spannend in einiger Hinsicht
8. Dez 2000
Pro:
s . o .
Kontra:
s . o .
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Niveau:
Unterhaltungswert:
Spannung:
Humor:
Aufmachung:
mehr
 yorg
Über sich:
... die Zeit ist nur ein Bach, in dem ich angeln gehe (Thomas Hemerken, Mönch) ... doch wer angeln w...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 12 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Caleb Carr - Die Einkreisung (The Alienist) - 588 Seiten - Heyne Vlg - ISBN 3453099311 New York im Jahr 1896. Die verstümmelte Leiche eines Starssenkindes wird gefunden - Alltag in der City. Dr. Laszlo Kreisler, wohlhabend aber wegen seiner Vorliebe für die Theorien eines gewissen Wiener Seelenarztes Namens Freud nicht wohl gelitten in der Oberschicht der Gesellschaft, nimmt sich des Falles an - und dies gegen die Interessen der Polizei, die den Tod eines heruntergekommenen Starssenkindes aufzuklären für mehr als vergeudete Zeit hält. Und nicht nur dies: Da es sich bei dem Mordopfer um ein Kind handelt, dass sich auf dem Strassenstrich seinen kargen Lebensunterhalt verdienen musste, läuft jedwede Beschäftigung mit diesem Fall auch wider die guten Sitten, wider die herrschende Moral - nicht, weil es sich um Kinderprostitution handelt, sondern weil damit überhaupt die Möglichkeit der Kinderprostitution (samt der Frage nach den entsprechenden Kunden) aufgeworfen wird - denn dies gibt es in New York einfach nicht ! Aus dem Mord wird eine Serie und der Polizeichef Theodore Roosevelt, der spätere Präsident der USA und Studienfreund Kreislers ist aber "neuen Methoden" aufgeschlossen genug, eune geheim gehaltene Einheit zusammenzustellen, die den Mörder auf ihre Weise zu jagen beginnt .... Caleb Carr bringt mit "Die Einkreisung" einen Thriller, der mehr als ein Thriller ist. Der Roman ist nicht nur bis zur letzten Seite spannend, die Figuren sind nicht nur liebevoll ausgezeichnet - zu all dem wird auch ein Sittengemälde, eine Beschreibung der damals zweitgrössten Stadt der Welt geliefert, wie man es selten zu sehen bekommt, wie es Dickens vor zirka 150 Jahren für London abgeliefert hat. Ausserordentlich kenntnisreich und gut recherchiert beschreibt Carr auch das New York der Reichen, der Vanderbilts, Hearsts und Morgans, vor allem aber das vergessene New York der Armen, der Strassenbanden als Überlebensgemeinschaften, der gefristeten Existenzen im Mulberry Bend, der Prostitution und Kriminalität, der Alltäglichkeit von Mord und Todschlag im Angesicht einer Polizeiorganisation, die in Korruption erstarrt ihre Reviere verteidigt und wegsieht. Wenn sich dieses Buch nicht schon um seiner Spannung willen zu lesen lohnte, würde allein die Beschreibung des Big Apple ausreichend Grund sein, es zur Hand zu nehmen.
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14.05.2001 23:01
einen ->
08.12.2000 13:08
Klingt ganz gut das Buch, weißt du was es ungefähr kostet? Ciao IGor 2000
08.12.2000 12:42
das buch ist wirklich ein hit! ich habe mich bei keiner der mehr als 500 seiten gelangweilt. nicht nur die tolle einbettung der story in die großstadt new york, sondern auch das genaue psychogramm des täters haben mich begeistert. das war der erste roman, bei dem ich das so mitreißend beschrieben vorgefunden habe. das buch gehört zu meinen lieblingsbüchern, eindeutig (gleich nach e.a. poe.......gruß, virginia_poe