Vampire mit Ray-Bans
24.11.2000 (18.12.2000)
Pro:
Ellis weiß viel über den NYC Jet Set zu berichten
Kontra:
teilweise zu konfus, die Vampirsache ist überflüssig
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Niveau
Unterhaltungswert
Spannung
Wie ergreifend ist die Story?
mehr
 kochski
Über sich:
Mitglied seit:10.10.2000
Erfahrungsberichte:71
Vertrauende:46
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 46 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Das erste Buch von BRET EATON ELLIS, das nach dem berühmt-berüchtigen AMERICAN PSYCHO erschien, wurde natürlich sehr großer Spannung erwartet... Obwohl - was sollte schon kommen? Sowohl chronologisch als auch schreibtechnisch war die Sache mit AMERICAN PSYCHO definitiv ausgereizt. Man kann also von Gflpück sagen, dass Ellis mit THE INFORMERS auch nicht den Fehler machte, noch eins draufsetzen zu wollen oder einen lahmen „American Psycho 2“ schreiben zu wollen. Statt dessen veröffentlichte er mit THE INFORMERS hauptsächlich altes Material (wohl etwas ergänzt / geändert / überarbeitet) aus Less Than Zero-Tagen (seinem Debut). Wie sein zweiter (und für mich bester) Roman RULES OF ATTRACTION, so ist auch das neue Buch aus verschiedenen Perspektiven geschrieben, nur daß diesmal nicht einmal mehr angegeben ist, welche Geschichten und Gedanken von wem stammen, so daß man am Anfang der Abschnitte oft ganz schön durcheinanderkommt.Inhaltlich geht's natürlich wieder um das übliche: Arme reiche Amerikaner (die sich hinter einem Paar schwarzer Ray-Ban Wayfarers verstecken) nehmen Drogen, haben sich nichts zu sagen, ficken ohne die geringste Leidenschaft, fliegen mit dem Flugzeug hierhin und dorthin und so weiter und so fort. Neu ist lediglich, daß es im Los Angeles der 80er Jahre (also auch chronologisch ein Sprung zurück in die Zeit Ellis’ Erstlings) Vampire gibt. Das ist zwar teilweise nett zu lesen, hätte aber auch nicht uuunbedingt sein müssen. Schließlich leben die Geschichten des Autors sonst davon, dass sie zwar krass und außergewöhnlich sind, sich aber eben immer in einem gewissen Rahmen der Realität und Vorstellbarkeit bewegen. Was bleibt, ist eine Sammlung von (teilweise zusammenhängenden) Geschichten, die man wohl am besten als interessante Ergänzung zu seinem Frühwerk ansieht und nicht als "den neuen Ellis". Kurzer Fakerschutz: Diese Meinung stammt im Original von kochski. Wer auf einen Nachfolger zu AMERICAN PSYCHO wartet, der sollte sich eher an GLAMORAMA versuchen, das gewisse Paralellen aufweist, aber dennoch eigenständig genug ist um für sich alleine zu funktionieren PS: Wer sich für den Autor BRET EASTON ELLIS oder sein neues Buch GLAMORAMA interessiert, findet dazu bei old Kochski natürlich auch eine Meinung, die ist auch ein wenig ausführlicher. Zu den INFORMERS ist mir aufgrund seiner insgesamten Mittelmäßigkeit halt nicht soviel eingefallen. © Kochski 2000-11-22
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20.02.2011 17:22
sehr guter bericht
13.06.2003 19:11
Schade, dass du hier und da mit deinen Eindrücken nicht noch etwas mehr ins Detail gehst. Ich hab das Buch letztens als Mängelexemplar günstig erstanden und bin schon recht gespannt drauf... LG, Meike
19.11.2001 20:12
Heute habe ich American Psycho ausgelesen und bin jetzt am überlegen, welches Buch ich als nächstes lese. Informers dann wohl eher nicht :-) Gruß Hirnederl