Im Fragment eines Heftchenromans über die Heimkehr eines deutschen Soldaten aus Sibirien entdeckt Peter Debauer Details aus seiner eigenen Wirklichkeit. Die Suche nach dem Ende der... mehr
über die Heimkehr eines deutschen Soldaten aus Sibirien entdeckt Peter Debauer Details aus seiner eigenen Wirklichkeit. Die Suche nach dem Ende der Geschichte ...
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Pro: interessante Mischung aus philosophischem Roman, einer guten Liebes- und Lebensgeschichte und einem Entwicklungsroman Kontra: etwas überfrachtet, nicht ganz so gut wie "Der Vorleser"
Mein zweiter Beitrag zum Bücherfrühling
(Näheres dazu nachzulesen bei StonerMcT):
Obwohl ich passionierte Krimileserin bin, habe ich von Bernhard Schlink, der ja eigentlich durch seine Kriminalromane um Herrn Selb wie etwa "Selbs Mord" oder "Selbs Bet ...
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Pro: Spannende Spurensuche im zwanzigsten Jahrhundert Kontra: teilweise nicht sehr zielstrebig
...In Kürze:
Im Roman "Die Heimkehr" schildert Bernhard Schlink die Suche eines Mannes nach seiner Herkunft, genauer gesagt nach seinem angeblich verstorbenen Vater. Die Spuren, die der Erzähler im Laufe der Zeit zusammenträgt und die allmählich zu einem Bi ...
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deutschen Soldaten aus Sibirien. Als Peter Debauer darin Details aus seiner eigenen Welt entdeckt, macht er sich auf die Suche. Die Suche nach dem Ende der Geschichte und nach deren Autor wird zur Irrfahrt durch die deutsche Vergangenheit, aber auch durch Peter Debauers eigene Geheimnisse.
Soldaten aus Sibirien. Als Peter Debauer darin Details aus seiner eigenen Welt entdeckt, macht er sich auf die Suche. Die Suche nach dem Ende der Geschichte und nach deren Autor wird zur Irrfahrt durch die deutsche Vergangenheit, aber auch durch Peter Debauers eigene Geheimnisse.
er gar nicht mehr genau. Vielleicht war es in jenem Sommer, als die junge Lucia ihn in die Waschküche lockt, um ihm ihr Geschlecht zu zeigen und ihn damit erwachsener werden ließ. Vielleicht war es aber auch nur aus Langeweile, während einer öden Schulstunde. So oder so hat er sich Jahre lang an das Verbot gehalten, die Rückseite der Blätter nicht zu lesen, die ihm Oma und Opa während der Ferien bei ihnen in der Schweiz zum Schreiben und Malen überlassen hatten. Dort fanden sich die Druckfahnen der Heftchenreihe Romane zur Freude und zur guten Unterhaltung, die die alten Leute nach allerlei Irrungen und Wirrungen ihres harten und entbehrungsreichen Lebens im Alter redigierten. So oder so: Irgendwann dreht Peter die Blätter um. Er liest die Geschichte der Rückkehr eines Soldaten aus Sibirien, die ihn seltsam berührt. Er liest, wie der Mann plötzlich vor der heimischen Haustür steht, wo ihn seine Frau mit einem fremden Kind und einem fremden Mann an ihrer Seite entgegen tritt. Doch dann bricht die Erzählung ab, weil Peter die restlichen Seiten schon weggeworfen hat. Erst Jahre später fällt sie ihm wieder ein, macht sich der Ich-Erzähler auf die Suche nach dem Autor des Romans, um dessen Ende zu erfahren. Eine Reise in die Geschichte -- auch die eigene Vergangenheit -- beginnt... Seit seinem Überraschungs-Bestseller Der Vorleser ist der gelernte Jurist und Berliner Autor Bernhard Schlink der Spezialist für verschüttete Biographien, die sich nicht zuletzt, in einer Art Roman im Roman, immer erst in der Lektüre seiner Figuren entwickeln und entschlüsseln lassen. In Die Heimkehr ist das nicht anders. Und auch viel von Schlinks juristischem Fachwissen ist -- neben seiner Vorliebe für historische Stoffe -- wieder einmal in das Buch eingeflossen. Gerade diese Ansammlung eingestreuter, teils grotesker Rechtsfälle macht Die Heimkehr besonders lesenswert. Darüber hinaus ist Schlink wieder einmal gelungen, mit Hilfe einer geradlinigen Sprache und eines von Melancholie durchzogenen Stils zu fesseln. --Stefan Kellerer
er gar nicht mehr genau. Vielleicht war es in jenem Sommer, als die junge Lucia ihn in die Waschküche lockt, um ihm ihr Geschlecht zu zeigen und ihn damit erwachsener werden ließ. Vielleicht war es aber auch nur aus Langeweile, während einer öden Schulstunde. So oder so hat er sich Jahre lang an das Verbot gehalten, die Rückseite der Blätter nicht zu lesen, die ihm Oma und Opa während der Ferien bei ihnen in der Schweiz zum Schreiben und Malen überlassen hatten. Dort fanden sich die Druckfahnen der Heftchenreihe Romane zur Freude und zur guten Unterhaltung, die die alten Leute nach allerlei Irrungen und Wirrungen ihres harten und entbehrungsreichen Lebens im Alter redigierten. So oder so: Irgendwann dreht Peter die Blätter um. Er liest die Geschichte der Rückkehr eines Soldaten aus Sibirien, die ihn seltsam berührt. Er liest, wie der Mann plötzlich vor der heimischen Haustür steht, wo ihn seine Frau mit einem fremden Kind und einem fremden Mann an ihrer Seite entgegen tritt. Doch dann bricht die Erzählung ab, weil Peter die restlichen Seiten schon weggeworfen hat. Erst Jahre später fällt sie ihm wieder ein, macht sich der Ich-Erzähler auf die Suche nach dem Autor des Romans, um dessen Ende zu erfahren. Eine Reise in die Geschichte -- auch die eigene Vergangenheit -- beginnt... Seit seinem Überraschungs-Bestseller Der Vorleser ist der gelernte Jurist und Berliner Autor Bernhard Schlink der Spezialist für verschüttete Biographien, die sich nicht zuletzt, in einer Art Roman im Roman, immer erst in der Lektüre seiner Figuren entwickeln und entschlüsseln lassen. In Die Heimkehr ist das nicht anders. Und auch viel von Schlinks juristischem Fachwissen ist -- neben seiner Vorliebe für historische Stoffe -- wieder einmal in das Buch eingeflossen. Gerade diese Ansammlung eingestreuter, teils grotesker Rechtsfälle macht Die Heimkehr besonders lesenswert. Darüber hinaus ist Schlink wieder einmal gelungen, mit Hilfe einer geradlinigen Sprache und eines von Melancholie durchzogenen Stils zu fesseln. --Stefan Kellerer
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Pro: Spannende Spurensuche im zwanzigsten Jahrhundert Kontra: teilweise nicht sehr zielstrebig
...In Kürze:
Im Roman "Die Heimkehr" schildert Bernhard Schlink die Suche eines Mannes nach seiner Herkunft, genauer gesagt nach seinem angeblich verstorbenen Vater. Die Spuren, die der Erzähler im Laufe der Zeit zusammenträgt und die allmählich zu einem Bild des Vaters werden, spiegeln auf ihre Art manche (Fehl-)Entwicklungen des zwanzigsten Jahrhunderts wider, insbesondere die Untaten des Nationalsozialismus. Die Arbeit des Erzählers wirkt wie Detektivarbeit, die allerdings nicht an jeder Stelle richtig zielstrebig zu sein scheint. da auch andere Sachen dazwischenkommen, wie es im Leben eben so geht.
Der Autor:
Bernhard Schlink wurde 1944 geboren und hat Kriminalromane und Romane zur deutschen Vergangenheitsbewältigung geschrieben. Ich habe vorher von ihm nur den bekannten Roman "Der Vorleser" (1995) gelesen. Dass Bernhard Schlink...
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Pro: interessante Mischung aus philosophischem Roman, einer guten Liebes- und Lebensgeschichte und einem Entwicklungsroman Kontra: etwas überfrachtet, nicht ganz so gut wie "Der Vorleser"
...Mein zweiter Beitrag zum Bücherfrühling
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Obwohl ich passionierte Krimileserin bin, habe ich von Bernhard Schlink, der ja eigentlich durch seine Kriminalromane um Herrn Selb wie etwa "Selbs Mord" oder "Selbs Betrug" bekannt wurde, nie einen von diesen gelesen. Dafür aber umso begeisterter seinen Bestseller "Der Vorleser" und seine wirklich vorzüglichen Kurzgeschichten "Liebesfluchten".
Mit dem neuen Roman "Die Heimkehr" hofft nicht nur der Verlag, dass es Schlink wieder gelingt an seinen Riesenerfolg anzuknüpfen. Ich war gespannt, wie das Ergebnis wohl ausfallen würde, da ein solcher Autor ja unter einem Wahnsinnserwartungsdruck stehen muss.
Mein vorweg genommenes Fazit: ich bin zufrieden!
Daten:
Bernhard Schlink "Die Heimkehr" Diogenes Verlag
ISBN 3-257-86136-2, erschienen...
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