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Die Bourne Verschwörung (DVD)

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Every Breath You Take

5  01.11.2004

Pro:
Matt Damon, die Inszenierung, ein guter Genrefilm

Kontra:
minimale Handlung, maximale Action, sonst nix !

Empfehlenswert: Ja 

JerryMaguire

Über sich:

Mitglied seit:01.08.2002

Erfahrungsberichte:183

Vertrauende:38

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 80 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Hätte doch nur jemand Gordon Sumner – alias Sting, 80er Jahre Frontmann der Pop-Funk-Kollaboration „The Police“ - gefragt, es wäre ein Leichtes gewesen der rasanten Fortsetzung des vielgelobten Agententhrillers „The Bourne Identity“ (2002) auch einen Titelsong mit Wiedererkennungswert zu verschaffen, schließlich existiert mit der zum Klassiker gereiften Ballade „Every breath you take“ eine textsichere Umsetzung der von Regisseur Paul Greengrass in hektischen Bildern zusammengefassten Geschichte, um den auch zwei Jahre (realer und filmischer Zeitrechung) nach dem Vorläufer noch immer an Amnesie leidenden Agenten Jason Bourne (Matt Damon), der auf der Suche nach seiner Vergangenheit und der eigenen Identität einmal mehr ins Visier der internationalen Geheimdienste gerät.

Die tragenden Figuren sind inhaltlich dieselben wie im ersten Teil, so auch Marie (Franka Potente), Freundin und Verbündete des Ex-Agenten aus vergangenen Tagen, mit der sich die professionelle Tötungsmaschine Bourne, den nach wie vor Erinnerungsfetzen und Albträume malträtieren, in ein entlegenes Refugium in Goa, Indien, zurückgezogen hat. Scheinbar weit weg vom digitalen Trubel der Überwachungskameras und Satellitenspionage, doch selbst der idealistische Rückzug in das Inselähnliche Paradies bietet den zwei Flüchtigen, denn das sind sie trotz all ihrer Flitterwochen-Idylle noch immer, keine Zeit um durchzuatmen. Eine geplatzte Spionage-Mission und zwei Leichen tragen die Handschrift von Jason Bourne, dessen Fingerabdrücke am Tatort in Berlin ebenso offensichtlich wie stümperhaft zurückbleiben und den beinahe in Vergessenheit geratenen ‚Soldaten’ wieder ins Tagesgeschehen hineinziehen.

Die Situation kann sich einer gewissen komischen Tragik nicht erwehren, denn letztlich ist es die CIA-Vergangenheit von Bourne, dieses nur noch rudimentär in seinem Gedächtnis präsente Erinnerungsfragment, die ihn immer wieder einholt, und nun ganz aktuell zur Wiederaufnahme seiner antrainierten Fähigkeiten zwingt, deren Merkmalsausprägungen vermindert auf diplomatisches Geschick setzen, dafür umso mehr aus den Prinzipien des ‚Laufens, Versteckens, Tötens und Überlebens’ bestehen. Und das kann er gut, darin ist Bourne besser als ein ganzes Regiment an Agenten und öffentlicher Polizei, nicht zuletzt weil er – ganz im Sinne großer, männlicher, amerikanischer Heldenfiguren – auf sich allein gestellt, den Kampf mit einer übermächtigen Institution aufnimmt, dabei in Elementen der Rachsucht und Auflehnung gegen die patriarchalischen Schöpfer ebenso seine Motive findet wie in dem immer währenden Anspruch des Individuums auf freie Entfaltung.

Bourne ist, was die CIA aus ihm gemacht hat. Er und seine früheren Auftraggeber wissen das. Es verwundert nicht, dass die Agency sämtliche Hebel in Bewegung setzt, um die Spur ihrer wieder aktiven ‚kleinsten Kampfeinheit’ aufzunehmen und die effektive militaristische Waffe außer Gefecht zu setzen. Nichts anderes als das ist Jason Bourne, auch oder gerade in der Darstellung durch Matt Damon, der jene innere Kälte und bis zur Perfektion trainierte Berechnung, diese inzwischen brüchige Skrupellosigkeit in seinem ganzen Wesen verkörpert. Während die Titelfigur läuft, kämpft und all ihre verfügbaren Mittel einsetzt, bleibt Damon alias Bourne keine Zeit zum Verschnaufen, zum einen weil Paul Greengrass seinem Film nicht den geringsten Moment zur Pause inmitten all der halsbrecherischen Aktionen gönnt, zum anderen weil Jason Bourne keine Figur ist, deren Prioritäten den Müßiggang fördert. Jeder seiner Schritte wird verfolgt, jedes Atmen und Existieren aufgezeichnet, jeder vermeintliche Fehler analysiert, jede mögliche Schwäche oder Querverbindung untersucht, so dass für Bourne de facto keine Zeit bleibt, um zwischendurch mal zu lächeln. Oder zumindest so zu tun als ob. Wieso sollte er auch?

Denn die Frau an seinen Fersen ‚hat Haare auf den Zähnen’ – ein wenig charmanter Ausdruck für Pamela Landys (Joan Allen) Hartnäckigkeit und ambitionierte Spionagearbeit. Zusammen mit Ward Abbott (Brian Cox) jagt sie Jason Bourne über den halben Planeten von Goa nach Neapel, Berlin bis Moskau. Unter Abbotts Supervision fand auch das geheime Rekrutierungsprojekt mit Namen „Treadstone“ statt, dessen Ziel die Ausbildung fähiger Profi-Killer war, die für den Geheimdienst die ungeliebten „Drecksarbeiten“ erledigen. Ein kolossaler Fehler, und Bourne ist der größte. Für den Titelhelden gilt es die Verschwörung aufzudecken, die ihm einen Mord anhängt und des Verrats beschuldigt, doch stets an oberster Stelle ist und bleibt der Wunsch von Jason Bourne zu erfahren, wer er wirklich ist, bevor sich all das an was er sich erinnern könnte, in bleihaltiger Luft auflöst.

Ein hektischer Film, nichts für Leute mit Herzschrittmachern und einem empfindlichen Auge, da Paul Greengrass unvermindert aufs Gaspedal tritt und dabei mit einer Hand lenkt, um gleichzeitig in der anderen noch die Kamera an dem Geschehen teilhaben zu lassen. Die finale Verfolgungsjagd durch die engen Straßen und schwach beleuchteten Tunnel von Moskau verdeutlicht dieses Wortspiel in seinem wahrsten Sinne, denn während die Kamera unaufhörlich zu den Stakkato-Schnitten der Bilder wackelt, wird es dem ein oder anderen schwer fallen der eigentlichen Aktion zu folgen, die auf den ersten Blick einem wilden Ritt mit der Handkamera ähnelt. Doch von dieser atmosphärischen Hektik lebt der gesamte Film, der nicht nur durch seine Drehorte – wie schon The Bourne Identity – dem europäischen Kino näher scheint als der amerikanischen Filmwelt. Es dürfte schwer fallen den rauen Charme von Berlin mit seinem weitverzweigten Gleisverkehr und den ungewöhnlichen, inzwischen typischen Stil-Mixturen innerhalb der Vereinigten Staaten zu finden, doch Greengrass Inszenierung lebt genau hiervon. Auch wenn die letzte Jagd durch den Moskauer Straßenverkehr nur das furiose Ende einer fortwährenden Hetzjagd durch die gesamte Spieldauer von The Bourne Supremacy darstellt, entwickelt der Film seinen Reiz aus der fulminanten Montage dieser Situationen und Szenen, wie auch der Etablierung seines Helden.

Matt Damon ist derweil mit der Rolle gewachsen, wobei das variabel verschiedensten Nationalitäten zuordnungsfähige Gesicht des Schauspielers mit Sicherheit dazu beiträgt, dass er als Jason Bourne, dieser Junge aus dem amerikanischen Hinterland, ein perfektes Profil für die Rolle des untertauchenden Agenten abgibt. Der Film liefert turbulente Unterhaltung, nicht nur hinsichtlich der grandios inszenierten Action-Sequenzen, die vor allem durch die Verfolgungsszenen brillieren, sondern auch durch die Grundzüge der Geschichte – basierend auf Robert Ludlums Romanreihe -, denen sich eine authentische und spannende Agentengeschichte, die trotz allem konventionellen Strickmustern folgt, glaubhaft entnehmen lässt. Greengrass spielt mit dem Genre auf seine Art und verhilft dem Film durch das atemlose Hetzen durch Raum und Zeit über inhaltliche Hürden hinweg, kaschiert geschickt die Phasen in denen die Action jegliche Handlung wegdestilliert. Bleibt nur noch die Sache mit Gordon Sumners Song, aber womöglich hätte sich die Hauptfigur am Namen der Ex-Band von Sting doch ganz erheblich gestört.


4,5 von 5 Sternen = 5 Sterne
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Gany

Gany

10.11.2005 16:59

Ein wirklich gelungener Bericht. Demnächst werde ich auch einen Bericht über diesen Film schreiben. LG Gany

Nandini22

Nandini22

22.11.2004 13:53

Ist wirklich ein sehr schöner Erfahrungsbericht, muss mir den Film unbedingt anschauen.LG Nandini

Tuvok1

Tuvok1

13.11.2004 14:32

richtiges popcorn Kino halt. Gute kritik

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"besonders hilfreich" von (8%):
  1. Flavius
  2. Nandini22
  3. tunefish77
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  1. Pop-Princes
  2. Gany
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