Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Story, noch immer durchaus aktuell, Stil, . . . |
| Kontra: |
Ende kann nicht so ganz überzeugen |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Zwar war DINO PARK der erste Roman des Autoren MICHAEL CRICHTON, den ich gelesen habe, aber es war letztendlich sein aktuelles Werk WELT IN ANGST, das mich dazu bewegte auch die übrigen Romane des Autoren zu kaufen und zu lesen.
Schnell fanden zahlreiche Romane dieses Autoren den Weg in meine Bibliothek, die mich fast alle mehr oder weniger begeistern konnten (im Gegensatz zu vielen anderen Lesern konnte ich mich beispielsweise für TIMELINE nicht so recht begeistern) und so bin ich nun in der Lage, hier einen weiteren Beitrag über einen (früheren) Roman dieses Autoren zu verfassen, den er unter dem Pseudonym JEFFREY HUDSON schrieb und der den Titel DIE INTRIGE trägt.
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ALLGEMEINES
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Bevor MICHAEL CRICHTON weltbekannt wurde, schrieb er seinen Roman DIE INTRIGE unter dem Pseudonym JEFFREY HUDSON, so dass dieser Roman heute unter unterschiedlichen Autorennamen zu finden ist (dafür, dass der Roman unter anderem auch hier unter dem Autoren MICHAEL CRICHTON geführt wird, dürften letztendlich wohl finanzielle Erwägungen verantwortlich gewesen sein).
DIE INTRIGE veröffentlichte JEFFREY HUDSON/MICHAEL CRICHTON im Jahre 1968 unter dem Originaltitel A CASE OF NEED und zwei Jahre später, also im Jahre 1970, erschien die von Helmut Degner übersetzte deutschsprachige Fassung des Romans.
Ich bin stolzer Besitzer der gebundenen Erstauflage dieses Romans aus dem Scherz Verlag, die ich bei www.ebay.de ersteigert habe, kann hier also keine Angabe zu ISBN oder aktuellem Preis machen, gehe aber davon aus, dass DIE INTRIGE auch als Taschenbuch für knapp unter 10,00 € erhältlich sein dürfte.
MICHAEL CRICHTON/JEFFREY HUDSON veröffentlichte in der Zwischenzeit zahlreiche Romane, von denen die Masse weltbekannt und viele mehr oder weniger erfolgreich verfilmt wurden. Zu den wichtigsten Romanen dieses Autoren zählen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit und chronologische Reihung):
- CONGO (verfilmt unter gleichem Titel)
- SPHERE (verfilmt unter gleichem Titel)
- DINO PARK (verfilmt als Jurassic Park)
- BEUTE
- WELT IN ANGST
- DER GROSSE EISENBAHNRAUB (verfilmt unter gleichem Titel)
- ENDSTATION
- ANDROMEDA (verfilmt unter gleichem Titel)
- TIMELINE (verfilmt unter gleichem Titel)
- ENTHÜLLUNG (verfilmt unter gleichem Titel)
- ...
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INHALT
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In der Notaufnahme eines Bostoner verblutet die noch junge Karen Randall, die kurz zuvor einen in den USA verbotenen Schwangerschaftsabbruch hat durchführen lassen. Nach Aussage der Schwiegermutter der Toten, war es der chinesischstämmige Gynäkologe Arthur Lee, der den Schwangerschaftsabbruch durchführte.
In den USA wird die Durchführung einer Abtreibung mit hohen Freiheitsstrafen geahndet und da Karen Randall mutmaßlich an den Folgen einer Abtreibung gestorben ist, drohen Arthur Lee, dem beschuldigten Gynäkologen bis zu zwanzig Jahren Haft.
Zwar ist im Kollegenkreis bekannt, dass Arthur Lee illegale Abtreibungen vornimmt, aber dennoch zweifelt Dr. Berry, der auch privat mit Arthur Lee befreundet ist, an der Schuld seines Freundes und je vehementer Dr. J.D. Randall, ein einflussreicher Chirurg und Vater der Toten, eine Verurteilung Arthur Lees fordert, desto intensiver ist Dr. Berry bemüht, die Unschuld seines Freundes zu beweisen.
Zwar ist im Kollegenkreis weitestgehend bekannt, dass Arthur Lee relativ häufig illegale Abtreibungen vornimmt, aber die Obduktionsergebnisse, die nicht einmal einwandfrei belegen, dass Karen Randall schwanger war und die eher amateurhafte Ausschabung bestärken Dr. Berry zunehmend in der Überzeugung, dass Arthur Lee unschuldig ist.
Daran ändert auch die Behauptung von Karen Randalls Stiefmutter nichts, die für diese Abtreibung einen Scheck über 300,- $ ausgestellt haben will, da Arthur Lee bekanntermaßen die Abtreibungen nie aus Profitgier, sondern aus Überzeugung vorgenommen und von seinen Patientinnen dafür lediglich eine Erstattung seiner Kosten, die sich um etwa 25,- $ bewegen, verlangt hat.
Gemeinsam mit dem Anwalt Arthur Lees beginnt Dr. Berry nun selbst herauszufinden, wer die Abtreibung vorgenommen und somit den Tod des Mädchens verschuldet hat.
Dabei spricht er unter anderem mit ehemaligen Collegefreundinnen und Mitschülerinnen der Toten, wobei er erfährt, dass Karen Randall nicht nur bereits zuvor zwei Abtreibungen hat vornehmen lassen, sondern auch Kontakte zur Drogenszene hatte und insgesamt also sehr deutlich vom Bild der "lieben Tochter" abweicht, das ihr Vater so gerne vermittelt und auch in anderen Bereichen scheint im Hause der Randalls eine größere Diskrepanz zwischen Schein und Sein zu herrschen ...
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ANMERKUNGEN
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Mit der illegalen Abtreibung wählte JEFFREY HUDSON/MICHAEL CRICHTON einen Themenbereich, der auch heute noch nichts von seiner damaligen Aktualität eingebüßt hat. Zwar vermag ich hier nicht zu sagen, in wie weit sich die Rechtslage in den USA seit Erscheinen des Romans geändert hat, übertragen auf Deutschland wäre eine derartige Geschichte in ihren Grundzügen jedoch durchaus denkbar. Diese Grundthematik verbindet der Autor mit der Geschichte einer Art Intrige, dessen Opfer nicht zufällig Arthur Lee ist. Seine chinesische Abstammung sowie seine kritische Einstellung gegenüber seinem Berufsstand und sein Desinteresse am gesellschaftlichen Leben prädestinieren ihn als Opfer in einem Umwelt in dem der angesehene Chirurg irgendwo zwischen Gott und Beckenbauer steht. Auch die Darstellung des Anwalts passt in dieses Muster. Als Farbiger in den späten 60er Jahren ist in den Darstellungen des Autors einzig und allein ein Sieg in einem spektakulären Prozess, der ihm die gerechte Anerkennung bringen würde. Recht deutlich erzählt der Autor dabei auch eine Geschichte über die Macht der "Gesellschaft des schönen Scheins" und über Methoden, diesen Schein zu wahren.
So enthält die Story des Romans grundsätzlich also mehrere kritische Ansätze, allerdings hätte MICHAEL CRICHTON wesentlich mehr auf diese Ansätze eingehen können. So bleiben auch die kritischen Momente eher oberflächlich behandelt, aber letztendlich ist es auch in den übrigen Romanen dieses Autoren sein Ziel, den Leser spannend zu unterhalten und dabei dienen ihm derartige Gedankenansätze, wie hier, eher als Mittel zum Zweck und nicht dem Anprangern von Missständen.
Sein Hauptanliegen, also dem Leser spannende und aktuelle Unterhaltung zu bieten, wird MICHAEL CRICHTON/JEFFERY HUDSON mit DIE INTRIGE auch voll gerecht. Von der ersten Seite an bietet DIE INTRIGE absolut spannende und dabei auch immer glaubwürdige Unterhaltung. Lediglich der Ausgang der Geschichte konnte mich nicht voll überzeugen. Zwar ist auch dieser durchaus glaubwürdig, allerdings hätte ich mir hier ein anderes Ende gewünscht. Ungeachtet dessen, dass mir dieser Ausgang der Story nicht optimal erscheint, so empfand ich ihn aber immerhin als durchaus überraschend.
Dass der Autor insbesondere auch medizinische Vorgänge, Verfahren und Arbeitsweisen sehr glaubwürdig darstellt, ist kein Zufall, denn schließlich ist MICHAEL CRICHTON/JEFFREY HUDSON Absolvent der medizinischen Fakultät Harvard. Erfreulicherweise verzichtete der Autor bei eben diesen Darstellungen auf ein übertriebenes Maß an "Fachchinesisch", so dass jeder Leser auch diese Passagen der Story problemlos verstehen/nachvollziehen können sollte.
Der Story des Romans merkt man sein Alter von deutlich mehr als 30 Jahren, wie bereits erwähnt, bezüglich der Thematik zu keinem Zeitpunkt an, stilistisch, beziehungsweise bezüglich der Wortwahl wird dann aber gelegentlich doch deutlich, dass DIE INTRIGE von JEFFERY HUDSON alias MICHAEL CRICHTON aus einer anderen als der heutigen Zeit stammt, denn recht häufig fand beispielsweise das Wort "Neger" Verwendung, was in der Zwischenzeit als Schimpfwort gilt und so in einem Roman wohl nicht mehr möglich wäre. Hier würde es mich interessieren, ob spätere Auflagen (beispielsweise ab dem Zeitpunkt, ab dem der Roman unter dem Autorennamen MICHAEL CRICHTON verkauft wurde) entsprechend umformuliert wurde. Auch genannte Beträge sind heute nicht einmal mehr annähernd aktuell (für die in der Story genannten 300,- $ darf man sich heute gerade mal in das Wartezimmer eines Zahnarztes setzen) <- dies sei hier aber nur am Rande erwähnt.
Ansonsten bietet DIE INTRIGE stilistisch das, was man auch in den späteren Romanen des Autoren findet, also die Verwendung einer klaren und verständlichen Sprache in meist recht kurzen Sätzen und nicht allzu langen Kapiteln.
DIE INTRIGE schildert in ihrem Aufbau den Ablauf von sechs Tagen, die aus der Sicht des Hauptcharakters, Dr. Berry, erzählt werden. Dabei bildet grundsätzlich ein Tag einen Abschnitt, der wiederum in mehrere kürzere Kapitel untergliedert ist.
Insgesamt bietet DIE INTRIGE von MICHAEL CRICHTON/JEFFERY HUDSON also über den gesamten Umfang von 299 recht klein gedruckten Lettern absolut spannende, glaubwürdige und, trotz eher oberflächlich behandelter kritischer Ansätze auch durchasu intelligente Unterhaltung ohne Längen.
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LESEPROBE
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"Er war einmal bei uns. Auf der Urologischen. Anscheinend hatte er eine Nierenkolik. Sie haben eine Urinanalyse gemacht."
"Und wie war das Ergebnis ?"
"Es war Blut drin. Rote Blutkörperchen mit Kernen."
Ich konnte mir denken, was mit ihm los gewesen war. Es passiert oft, dass Leute im Krankenhaus erscheinen und über starke Unterleibsschmerzen klagen - Symptome, die darauf schließen lassen, dass ein Nierenstein im Harnleiter eingeklemmt ist. Da eine solche Kolik äußerst schmerzhaft ist, gibt man meistens sofort Morphium und untersucht, um eine genaue Diagnose stellen zu können, den Urin auf Blut. Nierensteine verursachen im allgemeinen eine leichte Blutung im Urinaltrakt.
Morphiumsüchtige simulieren häufig Nierenkoliken, weil sie wissen, dass sie auf diese Weise leicht zu einer Morphiumspritze kommen können. Zum Teil sind sie darin sehr geschickt; sie kennen die Symptome und imitieren sie äußerst überzeugend. Wenn man sie auffordert, eine Urinprobe abzugeben, gehen sie auf die Toilette, urinieren in die Flasche, stechen sich in den Finger und tun einen kleinen Tropfen Blut hinein.
Manche sind dazu jedoch zu zimperlich und nehmen statt ihrem eigenen Blut tierisches Blut, zum Beispiel von einem Huhn. Die Sache hat nur einen Haken: die roten Blutkörperchen eines Huhns haben Kerne, menschliche haben keine. Deshalb lassen rote Blutkörperchen mit Kernen ziemlich sicher darauf schließen, dass der Patient eine Nierenkolik simuliert, und das tun im allgemeinen nur Rauschgiftsüchtige.
"Hat man ihn nach Einstichen abgesucht ?"
"Nein. Als der Arzt ihn untersuchen wollte, ist er weggerannt. Er hat sich nie wieder blicken lassen."
...
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FAZIT
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DIE INTRIGE von JEFFREY HUDSON / MICHAEL CRICHTON konnte mich durchaus positiv überraschen. Meine anfängliche Skepsis ob des recht hohen Alters verflog schnell und so zähle ich nun DIE INTRIGE zu den besseren Romanen MICHAEL CRICHTONS.
Folgerichtig spreche ich hier auch eine Empfehlung aus und verbinde diese mit dem Urteil SEHR GUT !
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02.07.2004
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(06.01.2001)
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verlogene, geheuchelte Arztwelt und Abtreibung
Bewertung für Die Intrige / Michael Crichton von
Jatue
Pro: spannend, flüssig zu lesen
Kontra: scheint schnell hingepinselt worden zu sein
Die Intrige Michael Crichton
Knaur Taschenbuch, 350 Seiten, erschienen 1995
(bereits 1968 als Originalausgabe)
John Berry arbeitet als Pathologe in Boston. D.h. er seziert Leichen bzw. untersucht Gewebeproben auf Krankheitshinweise.
Eines Tages bek ...
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sehr hilfreich
22.04.2007
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