Diana - Göttin der Jagd / Royen, van Heleen

Erfahrungsbericht über

Diana - Göttin der Jagd / Royen, van Heleen

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Männer haltet euch fest…

5 27. Mar 2006

Pro:
Facettenreich, nicht urkomisch, aber dennoch unterhaltsam

Kontra:
nicht jedermanns Sache

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Niveau:

Unterhaltungswert:

Spannung:

Humor:

Aufmachung:

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Babbel

Über sich: Das Leben ist schön... lalala

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Vertrauende:62

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 59 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

… Diana ist auf der Jagd.

"Diana - Göttin der Jagd" habe ich als Sonderangebot bei DerClub erstanden und zwar zu Weihnachten. Damals gab es da so eine Adventskalenderaktion, bei der ich das Buch für 5 EUR als Hardcover erstehen konnte (aktueller Preis für das Hardcover rd. 15 EUR). Wenn ich ehrlich bin, sagte mir der Inhalt des Buches nicht sonderlich zu, aber ich suchte verzweifelt nach etwas, dass ich meinem Vater noch zu seinem eigentlichen Weihnachtsgeschenk dazugeben konnte, so dass ich dachte, das macht doch etwas her. Zumal er wirklich alles liest und so schlecht klang das Buch ja auch wieder nicht. Gesagt, getan und eingekauft. Zum Geschenk wurde es dann allerdings nicht, denn ich brauchte verzweifelt Lesestoff für die Sbahn und das stand es nun einsam in meinem Regal. Also hab ich es auch gelesen.

Das Buch ist übrigens unter der ISBN: 3596163579 erhältlich.

Das Cover:

Jetzt wird es schon etwas schwieriger, denn mein Buch, sieht völlig anders aus, als das, was zur Zeit abgebildet wird. Daher verzichte ich diesmal auf die Coverbeschreibung. Seht es euch selbst auf den Seiten der diversen Internet-Buchhändler oder hier auf dem Foto an.

Die Autorin:

Die 38-jährige Kolumnistin Heleen van Royen wurde 1965 in den Niederlanden geboren. Sie ist Reporterin bei Radio Nederland und schreibt sowohl für Cosmopolitan, als auch für Marie Claire. Sie hat mit ihrem Mann (einem bekannten TV-Moderator) zwei Kinder.

Die Story:

Diana de Wit ist eigentlich eine ganz normale niederländische Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht: Sie ist Teilzeit-Managerin in Amsterdam, hat zwei Kinder (2-jährige Zwillinge) und einen tollen Mann. Allerdings gibt es da auch noch Tim und Joshua. Nein, keine Hunde. Sondern zwei Liebhaber. Ja, Diana führt mit ihrem Mann eine sog. "offene Ehe". Nur dass ihr Mann nicht unbedingt die Namen von den Liebhabern wissen oder diese Kennen lernen will. Aber egal. Eigentlich führt Diana ein perfektes Leben. Wenn der eine nicht kann, muss eben der andere ran. Doch dann geschieht es. Diana wird schwanger. Doch von wem? Eigentlich kommt nur ein Wochenende in Frage, doch an diesem hatte sie mit allen dreien Sex. Was soll sie jetzt tun? Und zu allem Überfluss verliert sie durch ihre eigene Dummheit ihren Ehering. Natürlich ist Oskar, ihr Mann, sehr enttäuscht deswegen, doch als er so einfach darüber hinweggeht, bemerkt Diana, dass sie diesmal zu weit gegangen ist.

Die Protagonisten:

Diana de Wit ist 34, Mutter von Zwillingen, verheiratet. Sie liebt Sex und dass vor allem oft. Sie scheut sich auch nicht davor, Männer direkt auf ihre Wünsche anzusprechen, was manchmal ein "blaues Auge" bedeutet, aber meistens gut geht.

Oskar de Wit, Dianas Ehemann, hat sich mit der Neigung seiner Frau abgefunden. Die Zeiten, in denen er eifersüchtig reagiert hat, sind lange vorbei. Er liebt seine Frau natürlich immer noch, doch so ganz eng verbunden sind sie eigentlich nicht mehr.

Tim, Liebhaber Nr. 1, ist schon etwas älter, verheiratet und Management-Trainer. Auf einem seiner Selbstfindungsseminare trifft er Diana und kann sich ihren Reizen einfach nicht entziehen. Obwohl Diana ihm sagt, dass sie ihren Mann niemals verlassen wird und Liebe absolut tabu ist, verliebt er sich natürlich in sie.

Joshua, ist nicht der hellste, hat aber dafür einen wunderbaren Körper mit Waschbrettbauch, kein Wunder, ist er doch Handwerker, der viel auf seine Fitness gibt. Seine Freundin ist zur Zeit schwanger und unlustige und so lernt er im Chatroom Diana kennen. Nach schier endlosen erotischen Emailabenteuern, bei dem der Leser erstmals erfährt, was man mit einem Scanner alles so anstellen kann, treffen sich die beiden zum ersten Mal. Es kommt, wie es kommen muss, ab in die Kiste und eine Affäre beginnt.

Meine Meinung:

Männer passt auf... dass ihr nicht so eine Frau trefft. Die verschlingt alles, was ihr zwischen die Finger (oder besser Beine?) kommt. In witzigen Dialogen und durchsetzt mit Rückblicken erfährt der Leser, wie Diana ihrem Mann ihre Abneigung zur Monogamie beibringt, wie sie die beiden Liebhaber kennen lernt und wie es zu ihrer Schwangerschaft kommt. Gleichzeitig weckt das Buch aber auch das schlechte Gewissen im Leser, der vielleicht zunächst denkt, dass so eine Konstellation wirklich verlockend klingen könnte. Verliert die gute Diana doch sogar ihren Ehering, weil sie im Gedanken über das ungewollte Kind ist. Dianas Angst vor dem Entdecken ihres Mannes, dass sie nicht nur das Zeichen seiner Liebe verloren hat, sondern eventuell auch noch von einem anderen schwanger ist, macht ihr sehr zu schaffen. Ihre Gefühle und vor allem der Zwiespalt, in dem sie steckt, werden dem Leser behutsam, aber eindringlich näher gebracht. Selbst die Entscheidung, abzutreiben oder das Kind zu behalten, stürzt nicht nur die Protagonistin in einen Interessenskonflikt, so dass der Leser (oder vornehmlich die Leserin) mit der "armen Frau" leidet.

Ob es ein Happy End für Diana gibt, möchte ich hier nicht verraten. Außerdem bitte ich um Verständnis, dass ich nicht näher auf den Inhalt eingehen kann. Würde ich mehr verraten, verlöre das Buch seine Spannung und genau davon lebt es. Auch wenn es zunächst wie eine Soap anmundet, verbirgt sich in den Zeilen von Heleen van Royen eine tiefe Wahrheit. Sie spricht an, was bestimmt jeder von uns ein Mal im Leben gedacht hat. Ob wir uns aber - wie Diana - entscheiden, es zu tun, steht auf einem anderen Blatt. Göttin der Jagd hat mich zum einen entsetzt, zum anderen fasziniert, denn ich bin mir sicher, auf dieser unseren Welt laufen bestimmt so einige Dianas herum. Dass es bei den meisten gut geht mag stimmen, doch wie oft gehen Dreiecksbeziehungen schief?

Zu guter Letzt noch etwas: Ich habe manches Mal geschmunzelt, ich war geschockt und erstaunt. Es ist ein Buch, dass viel Herz verlangt, wenn ich auch wirklich nur auf den letzten Seiten versucht war, kurz aufzuschluchzen, es hielt sich aber dann doch in Grenzen.

Fazit:

Göttin der Jagd ist so aufregend wie facettenreich und verdient es auf jeden Fall gelesen zu werden. Wem das Hardcover für rd. 15 EUR zu teuer ist, kann es sich auch für kapp 8 EUR als Taschenbuch kaufen. Es lohnt sich auf jeden Fall.

Dies ist ein Beitrag zum Bücherfrühling von StonerMcT, der ich auf diesem Wege schonmal für die Aufnahme auf ihre Visitenkarte danke. 
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
littleshira

littleshira

21.04.2006 15:06

Du hast mich wirklich neugirig gemacht! LG littleshira

Pessoa

Pessoa

07.04.2006 10:30

Sei gegrüßt. Nun, in der Kritik ist das Buch - trotz der Bestsellerlisten-Position 1 in Holland - durchgefallen... Ich halte viel von Erotik und auch viel von der Kunst der Pornographie - aber die schlichte Schilderung von Bettszenen ist weder erotisch, noch ist es pornographisch... es ist Porno und abgeschmackt. Und was will mir eine Frau für wichtige Gedanken sagen, die so unverantwortlich ist, ohne Gummi in der Gegend rumzuvögeln? Ich habe das Buch nicht gelesen... der Kommentar entstand aus spontanen Gedanken beim lesen Deiner Besprechung. Aber immerhin hast Du Dich ja gut unterhalten und auf das sollte man das Buch dann auch reduzieren. In diesem Sinne - Pessoa

Milsch

Milsch

31.03.2006 17:13

Mit Verlaub: eindeutig ein Buch für Frauen, nicht?

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