Wir wollen doch alle gerne in unserem kleinen Leben verschiedene Rolle spielen und wer hat sich nicht schon einmal gewünscht, in eine ganz andere Rolle zu schlüpfen und es den anderen zu zeigen, sei es der Familie oder Freunden oder dem lieben Chef und nur sich selbst. Doch wie wir alle wissen, ein schweres Unterfangen, da es nun mal nicht so einfach ist. Da haben es die Travestiekünstler doch einfacher, sie schlüpfen jeden Abend in diverse Rollen und leben einfach und blenden uns. Und ich denke, wir werden alle tagtäglich geblendet, von uns selbst oftmals, warum darüber nicht eine Dokusoap drehen? Fernsehen macht doch fast alles möglich....
...oder?Doch bevor die schärfsten Kritiker jetzt gleich über mich herfallen und mir eine schlechte Bewertung geben werden, mit der Begründung, die Folgen seien bereits gelaufen – ja es stimmt, die Folgen liefen in der letzten Woche. Den Bericht konnte ich aber erst jetzt schreiben, weil Ciao ein paar Tage gebraucht hat, ihn reinzustellen und zum anderen, weil ich darauf hinweisen möchte, wie lustig und spannend es sein kann, in eine andere Rolle zu schlüpfen, auch wenn man die Folgen nicht gesehen hat und aus der Erfahrung weiß ich, dass dieser Gedanken in vielen Köpfen rumgeistert. Das möchte ich euch vorab sagen, damit ihr nicht unnötig weiterlesen müsst. Danke, wenn ihr trotzdem Interesse zeigt.
***Die Blender***In der neuen Serie „die Blender“ geht es um verschiedene Menschen und Charaktere, die aus ihrer alten und gewohnten Rolle in eine völlig neue schlüpfen. Hierbei handelt es sich um eine Dokusoap, die noch zeitlich begrenzt laufen wird.
Von was träumt Dachdecker Peter (26) aus Hamm, wenn er morgens zur Baustelle fährt? Männlich, wie wir uns einen Dachdecker vorstellen und Single, so ist er schon von manchen Dächern in diverse Schlafzimmerfenster gerutscht. So lebt er sein Leben. Was passiert mit Peter, wenn er nun Damenfriseur wäre? Genau das zeigt uns die neue Serie. Peter bekommt in nur vier Wochen ein komplett neues Styling und Schauspieltraining, er lernt Waschen, Schneiden, Fönen und Legen und sein Ziel soll es sein, später eine unabhängige Jury zu blenden. Die Kamera ist immer dabei. Peter hat bislang nicht auf sein Äußeres sehr viel Wert gelegt und nun wird er richtig durchgestylt, um die Klischees eines Friseurs in der Gesellschaft zu erfüllen. Dabei wird es recht realistisch gemacht, also es wird keine Megatunte aus ihm gemacht. So schneidet und bedient Peter nun also Damen in einem Friseurladen und deckt in der neuen Rolle andere Dächer. So wurde er anschließend von einer Friseurmeisterjury bewertet. Und hat er es bestanden? Konnte der die Fachwelt blenden? Ich will euch noch nichts verraten.Es ist kein leichtes Unterfangen, was sich die Produktionsfirma dort neu ausgedacht hat, denn um zu blenden, wird das bisherige Leben des Menschen komplett umgegraben, damit es so realistisch wird, wie es nur werden kann. Und es gelingt. Man glaubt es kaum. Das Ziel ist es für den Einzelnen, dass zu lernen, wofür andere ein Leben lang gebraucht haben und eine Ausbildung absolviert haben –die Darsteller hier – alles Laien aus dem normalen Leben – haben dazu nur sehr begrenzt Zeit.
In der zweiten Folge ging es um die eine Studentin aus Essen. Daria jobbt als Kellnerin und ist 23 Jahre alt. In Köln soll sie nun Sängerin werden. Wie man in kurzer Zeit ein Popstar wird, haben uns diverse Sendungen vorgemacht. Hier hätte es mich selbst gereizt, ob aus mir auch ein Popstar möglich wäre. Daria bekommt Gesangsunterricht und sie lernt, wie man sich ausdrückt, wie sie ihren Körper zur Musik bewegt und ihre nicht geschulten Stimmbänder werden auf die harte Probe gestellt. Am Ende steht sie vor einer Fachjury auf einer Talentprobe und muss singen und blenden.In der dritten Folge ging es um den Lokomotivführer, einem 28 jährigen Gunnar aus Ingelheim. In nur drei Wochen erlernt er, wie man ein Kleid entwirft und muss dabei an lebenden Modellen Maß nehmen. Er lernt das Schneiden und Zusammennähen dieser Stoffe und muss am Ende vor einer Fachjury in Düsseldorf auf der internationalen Modemesse die Gremien blenden.
Hier steckt unheimlich viel Arbeit in der Produktion und ich finde, man hat ein interessantes Thema mit Menschen von nebenan sehr gut umgesetzt. Ich sage ganz bewusst nicht, wer die Jury blenden konnte, obwohl die Sendungen schon gelaufen sind. Ratet einfach mal und macht euch einen Kopf, wer es wohl geschafft haben könnte und ob ihr – mit dem nötigen Training eure Umwelt täuschen oder blenden könntet. Es ist unheimlich interessant.
***Wann konnten wir das sehen***
Die Doku-Serie lief in dieser Woche bei RTL und zwar lief die erste Folge am 23.11.02 um 23.15 Uhr, die zweite Folge lief am 28.11.02 um 23.15 Uhr und gestern die vorerst letzte Folge um 23.30 Uhr.Die ersten beiden Folgen hatten eine Quote von 12,4 % in der Zielgruppe bzw. die zweite Folge sogar 24,7 %. Die Quoten der dritten Folge werden wir noch erfahren. Somit war die Quote gut und wir dürfen uns sicherlich im kommenden Jahr auf weitere Folgen freuen – da erfolgreiche Serien immer wieder produziert werden.
***Wer produziert es***Auch hier ist, wie beim Familiengericht, die erfolgreiche Produktionsfirma „filmpool“ wieder am Werk gewesen. Sie gehören zu den erfolgreichsten Film und TV-Produktions Firmen Deutschlands. Unter anderem wurden auch andere Dokusoaps, wie „Die Fahrschule“ von filmpool gemacht oder Richterin Barbara Salesch. Ebenso entstand in dem Hause der Film „eine ungehorsame Frau“ mit Veronica Ferres.
Ältere Semester erinnern sich vielleicht auch noch an den WWF-Club in der ARD seinerzeit. Auch hier zog filmpool die Fäden.Die Firma ist insoweit unabhängig, als das sie für alle Sender produziert und nicht nur an einen Sender gebunden ist.
Geschäftsführerin ist Gisela Marx, die in ihrem Leben bisher durch journalistische Größe beeindrucken konnte und vielen dürfte sie durch den WDR ein Begriff sein oder man kennt ihre Sendungen im Radio – wie Morgenmagazin oder das Mittagsmagazin auf WDR 2.Gisela Marx ist u.a. auch Autorin und Regisseurin und hat die Firma filmpool 1974 in Köln gegründet.
So ist sie bei der Dokusoap „die Blender“ auch mal wieder erfolgreiche Produzentin und man kann über sie wirklich nichts Schlechtes sagen, denn die Dinge, die sie anpackt, haben Hand und Fuß und wurden von langer Hand geplant und laufen deswegen sicherlich u.a. im Fernsehen immer sehr erfolgreich. Sie gehört nicht zu den Produzenten, die auf Biegen und Brechen versuchen, reißerische Sachen für das Fernsehen zu produzieren. Von ihrem Format gibt es nur leider zu wenige.
***Kontakt***
filmpool
Film und Fernsehproduktion GmbH & Co.KG
Poststraße 2-4
50676 Köln
Telefon: 0221-921599-0
Fax: 0221-921599-9
Email: info@filmpool.de
www.filmpool.de
***Fazit***
Ich würde mir jedenfalls wünschen, dass hier weitere Folgen gesendet werden und habe filmpool angeschrieben. Sobald ich Neues erfahre, mache ich ein Update.Es war spannend zu erleben, wie Leute in anderen Rollen wirken und was sie alles können und noch spannender war es, dass man Menschen täuschen kann, sogar solche, die Fachkenntnisse haben und sich in ihrem Metier auskennen.
Denkt mal alle darüber nach, welche Rollen ihr gerne spielen würdet und wenn euch was einfällt, bewerbt euch einfach mal bei filmpool und vielleicht ermöglichen sie euch eine neue Rolle. Ich finde das Thema insgesamt sehr interessant, weil wir uns, wie schon gesagt, oft in den Rollen, die wir so alltäglich spielen nicht zufrieden sind und gerne mal ausbrechen möchten, wenn die Konventionen nicht wären und uns der Mut nicht fehlen würde. Aber es kann sich lohnen, mal jemand ganz anderes zu sein und damit andere überzeugend zu blenden.
Ich erwähnte oben schon, dass die Folgen schon gesendet wurden und begründete auch, warum ich dennoch einen Bericht verfasst habe. Seit ein bisschen gnädig..lach es ist bald Weihnachten.Ich bedanke mich dennoch bei allen, die bis hier gelesen haben und wünsche euch einen wunderbaren 1. Advent und hoffe, in eurem Kalender befanden sich tolle Sachen und wer Fehler findet, findet mich morgen im 2. Törchen seines Adventskalenders.
02.03.2003 03:26
... hab das vorher grad zufällig gesehen, und jetzt geht mir dieses blöde "honeyhoneyhoney" nicht mehr aus dem Kopf *aaaaaaaaaaargh*
11.12.2002 14:20
das muss ja ein Schreck am Morgen sein, dich im Adventskalender *g*.
09.12.2002 19:45
Die gleichen Gedanken wie Du hatte ich auch! Guter Bericht! Gruß, Olli