Die Tempelritter müssen ja für alles mögliche herhalten. Mal haben sie den heiligen Gral gestohlen, mal haben sie uraltes Geheimwissen. In diesem Krimi stellt sich die Frage, ob sie auch noch eine Gruppe von Mördern sind.
Historischer Hintergrund
Der Roman spielt im Jahre 1303. Das ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von c4011220 über Die Hitze der Hölle / Paul Harding 10.01.2001
Produktbewertung des Autors:
Niveau
durchschnittlich
Unterhaltungswert
sehr hoch
Spannung
ziemlich spannend
Wie ergreifend ist die Story?
berührt ein wenig
Pro:
Spannend und lehrreich
Kontra:
Das Original liest sich besser
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Die Tempelritter müssen ja für alles mögliche herhalten. Mal haben sie den heiligen Gral gestohlen, mal haben sie uraltes Geheimwissen. In diesem Krimi stellt sich die Frage, ob sie auch noch eine Gruppe von Mördern sind.
Historischer Hintergrund
Der Roman spielt im Jahre 1303. Das Zeitalter der Kreuzzüge ist vorbei. Nach dem Fall von Akka haben die Christen keinen Stützpunkt mehr im heiligen Land. Die zu diesem Zweck gegründeten Orden haben plötzlich ihre Existenzberechtigung verloren. Der Bekannteste unter ihnen, der Tempelritterorden, leidet zudem unter einem ziemlich schlechten Ruf. In den letzten zweihundert Jahren durch Spenden groß und reich geworden, muß er sich vorwerfen lassen, nicht genug seiner eigentlichen Aufgabe nachgekommen zu sein. Und wirklich haben die Templer ihre eigene Politik betrieben, Bündnisse mit mohammedanischen Herrschern geschlossen, internationale Bankgeschäfte getrieben, alles getan, um ihren Macht und ihren Einfluß zu mehren. Allein ihr Grundbesitz in den europäischen Ländern ist immens.
Währenddessen befinden sich Frankreich und England in einer fortwährenden Auseinandersetzung (Hundertjähriger Krieg), unterbrochen durch kurze Perioden zweifelhaften Friedens. Große Teile des heutigen Frankreich sind in englischer Hand, der französische König Philipp der Schöne braucht Geld für die Fortführung des Krieges. Aber auch um die englischen Staatsfinanzen sieht es nicht sehr viel besser aus. König Edward war zwar vor zwanzig Jahren auf einem Kreuzzug, aber sein heutiges Interesse gilt mehr der Machtausdehnung in Europa. Und auch er braucht dafür Geld.
Noch gut bekannt in Europa ist die mohammedanische Sekte der Assassinen. Die große Rolle, die sie im heiligen Land spielten, errangen sie nicht durch hervorragende Diplomaten oder große Heere, sondern durch Terrorismus. Sie schickten Selbstmordkommandos aus, die bevorzugt ihnen feindlich gesonnene Herrscher und Heerführer umbrachten.
Ansonsten ist dies eine Zeit des Umbruchs. Die Macht der Kirche geht zurück. Der Papst mußte Rom verlassen und hält sich in Avignon auf, wo er unter dem Einfluß des französischen Königs steht. Auch die Kriegsführung beginnt sich mit der Entdeckung des Schießpulvers zu verändern.
Die Handlung
Eine hochrangige Templerdelegation befindet sich unter Führung ihres Großmeisters de Molay in England. Der englische König Edward beabsichtigt, eine großzügige Anleihe bei den Templern aufzunehmen, die dafür im Gegenzug die Teilnahme Edwards an einem neuen Kreuzzug verlangen.
Gestört werden die Verhandlungen durch den französischen Gesandten, der eindringlich vor den Machenschaften der Tempelritter warnt. Als dann auch noch Morddrohungen der Assassinen gegen Edward eintreffen, wird Sir Hugh Corbett mit der Lösung des Falles beauftragt. Tatsächlich findet ein Anschlag auf den englischen König statt, ein Anschlag, der im letzten Moment von Sir Hugh verhindert werden kann. Der Attentäter selbst geht als er gestellt wird buchstäblich in Flammen auf. Groß ist die Verwirrung, als sich herausstellt, daß der Attentäter ein Angehöriger des Templerordens ist. Gibt es Streitigkeiten im Orden über die zukünftige Politik? Haben sich mehrere Fraktionen gebildet? Dieser Verdacht erhärtet sich, als der französische Gesandte von einem ähnlichen Mordanschlag auf seinen König berichtet.
Als dann auch Sir Hugh eine Morddrohung erhält, bleibt nur noch eine Untersuchung in der Höhle des Löwen, im Quartier der Templerdelegation selbst. Gemeinsam mit seinen treuen Gehilfen Ranulf und Maltote macht er sich auf, muß aber schon bald feststellen, daß die Templer seine Anwesenheit gar nicht gerne sehen. Haben sie etwas zu verbergen, oder wollen sie die Geschehnisse einfach intern regeln?
Eigentlich bin ich immer skeptisch, wenn in einem Buch die Templer auftauchen. Zu leicht gleitet das Ganze dann ab in mystische oder esoterische Bereiche. Dankenswerterweise verkneift sich Harding das. Mit einer Ausnahme, die ich hier aber nicht verraten will. Sonst ist ja die Spannung weg. Und die ist durchaus vorhanden. Die im ersten Eindruck manchmal etwas unlogischen Geschehnisse werden am Schluß zufriedenstellend aufgelöst. Und im Nachwort gibt es vom Autor auch noch Details zu den historischen Geschehnissen. Was will man mehr?