Erfahrungsbericht über

Die Kinder aus Theresienstadt / Kathy Kacer

Gesamtbewertung (2): Gesamtbewertung Die Kinder aus Theresienstadt / Kathy Kacer

 

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Bittere Realität ...

5  11.09.2005 (11.06.2006)

Pro:
Super zu verstehen, viele Infos

Kontra:
Das es einmal Wirklichkeit war

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Unterhaltungswert

Spannung

Wie ergreifend ist die Story?

Niveau

mehr


laika86

Über sich:

Mitglied seit:01.03.2003

Erfahrungsberichte:13

Vertrauende:23

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 243 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Hallo liebe Ciao Mitglieder.

Ich war ja im November in Theresienstadt und davor haben wir echt viel gelesen und da war auch dieses Buch dabei, was ich euch heute vorstellen möchte: "Die Kinder aus Theresienstadt" von Kathy Kacer.

Aussehen
*°*°*°*°*
Wenn man sich die Vorderseite anschaut, sieht man schon, dass man hier keine leichte Leselektüre vor sich hat, sondern ein Buch, was die Realität widerspiegelt. Die Überschrift "Die Kinder aus Theresienstadt" ist in einer roten Schrift geschrieben. Darunter steht die Autorin zu diesem Buch "Kathy Kacer". Unter dieser Information sieht man dann ein Bild, wo ganz viele jüdische Kinder abgebildet sind. Dieses Bild sieht sehr traurig aus. Darunter wird ein kleiner Abschnitt der Oper "Brundibár" aufgezeigt, was natürlich darauf hindeutet, dass diese ebenfalls Bestandteil der Geschichte sein wird.

Wenn man dann zur 1. Seite kommt, kann man noch etwas über Kathy Kacer und Helga Weissová nachlesen, sowie eine Danksagung und ähnliches.

Fakten
*°*°*°*
Titel: Die Kinder aus Theresienstadt

Autorin: Kathy Kacer

Seiten: 224

Kapitel: 27

ISBN-Nummer: ISBN 3-473-58188-7

Preis: 6.95€

Erscheinung vom Original (in Englisch): 2001

Verlag: Ravensburger Buchverlag

Zeichnungen: Helga Weissová

Umschlag: Alexander Steffensmeier

Redaktion: Petra Dreistler


Hauptpersonen
*°*°*°*°*°*°*°*
Die Hauptpersonen in diesem Buch sind: Clara, Peter (Claras Bruder), Jakob und Hanna.

Clara:
Clara ist ein lebhaftes Kind mit braunen Locken, welches neugierig und unbeschwert ist. Weiterhin ist Clara noch hilfsbereit. Clara machte sich, als sie in Theresienstadt ankamen, sehr große Sorgen um ihren Bruder Peter, ob er es überhaupt durchstehen würde. Genauso hatte sie auch Angst um Jakob, der den Fluchtplan schmiedete.

Peter:
Peter ist ein stilles, blasses Kind und ist ganz in sich gekehrt und ernst. Peter hat aber keine braunen Haare wie Clara, sondern blonde Haare. In Theresienstadt ist Peter die ersten Tage ganz still, doch seid der Begegnung mit Heindl sprach er wieder.

Jakob:
Jakob ist ein dünner, hilfsbereiter, mutiger und kluger Junge. Er stand mit Clara gleich vom ersten Tag alles durch und unterstützte sie auch.

Hanna:
Hanna ist etwas schüchtern und war sehr gut mit Clara befreundet. Durch das Getto wurde die Freundschaft immer enger. Als sie jedoch einen Bescheid bekam, brach bei Clara die Welt endgültig zusammen.
Bilder von Die Kinder aus Theresienstadt / Kathy Kacer
  • Die Kinder aus Theresienstadt / Kathy Kacer Bild 4672417 tb
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Die Kinder aus Theresienstadt / Kathy Kacer Bild 4672417 tb
Aufführung von der Oper Brundibár
Der Weg war für sie natürlich doppelt so schwer geworden.

Story
*°*°*
In diesem Buch geht es um die Zeit als Adolf Hitler an der Macht war und den Juden alles in die Schuhe schob und ihnen quasi das Leben zu leben, verbot.

Mehr als 3 Jahre durfte Clara schon nicht mehr in öffentliche Schulen gehen und der Zutritt in den Park wurde ihnen auch verboten. Weil viele Leute Juden waren, mussten daher auch sehr viele Läden schließen. Die Läden, die noch offen waren, wurden mit einem Schild beschriftet, wo folgendes oben stand: Für Juden kein Zutritt! Clara ging öfters bei einem Süßwarenladen vorbei und bekam dort öfters etwas Süßes geschenkt und jetzt guckt die Verkäuferin noch nicht einmal zu ihr hin. Seid dem 15.März hatte sich das Judenleben total verändert. Und am gleichen Tag, wo Clara nicht mehr in öffentliche Schulen gehen durfte, verlor der Vater die Arbeit. Clara musste natürlich auch einen gelben Judenstern tragen, damit man erkennen kann, dass sie eine Jüdin ist. So haben viele befreundete Nachbarn den Kontakt abgebrochen wegen ihrer eigenen Sicherheit.

Eines Tages war Clara mit ihrem Bruder Peter Lebensmittel holen und auf dem Weg nach Hause. Als die beiden durch die Tür schritten, merkten sie sofort, dass etwas nicht stimmte. Die Mutter versuchte etwas in Worte zu fassen, doch sie konnte nicht. Die Eltern guckten nur auf das eine Blatt. Clara wollte natürlich wissen, was los ist und deswegen fragte sie auch. Der Vater sagte, sie müssen aus dem Haus raus und in ein Getto. Dabei dürfen sie nur lediglich 50 Kilogramm mitnehmen - und das für die ganze Familie! Angekommen am Bahnhof ging das Schreckensschauspiel weiter: Jeder bekam eine Nummer und verlor seinen Namen - für immer. Die Lebensmittelmarken wurden ausgeteilt und die Familie musste sich trennen. Würden sie sich wieder sehen? Doch um Fragen zu stellen, blieb keine Zeit. Clara musste dafür sorgen, dass sie einen Platz in diesem viel zu engen Raum bekommen würde, wo sie von nun an mit vielen anderen Mädchen in ihrem Alter leben musste.

Clara hatte Angst, sie war verwirrt und sehnte sich mehr denn je, ihre Familie wieder zu sehen. Beim Essen gelang ihr dies sogar mehrmals, doch hatte sie ein furchtbar schlechtes Gewissen, als ihre Mutter ihr ständig ein Laib Brot zuschob. Von den Mädchen aus ihrem Zimmer wurde sie ständig gewarnt, sich nicht in die nähere Umgebung der Soldaten zu begeben, denn schließlich sei Theresienstadt ein Getto, wo es sich noch halbwegs gut leben lassen konnte. Denn wer will schon in ein Todeslager, wo man umgebracht wird?

Clara nicht. Das Einzige, was sie im Moment brauchte, war eine Beschäftigung hier. Das Grau, diese Leere, alles war ihr viel zu einseitig. So entschied sie sich, bei der Oper "Brundibár" mitzumachen, die nach 6Wochen Uraufführung haben sollte. Vielleicht tat sie dies aber auch, um sich von dem Fluchtplan abzulenken, den Jakob, ein netter Junge, schmiedete. Denn sie hatte natürlich Angst - Angst, dass Irgendjemandem etwas passieren könnte.

Und wenn ihr wissen wollt, ob Jakobs Fluchtplan klappt, ob jemand stirbt, krank wird oder jemand einen Bescheid bekommt, oder ob Clara vielleicht sogar wieder aus dem Getto heraus kommt, das erfahrt ihr alles, wenn ihr das Buch lest.

Meine Meinung
*°*°*°*°*°*°*
Da diese Geschichte wirklich einmal passiert ist, finde ich es wirklich sehr traurig. Bei dem einen Kapitel sind mir sogar die Tränen gekommen, weil es so traurig war. Denn man hat natürlich immer im Hinterkopf, dass diese Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht.

Und ich würde sagen, wenn man von dieser Zeit keine Ahnung hat und auch nicht weiß, was damals mit Juden passiert ist, ist dieses Buch optimal. Alles wird nämlich sehr detailliert beschrieben. Man hat das Gefühl, die Autorin will uns hier nichts vorenthalten, sondern uns mit der Zeit konfrontieren, sodass man darüber nachdenkt.

Einiges, was in diesem Buch zu erfahren ist, ist sogar Wirklichkeit. Ich meine damit jetzt natürlich nicht die ganze Zeit an sich, sondern Personen oder Gebäude. Wenn ich in dieser Zeit gelebt hätte, dann hätte ich dies mit ziemlicher Sicherheit nicht durch gestanden. Deswegen habe ich schon viel Respekt vor den Menschen, die sich dort durch die Zeit geboxt haben und doch jeden Tag um ihr Leben bangen mussten. Schließlich wurden tagtäglich mehrere Menschen in Vernichtungslagern vergast, sodass die Juden natürlich hoffnungslos waren.

Ich kann das Buch eigentlich nur loben, denn langweilig war es nie. Sollte es ja im Grunde nicht, denn wie können die Begebenheiten aus dem 2.Weltkrieg für uns heutige Menschen auch langweilig sein? Immerhin ist es ein großes Stück Geschichte. Man hat also nicht das Gefühl, dass etwas vertuscht wird. Dafür sorgen auch die schönen Zeichnungen, die nochmals dem Geschriebenen und Beschriebenen Ausdruck verleihen. Weiterhin ist es sehr genau und schockierend geschrieben, sodass man wirklich von dieser Geschichte gefesselt ist. Und gut ist natürlich auch die Tatsache, dass es nicht zu kompliziert erzählt ist, denn immerhin handelt es sich um ein Jugendbuch.

Was ich auch schockierend fand, ist die Tatsache, dass den Menschen, die vom Roten Kreuz kamen, zunächst ein schönes Leben vorgespielt bekommen haben. Nach paar Tagen sah dann alles wieder wie immer aus. Also wenn man das so liest, wird man wirklich sauer, denn was half es den Juden letztlich? Nichts!

Wirklichkeit
*°*°*°*°*°*
Was Wirklichkeit war, weiß ich einmal davon, dass ich selbst in Theresienstadt /Terezin war und von einer Zeitzeugin. Damals, wo ich sie kennen gelernt habe, hat unsere Klasse richtig interessante Fragen gestellt. Ich hatte die Frage gestellt, ob es Rudolf Heindl wirklich gab und sie antwortete mit JA. Rudolf Heindl war ein Soldat, der ständig Gewalt anwenden wollte und nur schwer zurückzuhalten war. Hans Krasa, der Komponist von der Oper "Brundibár", gab es ebenfalls und er war auch selbst ein Jude. Den Dachboden von der Dresdener Kaserne gab es auch in Wirklichkeit - dort haben wir uns jeden Abend getroffen, um über den Tag zu reden oder wir haben halt viel Zeit mit unserer Projektarbeit verbracht. Einen Tag haben wir sogar abends einen Film von der Oper "Brundibár" gesehen. Die Dresdener Kaserne war übrigens unsere Unterkunft und ich war echt schockiert, als ich herausfand, dass in diesem Gebäude Juden waren, genauso wie auf dem alten Dachboden. Es ist natürlich das Eine, zu wissen, dass dort Juden weilten, aber es ist wiederum eine ganz andere Sache, genau auf solch einem Fleck zu stehen, wo Geschichte passierte. Nicht vergessen darf man auch die Zeitung "Vedem", die es auch in Wirklichkeit gab.

Wie also schon erwähnt, haben wir eine ganze Woche in der Stadt Terezin verbracht. Heute sieht es da natürlich anders aus, als damals - das ist klar-, aber man kann an einigen Stellen dennoch erkennen, was dort vor einigen Jahren war. Achja, interessant war auch, dass in der Dresdener Kaserne, die ja unsere Unterkunft war, einige Zeitzeugen ein Interview gegeben haben, als wir da waren. Denn schließlich sind nur sie es, die wahrheitsgetreu von der Zeit berichten können. Und wenn es sie erst einmal nicht mehr gibt, dann ist es wohl zu spät. Wer kann schon mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass das, was in den damaligen Zeitungen stand, auch wahr ist? Niemand! Deswegen bin ich wirklich froh, dass wir das Glück hatten, dieses Getto zu besuchen und wirklich einen kleinen Eindruck zu bekommen, wie es früher gewesen ist.

Fazit
*°*°*
Ich kann das Buch wahrlich empfehlen, weil dort sehr viele Informationen enthalten sind. Und es ist gar nicht so schwer, sie zu verstehen. Es ist ja immerhin ein Jugendbuch. Allerdings würde ich trotzdem nicht empfehlen, das Buch schon mit 10Jahren zu lesen, da es einen doch sehr mitnehmen wird. Wenn man noch mehr zu diesem Thema wissen möchte, könnte man selbst nach Theresienstadt fahren und auch die Baracken und den ganzen Platz besichtigen. Ich jedenfalls hab dadurch sehr viel gelernt. Das Buch ist folglich also sehr spannend, detailliert, sodass man sich wirklich sehr gut hineinversetzen kann. Deshalb erhält das Buch von mir die volle Punktzahl.

Ich hoffe, ich konnte euch von dem Buch überzeugen, sodass ihr jetzt evtl. ein wenig Lust bekommen habt, selbst über diese Zeit etwas herauszufinden.

LG; Laika86 / Adelheid
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
HaRo01

HaRo01

28.02.2007 18:57

Toll, dass ihr mit Eurer Schule dorthin gefahren seid. Sehr lobenswert, dass Du über dieses Buch berichtest. Gerade weil es in absehbarer Zeit keine Zeitzeugen mehr gibt, darf man nie den Mantel des Vergessens darüber hängen. Gruß Stephan.

Deidre

Deidre

27.11.2006 22:20

Gut, daß solche Bücher auch mal aufgegriffen werden, denn es macht sich leider eine gewisse "NS-Müdigkeit" breit, die ich zwar nachvollziehen , aber nicht hinnehmen kann...sehr gutes Buch über diese Zeit: Damals war es Friedrich. LG D.

np107606

np107606

24.10.2006 19:56

buch klingt echt interessant...guter bericht

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