... So wühlte ich die Tage in meinen mittlerweile geteilten Bücherstapel und griff zu Inger Frimansson mit Die Insel der nackten Frauen. Und genau von diesem Buch möchte ich Euch heute berichten, viel Spaß beim lesen.
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Verwandte Angebote für Die Insel der nackten Frauen / Inger Frimansson
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Hi meine Lieben Heute geht es wieder in den Bereich der Literatur, genauer gesagt in die Skandinavischen Gefilden. So wühlte ich die Tage in meinen mittlerweile geteilten Bücherstapel und griff zu Inger Frimansson mit Die Insel der nackten Frauen. Und genau von diesem Buch möchte ich Euch heute berichten, viel Spaß beim lesen.
|°| Eckdaten Autorin |°| Inger Frimansson ist eine der bekanntesten Autorinnen Schwedens. Die Insel der nackten Frauen ist das vierte Buch von ihr, das auf Deutsch erschienen ist. Ihr erstes Gute Nacht, mein Geliebter bedeutete sofort den Durchbruch für sie. Es wurde ausgezeichnet mit dem Schwedischen Krimipreis und begründete ihren Ruhm als schwedische Minette Walters Weitere Werke: Der Beschützer ? Die Katze, die nicht sterben wollte
|°| Eckdaten Buch |°| Originaltitel: De nakna kvinnornas ö (erschienen 2002 by Norstedts Förlag Stockholm) Titel: Die Insel der nackten Frauen (erschienen 2004 by Random House) Übersetzer: Paul Berf aus dem schwedischen Genre: Krimi Seitenzahl: 384 Seiten (inkl. Danksagung der Autorin) ISBN: 3-442-73441 X Preis: 9,00? (Taschenbuchausgabe)
|°| Pressestimmen |°| Sie ist die einzige in Schweden, die es mit Minette Walters aufnehmen kann Länstidningen Södertalje
|°| Story |°| Der schon recht erfolgreiche Autor Tobias wird zum Hof seines Vaters (Sigge Elmkvist) beordert, da dieser vom Scheunenboden gestürzt ist und sich gravierende Verletzungen zugezogen hat, welche es ihm auch unmöglich machen, seiner erheblich jüngeren Lebensgefährtin Sabina bei den Arbeiten auf dem Hof zu helfen. Schließlich muss sich Sabina auch noch um ihren geistige behinderten Sohn kümmern. Welchen der Haus- und Hofherr so gar nicht ausstehen kann. Gerade jetzt steht viel Arbeit an, denn die Rinder müssen von der Sommerweide in den Stall geholt werden, zwecks Reinigen aber auch um ihnen einen kalten Winter im Freien zu ersparen. Sabina steht zwar noch der eigenbrötlerische Hardy zur Verfügung, aber eine weitere helfende Hand ist von Vorteil. So reist Tobias auf den Hof an. Dort angekommen trifft er gleich auf Sabina, zu welcher er sich hingezogen fühlt ? es ist ja nicht so, das Tobias nicht liiert ist.
Die Vorbereitungen für den Rinderabtrieb per Floß von der Insel zum Stall laufen auf Hochtouren. Hardy, Tobias, Sabina und ihr Sohn treiben die Rinder auf das Floß, lediglich ein Rind fehlt noch, so das Tobias und Hardy sich auf die Suche machen, und es auch finden, völlig entkräftet? Tobias würde gerne einen Tierarzt kommen lassen, Hardy hingegen macht kurzen Prozess und erschießt das Rindvieh. Schon kommt es zum kleinen Eklat zwischen Tobias und Hardy ? eine Vorlage für spätere Affekthandlungen auf dem Hof, welche auch noch einen gravierenden und verstörenden Verlauf mit sich bringt, denn Sabina und Tobias gehen eine kurze Liaison ein, und werden beim Sex von Hardy beobachtet?.. das Schicksal nimmt seinen Lauf?
|°| Leseprobe S. 108/109 |°| Ihr Atem roch süß nach Pastillen, ihre Zunge war wie ein kleines wirres Tier, und er presste sich an sie mit seiner Zunge, wand sich an ihr, an ihren glatten weißen Zähnen, und sie weinte jetzt, sie schluchzte, aber gleichzeitig lachte sie auch, ja, sie lachte, und ihre Arme leisteten keinen Widerstand, sondern schlangen sich um seinen Hals, und sie presste ihn zu ihren Brüsten hinab, zum Bauch, und er zog an ihrer Kleidung, bis der Overall von oihr abgestreift, sein Inneres nach außen gestülpt war, sie aus ihrer blauen Schale auftauchte und nackt auf der Bank lag.[?] »Tobias! Er darf niemals davon erfahren. Er ist der liebenswerteste Mann der Welt.« Auf einmal war da eine Bewertung an der Tür und ein Geräusch. Ein Scharren, ein Räuspern. »Ja, es wäre wirklich eine Schande, Sigge Elmkvist traurig zu machen, nicht wahr? Den liebenswertesten Mann der Welt. Er hat sicher etwas Besseres verdient.«
Sie lösten sich schlagartig voneinander, aber es war schon zu spät, als Tobias entdeckte, wer dort an den Türpfosten gelehnt stand. Das vorgeschobene Kinn, der grobe gelbe Bart. Seine Augen fixierten sie unter halb geschlossenen Augenlidern. Sabina wandte ihnen den Rücken zu, war mit ihrem Reißverschluss beschäftigt. Ihre Schultern zitterten, und das machte ihn rasend vor Wut. »Warum schleichst Du Dich hier an wie ein Spion!«, brüllte er los. Hardy zog die Oberlippe hoch. Sein Gesicht wurde schmal und spitz. »Ein Spion? Ganz und gar nicht. Ich bin nur gekommen um mein Geld zu holen« Sabina fuhr herum, war wie gelähmt, außer Stande zu begreifen?.
|°| Meinung / Kritik |°| Ich habe ja ein Faible für skandinavische Autoren, so machte mich auch dieses Buch aufgrund seines Klappentextes neugierig. Eigentlich ist dies gar kein richtiger Krimi auf bzw. nach skandinavischer Art, es liest sich eher wie eine authentische Geschichte aus dem Alltag.
Aber der Reihe nach?. Wenn man schon so einiges gelesen hat, dann hat man schon einen gewissen Anspruch an der Lektüre, klar, das Thematische Spektrum ist zumeist schon recht breit getreten worden, letztendlich liegt es an den Nuancen und der Darstellung was ein Autor / eine Autorin draus macht. Von der Handlung her muss ich hier sagen, das mir das sehr gut gefallen hat, es ist etwas anspruchsvolles und gar nicht mal so abwegig. Um so erstaunter war ich, das die Thematik nicht nur oberflächlich ist, sondern anhand angepasster Charaktere durchaus lebendig wird, und man sich als Leser hineinversetzen kann. Eine Handlung, die unheimlich viel Potential bietet und welches sich die Autorin auch zunutze gemacht. Nicht ohne auch ein paar soziale Aspekte hinein zu geben. So sehe ich hier einen ganz deutlichen Aspekt, der die Botschaft übermitteln soll, das Menschen mit einer geistigen Behinderung auch Menschen sind, sie sind halt nur anders. Das mit diesem Umstand nicht jeder zurrecht kommt, ist allgemein bekannt, aber es ist auch erstaunlich, welche Gedankengänge entstehen können (auch wenn dies hier fiktiver Natur ist). Wo viele Menschen arbeiten, entstehen auch unterschiedliche Sichtweisen, das diese irgendwann hoch kochen ist auch eher normal, so sorgt dieses Szenario für eine ordentliche Portion Spannung. Dies passiert nicht nur durch den skandinavisch verhaltenen aber durchaus passenden Schreibstil der Autorin, nein auch durch die wirklich gut dargestellten Charaktere, die allesamt zur Handlung passen.
Ich kann hier echt nicht meckern, aber bisher stimmt alles, die Handlung ist ansprechend und liest sich wie aus dem Leben gegriffen, so das man sich beim lesen, damit identifizieren kann. Ebenso ergeht es einem bei den Charakteren, egal welcher gerade im Vordergrund steht, man versetzt sich immer in den jeweiligen hinein, so kriegt man beim Lesen noch eine andere Sichtweise und denkt auch ein bissel über die angerissenen sozialen Aspekte der Handlung nach, die diese unzweifelhaft ans Licht bringt. Sei es Vertrauen aufbauen aber auch Vertrauen zu hintergehen, sowie auch den Umgang mit Menschen die geistig behindert sind.
Ich hatte eben schon den Schreibstil angesprochen, der ist eigentlich ganz gut, nicht zu trocken aber auch nicht zu reißerisch, wenn auch an manchen Stellen ein wenig zu detailgetreu, aber das liegt meines Erachtens in der Natur der Skandinavischen Autoren, bei manchen Werken passt das gut, bei manchen eher weniger. Auch bei Die Insel der nackten Frauen kommt es einem manchmal etwas zu trocken vor, aber immerhin tut es der Spannung keinen Abbruch.
Alles insgesamt gesehen finde ich Die Insel der nackten Frauen gelungen, ich weiß aber, das viele Probleme haben mit skandinavischer Literatur, gerade im Bereich der Namen, ich persönlich finde es authentisch und von Vorteil, wenn Namen und Orte im skandinavischen original geschrieben werden, andere finden das fürchterlich. Ich habe da vielleicht einen kleinen Vorteil, weil ich mich im skandinavischen Raum ein wenig auskenne und somit auch mit den Lautschriften der Namen vertraut bin.
Ich spreche hier eine 4 sternige Empfehlung aus, 1 Stern muss ich dann doch abziehen, für die ab und an zu ausschweifenden Passagen.
Herzlichen Dank für das Lesen, Bewerten und Kommentieren sagt Eure lesefreudige Chrissy
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