Pro7, was hast du dir dabei nur gedacht? ...
17.12.2002
Pro:
die Sendezeit
Kontra:
die Moderation, die Fälle, die Gäste, die Umgebung, einfach alles
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Kultstatus:
Unterhaltungswert
Moderation:
Durchhaltevermögen:
 Lilima
Über sich:
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Vertrauende:126
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Seit etwa eineinhalb Wochen schleppe ich mich nun mit einer Grippe und Mittelohrentzündung durch die Gegend und habe von meinem lieben Onkel Doc Bettruhe verordnet bekommen. Den ganzen Tag nur im Bett rumliegen kann ich allerdings auch nicht und so hat es mich die ein oder andere Stunde auch einmal auf die Couch verschlagen und ich habe mich durch alle möglichen Sendungen berieseln lassen. Talkshows oder Richtersendungen sind hierbei weiß Gott nichts Neues mehr, alles schon gesehen. Aus eben diesem Grund schaltete ich die Sender weiter und blieb bei einer mir bis dahin völlig unbekannten Sendung auf dem Sender Pro7 hängen. Die Jugendberaterin schimpft sich diese Sendung und ich war gespannt was mich erwarten würde, da ich auch direkt zu Sendebeginn zugeschaltet habe. Meine nüchternsten Vorstellungen wurden jedoch bei Weitem noch übertroffen. Was ich von der ganzen Sendung halte möchte ich euch heute verraten. ~ Die Sendezeiten ~Falls jemand wirklich im Begriff sein sollte sich diese Sendung zu Gemüte führen zu wollen, wovon ich bereits hier am Anfang abraten möchte, so kann er das ganz einfach täglich von Montag bis Freitag jeweils um 15 Uhr tun. Für eine Stunde tritt auf Pro7 dann die Jugendberaterin in Aktion und kümmert sich um ihre Gäste. ~ Das Prinzip der Sendung ~Ich habe dies extra nicht als „Konzept der Sendung“ bezeichnet, da ich es nicht unbedingt als Konzept empfinde. Mit dem Begriff Prinzip liege ich hier wohl näher an den Tatsachen. Wer die Fernsehsendung Dr. Verena Breitenbach (ebenfalls Pro7) kennt, die nun schon seit mehreren Wochen über unsere Bildschirme flackert oder auch die Sendung Zwei bei Kallwass von Sat.1 wird hier vom Prinzip her nichts neues entdecken können, denn das Grundprinzip der Sendung die Jugendberaterin ist vollkommen identisch. Die Sendung wird in einem kleinen Studio abgedreht, in dem sich ein für meine Verhältnisse doch recht kleines Publikum als Zuschauer befindet. Auf der „Bühne“ (widerstrebt mir fast das so zu nennen) befinden sich genau wie bei den oben genannten artverwandten Sendungen drei Stehpulte. Zwei davon für die jeweiligen Gäste, die so aufgebaut sind, dass sie mit dem Rücken direkt zum Publikum stehen und das dritte Pult gehört der Jugendberaterin selber, die zu den beiden „Kandidaten“ und dem Publikum hin gerichtet steht. Pro Sendung werden dem Zuschauer hier drei Problemfälle geschildert, die alle irgendwie mit Jungendlichen zu tun haben, wie ja schon der Titel der Sendung verrät. Dadurch, dass es nur drei Fälle pro Sendung sind ist natürlich die Zeit sehr ausreichend und jeder Fall wird so richtig schön bis ins kleinste Detail „durchgekaut“. Am Anfang geht es eigentlich nur um die Erzählungen und Schilderungen des Problems, dann kommt plötzlich etwas heraus, was nur einer der beiden Kandidaten wusste und dann ist Margit zur Stelle und klärt das ganze auf, gibt ein paar Ratschläge und schlichtet und dann ist auch schon der nächste an der Reihe. Für alle, die denken ich übertreibe oder wäre voreingenommen: dem ist leider nicht so, traurig traurig. Für besondere Zwischenfälle besteht auch noch ein „Hinterzimmer“, in das sich Margit in schlimmen Fällen mit einer der Kandidatenseiten zurückziehen kann und das Problem erst in Ruhe besprechen kann. Danach gehen sie dann gemeinsam wieder raus auf die Bühne und bringen es der anderen Kandidatenseite schonend bei. Ob ihr es glaubt oder nicht: das war eigentlich auch schon alles. Traurig oder? ~ Die Jugendberaterin ~ Die Jugendberaterin in dieser Sendung ist niemand geringeres als unsere liebe Margit Tetz. Kommt euch der Name bekannt vor? Ja genau, es ist die liebe Margit, die wohl die meisten hier noch aus den Zeiten der Zeitschrift Bravo oder auch aus der Fernsehsendung Bravo TV kennen durften. Dort hatte sie eine ähnliche Rolle, nämlich Jugendlichen helfen mit den Problemen des täglichen Lebens fertig zu werden, gerade in der Pubertät kein Leichtes. Das Dr. Sommer Team war dort ihr Einsatzgebiet und schon dort half sie gerne und in allen möglichen Situationen weiter. Mit Rat und Tat stand sie den Kids zur Seite sozusagen. Ihr Spezialgebiet hat sie dann nun in dieser Sendung ein wenig erweitert und muss sich nicht mehr nur um pubertierende Jugendliche kümmern, sondern auch um Partnerschaftsprobleme der etwas älteren oder aber auch um Familiensorgen oder sogar –dramen. Ihre Art hat schon etwas, das muss ich ihr lassen. Sie mag auf Jugendliche oder Kids vertrauenswürdig wirken durch ihre ruhige und gelassene Art. Bin damals auch darauf reingefallen oder hat es auch auf mich gewirkt? Herrje, ich glaube fast ja. Heute finde ich ihre Art allerdings eher einschläfernd durch ihre monotone Redensart und absolut verständnisvolle Art und Weise. Meines Erachtens etwas zu viel des Guten. Aber das ist ja Gott sei Dank Geschmackssache. ~ Einige Beispiele ~ Ich möchte euch wirklich nicht langweilen, aber damit ihr seht das ich keinesfalls übertreibe wenn ich von Banalität in dieser Sendung spreche oder Einfallslosigkeit möchte ich euch hier zwei kurze Beispiele aus einer von mir gesehenen Sendung aufzeigen.Fall 1: Reiche Eltern haben ihr 17 jährige Tochter bis ins unendliche verwöhnt und ihr 500 Euro Taschengeld jeden Monat gegeben. Auf einmal haben sie Angst, das ihre Tochter abhebt, zu verwöhnt wird und den Bezug zum Geld verliert. Deshalb reduzieren sie ihr Taschengeld auf 100 Euro und wollen ihr auch den „geringeren“ Lebensstil vorleben. Sie versteht das nicht und fühlt sich bei ihren Freunden nicht mehr akzeptiert weil sie sich nun nichts mehr leisten kann. Margits Rat ist gefragt. Nach einer kurzen Diskussion beschließt die Tochter ihre Eltern auf das vorzeitige Erbe zu verklagen. Und welch Wandel in der Geschichte: Die Eltern geben zu pleite zu sein und selber kein Geld mehr zu haben! Margit rät der Tochter ihren Lebensstil zu ändern und zu ihren Eltern zu halten, da die Familie über allem steht und Zusammenhalt wichtig ist. Ende, dafür braucht die Sendung etwa 20 Minuten. Langeweile vorprogrammiert oder? Fall 2: Ein Paar im Alter von etwa 23 Jahren (meine Schätzung) hat ein Problem. Sie liebt ihn über alles, er behauptet sie auch über alles zu lieben. Jedoch verliert er seine Arbeit, wenn seine Freundin nicht mit seinem Chef schläft, ein unmoralisches Angebot sozusagen. Er findet es nicht schlimm und will das sie das macht, damit er weiterhin seinen BMW finanzieren kann und die gemeinsame Wohnung. Sie will das nicht und nach einigen Wortwechseln bricht sie völlig zusammen und geht mit Margit in das Hinterzimmer. Dort kommt heraus, das sie bereits mit dem Chef geschlafen hat auf einer Betriebsfeier und er sie dort mehr oder weniger vergewaltigt hat. Und trotzdem soll ihr Freund gefeuert werden. Dabei hat sie es nur aus Liebe zu ihrem Freund über sich ergehen lassen. Die beiden gehen gemeinsam raus und sie beichtet es ihrem Freund. Er ist völlig aus dem Häuschen und verachtet sie dafür, obwohl er es vorher noch von ihr verlangt hat. Margit rät dem Mädchen sich von ihrem Freund zu trennen, da er sein Auto und seine Arbeit wohl mehr liebt als sie. Ende, auch nicht spannend oder? ~ Meine Meinung ~ Pro7, was habt ihr euch da einfallen lassen? Das könnte meine Meinung sein und mehr auch nicht, denn ich muss einfach sagen, dass ich diese Sendung absolut schlecht finde. Das Warum müsste eigentlich schon weitestgehend aus dem oberen Text klar geworden sein. Die Sendung weist vom Aufbau her absolut nichts Neues auf und ähnelt zu sehr bereits bestehenden Sendungen. Eigentlich nichts was ich brauche damit ein wenig Abwechslung in meinen Fernsehalltag kommt. Margit Tetz kann mich in ihrer Rolle als Jugendberaterin nicht besonders überzeugen, da ich ihre Art einfach absolut langweilig und einschläfernd auf mich wirkt. Ihre Ratschläge weisen meiner Meinung nach nichts besonderes auf. Die Schlussfolgerungen, die sie zieht könnte wahrscheinlich auch jeder andere halbwegs normal denkende Mensch aus den gegebenen Situationen ziehen, siehe Fall 2 zum Beispiel. Die Trennung ist eigentlich bei diesem Paar nur eine logische Schlussfolgerung gewesen. Dafür muss man nicht studiert haben.Die Fälle sind absolut langweilig und meist leider auch zu sehr voraussehbar. Die Struktur ist leider immer wieder die gleiche. Erst wird erzählt und geschildert, dann kommt etwas bisher Verborgenes ans Tageslicht und dann wird ein „Schlusswort“ gesprochen. Die Dialoge sind absolut gestellt und alles wirkt auf mich wie aus einem schlechten Abklatsch der Zeitschrift Bravo. ~ Mein Fazit ~Was bleibt da noch zu sagen? Pro7, bitte verwendet diese Sendezeit anderweitig. Ich habe selten eine solch schlechte Sendung gesehen und das auch noch unter der Woche jeden Tag. Selbst mit jeder noch so langweiligen Krankenhausserie wäre die Sendezeit besser gefüllt denke ich. Ich bin weder voreingenommen noch übertreibe ich das Ganze, aber ein anderes Urteil kann ich beim besten Willen nicht abgeben. Wer diesen Bericht hier genau jetzt liest: Schaut auf die Uhr, gleich fängt die Sendung an, nur tut euch den Gefallen und schaltet nicht ein! Keine Empfehlung und ein Stern, mehr kann ich mir beim besten Willen nicht abgewinnen!
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12.01.2003 02:22
Vielleicht wird hier ein neues Sendeformat getestet, das die lieben Zuschauer dann überflutet, wie früher Tutti-Frutti & Co, später dann Talkshows und neuerdings diese Reality-Soaps aus den Gerichtssälen. :-)
07.01.2003 12:34
Die Sendung ist wirklich totaler Müll!
06.01.2003 21:58
Guter Bericht, ich glaube auch nicht,das man in wenigen Minuten irgendein Porblem lösen kann, dazu braucht man manchmal viel viel Zeit. Deswegen lass ich den schwachsinn auch aus.Gruß Dieter