Peter Berling erzählt die fesselnde Geschichte der schönen Laurence, deren geheimer Wunsch es ist, ein Ritter zu werden. Unbeirrbar in ihrer Abenteuersucht, hält sie an dem Glauben... mehr
Erfahrungsbericht von alteSchwedin über Die Ketzerin - Roman / Peter Berling 25.03.2004
Produktbewertung des Autors:
Niveau
anspruchsvoll
Unterhaltungswert
hoch
Spannung
sehr spannend
Wie ergreifend ist die Story?
ergreifend
Pro:
fundiertes Hintergrundwissen und eine spannende Story voller Wendungen . . .
Kontra:
. . . ließen mich nicht die dürftigen Beschreibungen der Beziehungen zwischen den Personen übersehen
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Als ernsthaft Lesesüchtige verschlinge ich so ziemlich alles, was mir an Literarischem zwischen die Finger kommt und besonders gern Romane, die im Mittelalter spielen, da ich in dieser Richtung bisher größtenteils positive Erfahrungen gemacht habe. Außerdem fühle ich mich auf Wühltischen mit verbilligten Mängelexemplaren wie zu Hause (verbringe also auch dementsprechend viel Zeit dort) und auf einem von diesem entdeckte ich „Die Ketzerin“ von Peter Berling. Der Autor kam mir bekannt vor und der Klappentext klang auch sehr ansprechend und so wanderte das Buch mit zu mir nach Hause. Ihr sollt nun erfahren, ob es sich auch für euch lohnt, nach dem Roman Ausschau zu halten!
Anfang des 13. Jahrhunderts wächst Laurence de Belgrave im Süden Frankreichs auf. Sie lebt allein mit ihrem Vater und ein paar Bediensteten und schon in früher Jugend ist ihr anzusehen, dass sie später eine strahlende rothaarige Schönheit werden wird. Ihre Mutter ist Äbtissin in Italien. Laurence kämpft schon früh gegen die Frauenrolle, die ihr aufgezwungen werden soll. Im Haus ihres Vaters, der sie über alles liebt, reift ihr Wunsch, ein Ritter zu werden. Das dies nicht einfach wird, ist ihr klar, doch gemeinsam mit ihrem Freund, dem Findelkind Gavin träumt sie davon. Später zieht Gavin aus und wird Ritter, während Laurence davon noch weit entfernt ist. Im Süden Frankreichs entbrennt alsbald ein Kampf zwischen der Kirche und den Katharern. Die Kirche will den „falschen“ Glauben ausrotten, denn immer mehr Menschen bekennen sich zur Lehre der Katharer. Die römisch-katholische Kirche schwelgt im Reichtum und Luxus, während die Menschen hungern. Hier finden die Katharer viele Anhänger, denn ihre „Bischöfe“, die perfecta, kehren allem Weltlichen den Rücken. Die Kirche drängt die gläubigen Adligen dieser Zeit dazu, diese Ketzer zu verfolgen und zu töten. Doch die „Reinen“, wie sich die Katharer selbst nennen, gehen bereitwillig in den Tod, denn sie sagen allem Weltlichen ab. Mitten in diese Kämpfe gerät Laurence. Sie fühlt sich zu den Katharern und ihrem Glauben hingezogen. Und so beginnt ihre Reise, die sie von Frankreich über Sizilien, Kreta bis nach Konstantinopel führt, bevor ihr Weg sie wieder in heimische Frankreich führt. Bald ist Laurence ob ihrer roten Haare als Laure-Rouge, die rote Laure, berühmt, denn ihre Abenteuerlust treibt sie immer weiter. Sie wird in viele Kämpfe verwickelt, muss mit ansehen, wie unschuldige Menschen grausam abgeschlachtet werden und kann doch nichts dagegen tun. Irgendwann verliert sie ihren Wunsch, Ritter zu werden ganz aus den Augen und ist nur noch damit beschäftigt, am Leben zu bleiben und das Leid der Menschen wenigsten ein bisschen zu lindern. Doch es gibt noch viele andere Figuren in diesem Spiel, die ihre Pläne verwirklichen wollen und Laure-Rouge wird in viele davon verwickelt!
Es ist mir schon bei vielen historischen Romanen so gegangen, dass es mir nicht leicht fiel, den Inhalt kurz zusammenzufassen. Meist sind schon die Umstände sehr komplex und so habe ich auch bei der Inhaltsangabe zum Roman „Die Ketzerin“ sehr eingeschränkt und nahezu alle Personen beiseite gelassen. Es gibt deren nämlich noch reichlich. Sie kreuzen Laurences Weg immer wieder und nehmen starken Einfluss auf sie. Es ist wahrscheinlich sowieso unmöglich, alle Verwicklungen zu beschreiben.
Es fällt bei diesem Buch sehr stark auf, dass Peter Berling großen Wert auf die tatsächlichen Ereignisse legt. Denn am Ende des Romans befindet sich eine ausführliche Darstellung der religiösen und politischen Verhältnisse in Europa zum Beginn des 13. Jahrhunderts. Ich habe diese Seiten gelesen, bevor ich den eigentlichen Roman begann und es erleichterte mir das Verständnis ungemein. Teilweise ist es nämlich schon recht schwierig, mit den verschiedenen Königshäusern und den Religionen klarzukommen. Wäre die Story fiktiver, hätte der Autor das vereinfachen können, doch wirklich interessant wird es dadurch, dass es so überaus realistisch ist. Ich fühlte mich beinahe ins Mittelalter mit allen seinen Grausamkeiten und Machtspielen versetzt und konnte die Probleme einer jungen, selbstbewussten Frau auf Abenteuersuche sehr gut nachvollziehen. Suchen musste Laurence das Abenteuer zwar nicht, es kam fast immer von allein zu ihr... Ebenfalls finden sich zu Beginn des Buches ein Personenverzeichnis, in das man mal schnell schauen kann, sollte man jemanden mal nicht zuordnen können. Hier wird nur ganz kurz beschrieben, um wen es sich handelt, während man am Ende des Buches noch einmal sehr ausführlich biografische Daten finden kann.
Dieser fundierte historische Hintergrund nötigte mir schon einiges an Respekt ab, denn Peter Berling flechtet in diesen eine äußerst spannende Geschichte ein. Alle wichtigen Personen scheint es gegeben zu haben, sind ihre Lebensdaten doch im Anhang näher erläutert. Doch über Laurence selbst findet sich nur ihre Abstammung. Also nehme ich einmal an, dass es sie gegeben hat, dass ihr Lebensweg aber nicht unbedingt der war, welcher in „Die Ketzerin“ beschrieben wird. Außerdem wäre es ja dann auch kein Roman, sondern eher ein Sachbuch.
Spannend und voller überraschender Wenden ist die Geschichte allemal. Viele verschiedene, mehr oder weniger mächtige Figuren wirken auf die Handlung ein und es ist oftmals unvorhersehbar, wie es weitergeht. Durch Laurences Eigenwilligkeit bekommt die Story noch mehr Schwung und liest sich immer besser. In bezug auf die Handlung habe ich also absolut nichts zu bemängeln. Ein Kritikpunkt für mich wäre die Vielzahl der Personen, wären da nicht die zwei Indizes.
Doch irgendetwas muss ich ja finden, woran ich herummeckern kann, denn für einen wirklich genialen Roman – und „Die Ketzerin“ hat ja nur knapp 700 Seiten – hätte ich nie mehr als zwei Wochen gebraucht, egal wie groß die Ablenkungen gewesen sein mögen. Gestört hat mich ziemlich, dass Peter Berling teilweise zu wenig ins Detail geht. Mir fehlte es, dass er die Beziehungen zwischen den Protagonisten nicht eingehend beschreibt. Ich bin der Meinung, dass das einfach dazu gehört, da „Die Ketzerin“ ja ein Roman ist. Peter Berling hätte lieber weniger Wert auf die historische Richtigkeit legen und dafür den Unterhaltungswert steigern sollen. Ich konnte mich leider nur sehr wenig in die Figuren hineinversetzen, weil man über die meisten zu wenig erfährt. Der größte Teil des Romans dreht sich nämlich um die Ereignisse.
Ich möchte nun zum Schluss kommen und euch „Die Ketzerin“ von Peter Berling empfehlen. Vor allem ist er natürlich für mittelalterlich Interessierte attraktiv. Aber auch allen Romanfreunden wird ein guter Zeitvertreib geboten. Gestört hat mich nur, dass zu wenig auf die Beziehungen der Protagonisten zueinander eingegangen wurde und man dadurch auch über manche Figuren nur wenig erfährt. Also möchte ich einen Stern abziehen und habe dabei auch im Hinterkopf, dass es für mich einige bessere Romane, die im Mittelalter spielen, gibt. Viel Geld würde ich für dieses Buch nicht ausgeben, aber als Mängelexemplar, an dem ich mal wieder keine Mängel gefunden habe, für 2,50 € kann man es sich schon mal kaufen.
„Die Ketzerin“ von Peter Berling erschien erstmalig 2000 im Lübbe Verlag. Meine Taschenbuchausgabe stammt von November 2001 und ist ein Bastei Lübbe Taschenbuch mit der ISBN 3-404-14627-1. Diese Ausgabe kostet derzeit bei Amazon 9,95 €, eine vom Februar 2004 allerdings nur 6 €.
Pro: fesselnd, spannend und zeitnah Kontra: schwierig zu lesen, viele Fremdwörter
...Hallo, heute möchte ich euch noch einmal einen älteren historischen Roman vorstellen. Es handelt sich um "Die Ketzerin" von Peter Berling. Wie bei allen Büchern dieses Autors, gehen hier die Meinungen mal wieder weit auseinander. Darum habe ich mich doch ...
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Pro: eigentlich ganz interessant Kontra: sehr viel Hintergrundwissen wird gefordert
Entschieden habe ich mich für dieses Buch hauptsächlich aufgrund des Klappentxtes und nicht wegen einer Empfehlung oder einer Buchkritik. Der Klappentext hat seine Funktion also voll und ganz erfüllt und mich neugierig gemacht auf das Buch und seine Handl ...
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Niveau
Unterhaltungswert
Spannung
Wie ergreifend ist die ...
sehr hilfreich
31.08.2001
Sex im Mittelalter Bewertung für Die Ketzerin - Roman / Peter Berlingvon
Catopa
Pro: durchaus gut erzählt, historische Einordnung am Ende des Buches Kontra: stellenweise ein mittelalterlicher "Arztroman"
...>>Sollte sie sich treiben lassen in den Wellen der Lust ? Sie ertappte sich dabei, wie sie um die Gunst der vielzüngigen Zauberin buhlte, bettelte, indem sie als freiwillige Sklavin der Liebe saugend und beißend deren weißes Fleisch marterte, als wilde Kr ...
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Pro: Ein Stück Weltliteratur Kontra: Nichts für Freunde leichter Abenteuergeschichten
Nirgendwo spiegelt sich die Seele eines Landes besser wieder, als in der Liebe eines Menschen zu seiner Heimat.
Laurence de Belgrave, deren feuriges Haar schon die Ketzerin verrät, mit ihrem losen Mundwerk und ihrem ungestümen Tatendrang, Laurence de Bel ...
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Ich hab nun schon drei Bücher von Peter Berling gelesen und war immer begeistert. Doch bei der Ketzerin hab ich mich schwer getan. Ich habe Urlaub und da lese ich ruckzuck ein Buch mit 700 Seiten durch. Länger als zwei Tage brauche ich normalerweise nicht ...
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