Über sich:Mein 333. Bericht ist natürlich eine Filmkritik...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 97 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Letzten Mittwoch war ich endlich mal wieder im Sneak und als ich die Vorschau für diesen Film sah war ich sehr gespannt. Glücklicherweise wurde er gespielt und ich kann euch berichten.
Handlung
Eine junge wunderschöne Frau lebt eingesperrt in einer Villa in einem schönen aber kahlen Zimmer. Ein Arzt bekommt eine Lieferung von Blut und züchtet sich im Reagenzglas eine künstliche Haut, diese bekommt die schöne junge Frau Stück für Stück implantiert. Wer ist diese junge Frau, warum lebt sie in der Villa des Arztes? Was hat das Schicksal des Mediziners mit dem der jungen Frau zu tun? Im Laufe des Abends erschließt sich den Zuschauer die ganze Handlung, auch die Hintergründe warum es so läuft. Ich werde dieses mal nicht so viele Einzelheiten verraten, da sie nur verwirren und ein ungelesener erster Eindruck eben hier der beste ist. Es werden Themen wie Gewalt und Rache, Genie und Wahnsinn ebenso nebeneinander gestellt wie Trauma, Leidenschaft und das Gefühl in einem falschen Körper zu sein, oder seine Identität gegen eine vermeindlich bessere einzutauschen.
Darsteller
Antonio Bandereas spielt den genialen wie gewissenlosen Professor, der seine persönlichen Gefühle höher stellt als die Selbstbestimmung der Anderen. Er schafft sich seine Frau, die er verloren hat einfach neu.Keine ungewöhnliche Kombi Geschlechtsumwandlungen und Schönheitchirurgie, der Oberbegriff ist Plastische Chirurgie, die Kunst am Menschen wenn man so will. Aber auch ein Künstler sollte nicht nur um der Kunst willen arbeiten. Elena Anaya spielt die junge Frau, die quasi das Ebenbild der verstorbenen Ehefrau ist, wie sah sie vorher aus, wo hat sie gelebt, wen interessiert das? Die junge Frau wird instrumentalisiert und verliert so ihre ursprüngliche Identität verschmilzt bis zum geht-nicht-mehr mit dem Kopfkino des Professors. Versuche auszubrechen unternimmt sie, aber kommt sie gegen diesen Mann an? Nicht nur er springt selbstherrlich mit ihr um. Marisa Paredes spielt die Mutter des Professors, sie ist quasi die Gefängniswärterin dieser jungen Frau, wie schafft sie es die Moral und Empathie für diese junge Frau auszublenden? Ist sie dem Sohn hörig, oder hat auch sie einen "sekundären" Gewinn?
Regie
Ein Werk von Pedro Almodovar, er ist einfach genial und stellt die schrägsten Menschen so direkt und auch relativ wertfrei dar, dass es eine Freude ist. Ein Professor, der seinen Verlust bewältigt, in dem er sich an den vermeindlichen Vergewaltiger seiner Tochter rächt, indem er ihm die Identität nimmt und seinen Verlust der Ehefrau bewältigt, indem er sich ihr Ebenbild nachbaut. Bei jedem anderen würde das nicht ankommen, aber bei ihm schon. Ein genialer europäischer Film, Programmkino keine leichte Kost und schwer verdaulich, das Kopfkino nach dem Film ist fast genauso schräg und um hundert Ecken gedacht. Ich bin froh, dass ich unvorbereitet in diesen film gegangen bin, ohne das Buch zu kennen oder Infos über den Film gelesen zu haben, denn die die ich gesehen habe hätten mich nur verwirrt.
Blitzlicht
Die Handlung basiert auf einen Roman von Thierry Jonquet. Eigentlich ist es kein Thriller, aber was dann? Ein Drama, ein Psychodrama? Auf jeden Fall ein interessanter Film, der in Bildern spricht und die Realtität längst nicht so grausam darstellt, wie sie ist, sondern eher sehr plastisch und ästhetisch. Ein Etikettenschindel ist der Begriff Thriller, dieser Film ist kein Thriller jedenfalls nicht im herkömmlichen Stil, dieser Stempel lockt Menschen hinein, die enttäuscht wieder rausgehen, denn hier bekommt man nicht Spannung ohne Ende, sondern man muss aktiv mitdenken, kein Popcornkino.
07.12.2011 19:33
Also ich glaube nicht, dass ich mir den Film im Kino ansehen werde, aber vielleicht mal als DVD...
29.11.2011 22:45
der steht auf meiner DVD-Leihliste, weil ich ihn im Kino verpasst habe, SH und LG BiIlly
06.11.2011 14:09
hab den Trailer gesehen, aber ich denke, das ist nichts für mich..