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Diamant Zouma E Sports
Die Wahl auf das Diamant Zouma E Sports fiel deswegen, weil es rein subjektiv bei Probefahrten mit E-Bikes verschiedener Hersteller durch kraftvolle Unterstuetzung am besten ueberzeugen konnte und zum Zeitpunkt des Kaufes das einzige Modell war, welches gewonnene ... Bericht lesen
(+) Extrem cooles Design, sehr durchdachte Kosntruktion, die an fast jede Kopfform anpassbar ist, Gläser mit Kontrastanhebung und für alle Lichtverhältnisse (-) Teuer, die Beschichtung der Wechselgläser hält nicht sehr lange
Im Sommer 2009 dachte ich wieder einmal ueber die Anschaffung eines Elektrorades nach, ein sogenanntes E-Bike. Ein E-Bike unterstuetzt die eigene Leistung des Pedalierens durch einen Elektromotor. Es ist aber am Ende immer noch ein fast normales Fahrrad, was durch Pedalkraft angetrieben wird. Deswegen heissen solche Fahrraeder auch Pedelec. Was bedeutet das jetzt? Das Fahrrad hat neben der normalen Ausstattung mit Vorder-/Hinterrad, Rahmen, Sattel, Lenker, Ketten- oder Nabenschaltung einen eingebauten Elektromotor (Vorder- oder Hinterachse). Am Rahmen oder Gepaecktraeger ist der Akkumulator angebracht. Der Stromspeicher ist herausnehmbar und muss mit einem Ladegeraet ueber das normale Haushalts-Stromnetz geladen werden. Man sollte sich also im voraus schon klar sein, wo man die Ladestation einrichtet. Die Akkulaufzeit liegt zwischen 40 und 100 km, die Ladezeit zwischen 2 und 8 Stunden. Ist jetzt die Unterstuetzung durch den Elektromotor zugeschalten, wirkt der Elektromotor, sobald man in die Pedale tritt. Ohne Treten funktioniert also gar nichts. Die Staerke der Unterstuetzung laesst sich regeln und schlaegt sich in der Akkulaufzeit nieder. Die Werbung beschreibt das Gefuehl als "staendige Fahrt mit Rueckenwind". Und das trifft tatsaechlich zu.
Diamant Zouma E Sports
Die Wahl auf das Diamant Zouma E Sports fiel deswegen, weil es rein subjektiv bei Probefahrten mit E-Bikes verschiedener Hersteller durch kraftvolle Unterstuetzung am besten ueberzeugen konnte und zum Zeitpunkt des Kaufes das einzige Modell war, welches gewonnene Energie durch Bremsen wieder in den Akku zurueckspeist. Ausserdem besitzt das Fahrrad in der Vordergabel 2 Scheinwerfer, die wie die gesamte Beleuchtung vom Akku gespeist wird. Andere Elektroraeder haben meist noch einen Dynamo. Es ist auch das einzige Rad mit elektrischer Unterstuetzung im Hinterrad (andere E-Bikes haben den Motor an den Pedalen). Die Idee hierbei ist, dass die Kraft dort einsetzen soll, wo sie benoetigt wird - an der Hinterachse.
Das Fahrrad hat einen schiefer-grauen Aluminium-Rahmen. der in der 28-Zoll-Variante dem Fahrrad zu einem Gesamtgewicht von ca. 25 kg verhilft. Somit ist es schwerer als ein gewoehnliches Fahrrad, was man einfach dahingehend beachten sollte, wenn man das Fahrrad Treppen hochtragen muss oder es sonst irgendwie anhebt. Weitere Ausstattungsmerkmale: 24-Gang-Shimano-Kettenschaltung, Kettenschutz, hydraulische Felgenbremsen, schmale Schwalbe-Marathon-Bereifung, gefederte Sattelstuetze, gefederte Vordergabel. Die Hinternabe beherbergt den buerstenlosen 250-W-Antriebsmotor mit Unterstuetzungslevel 25,50,100 und 200%. Der Akku ist unter dem Gepaecktraeger angebracht, hat 260 Wh, laeuft mit 40,7 V, brauch 3-4 Stunden Ladezeit und hat keinen Memoryeffekt (Lithium Ionen Mangan Akku). Er ist ausserdem herausnehmbar, abschliessbar, kann aber auch mit Ladekabel vom mitgelieferten Ladegeraet geladen werden (andere E-Bikes haben nur einen abnehmbaren Akku mit Ladeschale, also nix Kabel). Nach der Erstinbetriebnahme soll der Akku mindestens dreimal richtig leergefahren werden, ehe man ihn wieder auflaedt. Im spaeteren Betrieb kann man ihn staendig aufladen, wenn man es fuer erforderlich haelt. Der Elektroantrieb wird ueber ein kleines Bedienteil auf der rechten Lenkerseite gesteuert. Ueber "Mode" wird das Geraet ein- und ausgeschaltet. Steht das Fahrrad, schaltet es sich nach 5 Minuten automatisch wieder ab. Drueckt man "Mode" laenger als 3 Sekunden, wird die Beleuchtung eingeschalten: 2 x Strahler vorn, 1 x Ruecklicht eingebaut im Akku und 1 x Displaybeleuchtung. Ganz links wird die die derzeitige Fahrgeschwindigkeit angezeigt, untendrunter steht wahlweise Laufkilometer, Tageskilometer, Uhr oder Stopuhr. Das kann man durch die "Chrono"-Taste einstellen. In der Mitte ist eine grosse Stufenanzeige, die den Grad der Unterstuetzung oder Rueckspeisung anzeigt. Untendrunter wird der Ladezustand des Akku angezeigt. Rechts im Display wird die Unterstuetzungs- oder Bremsstufe angezeigt, die ueber die Tasten "+A" oder "-G" gewaehlt werden kann. Man unterscheidet 4 Stufen je Betriebsart (Fahren und Bremsem):1=25%, 2=50%, 3=100%, 4=200%. In der Stufe 1 ist eine Reichweite pro Akkuladung von 70 km angegeben, die Werbung spricht auch teilweise von bis zu 100 km.
Fahrbericht: 300 Km, 27.09.2009
Das Fahrrad kommt meist auf den taeglich zu bewaeltigenden Weg von Wohnung zur Arbeitsstaette zum Einsatz. Die einfache Strecke ist 7 km lang, durchweg asphaltiert, fuehrt 80% ueber Rad- und Wirtschaftswege und 20% Strasse. In der einen Richtung liegt eine kurze sanfte Abfahrt, gefolgt von einem kurzen steilen Anstieg, gefolgt von einer kurzen steilen Abfahrt, beendet mit einer langen sanften Abfahrt. Die Rueckfahrt verlaeuft natuerlich umgekehrt. Wir wohnen im Taunus und haben so pro Strecke ca. 50 Hoehenmeter zu ueberwinden. Das Zouma E Sport ist eigentlich nichts fuer sportliche Fahrweise mit rapiden Geschwindigkeitswechseln. Das kostet alles Energie, die letztlich im Akku steckt, dessen Kapazitaet nicht unendlich ist. Man gewoehnt sich am besten einen kontinuierlichen und vorausschauenden Fahrstil an. Normalerweise bediene ich auch nicht so haeufig die Gangschaltung am Fahrrad. Bei Zouma E Sport wird das zum Muss. Auch nach fast 500 Kilometern habe ich immer noch nicht die optimale Gangart fuer ein und dieselbe Wegstrecke gefunden. Es gibt immer andere Faktoren, die taeglich hineinspielen und einen bewegen, dann doch einen anderen Gang zu waehlen. Eins sollte man beachten: Niemals die aeussersten oder innersten Gaenge des hinteren Zahnkranzes benutzen. Niemals den hoechsten Gang verwenden - auch wenn es sich scheinbar bei Unterstuetzung sehr leicht tritt. Ein Manko ist die gesetzlich vorgeschriebene Bremse, die das Fahrrad ausloesen muss, wenn die Unterstuetzung die Geschwindigkeit von 25 km/h erreicht. Durch den Hinterradantrieb des Elektromotors faehrt sich das Fahrrad eh schon schwer (das Hinterrad dreht sich im freien Lauf zum Beispiel kaum), erreicht man dann die Geschwindkeit von 25 km/h fuehlt es sich so an, als ob sich jemand hinten am Gepaecktraeger festhaelt. Faehrt man schneller als 25 km/h verschwindet das Gefuehl wieder, genau bei 25 setzt es wieder ein. Wie in anderen Foren zu erfahren war, ist dies ein Softwareproblem, was die maximale Hoechstgeschwindigkeit der Unterstuetzung regelt. Bei den jaehrlichen Wartungen sollte man sich also immer die neueste Softwareversion der Elektro-Unterstuetzung einspielen lassen. Oder man belaesst die Fahrgeschwindigkeit bei 22-24 km/h, wenn man in die Pedale treten muss, denn wenn das Fahrrad nur talwaerts rollt, kann der Elektromotor die Geschwindigkeit nicht kontrollieren und das Fahrrad rollt einfach. Die Geschwindigkeitskontrolle ist also vom Tretlager uebertragenene Umdrehungen abhaengig. Bei der Talfahrt kann man mit "-G" die E-Bremse dazuschalten. In 4 Stufen wird dem Akku wieder Energie zugefuehrt. Man sollte in diese Technologie jetzt nicht zu viel Erwartungen reinstecken. Die Wiederaufladefaehigkeit des Akkus durch den internen Rueckspeisemechanismus wird mit bis zu 16% angegeben. Wenn man also gaaaaanz lange und gaaaaanz steile Abfahrten hat und trotz Bremsstufe 4 noch rollt, schafft man es vielleicht den Ladezustand des Akkus um 1 oder 2 Balken nach rechts zu bewegen. Effizienter ist der rechte Bremshebel der Hinterradbremse. Diese ist auch mit der E-Bremse gekoppelt und jedes Bremsmanoever speist Strom wieder in den Akku zurueck. Bei angegebenen 100 km Laufleistung erreichnet sich theoretisch bei taeglich 14 km Fahrt eine Akkulaufleistung von einer Woche. In der Praxis sieht es so aus, dass ich mit Unterstuetzungsstufe 2 oder 3 unterwegs bin (bei starkem Wind auch schon mal 4) und so der Akku maximal fuer 2 Fahrten ausreicht. Diesbezuegliche Erwartungen haben sich nicht erfuellt. Bei Km 115 machte es Pliiing! und bei normaler Fahrt hatte sich eine Speiche aus dem Hinterrad geloest. Die Speiche war dann gebrochen, die Fahrt sich noch normal fortsetzen. Trotzdem ist es komisch, dass ich genau von diesen Erfahrungen in anderen Foren gelesen hatte und mir dies in einem langen Fahrradfahrerleben noch nie passiert ist (ich fahre nur normal Fahrrad und nicht Rennrad oder Mountain Bike im Schlamm). Achso: Eine Umstellung war auch das Fahren mit der schmalen Bereifung. Vorher hatte ich Mountain Bike Breitreifen auf meinem Fahrrad, wo es relativ egal ist, ob man ueber einen Huckel oder einen Stein faehrt. Beim Zouma E Sports muss man schon etwas schauen, dass nicht zu grosse Hindernisse im Weg sind. Da ich aber nur asphaltierte Strecke fahre, ist es relativ egal. Das Ladegeraet habe ich im Keller deponiert, wo ich auch ueber eine Steckdose verfuege. Ich schliesse ein Kabel an den Akku an, schalte das Ladegeraet ein und nach 3-4 Stunden ist die Ladeanzeige wieder gruen. Wer das Fahrrad nicht neben einer Steckdose abstellen kann, fuer den kann man den Akku auch ausbauen und mit in die Wohnung nebmen. Dazu benoetigt man einen Sicherheitschluessel, da der Akku mit mindestens 500 Euro Kosten mit der hoechste Anschaffungspreis ist. Die Akkulebensleistung wird aber mit 600 Ladezyklen angegeben, was schon ein paar Jahre halten sollte.
Kosten:
Elektroraeder sind schon ab 600 Euro im Grossmarkt oder Baumarkt erhaeltlich. Das Diamant Zouma E Sport kostete im August 2009 noch 2199 Euro, derzeit wird es mit 2499 Euro gehandelt, was durch Verteuerung der verbauten Materialien von Shimano erklaert wird.
Fazit:
Der Spass des Elektrorades ist in der Anschaffung erstmal ein teurer Spass. Neu entwickelte Technologien muessen in der Masse erstmal bezahlt werden. Aehnlich verhaelt es sich bei der Entwicklung von Elektro-Autos. Die Akkulaufleistung ist auch etwas ernuechternd, wenn man tatsaechlich die aus der Werbung sugerierten Entfernungen im Blick hat. Aber vielleicht ist die Laufleistung bei gerader Strecke ja tatsaechlich laenger. Ich kann nur von meiner taegliche Teststrecke ausgehen. Die 25 km/h Bremse ist ein wenig laestig. Das Zouma Supreme wuerde auch Geschwindigkeiten von 40 km/h zulassen, brauch aber dann ein Versicherungskennzeichen und wird in der Kategorie Kleinkraftraeder gehandelt. Evtl. darf man dann mit dem Fahrrad gar nicht mehr auf dem Fahrradweg fahren. Letzter Wermutstropfen ist die trostlose Farbe "schiefer-grau", in der das Fahrrad ausschliesslich erhaeltlich ist. Dennoch ein PRO in der Gesamtwertung: Ich fahre tatsaechlich oefters mit dem Fahrrad auf Arbeit als mit dem Auto. Am Ziel komme ich weniger verschwitzt an.
Fahrbericht: 2000 Km, 27.10.2010
Ein Jahr bin ich jetzt schon mit dem Zouma E Sports unterwegs gewesen. Der Tacho weist eine zurueckgelegte Strecke von ueber 2000 km auf. Eine Strecke, die ich mit einem normalen Fahrrad nie gefahren waere. Morgens faehrt man mit dem Fahrrad am Stau vorbei zur Arbeit, ist bedeutend eher da als mit dem Auto und man ist nicht ganz so aus der Puste wie mit einem herkoemmlichen Fahrrad. Die Akku-Kapazitaet hat sich auf 2 Fahrten zur Arbeit und zurueck eingependelt - 28 km leicht gebirgige Strecke (50 Meter Hoehenunterschied). Eine genaue Abfolge von Gangschaltung und Grad der elektrischen Unterstuetzung habe ich immer noch nicht raus. Es ist reine Tagesform und auch ein bischen wetterabhaengig (Wind, Regen). Leider haben sich in den letzten Wochen ein paar technische Maengel an dem Rad zu erkennen gegeben, die ich bei so einer hochwertigen Anschaffung nicht erwartet haette und die mich jetzt schon ein bischen aergern: 1. Steuergeraet/Tachoanzeige: Hier erfaehrt man den Unterschied zwischen wasserdicht und spritzwassergeschuetzt. Das wichtigste Geraet an dem Fahrrad scheint es vor allem nur letzteres zu sein: Wenn man das Fahrrad draussen stehen hat und es ein bischen regnet, hat man ein Aquarium in der Tachoanzeige und brauch Tage, um das Kaestchen wieder trocken zu kriegen. Irgendwo laeuft dort also Wasser rein. 2. Beleuchtung vorn faellt aus. Offenbar ist irgendwo ein Wackelkontakt bei der Stromversorgung der vorderen Strahler. Leider ist es nicht mehr so wie frueher, dass man den Draht vom Dynamo zur Lampe verfolgt und den Draht wieder richtig dranknibbelt. Das ist mittlerweile bei der ganzen Elektronik ein Fall fuer die Fachwerkstatt. Recht hinderlich, weil ich auch mal im Winter mit dem Fahrrad fahre und man da wegen des kurzen Tageslichts auf jeden Fall auf Licht am Rad angewiesen ist. 3. Und das ist der Knaller schlechthin im wahrsten Sinne des Wortes: Mittlerweile sind jetzt schon 5 Speichen am Hinterrad gebrochen! Wie geht denn das bitteschoen liebe Freunde von Diamant?! Okay, ich bin nicht gerade der Leichteste und das Fahrrad hat schon ein gewisses Gewicht zu transportieren, aber ich fahre fast nie in Vollstufe 4 und dennoch klimpert alle paar Wochen eine Speiche aus dem Hinterrad und sucht das Weite. Aergerlich ist auch da, dass es sich natuerlich um spezielle Spezialspeichen handelt, die es nicht in jedem Fahrradladen gibt. Selber wechseln moechte ich sie eigentlich auch nicht (zumal noch am Hinterrad!) und so bin ich wohl jetzt Dauerkunde bei dem Fahrradhaus, wo ich das Zouma E Sport erworben habe? Naja, vielleicht haben die Jungs dort noch einen Tipp oder ich kaufe doch paar Speichen auf Vorrat. Naechstes Jahr fahre ich auf jeden Fall weiter!
Achso: Habe mir noch einen Rueckspiegel anbauen lassen. Aeusserst schick! Manche halten mich zwar jetzt fuer bekloppt, aber ich find den Spiegel praktisch!
Den naechsten Erfahrungsbericht gibt es dann bei 5000 km.