt, ich darf endlich Feierabend machen und mich auf die 3-S-Zentrale freuen, in welcher ich dann morgen ab 8 Uhr sitze.
7. Dezember 2007
Heute war ich in der so genannten "3-S-Zentrale" tätig. Die drei S stehen für Sauberkeit, Sicherheit und Service, welche an allen Bahnhöfen in der Bundesrepublik Deutschland, das Non-Plus-Ultra sind.
In der 3-S-Zentrale laufen alle Aufträge, die die DB Station & Service AG Hannover bekommt zusammen. Jeder Not- oder Inforuf der auf den Bahnhöfen in und um Hannover bis hin zu Goslar, Göttingen oder Dorfmark ausgelöst wird landet dort auf dem Headset eines DB-Angestellten. Zudem kann man von hier aus alle Kameras steuern und bedienen, welche dem Bahnhofsmanagement Hannover zugeordnet sind. Absolute Hoheit hierüber hat jedoch die Bundespolizei.
Mein Arbeitstag begann hier wie üblich um 8 Uhr. Herr M. zeigte mir alle wichtigen Geräte und erzählte mir so einiges über die 3-S-Zentrale und deren Aufgabenfelder (siehe oben).
Um Viertel nach 9 kam dann Herr G., mein Klassenlehrer zu Besuch. Auch er erhielt von Herrn M. einen Einblick in die 3-S-Zentrale und hinterher zeigte ich ihm das DB-Reisezentrum, die DB-Lounge, die Posttunnel-Verbindung und erklärte ihm den Taktfahrplan. Nach einer guten halben Stunde ging Herr G. wieder und ich flitzte zurück in die 3-S-Zentrale.
Kurz bevor Herr G. im Bahnhof eintraf, war zwischen den Bahnhöfen Eschede und Goslar eine Leiche gefunden worden, was den Arbeitsablauf etwas durcheinander brachte. Ich konnte Herrn M. nur noch zuschauen, weil ich nicht stören wollte, bevor ich um kurz vor 4 das Bahnhofsgelände und meinen Kurzzeitarbeitgeber in Richtung Wochenende verließ.
Mein Fazit nach der ersten Arbeitswoche bei der Deutschen Bahn:
Die Kollegen geben sich großenteils wirklich Mühe und investieren viel Zeit, mir die Dinge plausibel zu erläutern. SEHR GUT
In Herrn P. haben mir die Chefs und Kollegen wirklich den besten "Lehrer" zu Seite gestellt, der sogar seine Pausen meinetwegen verschiebt und mir extra zu Hause am PC ein Namensschild bastelt. GROSSES PLUS
Herr T. war nur für Privatzeugs zu haben und verhielt sich mir und meinem Interesse an der DB nicht fair gegenüber. GROSSES MINUS
Der Arbeitstag in der 3-S-Zentrale war zu monoton. NEUTRAL
Insgesamt war also alles in einem Wort: ZUFRIEDENSTELLEND
11. Dezember 2007
Nach einem erholsamen Wochenende und einem arbeitslosen Montag (Arzttermin) begann die zweite Arbeitswoche für mich erst am heutigen Dienstag. Ich meldete mich um kurz vor 8 in der Verkehrsstation, einem Büro in der Chefetage, bei Herrn B.. Gemeinsam mit ihm sollte es heute richtig auf Achse gehen, da ich für den Außendienst eingeteilt worden war und wir in einigen Bahnhöfen die Abfahrts- und Ankunftstafeln mit dem neuen Jahres- oder Winterfahrplan der Deutschen Bahn aushängen sollten.
Um 9 Uhr fuhren wir los und kamen so gegen halb 10 auf unserem ersten Bahnhof, dem in Lehrte an. Wir putzten die Vitrinen, entsorgten alte Warnschilder und Fahrpläne, tauschten diese gegen neue aus, zählten hinterher noch die Laternen an den Bahnsteigen und führten Protokoll. Dasselbe taten wir dann noch in Aligse (bei Lehrte), Burgdorf, Otze (bei Burgdorf) und Ehlershausen.
Um 14:40 Uhr kamen wir dann erschöpft von der vielen Arbeit endlich wieder im Hauptbahnhof Hannover an. Wir meldeten die geschafften Bahnhöfe bei der 3-S-Zentrale an, gaben die Bescheinigungen ab und ließen das Fahrtenbuch abchecken.
Insgesamt waren wir mehr als 80 Kilometer gefahren. Schließlich machte Herr B. um halb 4 Feierabend, weshalb ich heute auch eher den Heimweg antreten durfte.
Morgen geht es dann um die Infrastruktur und die DB-Immobilien, da bin ich mal gespannt.
12. Dezember 2007
Bereits um 7:50 Uhr kam ich heute im Hauptbahnhof an. Auf meinem Praktikumsplan stand "Infrastruktur und Immobilien", wobei ich keine Ahnung hatte, worum es da eigentlich ging. Als ich mich in der Verkehrsstation bei Herrn S. und Herrn B. meldete, hatte ich dann aber schon eine leise Vorahnung.
Auf dem Tisch lagen Unmengen von Abfahrts- und Ankunftsplänen, welche im Hannoverschen Hauptbahnhof ausgehängt werden mussten. Natürlich waren sich die Herren zu fein für diese Arbeit, also mussten Steven Q. (Azubi) und ich ans Werk.
Um 9 Uhr fingen wir in der Eingangshalle vor dem Servicepoint an und arbeiteten uns bis 14 Uhr durch den ganzen Bahnhof durch. Das ReiseZentrum, die Bahnsteige, die Flächen vor den Aufzügen. Als wir endlich fertig waren, kam dann jedoch der nächste Schock. Auch die Wagenstandsanzeiger und die Baustellen-Informationen mussten ausgehängt werden. Wieder fingen wir vorne an und hörten hinten auf.
Zum Glück dauerte der ganze Spaß dann nur noch eine Stunde. Um 15 Uhr setzte ich mich dann neben Herrn S. ins Büro und schaute ihm über die Schulter. Er erklärte mir noch einige Computerprogramme und füllte einige Bescheinigungen aus. Danach unterhielt ich mich mit ihm noch ein wenig über die Bahnstreiks der GDL in den letzten Monaten und er erläuterte mir seine Meinung, die für mich überraschender Weise relativ neutral ausfiel.
Schließlich machte ich um 16 Uhr Feierabend und setzte mich in meinen Bus.
Morgen geht es dann in die Bismarckstraße zum regionalen Ansagedienst. Vorher soll ich mich jedoch noch einmal in der Verkehrsstation blicken lassen.
13. Dezember 2007
Heute sollte ein ungeahnt anstrengender Tag für mich werden. Als ich heute früh in der Verkehrsstation ankam und mich erkundigen wollte, wer mich denn zu den regionalen Ansagern in die Bismarckstraße bringe würde, schickte mich Herr S., der dort leitende Kollege wieder mit Herrn B. mit, jedoch nicht damit mich dieser in der Bismarckstraße absetzt, sondern damit ich ihm wieder beim Fahrplanaushängen helfe. Natürlich hatte ich außer einem "Ja, meinetwegen" keine andere Möglichkeit. Um Punkt 9 Uhr saßen wir wieder in unserem Frankfurter Opel Astra auf dem Weg nach Celle.
Nach gut einer Stunde Autofahrt, d.h. um 10 Uhr kamen wir in Celle an. Herr B. nahm die Wagenstandsanzeiger und die Schlüssel für die Vitrinen, und ich nahm die Abfahrts- und Ankunfts-, sowie die Baustellen- und Änderungspläne mit. Wir begannen in der Bahnhofshalle. Dort mussten jeweils vier Abfahrts- und vier Ankunftspläne, sowie das Nichtraucher-Hinweisschild und eine Hausordnung hingehängt werden. Hinterher gingen wir auf den so genannten Hausbahnsteig, einem Bahnsteig auf dem keine Züge fahren. Ein solches "Gleis 0" gibt es auch in Hannover, was kaum bekannt ist. Vom dem Bahnsteig aus, zählten wir wieder die Laternen, diesmal die vom Bahnsteig 2/3. Als wir damit fertig waren, gingen wir auf eben diesen Bahnsteig, um dort wieder die Pläne zu wechseln.
Danach folgten noch die Wechsel auf den Bahnsteigen 4/5 und 6/7. Außerdem zählten wir auch auf diesen beiden Steigen wieder die Laternen. Als wir auch diesen Job erledigt hatten, hatten wir es bereits 13:30 Uhr und wir setzten uns zur Pause in die örtliche Bahnhofsmission. Um 14 Uhr dann fuhren wir zurück nach Hannover, kamen dort um 15 Uhr an, Herr B. machte Feierabend und ich durfte es ihm gleichtun.
Somit war auch der "letzte richtige Arbeitstag" für mich beendet.
Der letzte Arbeitstag, wenn man ihn so nennen möchte, war eigentlich überhaupt gar kein richtiger. Um 8 Uhr war ich wieder im Bahnhofsmanagement, wo dem Azubi Steven Q. und mir Aufsteller gegeben wurden, welche wir ihm Bahnhof aufstellen sollten. Nach knapp einer Stunde war die Arbeit erledigt, ich unterhielt mich noch gute drei Stunden mit Herrn S. und dann ging ich um 12 Uhr zum Abschlussgespräch.
Dort wurde mir eine Bescheinigung überreicht und mein Praktikum durchgesprochen, bevor ich um 12:20 Uhr den Heimweg antrat.
Ich hoffe der Bericht hat euch gefallen
Viele Grüße
Euer wiljamhazel (C) 2008
29.07.2012 08:07
bh
28.07.2012 14:17
bh nachlieferung
22.07.2012 14:00
bh für die super ausführlichkeit