Diagnose Spondylose beim Hund

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Wir machen weiterhin Sport!!!

1  09.01.2012 (24.01.2012)

Pro:
WIRKLICH Gar nichts

Kontra:
tut weh, kostet Geld, Nerven, Lebensumstellung und und und

Empfehlenswert: Nein 

icehockeybea

Über sich: Noch 4 Lesungen für meinen Milke Keks Bericht :D dann endlich über 100 :D

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 126 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als besonders hilfreich bewertet

Hallo,
Wie alle meine Leser wissen, teile ich mein Zuhause mit meinem Hund Tommy- einen inzwischen 7,5 Jahre alten Podencomix, den ich in Spanien von der Straße aufgelesen habe.


Ein paar Worte über Tommy

Ich habe damals in Spanien gelebt, als ich spontan einen illegalen Tiermarkt entdeckt habe. Schnell verließ ich diesen Ort- denn die Tierquälerei, gegen die ich nichts machen konnte, war unglaublich! 4 Huskys in einer Katzenbox, Pfaue an Leinen, Kanarienvögel in Plastiktüten etc..

Dennoch konnte ich nicht aufhören, daran zu denken und ging ca. 1h wieder zu diesem Ort.. dieses Mal war alles weg.. hatte ich es mir nur eingebildet? Ich schätze eine Polizeirazzia war durchgezogen.. ich weiß es natürlich nicht. Denn diesen illegalen Tiermarkt gab es an diesen Ort nie wieder! Es lag nur noch Pappe herum.. und.. ja und ein winselndes, aufgeschlitztes Stückchen Hund.. es handelte sich um Tommy.

Es dauerte damals Monate dass er gesund wurde- körperlich meinte ich... geistig hatte er überhaupt kein Vertrauen- auch nach Jahren nicht, er biss, war aggressiv, ließ sich nicht anfassen, hörte nicht und zerfetzte alles was ihn in die Nähe kam.
Irgendwann war ich an dem Punkt, wo ich ihn ins Tierheim geben wollte, obwohl ich ihn ja irgendwie auch lieb gewonnen hatte. Dann kam Jemand auf die Idee- power ihn doch mal richtig aus! Wir gingen also 80 Km im Fläming Skate - skaten.. er lief... ihr ratet richtig dieser Hund hatte so viel Adrenalin.. es war nicht daran zu denken, dass er ausgepowert worden wäre...dennoch merkte ich dass es ihm gut tat. Wir gingen nun also jeden Tag ins Auslaufgebiet, Fahrradfahren- immer AKTIV AKTIV AKTIV.. mit der Mischung aus hartem Erziehungstraining schaffte ich zwar die Aggression Fremden gegenüber nicht abzubauen- aber er begann mir gegenüber zutraulich zu werden!

Dann kam Jemand auf die Idee auch Kopfarbeit zu fordern und Agility zu machen. Dies machte nicht nur mir Spaß, sondern auch Tommy! Es dauerte zwar viel länger als bei gehorsamen Hunden, bis er lernte, dass er bei mir zu bleiben hat- dennoch 2-3 Mal die Woche Training und tägliches Fahrradfahren brachten ihn dazu ein toller Hund zu werden!

Seit nun 3-4 Jahren sind wir ein tolles Team. Wir machen Dogdancing, Agility, Joggen und und und.. dieser Hund steht wahnsinnig toll im Gehorsam. Eine Leine hab ich NIE dabei- Kinder schlabbert er ab, er kann etliche Kunststücke, balzt mit keinem anderen Hund herum, versteht sich mit Allem (außer Hasen.... da kommt dann doch der Jagdtrieb durch :D) und und und.. Das hätte man NIE erwartet- wenn man ihn als Junghund kannte. Das Geheimnis war- der Hund brauchte Beschäftigung. Vermenschlicht gesehen -er musste das Erlebte vergessen, das Adrenalin abbauen- und wie oft hat man über Sport irgendwelche aggressiven Crashkids schon gezähmt?! Tja und Kinder und Hundeerziehung ist gar nicht so grundsätzlich verschieden wie viele vielleicht glauben...
Wieso es so Wichtig ist, dass ich das erwähne? Ganz einfach weil Tommy ... nun nicht mehr so Aktiv sein darf! :( Denn er hat Spondylose !!!! Doch mit ein paar Tricks lässt es sich auch damit leben- davon bin ich überzeugt! Tommy war nach einer Infektion schon fast blind... und auch da haben wir uns Verständigt! Wir haben bisher alles gemanaged.. doch heute mal ein paar Tipps und Ideen was ihr tun könnt, wenn

es heißt:

Diagnose Spondylose beim Hund!!

Bitte verzweifelt nicht, wie ich es tat. Ich habe zwar selbst noch nicht so viel Erfahrung damit- dennoch gibt es SO viel was man tun kann. Auf keinen Fall, darf man den Hund nun als Rentner behandeln- denn das ist er nicht!


Was ist Spondylose

"Spondylosen (Spondylopathia deformans) sind krankhafte Veränderungen (Verkalkungen) an der Wirbelsäule, die meist durch chronische Entzündungen der Verbindungsgewebe unterhalb der Wirbel entstehen. Zwischen den einzelnen Wirbelkörpern der Wirbelsäule befinden sich die Bandscheiben.

Bei an Spondylose erkrankten Hunden bilden sich besonders vorne an den Wirbelkörpern knöcherne Zacken, die von oben und von unten über die Bandscheibe wachsen. Diese Zacken können so lang werden, dass sie zwei hintereinander liegende Wirbel über die Bandscheibe hinweg verbinden. Es kommt zur knöchernen Überbrückung der Wirbelzwischenräume (in denen die Bandscheiben liegen), was am Ende zur Versteifung einzelner Abschnitte der Wirbelsäule führt. Hauptsächlich betroffen sind dabei die Brust- und die Lendenwirbelsäule.

Bei fortgeschrittener Spondylose kann auch eine Hinterhand schwäche auftreten, da die Leitfähigkeit der Rückenmarknerven behindert ist. Dadurch könnte auch eine eventuell vorhandene, aber bisher noch nicht festgestellte Hüftgelenksdysplasie oder Kniegelenkerkrankung in ihrem Fortschreiten beschleunigt werden. Reflexe an den Beinen werden bei fortschreitender Krankheit schwächer."

Hinweis:

(Diese Beschreibung hab ich in einem Online- Hundeforum (Hundezeitung.de) gefunden und wurde von einem Harald Wenner geschrieben) Ich fand die Zusammenfassung aber sowohl medizinisch korrekt als auch trotzdem allgemein verständlich - daher habe ich sie in Gänsefüßchen gesetzt.)


Wie habe ich die Probleme festgestellt?

Es fing vor 2-3 Jahren an. Tommy weigerte sich die Hohen Sprünge beim Agility zu machen, er guckte mich doof an, blockierte vor den Hürden und bremste ab. Ferner bemerkte ich auch, dass er nicht mehr so aktiv mit anderen Hunden spielte... er bewegte sich einfach anders. Während andere Hunde rannten und wie die verrückten im Auslaufgebiet auftreten, blieb er Meistens bei mir und machte gemütlich die Spaziergänge. Das kannte ich von meinem Tier nicht!
Dennoch dachte ich nur "er ist halt etwas ruhiger,er wird halt älter- er hat gelernt und so weiter"

Ich bemerkte dann beim Kuscheln auf dem Sofa, immer mehr Verspannungen im Rücken. Er zuckte, wenn man drüber strich. Auch bemerkte man, dass es ihm teilweise schwer fiel aufzustehen aus deinem Schwung heraus.
Irgendwann bemerkte ich, dass er immer grobmotorischer wurde. Das lässt sich schwer beschreiben- aber er bewegte sich einfach anders. Viel bedachter, irgendwie plumper- nicht mehr so grazil.

Auch spielte er nur noch 5-10 Minuten mit dem Ball. Danach ließ er ihn einfach liegen - oder rannte

Bilder von Diagnose Spondylose beim Hund
Diagnose Spondylose beim Hund Tommy durchsichtig :D
Tommy durchsichtig :D
vorbei, wenn er doch schneller als erwartet aufkam. Er bremste nicht mehr so plötzlich ab. Irgendwann war ihm der Ball sogar egal !!!! Dafür bekam er aber nicht genug, wenn wir Schwimmen gingen- Wir schwammen über den halben See- ich kaufte ihm sogar eine Schwimmweste, für den Notfall, weil wir wirklich viel und weit draußen waren. Dort erkannte ich meinen Hund und seinen unheimlichen Drang nach Energieabbau plötzlich wieder!!!

Ferner fiel mir auf, dass er Hunde, die ihn ansprangen anknurrte. Er wurde ängstlich, unsicher und ging bald kaum noch auf andere Hunde zu. Sicherlich schob ich das alles noch nicht da drauf.. viel mehr auf- NA er will halt nicht spielen oder er ist halt Unsicher. Oft redete ich mir auch ein- er hat doch NIE mit anderen Hunden gespielt. Natürlich ist das nicht wahr!

Es kam schließlich der Tag, an dem er sich nicht hinsetzen wollte, ich aber dringend los musste. Ich drückte also etwas schnell den Popo runter- dabei drehte sich Tommy sofort um und zerbiss mir die Hand. Er biss sich richtig fest und konnte nicht mehr loslassen!!! Man bemerkte allerdings an seinem Verhalten (sofortiges Kopfeinziehen, Augen schließen- Angst, Schwanz nach Vorn etc.) dass es kein aggressives, sondern ein schmerzhaftes spontanes Beißen war. Es schoss ihm so richtig in den Rücken und er wollte nur die Schmerzen betäuben.... sein Ziel war nicht meine Hand!!!

Ich hatte die Nase voll und beschrieb dem Tierarzt die Beobachtungen. Vor allem machten mir die inzwischen wirklich harten Verspannungen am Rücken und Hüfte echte Sorgen. Ich dachte an eine Fehlhaltung durch Hüftdisplazie (HD) - wie man es ja schon so oft gehört hat- was anderes kannte man ja nicht. Dennoch ergab sich dann "SPONDYLOSE"

Erst jetzt - setzten sich meine Beobachtungen wie ein Puzzle zusammen. Man geht ja nicht zum Tierarzt, weil der Hund den Ball beim 4x nicht mehr holt oder mal vor einer Hürde abbremst. Klar jetzt erscheint alles logisch- damals hatte ich keine Ahnung davon.

Daher der WICHTIGstE HINWEIS: Beobachtet Euren Hund.. Verhaltensänderungen können medizinische Ursachen haben. Beobachtet ihr mehrere Dinge die Euch komisch vorkommen- fragt beim Tierarzt nach. Viele Spondylosehund bleiben unentdeckt- weil die Besitzer die Veränderungen nicht bemerken. Guckt in das Gesicht des Hundes!!! Sie piepsen nur bei plötzlichen Schmerz- bei kontinuierlichem Schmerz verziehen sie nur das Gesicht oder ändern ihre Laufweise oder ihr Verhalten. Hat die Verhaltensänderung keinen logischen Grund (Schreckmoment) oder Erziehung- beobachtet den Hund genau!!! Ein 5 Jähriger Hund ist noch nicht alt und spielt noch nicht Schonender nur weil er nun 5 JAHRE ist.


Wie wird die Diagnose gestellt?

Wie bereits erwähnt, ist mir bei Tommy aufgefallen, dass er sich nicht richtig bewegt und eben beschriebene Situation hat mich dann motiviert zum Tierarzt zu gehen.
Die Tierärztin tastete zunächst den Bereich ab, dann machte sie einige Reflexionsteste. Z.b. drehte sie den Hinterfuß, so dass er auf den Krallen stehen würde, der Fuß wurde sofort zurückgedreht. Die zeigte, dass keine Nerven eingeklemmt sind, die eventuell Probleme im Bewegungsapparat verursachen. Auch zeigte es, dass die später festgestellte Spondylose noch nicht auf die Beine geht.
Nun testete die Tierärztin die Hüfte. Dazu wurde Tommy auf die Seite gelegt. Sie zog mehrmals das Bein, streckte es etc. und testete wohl Widerstände oder Ähnliches. Sowas darf niemals selbst gemacht werden. Dazu bedarf es Fachpersonal!!!!
Endgültig, könne sie aber erst eine Diagnose stellen ,wenn sie ihn Röntgen würde. Sie fragte mich also ob ich bereit wäre, entsprechende Kosten zu übernehmen. Klar stimmte ich zu, ich wollte ja wissen was los ist.

Beim Röntgen durfte ich nicht dabei sein. Ich konnte aber durch das Fenster beobachten, dass er wieder auf die Seite gelegt wurde. Er tat mir so leid :( denn er hatte furchtbare Angst - so ganz ohne Frauchen!

Das Röntgen zeigte dann die wohl bereits vorher bestandene Vermutung- 2 Wirbel sind schon komplett durch eine Brücke verbunden- daraus kommen die Verspannungen. Sie drücken wohl nicht auf die Bandscheibe, dennoch ist Tommy an dieser Stelle steif. Die dritte Brücke ist schon fast komplett verwachsen! Es wird weiter wachsen!!!


Kosten

Tiere haben kostet immer Geld :D vor allem wenn Selbige krank werden.

Für die Diagnose direkt habe ich ca. 70 Euro bezahlt. Dabei waren 8 Euro allgemeine Untersuchung und 35 Euro Röntgen. Dann noch Schmerztabletten im Wert von 7 Euro und Grünlippenkies im Wert von 20 Euro.

Theoretisch hätte man noch ein 2. Röntgenbild von der Hüfte gebraucht um zu gucken ob die Hüfte bereits betroffen ist. Fakt ist aber es ist die gleiche Behandlung bei einer HD. Das heißt selbst. wenn ich weiß, dass diese auch kaputt ist, dann wird nichts anders gemacht als jetzt auch schon -daher sparte ich mir die entsprechenden 35 Euro.

Ja in so einem Fall wünscht man sich immer man hätte eine Tierarztversicherung -obwohl ich mich noch immer frage, ob es diese wirklich ausgezahlt hätte. Denn Tierarztversicherungen gibt es teilweise nur für Op´s und dann habe ich sie gesehen für ca. 25-35 Euro im Monat aber nur wenn man sie beim Junghund abgeschlossen hat. Dabei sind natürlich Sachen wie Grünlippenextrakt, Kastration, allgemeine Untersuchung, Wurmkuren und Impfungen nicht inklusive.

Die laufenden Kosten sind nun "nur" das Futter, die Schmerztabletten und der Grünlippelmuschelextrakt..


Was kann man gegen die Krankheit tun?

Am besten das Tier sofort einschläfern, bevor es leidet!
*lach* NEIN.. natürlich nicht...


Es war zwar quasi mein erster Gedanke- ABER!!! Ich mache Euch genauso Mut, wie es mir in den letzten Wochen gemacht wurde! Ich habe mit so viel Fachleuten gesprochen.. und gleich vorneweg..

Spondylose ist wohl eine "Volkskrankheit" bleibt nur bei vielen Tieren unentdeckt. Besonders Boxer sind wohl davon betroffen- da haben bis zu 80 % der Tiere (laut meiner Tierärztin) Spondylose im Alter. Es ist also sicherlich alles andere als toll- aber kein Grund das Tier abzuschieben oder einzuschläfern.

Ich habe sogar eine Musherin (Hundeschlitten) als Freundin, die ihre ZWEI Spondylose (Malamute und Husky) Tiere noch mit ins Gespann nimmt. Sie ziehen wohl nur noch ein wenig oder nur wenn sie wollen- aber sie laufen noch mit und die Malamute Dame ist 12 Jahre alt!!!! Die Dame hat zwar Probleme- aber lebt seit 5 Jahren mit entdeckter Spondylose und läuft noch immer. Also wenn ihr Euch anhört- wie ich es mir anhörte- er wird irgendwann fit sein aber nicht mehr alleine aufstehen- lasst Euch nichts einreden!!! Spondylose ist sicherlich nicht ohne aber noch lange kein Grund das Tier zum alten Eisen zu schieben.

Leider kann Spondylose nicht operiert werden! Denn es ist eine Reizung der Wirbelsäule. Entfernt man die Brücken, wird die Gegend noch mehr gereizt und die Brücken bilden sich noch schneller.

Vielmehr muss man im Alltag halt einiges Umstellen. Doch dazu mehr unter "was im Alltag beachten"

Aus medizinischer Sicht hat sich wohl folgendes bewährt.
Eine befreundete Tierarzthelferin hat mir "Hill´s prescription diet j/d" als Trockenfutter empfohlen. Das soll wohl gegen die Ablagerungen helfen und die Gelenke unterstützen. Ich selbst habe es noch nicht ausprobiert denn 12KG kosten 68 Euro!!! Das ist schon heftig!

Die Musherfreundin hat mir da den Hinweis gegeben, dem Hund tgl. ein wenig Kefir zu trinken zu geben! Da kann man sich selbst einen Kefirpilz organisieren oder fertigen Kefir im gut sortierten Supermarkt kaufen. Der soll Entzündungshemmend wirken- medizinisch ist das ganze nicht bewiesen. Meine Tierärztin unterstützte aber den Hinweis und meinte solange das Tier es annimmt ist es gut. Der Kefir kostet im Laden unter 1 Euro in der 0,5 L Abpackung.

Ferner bekam ich von meiner Tierärztin "Glukosaminol" Das ist grünlippiger Muschelextrakt und soll den Gelenkstofwechsel unterstützen. Hier kostet die 150g Packung 21 Euro. Dafür bekommt der Hund bis 10Kg aber nur 0,5g/ der Hund bis 20Kg ca. 1g/und der Hund über 20 KG ca. 2g. Wichtig ist, dass man bei dem Muschelextrakt achtet, dass es eine hohe Prozentzahl Selbiges enthält. Im Fressnapf gibt es "Gelenkunterstützende" Präparate und da sind dann aber nur 5-10 % grünlippiger Muschelextrakt enthalten. Bei Glukosaminol (nur beim Tierarzt erhältlich) sind immerhin 91 % davon enthalten. Hier gilt es wie beim Futter- lasst euch keinen Mist andrehen- das gewünschte Präparat sollte mit einer hohen Prozentzahl enthalten sein- dabei zählen nur die Inhaltsstoffe nicht die bunten Farben und springenden Hunde auf der Verpackung!!

Nun bekommt Tommy noch entzündungshemmende Schmerzmittel. Diese heißen Carprotab 100. Laut Tierärztin und 2 weiterer unabhängiger Meinungen kann dieses Präparat bedenkenlos lebenslänglich täglich verabreicht werden. Dennoch sind wir uns alle denke ich Einig, dass Schmerzmittel NIE die Lösung auf Dauer sind. Vielmehr sollte man die Tabletten immer über 5-6 Tage zum Abklingen der Entzündung geben, wenn ein Spondyloseschub kam. Denn Spondylose schmerzt das Tier nicht konstant- sondern in Schüben!!! Dabei wieder auf das verzerrte Gesicht achten und am besten immer einige dieser Tabletten im Haus haben, wenn so ein Schub am WE passiert!! (Hinweis der Musherin) Bitte denkt nicht der Hund pfiepst wenn er so einen Schub hat- die Tiere sind hart im nehmen und erzählen das nicht rum- ihr müsst einfach auf das Tier achten- es sendet Zeichen.. ich sehe das bei Tommy inzwischen ganz genau.

Tja und neben den medizinischen Möglichkeiten- bleibt nun nur eine Umstellung des Alltags übrig!!

Worauf muss man im Alltag achten??


Hier gibt es Einige Dinge die man tun sollte!!!
(ich habe die Tipps aus Hundeverein, von Hundesportlern, Tierärztin etc. gesammelt- wenn ihr noch mehr kennt- immer her damit- gerne ergänze ich)

Der Rücken ist unbeweglicher, der Hund hat Schmerzen bei allem was auf den Rücken geht.

1. den Hund nichts schweres Tragen lassen z.b. im Hunderucksack.

2. Nichts tun, wobei er schnell abbremsen muss. Also keine Balljagdt, kein hin und herspringen bei dem abgebremst wird und die Wirbelsäule das abfedern muss. Denn so ein Spondyloseschub kommt durch eine Reizung und diese muss möglichst vermieden werden. Fußball etc. sind sicherlich nicht die beste Idee!!

3. Den Hund zur Begrüßung am Boden begrüßen. Er soll nicht springen.

4. Nicht mehr als 45 Grad Winkel springen lassen. Er darf noch auf das Sofa und auch ins Auto hüpfen.. aber nicht mehr irgendwo "rüber" hüpfen lassen, wo er wieder "runter" muss in der gleichen Bewegung.

5. Nicht zu steil laufen, stehen lassen- sprich nicht auf Abhängen stehen lassen, beim Agi keine Wand Übung und weniger Kontaktzonentraining, wenige Treppen laufen lassen- den Hund anhalten langsam die Treppen hochzulaufen damit die Wirbelsäule nicht zu sehr "schlackert".

6. Beim Gassi gehen etc. darauf achten, dass andere Hunde nicht aufsteigen (Spielaufforderung, Machtbeweis)- die Wirbelsäule nicht runterdrücken. Quasi ein Sexverbot! :D

7. viele gleichmäßige Bewegungen. Sprich gerne joggen, Fahrrad etc. fahren .. die Muskeln sollen gestärkt und in Bewegung sein- nur eben nicht abrupt. Wenn Jemand sagt, der Hund soll sich durch die Spondylose weniger bewegen, so ist das Quatsch. Er soll sich vielmehr kontrollierter und gleichmässiger bewegen. Nichts ist schlimmer wie Muskelabbau.

8. Viel viel Schwimmen gehen. Dabei mein ich nicht dem Ball hinterherjagen und ins Wasser "klatschen"- sondern das regelmäßige, hintereinander schwimmen. IM Sommer am besten jeden Tag eine Runde um See rum gemeinsam mit dem Hund. (tut uns auch gut :D). Es gibt auch Hundetherapiezentren die Schwimmingpools anbieten oder Laufbänder unter Wasser haben- dennoch stell ich mir das teuer vor. Ich denke regelmäßig im Sommer ans Wasser fahren hat einen ähnlichen Effekt.

9. Medikamente Beachten-Schmerztabletten immer im Haus haben. Das Tier genau beobachten und drauf achten, wenn er so einen Spondyloseschub hat!

10. Hundephysiotherapie ansprechen- eventuell eine regelmäßiges Training in Betracht ziehen.

11. Wärme hilft auch immer. Wenn es das Tier sich gefallen lässt - bietet ihm ein Kirschkernkissen, Wärmekissen, Rotlichtlampe etc. an.

12. Man kann leicht die Muskeln entspannen und kräftigen in dem man links und rechts (nicht auf der Wirbelsäule selbst) von der verspannten, schmerzhaften Stelle leicht massiert! Entweder mit so einen Massagestab oder einfach beim Fernsehen nebenbei mit den eigenen Fingern.
Werden die Tiere alt??
Sicherlich ist eine Unbeweglichkeit nichts Schönes -doch noch lange kein Todesurteil!!!

Eine bekannte Musherin hat eine Hündin, bei der vor 5 Jahren Spondylose diagnostiziert wurde. Sie läuft noch immer im Gespann!!! Das Tier ist heute 12 Jahre alt.

Sicherlich muss man kein Tier quälen und wenn es nicht mehr aufstehen kann und sich selbst. anpinkelt ist der Tag gekommen, an dem wir das Tier befreien dürfen... dennoch BITTE nicht einen Moment früher!!
Spondylose haben auch viele Menschen- wir werden auch nicht eingeschläfert!
Daran sterben tun die Tiere jedenfalls nicht!!!!


Sport bzw. Beschäftigung eines Hundes mit Spondylose

Der Hund soll sich weiterhin bewegen- aber kontrollierter und anders als bisher!!! Muskelabbau wäre schlimm- daher viele gleichmäßige Bewegungen z.B Joggen, Fahrradfahren, Schwimmen, lange Strecken Laufen..
Es muss nur alles Abrupte vermieden werden!!


Anstatt Ball jagen, kann man z.B. Ball suchen spielen! Der Hund sieht den Ball- der Jagtinstikt ist geweckt- doch anstatt den Ball zu werfen legt man ihn hinter die Hausecke.. der Hund muss ihn er schnüffeln oder durch langsames Suchen auffinden und bringen..

Ganz besonders Such und Intelligentspiele haben eine neue Bedeutung. Der Hund soll ja nicht abstumpfen!
Also Leckerli unter Becher, Decken verstecken oder in der Wiese verstreuen. Das erschnüffeln ist viel Arbeit für die Tiere und macht sie müde.
Gehorsamsspiele - Pfötchen geben (immer auf der Ebene des Hundes- nie die Pfote zu hoch ziehen), Sitz, Platz, Tod sein- alles wo der Hund keine schnellen Bewegungen machen muss.

Im Hundesport eignet sich die Unterordnung oder Mushing. Auch Tracking ist toll für die Tiere. Hauptsache es handelt sich nicht um ruckartige Bewegungen.

Der Spondylosehund und Agility

Meine Tierärztin meinte zwar ich soll mit dem Agility aufhören- dennoch kennt sie mein Tier nicht. Höre ich auf, wird er wieder der Wildfang von damals- das weiß ich. er braucht die Kopfarbeit. Klar es gibt vieles anderes- aber er macht schon so lange den Sport- er liebt den Parcour! Auch hat er ja starke Muskeln für diesen Sport bereits aufgebaut.

Doch statt mit dem Agility aufzuhören muss man nur ein paar Dinge beim Agility beachten- So habe ich s nun mit vielen Gleichgesinnten und meiner Trainerin besprochen.

1. Ich lasse den Hund nur so lange arbeiten wie er will- wenn er keine Lust mehr hat ist Schluss.

2. Die Hürden auf die kleinste Höhe- so dass es mehr um die Koordination als um das Springen an sich geht. So hat er keinen "Fallwinkel" .. das Ganze ist auch nicht steiler als 45 Grad.

3. Wand entweder nicht zu schräg oder weglassen. Auch das Kontaktzonentraining wird eher vernachlässigt.

4. Wippe wird durch die Hand abgefedert

5. keine plötzlichen Stopps und Wechsel- weiche Parcours

6. Slalomstangen nur alle 2 Halterungen so dass der ganze Hund durch passt- der
Rücken nicht verdreht wird..

7. nur auf weichen Boden trainieren- weniger Hallen als Rasentraining

8. gute Aufwärmung- Hund vorher massieren, langer Spaziergang


Tja ob es so schlau ist weiter zu machen weiß ich nicht- aber ich will nicht drauf verzichten und ich denke dass es ihm auch gut tut -weiterhin in Bewegung zu bleiben- man muss eben nur die Regeln beachten, die ich oben aufgestellt habe. .. und das Wichtigste ist.. dass haben nun schon viele betroffene Besitzer zu mir gesagt.... solange der Hund will.. ist alles erlaubt! Das Tier hört von allein auf, wenn es Schmerzen hat.

Tommy noch im Sommer 2011: (da hatte er schon lange die Probleme)
http://www.youtube.com/watch?v=fAQevQvVYHk


Schluss

Ich bin noch recht neu in der Thematik, da die Diagnose jetzt erst gestellt wurde. Dennoch weiß ich das Tommy bereits seit 2 Jahren Probleme damit hat- das habe ich kontinuierlich beobachtet. Ich hatte nur keinen direkten Namen dazu-dennoch hab ich mich seit dem bereits damit beschäftigt.

Durch meinen aktiven Hundesport- hab ich viele Kontakte zu Tierlieben und Hundesportmenschen- die genannten Erfahrungen hab ich zum Teil aus vielen Gesprächen mit Tierarzthelfern, Tierärzten, Betroffenen, Hundesportlern etc. zusammengestellt.. ich selbst habe noch keine Langzeiterfahrungen, wie es nun einmal bei chronischen Krankheiten der Fall ist.

Ich habe diesen Bericht geschrieben, da ich nach der Diagnose völlig verängstigt und verwirrt war und mir so sehr eine solche Zusammenfassung gewünscht hätte. Im Internet fand man nur überall ein paar Fetzen- keine Erfahrungsberichte.
Gerne wünsch ich mir, dass Andere betroffene Besitzer durch den Bericht angeregt noch Langzeiterfahrungen geben können, die auch mir und Tommy helfen könnten- gerne gebe ich dafür die Kommentarfunktion frei!

Wie meine persönlichen Langzeiterfahrungen werden, werde ich hier nach und nach vervollständigen. Bisher kann ich nur berichten, was ich alles so gehört und gelernt habe über die Krankheit. Ich hoffe Euch dennoch durch den Bericht angeregt zu haben Euren Hund genau zu beobachten und Euch bei eventuell bereits vorliegendem Befund ein paar Tipps gegeben haben zu können.

Dabei fällt mir Eines ein- Tommy springt wieder gern. Er ist viel aktiver und spielt tatsächlich mit anderne Hunden. DAS habe ich schon 2 Jahre nicht beobachtet. Ich bin mir sicher, dass liegt an den Schmerzmitteln und den Entzündungshemmern, die er nun täglich bekommt. Er ist viel fitter und aktiver wieder.


Das Wichtigste aber DON`T PANIC:.. der Liebling Überlebt es :D

Was das Fazit betrifft... wenn des deutsches liebstes Kind krank ist, ist das selten gut und schön.. natürlich gibst dafür nur 1 Stern..empfehlen tu ich es auch nicht :D dennoch wie gesagt beobachtet fein und alles wird gut :D

Gruß,

Icehockeybea


**UPDATE - 16.1.2012****

Ich bemerke Wesensveränderungen bei Tommy!
Er war in den letzten 2 Jahren sehr zurückhaltend mit anderen Hunden- spielte viel weniger und auch im Alltag war er viel ruhiger geworden.
Seit er die SChmerztabletten bekommt, rennt er wie ein verrückter, überschätzt sich und spielt wieder mit anderen Hunden!!!
Ich hätte das nie erwartet..aber das Tier muss wirklich Schmerzen gehabt haben und war daher ruhiger. Dennoch muss man an dieser Stelle natürlich aufpassen, dass die Tiere aufgrund der SChmerzreduktion sich nun nicht verletzten, weil sie die natürliche "Grenze" nicht mehr spüren. Ich habe jetzt nach 14 Tagen die SChmerztabletten abgesetzt und will sie erst wieder einsetzen, wenn ich bemerke, dass er Schmerzen hat. So hat mir die im Text beschriebene Musherin ja auch die "Verhaltensweise" beschrieben.


***Update - 24.01.2012****

Ciao ist schließlich ein Meinungsportal um sich gegenseitig zu helfen. In diesem Sinne bekam ich vom lieben CIao Mitglied - HATIFA- folgend MAil:

Hallo, ich hab meine Kollegin heute nochmal gefragt. Also ihre Hündin hat auch Spondylose. Sie gibt ihr täglich je zwei Schüsslersalze Nr. 1, 7 und 11. Man soll sie nicht zusammen mit dem Futter geben. Manche Hunde würden sie wohl so fressen, aber ihre spuckt sie wieder aus, so dass sie die Tabletten mit Leberwurst bestückt :-) Nach einem halben Jahr (so war es mit der Apothekerin abgesprochen) hatte sie mit den Salzen aufgehört. Nach ein paar Wochen fing Gina aber wieder an mit humpeln. Jetzt kriegt sie wieder täglich ihre Salze und kommt damit gut zurecht. Für den Notfall hat meine Kollegin aber trotzdem immer Schmerztabletten zu Hause.

Ich habe davon leider keine Ahnung aber folgende, interessante Homepage zu der Thematik gefunden:

http://schuessler-salze-hunde.de/

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Lucky130

Lucky130

06.02.2013 06:39

Von mir auch ein BH!

DauerSmile

DauerSmile

14.01.2013 17:52

bh

pascha84

pascha84

02.01.2013 08:24

Ich kenne das Problem.unser einer Hund hatte das leider auch :-(

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