Die Frau, die gegen Türen rannte / Doyle, Roddy

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Die Frau, die gegen Türen rannte / Doyle, Roddy

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... Deutschsprachige Veröffentlichungen: „Das große Giggler-Geheimnis“ (übersetzt von Andreas Steinhöfel) [Kinderbuch] „Rover rettet Weihnachten“ (übersetzt von Andreas Steinhöfel) [Kinderbuch] „Die Frau, die gegen Türen rannte“ „Henry der Held“ „Ein Fest für Jimmy“ „The Snapper“ „Fish ... Bericht lesen





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Die Frau, die gegen Türen rannte - Roddy Doyle Die Frau, die gegen Türen rannte - Roddy Doyle
Für die Irin Paula Spencer ist das meiste in ihrem Leben schon gelaufen, als sie gerade 39 ... mehr
Jahre alt wurde. Und es ist nicht gut gelaufen für
sie. Es hatte damit begonnen, daß sie in der
Schule bei den schwächsten Schülern eingestuft
wurde und richtig mies lief alles, ab dem Tag, an
dem sie Charlo kennenlernte. Er war ihre
Jugendliebe und die beiden heirateten. Warum aus
Paulas Traum vom Glück nichts wurde, weiß sie in
der Erinnerung nicht mehr so richtig. Immer wieder
hat sie darauf gehofft, daß alles so nett und
freundlich wurde, wie sie es sich immer erträumte.
Ihre Ehe endete in einer Katastrophe. Es dauert
sehr lange, bis sie erzählt, daß sie von ihrem
Ehemann, der jähzoring war, verprügelt wurde. Sie
und ihre Kinder lebten in einer Welt aus Angst und
Schrecken, denn je nach Laune Charlos, wurde es
ein ruhiger Abend, wenn er nach der Arbeit
heimkam, falls er überhaupt eine hatte, oder es
wurde die Hölle. Paula flüchtet sich in den
Alkohol und entkommt in eine Scheinwelt, wobei sie
die Kinder, den Haushalt alles vernachlässigt.
Doch immer wieder rappelt sie sich auf, um die
Dinge aus eigener Kraft wieder in den Griff zu
bekommen und immer wieder sitzt sie im Krankenhaus
und erklärt, daß sie gegen eine Tür gelaufen ist,
um den Ärzten die Verletzungen plausibel zu
machen. Doch wen interessiert schon eine
Alkoholikerin, die wahrscheinlich gestürzt ist. Da
fragt niemand nach den nähren Umständen. Am Ende
des Buches ist Charlo tot, und man wünscht Paula
von ganzem Herzen, daß sie es schafft, alles noch
einmal neu zu beginnen, wenn da nicht die Flasche
wäre. Roddy Doyle hat mit seinem Roman Die Frau,
die gegen Türen rannte, einen Roman geschrieben,
der das Leben einer Frau aus der Unterschicht
Dublins sehr präzise beschreibt. Er hat sich so
mit seiner Figur identifiziert, daß an keiner
Stelle des Buches der männliche Blickwinkel
durchschimmert. Er erzählt ganz konsequent aus dem
Leben dieser Frau, die in ihrer Kindheit und
Jugend den Traum der heilen Welt hatte, der am
Schluß des Romans in den Schmutz getreten wurde.
Von Paula und ihren Sehnsüchten und Wünschen ist
nichts übriggeblieben. Ihr gewalttätiger Ehemann
hat sie und ihr Leben restlos zerstört. Doyle
beschreibt die Situation seiner Hauptfigur so
treffend, daß zwar die Frage "Warum um Gottes
Willen läßt die Frau sich dies alles gefallen?"
beim Lesen immer mitschwingt, doch ihre
Handlungsweise ist verständlich und
nachvollziehbar geschildert. Es sind bittere
Wahrheiten, die Paula ihren Kindern mit auf den
Weg gibt: Ich war ihre Zukunft. Die Zukunft, die
sie immer vor Augen hatten. Die Welt der
Erwachsenen, Gewalttätigkeit, ein leerer
Kühlschrank, eine Flasche Gin, aber kein Fleisch,
blaue Augen, ausgeschlagene Zähne, ein Häufchen
Unglück in einer Ecke. Macht eure Hausaufgaben,
betet schön, putzt euch die Zähne, sagt bitte und
danke -- und es wird euch so gehen wie
mir.--Manuela Haselberger
€ 9,90*

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die gegen Türen rannte, einen Roman geschrieben,
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Dublins sehr präzise beschreibt. Er hat sich so
mit seiner Figur identifiziert, daß an keiner
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Kistenbericht III: Im Café mit Paula
Erfahrungsbericht von Ciao_Steini über Die Frau, die gegen Türen rannte / Doyle, Roddy
1. Oktober 2004


Produktbewertung des Autors:   

Niveau: anspruchsvoll 
Unterhaltungswert: hoch 
Spannung: ziemlich spannend 
Humor: durchschnittlich humorvoll 
Aufmachung: schön 

Pro: Die Schreibe von Doyle, der Aufbau der Handlung, die Charaktere, Umsetzung der Thematik
Kontra: Manchmal bissel verworren, aber man gewöhnt sich schnell dran, die Thematik an sich

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

♦Der Autor
Der 1958 in Dublin geborene Roddy Doyle wird als einer der bekanntesten Vertreter der neuen irischen Literatur bezeichnet. Bevor er sich dem Schreiben zuwandte, arbeitete er als Lehrer. Mittlerweile ist er verheiratet, hat zwei Kinder und lebt mit seiner Familie in Dublin.

♦Bibliographie
Doyles erster Roman „The Commitments“ (1987) wurde im Jahre 1991 von Alan Parker verfilmt. Auch die beiden danach folgenden Romane „The Snapper“ (1990) und „The Van“ (1991) wurden von Stephen Frears als Filmvorlagen verwendet. Auch das Buch „A Star called Henry“ war bereits kurz nach Veröffentlichung in den Kinos zu sehen. Im Jahr 1993 erschien das Buch „Paddy Clarke Ha Ha Ha“, welches mit dem renommierten Booker-Preis ausgezeichnet wurde. „The Woman Who Walked Into Doors“ erschien 1996.

Deutschsprachige Veröffentlichungen:
„Das große Giggler-Geheimnis“ (übersetzt von Andreas Steinhöfel) [Kinderbuch]
„Rover rettet Weihnachten“ (übersetzt von Andreas Steinhöfel) [Kinderbuch]
„Die Frau, die gegen Türen rannte“
„Henry der Held“
„Ein Fest für Jimmy“
„The Snapper“
„Fish and Chips“
“Die Commitments”
“Paddy Clarke Ha Ha Ha”
“Sharons Baby”
“Dublin Beat”

Die meisten Bücher sind im Moment nicht mehr oder nur noch gebraucht von privaten Anbietern erhältlich. Aber vielleicht gibt es ja bald wieder neue Auflagen!?

♦Die Story
Paula Spencer ist neununddreißig Jahre alt und Witwe. Nachdem sie mit Charlo achtzehn Jahre verheiratet war, stand eines Tages ein Polizist mit der Nachricht vom Tod ihres Mannes vor der Tür. Zu diesem Zeitpunkt wohnte Charlo schon nicht mehr bei Paula, sie hatte ihn endlich rausgeworfen und begann ihr Leben langsam wieder zu ordnen.
Aber fangen wir von vorn an…
Paula O’Leary wächst mit zwei Schwestern und drei Brüdern auf. In der Schule ist sie anfangs gut, bis sie auf die Mittelschule kommt. Die Lehrer sind ätzend, die Mitschüler auch. Und mit der Pubertät wird auch nix besser! Die Mädels tauschen ihre Freunde, wie andere ihre Unterwäsche. Manchmal gehen sie sogar nur ein paar Stunden mit einem Jungen, um ihn dann wieder abservieren zu können. Man gilt als Schlampe, wenn man einen Freund hat, man gilt als Schlampe, wenn man keinen hat, man ist eigentlich immer eine in den Augen der anderen.
Bis Paula Charlo kennen lernt, der eigentlich Charles heißt, aber von niemandem so genannt wird. Es ist Liebe auf den ersten Blick – er vergöttert sie. Beide heiraten – gegen den Willen ihres Vaters. Die Verbindung zu ihrem Vater wird daraufhin bis zu seinem Tod nie wieder so wie sie mal war. Doch Paula liebt Charlo und ist überglücklich… bis er sie in seinem Jähzorn das erste Mal schlägt!
Sie schiebt es auf ihre vorlaute Antwort, dann darauf, dass das Essen nicht rechtzeitig auf dem Tisch stand als er nach Hause kam, darauf, dass sie ihn gereizt hatte - auf sich sich und sich. Er kommt nach Hause, betrunken, wütend und fragt „Rechts oder links?“, sie wimmert links und er bricht ihr den kleinen Finger an der linken Hand. Er schlägt sie immer öfter, sie verliert einige Zähne, hat oft gebrochene Rippen, kahle Stellen, da wo er ihr Haare büschelweise ausreißt, während er sie an den Haaren durch die Küche schleift, sie verliert sogar ein Kind und immer sucht sie die Schuld bei sich.
Kurz darauf kommt er zu sich und ist jedes Mal besorgt und kümmert sich rührend um sie. Bringt sie zum Arzt und verwöhnt sie. Und diese Aufmerksamkeit entschädigt Paula für alles, was er ihr noch Minuten vorher angetan hat. Den Ärzten erzählt sie, sie sei wieder „Ach ja ich Dussel“ die Treppen runtergefallen oder gegen eine Tür gerannt. Der Arzt fragt nicht, einer Frau, die nach Alkohol riecht, glaubt man das doch aufs Wort! Warum sagt Paula nie etwas? Warum vertraut sie sich den Ärzten nicht an? Sie würde ja. Aber sie will gefragt werden. Sie will, dass jemand sich sorgt und fragt, was nicht in Ordnung ist. Aber es fragt keiner. Sie ist und bleibt der Alki, der man wieder gegen eine Tür gerannt ist und keinen interessiert das.

Insgesamt hat sie vier Kinder: die älteste Nicola, die unkompliziert ihren eigenen Weg geht. Man hat manchmal das Gefühl sie hat den Haushalt und das Leben weitaus besser im Griff als ihre Mutter. Als nächster kommt John Paul, der nicht mehr zu Hause wohnt. Er ist abgehauen und keiner weiß so richtig, wo er steckt. Als letztes kampierte er in einem Abbruchhaus und ist drogensüchtig. Danach kommt Leanne, die mit ihren zwölf Jahren die ersten Knutschflecke mit nach Hause bringt. Sie hat das Herz auf dem rechten Fleck und ein loses Mundwerk. Der vierte ist Jack und mit seinen fünf Jahre noch immer Paulas Baby.

Als Charlo eines Morgens auch Nicola mit diesem hasserfüllten Blick anschaut, der nichts gutes verheißt, rastet Paula aus – er kann sie zerstören, aber nicht ihre Kinder! Sie prügelt mit einer alten schweren Pfanne auf ihn ein, immer und immer wieder und treibt ihn dabei aus dem Haus!

Ihren Schmerz betäubt Paula mit Alkohol – ja sie gibt selbst zu, dass sie Alkoholikerin ist. Doch seit Charlo weg ist, trinkt sie nur noch, wenn Jack im Bett ist. Dann allerdings fällt sie wie panisch über die Flasche her, die sie im Schuppen versteckt. Manchmal wird Jack deshalb eher ins Bett geschickt – zur Not dreht Paula die Küchenuhr vor… Tagsüber verdient sie sich etwas Geld mit verschiedenen Putzstellen.

Und dann klingelt der Polizist an der Tür. Charlo habe eine Frau erschossen und wäre dann selbst bei versuchter Flucht von einem Polizisten erschossen worden. Paula hatte alles verdrängt seit seinem Rauswurf, doch jetzt beginnt sie wieder zu grübeln… erkennt sie am Ende, dass es nicht immer ihre Schuld war?

♦Meine Eindrücke
Beim Lesen solcher Bücher, schwillt mir regelmäßig der Kamm, ich werde wütend! Warum nehmen diese Frauen nicht Sack, Pack und Kinder und lassen diesen Mann hinter sich!? Warum lassen sie sich das all die Jahre bieten!? Und trotzdem lese ich solche Romane immer wieder – sie scheinen mich magisch anzuziehen.
Paula war allerdings die erste, die ich wenigstens etwas verstehen konnte. Roddy Doyle bringt sie dem Leser so nah, dass man sich in die Frau hineinversetzten kann und wenigstens in Ansätzen begreift, warum sie so handelt, warum sie bleibt. Paula erzählt in der Ich-Form von sich selbst. Wortwahl und Satzbau sind dabei weder unnatürlich gestelzt noch förmlich – Paula redet wie ihr der Schnabel gewachsen ist, sie nimmt kein Blatt vor den Mund. Das Buch wimmelt nur so von Ausdrücken wie „Verfick Dich“ und Co. Aber gerade dadurch hat man beim Lesen das Gefühl man sitzt mit Paula in einem Café und sie erzählt bei einer Tasse heißer Schokolade von ihrem Leben und wie sie geschafft hat es wieder annähernd ins Lot zu bringen – während man ihr gebannt zuhört. Schonungslos und offen erzählt sie alles. Sie erwartet keine oberschlauen Ratschläge, sie will nur dass man ihr endlich zuhört.
Man selbst will sie im Verlauf des Buches mal an die Hand nehmen und aus diesem Haus weg von Charlo bringen, mal ohrfeigen, weil sie sich mal wieder bis zur Besinnungslosigkeit betrinkt und mal einfach in den Arm nehmen.
Die Story gehört zu der Sorte, über die man auch noch grübelt, wenn man das Buch schon längst zugeschlagen hat. Das schlimme ist, dass es keine fiktive Geschichte ist, sondern dass solche Fälle täglich und zahlreich hinter vielen verschlossenen Türen passieren…

…wenn Frauen, wie Paula Spencer wieder gegen Türen rennen.

♦Die Frau, die gegen Türen rannte
Taschenbuch
Aktuelle Auflage: Mai 2003
ISBN 3 5961 5920 2
Fischer TB Verlag (Frankfurt am Main)
Preis: 8.90 Euro
 
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"Fragt mich!" (Paula)
Bewertung für Die Frau, die gegen Türen rannte / Doyle, Roddy von steinil

Pro: emotionaler schreibstil, Idee des Szenenausfbaus ...
Kontra: Umsetz.g des Szeneaufbaus

...näher bringen, auch besonders, weil die Thematik jeden was angehen sollte! >Cover Das Titelbild zeigt eine Tür (wahrscheinlich eine Kühlschranktür), die bunte Magnetletter trägt, welche den Titel: >Die Frau die gegen Türen rannte< aufzeigt und gut leserlich macht. Darüber steht ihn weißen Lettern der Name des Autors. (siehe angehangenes Bild) >Übersetzung Aus dem Englischen übersetzte Renate Orth-Guttmann dieses Buch vom irischen Autor Roddy ...
...ISBN 3-8105-0433-5 im Handel erhältlich. Die gebundene Ausgabe (Taschenbuchform) kostet 8,90 €. >Story Der Roman dreht sich um das Leben der Paula Spencer die damals in ihrer Jugend ihre erste Liebe vergöttert und geheiratet hat. Sie verbrachte glückliche Flitterwochen und bald wurde Paula schwanger und sie gründeten eine kleine Familie, die später größer wurde. Jahre später sieht das Leben des Ehepaar schon ganz anders aus. Charlo geht gern mal ... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
Niveau:
Unterhaltungswert:
Spannung:
Humor:
Aufmachung:
sehr hilfreich

16.12.2004

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