Deutscher Jagdterrier

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Also ich hab meinen Charly mit ein halben Jahr bekommen. Eigentlich gehörte er meiner Freundin, doch die wurde schwanger und wusste dass er bei mir (und all meinen anderen Viechern) in gute Hände kommt. Sie selbst hat ihn über einen angeblichen Tiervermittler aus den Ost-Staaten gekauft und ... Bericht lesen





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Charly und ich (pers. Erfahrungen, Fazit, allgem. Fakten)
Erfahrungsbericht von SexyCinderella über Deutscher Jagdterrier
24.04.2009


Produktbewertung des Autors:   


Pro: lebendig, intelligent, verspielt, charkterstark, anhänglich
Kontra: individ .  Jagdtrieb , sehr dominant, benötigt viel Bewegung und Training

Empfehlenswert? nein 

Kompletter Erfahrungsbericht

Also ich hab meinen Charly mit ein halben Jahr bekommen. Eigentlich gehörte er meiner Freundin, doch die wurde schwanger und wusste dass er bei mir (und all meinen anderen Viechern) in gute Hände kommt. Sie selbst hat ihn über einen angeblichen Tiervermittler aus den Ost-Staaten gekauft und dachte er sei so was wie ein kleiner Schäferhund *ggg*. Ihr wurde erzählt er sei vor der Gaskammer gerettet worden.
Ich hab ziemlich schnell rausbekommen, was genau der kleine Racker war. Auffallend war sein Stummelschwanz. Ich frage mich noch heute ob die Gaskammer-Story stimmt, denn wieso hätte sie dann das Schwänzchen kappen sollen?!

Die Welpentage waren toll. Ich nahm ihn mit zu meinen Pferden, mit in meinen Hasenfreilauf, mit zu den Ziegen. Überall ging er mit mir hin. Er hatte vor nichts Angst und machte jede Menge Unfug. Die Ziegen jagte er ein Wenig, die Hasen fing er mit seinen Pfoten. Selbst mit meinen Deugs und Chinchillas rannte er in der Bude herum. Denen macht er übrigens auch heute noch nichts. Einzig mit der Ziege legt er sich wirklich an, was jedoch daran liegt dass sich beide provozieren.
Wir sind mit ihm über zwei Jahre jeden Samstag in die Hundeschule gegangen, er hat nur leider nicht die Begleithundeprüfung machen können weil er an dem Tag krank war und ich meinen Mann verlassen habe. Aber damals war er so weit trainiert dass wir sofern wir die Prüfung abgelegt hätten, noch mit in die Schutzhundausbildung nehmen wollten. Leider wurde ich jedoch auch schwanger und dann fehlte die Zeit und somit fiel letzteres ganz flach. Nachdem meine Tochter auf der Welt war hatte ich für Charly nicht besonders viel Zeit und auch die Hundeschule war nicht mehr wahrzunehmen. Dann wurde ich auch noch ein 2. Mal schwanger und hatte wieder keine Zeit für den Racker. Aber: die ganze Zeit über hat er immer auf mich und meine ungeborenen Babies aufgepasst - er legte immer seinen Kopf auf meinen Bauch und war ganz erschrocken wenn etwas von drinnen nach draußen trat. Als die Kleinen auf der Welt waren entwickelte er sehr starke Beschützerinstinkte und bei Luca legte er sich sogar immer mit in die Wiege. Ich musste eher aufpassen dass er den Kleinen vor lauter Kuscheln nicht erstickt als dass er ihn beissen würde. Ich hatte nie das Gefühl dass er eifersüchtig ist, nur dass er zu kurz kam und das tat und tut mir auch heute noch leid.

Jetzt sind meine beiden Kiddies 29 und 19 Monate und ich habe leider das Problem dass Charly sie immer mal wieder ins Gesicht zwickt weil sie ihn momentan nur noch ärgern (zumindest wenn wir nur in der Wohnung sind). Wenn wir zu meinen Eltern gehen und der Hund den ganzen Hof hat, dann passiert nix, aber in der Wohnung hat er einfach zuwenig Platz und geht dann lieber in die Offensive. Ich sehe das nicht gerne und daher schaue ich dass er immer wieder Zeiten hat, wo die Kleinen ihn nicht bedrängen können. Doch auch jetzt passt er noch immer auf seine Kinder auf wenn ich sie im Kinderwagen mal kurz vor der Türe stehen lasse und er am Wagen angebunden ist.
Mein Opa, passionierter Jäger, ist jedes Mal wieder begeistert wenn er meinen Charly sieht. Er konnte es nicht glauben dass man einen solchen Hund ohne die gängigen (recht grausamen) Methoden der Jäger zum Gehorsam erziehen kann. Aber es geht. Allerdings kostet es viel Zeit, Konsequenz und einiges an Nerven. Immer wieder gibt es Rückschläge, wenn Charly zum Beispiel beim Spazierengehen doch mal den Jagdhund raushängen lässt und erst dann wieder kommt wenn ich ihn abgerufen habe und dann in die andere Richtung springe. Aber alles in allem hört er gut. Allerdings muss ich nun auch wieder sehr viel Zeit in sein Training investieren und ihn auch geistig wie körperlich auf Trab halten. Mit zwei Kindern ist das echte Knochenarbeit. Aber es lohnt sich, denn er würde für mich sterben. Wenn ich arbeiten war ist er den ganzen Tag bei meinen Eltern an der Türe gelegen und hat auf mich gewartet. Wenn ich mit ihm alleine spazieren gehe, dann blüht er richtig auf. Ich denke auch dass die Sache mit den Kindern entspannter wird wenn sie groß genug sind um zu begreifen wie man mit Charly spielen und umgehen muss.

Leider hat Charly einen Herzfehler und ist daher ein wenig gehandicapt, denn sobald er sich zu sehr verausgabt hat er eine richtige "Herzhusten-Attacke". Er muss jeden Tag seine Medizin nehmen und ich muss ihn zwischendurch immer wieder bremsen, denn sein Temperament geht öfters mit ihm durch wenn er Katzen oder Vögel hinterm Zaun jagt oder mit den Kindern Fange spielt.
Kaputt gemacht hat er mir bisher nur Decken, in die er sich reingewühlt hat und dann begann genüsslich an den Ecken herumzukauen. Das Einzige was er auf jeden Fall "umringt" sind Spielsachen. Zuerst wird das Quietschen ausgebaut und dann kommt die Füllung dran. ei Hartgummi-Quietschern kann es vorkommen dass er die abgebissenen Teile dann auch bisweilen mal frisst, der olle Dummhund. Wenn er sehr, sehr aufgeregt ist, dann macht er mir bisweilen auch in die Wohnung, aber ansonsten kann man ganz gut mit ihm in einer 3Zi.Wohung mit einem kleinen Auslauf wohnen. Zum Auspowern sollte man jedoch mindestens 1 Std. spazieren gehen
oder ihn im Garten meiner Eltern springen lassen. Immer wieder machen wir auch Gehorsamsübungen (Sitz, Platz, Hier, Fuß) und spielen "Leckerlies suchen", ball apportieren etc.

Charly hat in seinem Leben zweimal Glück gehabt. Zum ersten Mal als man ihn mir brachte und zum zweiten Mal als ich seinen Herzfehler rechtzeitig erkannte und eine entsprechende Medikation veranlasste. Bei einem Jäger wäre er so wohl nicht besonders alt geworden, denn er hätte seinen Zweck nicht erfüllen können.
Er ist ein komplizierter Hund und ich will bestimmt nie wieder einen Jagdterrier, aber ich liebe ihn über alles und werde ihn eines Tages, wenn er nicht mehr ist, mehr vermissen als mir lieb ist.

Mein Fazit:

Ich denke ein Jagdhund wie der Deutsche Jagdterrier ist kein Hund für die Stadt und kein Hund für Menschen, die sich nicht mit Hunden auskennen.
Er braucht seine Bewegung ebenso sehr wie geistige Beschäftigung. Auch wenn man ihn mit einiger Mühe zu erziehen vermag, so bleibt er doch durch und durch Terrier, sprich er möchte immer wieder genau wissen wo seine Grenzen sind. Somit ist Erziehung ein absolutes Muss.
Grundsätzlich bin ich der Meinung dass ein solcher Hund unbedingt in die Hände eines Jägers gehört, da er nur dort wirklich den Zweck erfüllen kann, für den er ursprünglich gezüchtet wurde.

Einige allgemeine Daten und Fakten zum Deutschen Jagdterrier:

Größe: bis zu 40 cm groß
Gewicht: bei Rüden 8,5 bis 10 kg, bei Hündinnen 7 bis 9,5 kg
Aussehen: Das Fell ist dicht, glatt oder rau. Die Fellfarben sind Farben schwarz, dunkelbraun oder schwarzgrau meliert mit rotgelben, scharf abgegrenzten Abzeichen. Hoch angesetzte Ohren, welche ein ein leicht anliegendes Kippohr anzeigen.

Mit seinen langen, kräftigen Fang verfügt der Deutsche Jagdterrier über ein starkes Gebiß. Er hat sich durch seine hervorragende Nase einen Namen gemacht. Besonders hervorragend eignet sich der Jagdterrier in der Wald- und Bodenjagd als guter Stöberhund. Sehr gut arbeitet er als Schweißhund und Verlorenbringer leichten Wildes.
Er verfügt über eine angeborene Schärfe und Härte wie auch einen recht ausgeprägte Freiheits- und Bewegungsdrang und eine Hartnäckigkeit , die ihres Gleichen sucht.
Beim Deutschen Jagdterrier handelt es sich um einen robusten und arbeitsfreudigen Hund, welcher ausschliesslich zum Zwecke der Jagd gezüchtet wurde. Mit seinem hohen Bedürfnis nach Bewegung und Beschäftigung gehört er unbedingt in die Hände von Menschen die ihm diese in ausreichendem Maße verschaffen und die nötige Konsequenz in der Führung dieses Hundes besitzen.
Er ist definitiv nicht als reiner Haus-, Hof- oder Familienhund geeignet.

   

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