Dhow-Fahrt im Fjord von Khasab, Khasab

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Dhow-Fahrt im Fjord von Khasab, Khasab

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Erfahrungsbericht über "Dhow-Fahrt im Fjord von Khasab, Khasab"

veröffentlicht 15.05.2017 | AnjaS911
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Ausgezeichnet
Pro Atemberaubende Landschaft...
Kontra ...
besonders hilfreich
Reisebudget pro Tag:
Empfohlene Reisezeit:
Unterwasserwelt:
geeignet für:

"..arabische.fjorde..."

Dhau-Fahrt im Fjord von Khasab...

Dhau-Fahrt im Fjord von Khasab...

An Tag 3. unserer Orient-Kreuzfahrt erreichten wir morgens gegen sieben Uhr den Hafen von Khasab. Der Blick auf die direkt vom Gebirge umgebene Stadt war einmalig. Da die von etwa 20.000 Einwohnern bevölkerte Hafenstadt Khasab nach meinen Vorab-Recherchen wohl nicht wirklich viel zu bieten hat - entschlossen wir uns für einen der angebotenen Ausflüge, nämlich für die Dhau-Fahrt.

Eine Enklave…

Khasab, im 17. Jahrhundert als Verladehafen für Datteln und Wasser für die portugisischen Schiffe konzipiert ist die größte Stadt von Musandam, einer Enklave des Oman, welche am nordöstlichen Zipfels des Sultanats an der Straße von Hormus gelegen ist. Musandam – mit mit seiner Fläche von 1.800 Quadratkilometern und insgesamt etwa 28.000 Einwohnern – hatte – bis im Jahr 1997 die moderne Küstenstraße gebaut wurde - keine Landverbindung zum Rest des Omans. Dubai kann man nun in drei Stunden erreichen. Zwischen Musandam und dem Oman besteht ein Abstand von circa 100 km durch die Vereinigten Arabischen Emirate. Bis ins Jahr 1992 war die Halbinsel Musandam ein militärisches Sperrgebiet und völlig isoliert und abgeschieden. Die Haupteinnahmequellen von Khasab sind neben dem Tourismus (für Touristen aus den Emiraten ist Khasab ein beliebtes Ziel für ihren Wochenendausflug) und dem Fischfang auch der Warenumschlag der iranischen Schmugglerbotte.

Der kleine Hafen, in dem wir anlegten, befindet sich etwas außerhalb der Stadt gelegen, schätzungsweise 5 km dürften es sein. Taxis – es soll cum die 5 Taxis in Khasab geben - fanden sich hier keine und den Weg in die Stadt hätte man, da hier kein Shuttlebus zur Verfügung gestellt wurde, zu Fuß zurück legen müssen… In der Stadt soll es ein nettes, sich etwas im Landesinneren in einem Fort befindliches Museum, einige Einkaufszentren, einen kleinen Flughafen, der täglich von Muscat aus angeflogen und ein paar Restaurants geben. Nicht wirklich etwas, das man unbedingt sehen muß. Khasab auf eigene Faust ist aufgrund der eher etwas dürftigen Infrastruktur leider nur begrenzt möglich. Wie gut, daß wir einen Ausflug gebucht hatten…

Die Fjorde Arabiens…

„Atemberaubende Fjordlandschaften sind das Hauptmerkmal dieser rauen Landschaft rund um den Hauptort Khasab an der Straße von Hormus. Entdecken Sie die Gegend vom Wasser aus: Bei einer Dhau-Fahrt durch die Fjorde sollten Sie die Augen offen halten. Mit Glück begegnen Ihnen ein paar Delfine“ hieß es in der offiziellen Beschreibung der Reederei.

Eine Dhau…

Schon von unserem Schiff aus konnten wir die gleich nebenan liegenden Dhaus sehen. Eine Dau, auch Dhau ist ein in allen Anliegerländern des Indischen Ozeans zu findender Segelschiffstyp.“ Verrät uns Wikipedia und weiterhin heißt es „ Die Besonderheiten einer Dau sind ein bis drei einteilige Masten mit zum Teil ausgeprägtem vorlichem Fall, großen trapezförmigen Segeln (sogenannter Settee-Besegelung), sowie weit ausfallenden Steven. Eine Dau hat einen ebenen, zuweilen zu einer „Hacke“ ausgeprägten Kiel, der die Abdrift auf Kursen hoch am Wind verringert. Während ursprünglich Planken untereinander und mit dem Spant mit Kokosfasern verschnürt wurden, ist diese Technik durch das Nageln verdrängt worden.“

Alle Mann an Bord…

Wir hatten uns für die Tour am Vormittag entschieden. Und es schien, als hätte ein Großteil der Mitreisenden das ebenfalls getan. Im Theater des Schiffs war der Treffpunkt und von dort ging es runter vom Schiff, einige Meter an Land entlang bis zu den dort liegenden Dhaus. Hier hatte man die Wahl zwischen dem Unter- und dem Oberdeck. Wir begaben uns gleich aufs Oberdeck und suchten uns einen netten Sonnenplatz am Heck des Schiffes aus. Sowohl am Ober- wie auch am Unterdeck konnte man auf Kissen bequem auf dem Boden sitzen. Unsere Touri-Herde hatte sich recht schnell verteilt und los ging es in Richtung des Khor Ash Sham…

Der Khor Ash Sham…

Südlich der Straße von Hormuz, zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel, zwischen dem Arabischen und dem Golf von Oman, liegt der ca. 16 km lange – und somit längste Fjord im arabischen Raum – der Khor Ash Sham mit seinen zerklüfteten Küsten und den eindrucksvollen Steilwänden des Hajar-Gebirges, die bis zu 900m hoch in den wolkenlosen, blauen, arabischen Himmel ragen.

Delfine…

Kaum waren wir im Fjord angelangt, fanden sich auch schon die ersten Delfine, die unser Boot begleiteten. Es war faszinierend, wie diese Tiere so lange neben dem Boot herschwammen. Übermütig eskortieren sie unser Boot und es schien als hätten sie da wirklich Spaß daran. Und auch später trafen wir immer wieder auf diese wunderschönen und so freundlich wirkenden Tiere. Oh, wir hätten Glück, erzählte uns der Kapitän – in den letzten Tagen hätte es nie Delfine zu sehen gegeben…. Nun ja, das glaube ich jetzt weniger, denn die Chance Delfine zu sehen ist hierbedeutend höher als die keine zu sehen... Aber wenn ein Tourist so etwas erzählt bekommt, freut er sich um so mehr :-).

Schriffe Berge und zerklüftete Küsten…

Natur pur! Als absolut faszinierend empfanden wir die die wunderschöne, karge Landschaft. Im Sonnenlicht rötlich schimmernde Felsen und Berge mit ihren unterschiedlichen Gesteinsschichten, an denen sich so gut wie keine Vegetation fand, Buchten und kleine Strände mit klarem, blauen Wasser – es war eine wunderbare entspannte Atmosphäre und trotz der ganzen Touris auf unserer Dhau empfanden wir es als eine ganz eigene, stille Welt mit ihren wunderbaren Sonne-Wolken-Farbspielen…

Die Telegrafeninsel…

An der kleinen Insel Insel Jazirat al-Maqlab, die auch als „Telegraph Island“ bekannt ist, legten wir einen Zwischenstopp ein. Fünf Jahre lang diente Telegraph Island mit seiner im Jahr 1846 von den Briten errichteten Telegrafenstation zur Telekommunikation zwischen Karachi und London. Von der einstigen Telegrafenstation ist jedoch nur noch eine Mauer zu sehen. Hier konnte man nun also baden, was sich ein Großteil der Mitreisenden auch nicht zweimal sagen ließ. Munter wurde im Wasser zwischen den bunten Fischschwärmen geplanscht. Wir hatten keine Lust zum Baden und betrachteten das Ganze vollkommen tiefenetspannt vom Oberdeck aus, bevor unsere Dhau wieder Fahrt auf nahm.

Kleine Dörfer…

Einige kleine Dörfer, in denen zwischen 30 und etwa 150 Menschen leben, befinden sich an den zerklüfteten Küsten. Die Menschen, die hier leben, ernähren sich hauptsächlich vom Fischfang. Elektrizität ist in diesen Dörfern, von denen kein einziges üebr Land zu erreichen ist, vorhanden. Frisches Trinkwasser bekommen die Einwohner kostenlos von der Regierung wöchentlich per Boot geliefert. Damit die ursprüngliche Lebensweise der Fischer erhalten bleibt, werden sie vom Sultan des Omans mit modernen Booten. Und die Schulkinder werden täglich von Schnellbooten abgeholt und nach Khasab gebracht. In der heißen Jahreszeit, in der Tenperaturen von bis zu 50 Grad keine wirkliche Seltenheit sind nd sich das Wasser teilweise auf an die 35 Grad erhitzt – wodurch die Fischschwärme aus dem Fjord ins offene Meer flüchten, verlassen viele der Bewohner ihre Dörfer um in ihre Sommerhäuser nach Khasab zu ziehen. Unvorstellbar wäre es für mich, hier zu leben…

Schmuggler…

Die Gegend von Khasab ist bekannt für Schmuggler. Und auch heute noch wird hier recht rege zwischen dem Oman und dem Iran geschmuggelt. An klaren Tagen erkennt man sogar die in knapp 60 km Entfernung liegende die iranische Küste. Unser Kapitän erzählte uns, dass es sich bei einem Großteil der voll bepackten Schnellbooten überwiegend um persische Schmuggler handeln würde, die auf ihrem Weg nach Khasab Ziegen und Schafe an Bord haben, während sie auf dem Rückweg (am Zoll vorbei) Fernsehapparate, Zigaretten, MP3-Player und teure Kosmetikartikel transportieren… Bei Sonnenuntergang müssen sie aus Khasab verschwunden sein und verlassen dann meist im Konvoi den Hafen- Und kommt dann doch einmal die persische Küstenwache, dann jagen sie in einem Höllentempo in die verschiedensten Himmelsrichtungen zu den Ständen, an denen bereits die LKWs warten… Am Abend sahen wir übrigens jede Menge dieser Schnellboote die den Hafen von Khasab verliessen. Und hätte uns der Kapität unserer Dhau nichts von den Schmugglern erzählt, hätten wir uns dabei vermutlich nichts gedacht….

Mein Fazit…

Eine wunderbare Landschaft, tolles Wetter, eine angenehme oftmals von übermütigen Delfinen begleitete Dhau-Fahrt durch eine wunderschöne und einzigartige Märchenwelt aus kargen Felsen, Fjorden und tiefblau bis flaschengrün schimmernden Salzwasser.Es war ein wunderschöner, entspannter Tag in einer einzigartigen Atmosphäre. Uns hat dieser Ausflug in die Fjorde Arabiens sehr gut gefallen und ich empfehle ihn guten Gewissens weiter.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Winnie24 veröffentlicht 26.08.2017
    :-) LG
  • Ofenmaus veröffentlicht 16.06.2017
    bh
  • Ofenmaus veröffentlicht 15.06.2017
    Tolle Bilder! BH folgt :)
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