Schillers »romantische Tragödie« um die sagenumwobene Figur der Jungfrau von Orleans, die in den französischen Befreiungskriegen des 15. Jahrhunderts letztlich die Wende... mehr
Englisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, SpanischBoris Pokrovskys Bolshoi-Aufführung der Jungfrau von Orleans spielt in den großartigen Bühnenbauten von Valery Levental. Vor dem Hintergrund des französischen Kampfes gegen eine Niederlage durch die eindringende englische Armee werden Realismus und Symbolismus der berühmten Geschichte von Johanna von Orleans hier kraftvoll miteinander vermischt. Die wunderschöne Musik von Tschaikowsky beinhaltet eine großartige Feinfühligkeit und Transparenz - insbesondere bei den orchestralen Einleitungen und Übergängen zwischen den Gesangseinlagen. Die komplett russische Besetzung wird noch aufgewertet durch das außergewöhnliche Talent der Sopranistin Nina Rautio, deren Interpretationen nicht nur durch ihre hervorragende Stimme, Technik und starke emotionale Einbindung, sondern auch wegen ihrer exquisiten Musikalität bemerkenswert sind.
DeutschHrsg. v. Ulrich KarthausDie historische bezeugte Johanna von Orleans fühlte sich von der Jungfrau Maria berufen, Frankreich zu befreien und dem späteren Karl VII. auf den Thron zu verhelfen. Viele Autoren hat der Stoff inspiriert, doch keine Verarbeitung erreichte den Bekanntheitsgrad von Schillers klassischem Stück. Dessen 1801 uraufgeführte Version konzentriert sich auf den Gewissenskonflikt und das tragische Ende Johannas.
Potthast u. Alexander ReckIn der Suhrkamp BasisBibliothek erscheinen literarische Hauptwerke aller Epochen und Gattungen als Arbeitstexte für Schule und Studium. Sie bietet die besten verfügbaren Texte aus den großen Editionen des Suhrkamp Verlages, des Insel Verlages und des Deutschen Klassiker Verlages, ergänzt durch anschaulich geschriebene Kommentare.
PfisterVorwort 1. Autor: Leben und Werk 1.1 Biografie 1.2 Zeitgeschichtlicher Hintergrund 1.3 Angaben und Erläuterungen zu wesentlichen Werken 2. Textanalyse und -interpretation (50% des Inhalts) 2.1 Entstehung und Quellen 2.2 Inhaltsangabe 2.3 Aufbau 2.4 Personenkonstellation und Charakteristiken 2.5 Sachliche und sprachliche Erläuterungen 2.6 Stil und Sprache 2.7 Interpretationsansätze 3. Themen und Aufgaben mit Lösungstipps 4. Rezeptionsgeschichte 5. Materialien Literatur (unter Berücksichtigung neuer Medien)
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Erfahrungsbericht von Annuschkalia über Die Jungfrau von Orleans / Friedrich Schiller 07.02.2005
Produktbewertung des Autors:
Niveau
sehr anspruchsvoll
Unterhaltungswert
durchschnittlich
Spannung
ziemlich spannend
Wie ergreifend ist die Story?
berührt ein wenig
Pro:
Weltliteratur, Spannung
Kontra:
Versform für viele ungewohnt zu lesen
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Johanna von Orleans ist uns wohl allen ein Begriff (schon allein durch die aktuelle Fernsehwerbung, die den gleichnamigen Film für Dienstag im TV ankündigt). Heute möchte ich nun die romantische Tragödie „Die Jungfrau von Orleans“ von Friedrich Schiller vorstellen. Man möge mir die Frechheit verzeihen, über dieses Werk einen Bericht zu schreiben, und möge zur Kenntnis nehmen, das man ein Drama von Schiller wohl nie vollständig abhandeln kann – zu komplex, schriftstellerisch zu wert- und zu anspruchsvoll. So soll dieser Bericht nur eine Orientierung sein.
Zuerst einmal komme ich zum Plot beziehungsweise zur Inhaltsangabe. Davon möchte ich zwei posten: Die erste vollständiger, aber dadurch auch ein Spoiler; die zweite nur sehr grob.
INHALTSANGABE/PLOT, SPOILER (Die Handlung spielt während des 100jährigen Kriegs (von 1339 – 1453), in dem die Engländer den Süden Frankreichs besetzten. Grundlage dafür war das Lehnsystem. Der Englische König war Lehnsmann des französischen Königs, hatte jedoch mehr Land als der Einheimische selbst. Die Franzosen haben jedoch schließlich den Krieg gewonnen, da sie den Vorteil des Heimatlandes ausnutzen konnten (ortskundig). Die Mutter des Königs, Isabeau von Bayern, hat sich gegen ihren Sohn auf die Seite der Engländer geschlagen.)
Prolog In einer ländlichen Gegend in Lothringen (Frankreich), um 1425. Thibaut D’Arc, ein reicher Landmann, gibt seine Zustimmung zur Verheiratung zweier seiner drei Töchter. Die dritte Tochter, Johanna, möchte ihren Freier nicht heiraten. Sie fühlt sich zur Liebe nicht fähig. Johanna arbeitet als Schäferin und bereitet ihrem Vater Sorgen, da sie sich seiner Meinung nach wie eine Einsiedlerin verhält: Sie hat keine Angst vor der Dunkelheit und man sieht sie oft unter einem Baum sitzen, den man den Druiden- oder Feenbaum nennt und der verwunschen sein soll. Thibaut erzählt auch über einen Traum, in dem er gesehen hat, wie sie über allen Königen, Fürsten, Grafen und Erzbischöfen steht. Er glaubt, bei diesem Traum handele es sich um eine Warnung vor einem tiefen Fall. Von einem Landsmann fordert Johanna einen Helm als Geschenk. Der Landsmann erzählt dass es schlecht um Frankreich stände; England habe bereits zwei Schlachten gewonnen, und auch Orleans soll nun vom Feind besetzt werden. Johanna verkündet, eine edle Jungfrau würde ihre Heimatland retten und verabschiedet sich von ihrer Heimat.
Erster Aufzug Im Hoflager des französischen König Karl VII; zu Chinon Der Bastard von Orleans, Graf Dunois, sowie die königlichen Offizieren La Hire und Du Chatel erklären dem König, dass er besitzlos ist. Frankreich steckt in einer furchtbaren Krise, es ist kein Geld vorhanden und der König ist verzweifelt. Er glaubt nicht daran dass er den Krieg noch gewinnen kann und möchte Orleans verlassen und kapitulieren, um seinem Volk ein Massaker zu ersparen. Seine Geliebte Agnes Sorel und Dunois versuchen ihn vergeblich vom Gegenteil zu überzeugen. Nun erscheint ein lothringischer Ritter, Raoul. Er berichtet, dass eine Jungfrau ihn und sein Heer bei Vermonton in einen Sieg geführt habe – die Engländer seien bei ihrem Anblick geflohen und im Fluss ertrunken. Johanna kommt kurze Zeit später hinzu und nach einer Prüfung durch den König ist dieser überzeugt, dass sie gottgesandt ist. Johanna ist nun die Anführerin des französischen Heeres.
Zweiter Aufzug Im Lager der Engländer streiten sich die englischen Heerführer Talbot und Lionel mit dem französischen Verräter Philipp dem Guten, Herzog von Burgund, wegen der Niederlage, die ihnen von Johanna zugefügt wurde. Man beschuldigt Philipp, der daraufhin sein Heer abziehen will. Isabeau schlichtet den Streit erfolgreich. Die Engländer planen einen Gegenschlag, doch noch bevor sie angreifen können, überfällt Johanna das Lager und steckt es in Brand. Das französische Heer siegt.
Dritter Aufzug Durch Johannas Wirken wendet sich Philipp der Gute wieder dem König zu. Sowohl Dunios und La Hire um Johannas Herz, doch sie weist beide ab; nur die Jungfrau habe den Auftrag Gottes erhalten. Und sobald sie diesen erfüllt habe, wolle sie sich zurückziehen. Während noch Versöhnungsgespräche laufen, verfolgt Johanna zurück im Krieg einen schwarzen Ritter, der sie vom Schlachtfeld lockt. Er warnt sie, nicht mehr in die Schlacht zu ziehen und Karl nicht zum König zu krönen – und verschwindet dann im Boden. Johanna deutet ihn als Werk des Teufels. Schließlich trifft sie auf Lionel, den sie töten will. Sie verliebt sich aber in ihn und bringt es nicht übers Herz, ihr Vorhaben auszuführen. Lionel empfindet Mitleid mit Johanna und möchte sie retten, aber als die Franzosen nahen, flüchtet er. Johanna findet man ohnmächtig und mit einer kleinen Verletzung vor.
Vierter Aufzug Karl VII ist in Reims, wo er gekrönt werden soll, eingezogen und feiert Feste. Johanna kann ihr Handeln nicht begreifen – sie fühlt sich als Verräterin. Sie schreckt sogar vor ihrer eigenen Fahne zurück. Bei der Krönungsfeier sind auch ihr Vater, Thibaut d’Arc, und ihre Schwestern zugegen. Johanna blüht wieder auf und möchte alles Geschehene nur als Traum sehen; sie wünscht sich ihr einfaches Schäferinnendasein zurück. Doch ihr Vater beschuldigt sie in aller Öffentlichkeit, mit dem Teufel im Bunde zu stehen und nicht ohne Sünde zu sein. Johanna schweigt und verteidigt sie nicht. Außer Raimond, ihrem Freier aus Lothringen, wird Johanna von allen verlassen.
Fünfter Aufzug Der Feind, die Engländer, sind wieder siegessicher, da Johanna als Hexe ausgerufen wurde. Johanna und Raimond finden im Wald bei zwei Köhlern Unterschlupf, die sie aber verstoßen, als sie bemerken, wer Johanna ist. Noch immer weigert sich Johanna, dem König zu sagen, dass sie unschuldig ist und nicht mit dem Teufel, sondern mit Gott verbündet war; sie ist der Meinung, dass nur Gott allein den Tag der Wahrheit bestimmen darf. Königin Isabeau nimmt Johanna gefangen und bringt sie zu Lionel. Inzwischen bereuen die Franzosen, Johanna verstoßen zu haben; Raimond berichtet ihnen von ihrer Gefangennahme und ihrer Unschuld. Die Franzosen wollen Johanna retten. Im englischen Lager verlangt man Johannas Hinrichtung, doch Lionel hört nicht auf die Stimme des Volkes. Die Franzosen nahen und Johanna versucht, Lionel zum Rückzug aufzufordern und weigert sich, zu den Engländern überzuwechseln, obwohl sie dadurch ihr Leben retten könnte.
Als der englische Sieg fast sicher scheint, befreit sich Johanna nach einem Gebet von ihren Fesseln, befreit ihren König und stürmt die Burg. Des Todes nahe wird sie zu den Fürsten getragen, verkündet ihre Unschuld und hebt ihre Fahne hoch. Dann stirbt sie. INHALTSANGABE, PLOT: KURZ Eine junge französische Schäferin namens Johanna wird im 100jährigen Krieg von der Jungfrau Maria dazu berufen, die Truppen Frankreichs siegreich gegen die der Engländer zu führen. Mit der Hilfe der Gottesmutter erreicht Johanna dies und schwört, sich niemals zu verlieben, der menschlichen Seite in ihr nie nachzugeben. Während eines Kampfes verliebt sie sich jedoch in einen Engländer….
LITERATURGESCHICHTLICHE EINORDNUNG Entstanden im Kernjahrzehnt der Weimarer Klassik ist das Werk „Die Jungfrau von Orleans“ voll von klassischen Ideen und Kants Philosophie. Das genau Entstehungsdatum ist 1800/01. Schillers vorhergehendes Werk war „Maria Stuart“, unmittelbar nach der „Jungfrau von Orleans“ begann er mit der Komposition des Werkes „Wilhelm Tell“. Weitere vorausgehende Werke: Wallenstein (1799), Die Glocke (1799), Die Bürgschaft (1799): Wichtigste Begriffe der Klassik sind die Erziehung zur Humanität, Menschlichkeit, Toleranz, und das Streben nach harmonischem Ausgleich der Gegensätze, sich hauptsächlich orientierend am Philosophen Immanuel Kant und insbesondere seiner Pflicht/Neigung – Theorie. Bei Jungfrau von Orleans Hauptkonflikt: Menschlichkeit Göttlichkeit; Pflicht/Neigung (Kant) Siehe später: Grundideen und Aussagen des Stücks.
AUFBAU/DRAMATURGIE (zum besseren Verständnis der hier aufgeführten Fakten habe ich eine Grafik zum klassischen Drama erstellt, die ich diesem Bericht hinzufügen werde) Wohl als Nebenwirkung der Zeit, in der „Die Jungfrau von Orleans“ entstand, schrieb Schiller seine Tragödie in der klassischen Form des fünfaktigen Dramas (hier allerdings Aufzüge statt Akte). Allerdings wird diese Form durchbrochen von einem für diese Form untypischen Prolog und einem offenen Schluss. Der Prolog gehört im Dramenschema noch zur Exposition. Außerdem erwähnenswert ist, dass auch epische und opernhaft stimmungsvolle Elemente im Werk vorhanden sind (Kindlers Literaturlexikon), die den Zuschauer stark mitnehmen und die Bühnenwirksamkeit des Dramas fördern. Die Handlungsmomente sind relativ lose verknüpft und wirken beinahe wie eine epische Erzählung. Handlungsmomente sind relativ lose verknüpft, beinahe wie eine epische Erzählung. Schiller handhabt auch das klassische Versmaß (Blankvers mit 5 Jamben: /xx/xx/xx/xx/xx/ ) mit einiger Freiheit: z.B. Trimeter, Stanzen werden zu Liedstrophen, auch Reime während der Höhepunkte der Reden Johannas. Beispiele: Prolog, 4. Auftritt, Vers 409 ff: „In raues Erz sollst du die Glieder schnüren, Mit Stahl bedecken deine zarte Brust, Nicht Männerliebe darf dein Herz berühren, Mit sünd’gen Flammen eitler Erdenlust […]“ 4. Aufzug, 1. Auftritt, Vers 2551 ff: „Wehe! Weh mir! Welche Töne! Wie verführen sie mein Ohr! Jeder ruft mir seine Stimme, Zaubert mir sein Bild hervor!“
An manchen Stellen ist eine Tendenz zum Opernhaften (dramatisch, stimmungsvoll, bühnenwirksam) spürbar. Beispiele: Blitze, Donnerschläge, Schwarzer Ritter. Diese Elemente bilden ein Gegengewicht zum inneren, tragischen Vorgang. Man sagt dem Stück nach, dass es „[…] dem Zuschauer eine ungewöhnliche Intensität des gedanklichen Mitvollzugs abverlangt […]“ (Kindlers Literaturlexikon) Wendepunkt = Höhepunkt: Johanna trifft auf Lionel (3.Aufzug)
PERSONENGESTALTUNG Jeanette d’Arc, Johanna von Orleans: nicht emanzipiert (von Gott geführt; nicht ihr Wille); keine Emotionen im Kampf (außer Ende 3. Aufzug: Höhepunkt!), als Privatmensch (mit Gefühlen) vor allem im 4. und 5. Aufzug dargestellt. z.B. Vers 3740 ff: „ Rette dich! Ich will nichts davon wissen, dass dein Leben in meine Macht gegeben war.“ (König) Karl VII: der schwache, weil ängstliche König Frankreichs. Sein Vater wurde wahnsinnig, seine Mutter steht auf der Seite der Engländer. Nur Johanna motiviert ihn; glückliche Liebesbeziehung (Agnes Sorel) Lionel: ein Anführer des englischen Heeres; zuerst der ehrenhafte Krieger, später bekommt er Mitleid mit Johanna und will sie retten: 3. Aufzug, 10. Auftritt, Vers 2483 ff: „Unglücklich Mädchen! Ich beklage dich, Du rührst mich, du hast Großmut ausgeübt. […]“ Thibaut d’Arc: Will dass Johanna heiratet, eine Familie gründet, normal bleibt. Altmodisch, engstirnig, meint es aber gut. Schuld an Johannas Verbannung, da er der Meinung ist, seine Tochter stünde mit dem Teufel im Bunde: 4. Aufzug, 8. Auftritt, Vers 2840 ff: „Ich will sie überraschen, will sie stürzen Von ihrem eitlen Glück, ja mit Gewalt Will ich zu ihrem Gott, dem sie entsagt, Zurück sie führen.“
GRUNDIDEEN/AUSSAGEN DES STÜCKS Wie bereits weiter oben erwähnt, enthält das Stück viele der Ideen der Klassik. So zum Beispiel auch der Konflikt zwischen Menschlichkeit Johannas und ihrem Gebot, nicht menschlich zu sein. Zusammen mit dem Konflikt zwischen Pflicht und Neigung bei Thibaut – folge er seiner Pflicht, so muss er seine Tochter ausliefern; folgt er seiner Neigung – denn er liebt seine Tochter – dann muss er das nicht tun – bilden eine Kritik an Immanuel Kants Pflicht/Neigung-Theorie, die Schiller bekanntermaßen missverstanden hat. Konflikt: Menschlichkeit Johannas (irdische Liebe) Gebot Johannas, nicht irdisch zu sein. Am deutlichsten im Selbstgespräch Johannas 4. Aufzug, 1. Auftritt, Vers 2564 ff: „Sollt ich ihn töten? Konnt ich’s, da ich ihm Ins Auge sah? Ihn töten! Eher hätt ich Den Mordstahl auf die eigne Brust gezückt! Und bin ich strafbar, weil ich menschlich war? Ist Mitleid Sünde? – Mitleid! Hörtest du Des Mitleids Stimme und der Menschlichkeit Auch bei den andern, die dein Schwert geopfert?“
Johannas gottgegebene Pflicht ist es, Frankreich in den Sieg zu führen, jeder irdischen Liebe zu entsagen (nur die Jungfrau vermag es), nicht menschlich, sondern göttergleich zu sein. Nachdem sie sich in Lionel verliebt hat, besteht ihre Neigung aber in der Menschlichkeit. Sie gibt der Neigung jedoch nicht nach und stirbt ehrenvoll; die Angst und Scham, die sie empfindet, weil sie sich als Verräterin sieht, bringen ihr jedoch den Tod (sie sagt nicht aus). Auch Thibaut d’Arc befindet sich in einem Konflikt aus Pflicht und Neigung: Neigung zu seiner Tochter Johanna, die er liebt, entgegengesetzt der Pflicht, die seiner Meinung nach daraus besteht, Johanna als Teufelsbrut zu entlarven. Auch hier gibt Thibaut der Neigung nicht nach.
Wir wissen, dass Schiller Kant missverstand und dachte, Kant würde die Pflicht immer der Neigung voranstellen. Vielleicht verarbeitet und kritisiert er das in diesem Stück: Dadurch dass die Pflicht der Neigung streng vorangestellt wird, geschieht ein Unglück und Unrecht. Hätte Thibaut der Neigung nachgegeben und seine Tochter nicht angeklagt, so wäre diese nicht verbannt worden, nicht in Verachtung gefallen und letztendlich nicht gestorben.
Siehe dazu auch Schiller’s berühmtes Xenion: „Gerne hülf ich dem Freunde, aber ich tät es aus Neigung. Darum wurmt es mich sehr, dass ich nicht tugendhaft bin.“
FAZIT
Ich persönlich finde das Stück sehr schön geschrieben. Obwohl es ungewohnt ist, in Versform zu lesen, schafft es Schiller hier, Spannung zu erzeugen, so dass ich das Werk in einem Rutsch durchgelesen habe. Sehr glücklich war ich auch über den Schluss, der meine Nerven verhältnismäßig geschont hat – statt der Verbrennung der historischen Jeanne d’Arc stellt Schiller ein fast glückliches Ende dar. Zwar muss Johanna sterben (denn sonst muss ihr Konflikt auf Erden weiter gehen), aber sie stirbt mit rührender Geste und wohl glücklichem Sinn.
Zum Schluss möchte ich noch etwas erzählen, was ich letztens im Radio gehört habe und mich doch sehr interessiert hat:
Auf die Frage, wo er denn beerdigt werden wolle, antwortete Charles de Gaulle (nach Meinung seiner Mitbürger der bedeutendste Franzose): „Wenn es denn wirklich sein muss, dann neben der heiligen Johanna, denn die hat es wenigstens verdient.“
weitere Erfahrungsberichte
Hexe oder Heilige? Bewertung für Die Jungfrau von Orleans / Friedrich Schillervon
LaJungle
Pro: Spannend, interessant, leicht zu lesen Kontra: Extrem ausschweifende Heiligendarstellung
...In meinem Seminar „Schillers Dramen", das ich dieses Semester belegt habe, steht am nächsten Montag Schillers Drama „Die Jungfrau von Orleans“ auf dem Programm, über das ich heute berichten möchte.
Mein Bericht bezieht sich auf die Reclamausgabe und s ...
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Pro: Frauen an die Macht :-) Kontra: Die Heldin stirbt am Ende
...Inhaltsangabe „Die Jungfrau von Orleans“
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Diese Tragödie lehnt sich an die wahre Lebensgeschichte von Jeanne d`Arc an, welche in Frankreich von 1412- 1431 gelebt hat. Das Buch umfasst die Wende im K ...
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Niveau
Unterhaltungswert
Spannung
Wie ergreifend ist die ...
sehr hilfreich
30.10.2002
Bist Du noch Jungfrau?? Bewertung für Die Jungfrau von Orleans / Friedrich Schillervon
steffielein
Pro: einfach alles Kontra: ------------
LIEBE LESERINNEN UND LESER!!!!
1.Einleitung:
Manche von Euch kennen sicherlich das Buch "Die Jungfrau von Orleans" von Friedrich Schiller. Oft wird es im Deutschunterricht besprochen. Ich habe das Stück im Theater gesehen und war davon so begeiste ...
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Pro: heldentum, geschichtliche begebenheit gut aufgemacht Kontra: hohe ideale
...Um mein Repertoire an Berichten zu erweitern, schreibe ich heute über eine Kultfigur aus Frankreich Jeanne d'Arc oder auch die "Jungfrau von Orleans" genannt.
Jeder, der in den Genuss vom Deutsch - Leistungskursunterricht gekommen ist, hatte e ...
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...riedrich Schiller Ankündigung der Horen (1794)
Die Horen: Die bedeutendste Monats-zeitschrift der Klassik (1795-1797)
Der Begriff Horen steht für die drei griechischen Göttinen der Jahreszeiten, die Töchter des Zeus und der Themis waren. Eunomia (Gese ...
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...Zusammenarbeit befruchtete beide Dichter so sehr, dass man jene Zeit als das klassische Jahrzehnt der deutschen Literatur bezeichnet. Als Schiller bei dem Stuttgarter Verleger J. F. Cotta die Zeitschrift ?Die Horen? von 1795-1797 und den ?Musenalmanach? von 1796-1797 herausgab, wurde Goethe sein erster Mitarbeiter.
Sodann aber schuf er aus vertiefter Kenntnis der Antike seine späten Dramen eines objektivierten und zugleich theatergerechten Spiels die bedeutenden Werke namens ?Wallenstein? 1800, ?Maria Stuart? 1801, ?Die Jungfrau von Orleans? 1804 und ?Demetrius?. Friedrich Schiller wurde zum meistgespielten Klassiker der deutschen Bühne, er ist der Dramatiker des deutschen Idealismus, der die leidende Natur des wollenden, handelnden Menschen in seiner Trägheit wie in seiner sittlichen Freiheit vergegenwärtigte.
Eigenschaften der Tragödie...
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