Die Kunst zu Kochen - Gemüse

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Die Kunst zu Kochen - Gemüse

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... Eigentlich handelt es sich hierbei um einen weiteren Teil einer Kochbuchreihe, die man mit "Die Kunst des Kochens/ Methoden und Rezepte" bezeichnete. Dies steht etwas kleiner direkt über dem "Gemüse". Einen weiteren Hinweis dazu liefert das Rückencover, denn hier verrät der "Time-Life-Verlag", ... Bericht lesen





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Kochen nach alter Kunst
Erfahrungsbericht von knopfi.de über Die Kunst zu Kochen - Gemüse
5. Dezember 2008


Produktbewertung des Autors:   

Aufmachung: sehr schön 

Pro: Tolle Rezepte, viele Erklärungen, viele Bilder
Kontra: leider kaum noch zu haben

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Hallo liebe Home - Cooker,

als ich mich letztens durch die zerwühlten Flächen eines Flohmarktes schlängelte, geriet ich an einen Händler, der es sich mit seinem Stand am Rande des Geschehens gemütlich gemacht hatte. Seine Waren: Alte Bücher!

"Eigentlich handelt es sich hierbei um einen weiteren Teil einer Kochbuchreihe…"

Nicht, dass mich solche Stände sonderlich interessieren würden. Nein, nicht wirklich. Normalerweise beziehe ich meinen Lesestoff aus den zig Bücherläden, die sich in den Einkaufszentren befinden oder bestelle sie notfalls online. Romane oder Fachliteratur sollte Neuware sein - Ein Spleen von mir? Ja, denke schon.
Ich weiß nicht so recht, was mich an diesem Stand faszinierte, vielleicht war es ja genau dieses eine Buch, was mir inoffiziell und heimlich stillschweigend zurief: "Halt, warte mal, junger Mann! Schau doch mal in mich rein!" Einfach als Schauobjekt mittig platziert schien mich also dieses "Wunderwerk" an den Stand zu locken. Vielleicht lag es ja auch am knackig aussehenden Gemüse auf dem Einband, welches mich aus einem Römertopf aus anzulächeln schien. Egal, wieso auch immer, mich zog diese Fibel in den Bann.

So als Hobbykoch und Gastronomiegeschädigter reizt einem im Grunde genommen alles, was mit Essen und Trinken zu tun hat. Doch eigentlicherweise konnte mich niemals ein Buch reizen, welches ausschließlich um die Zubereitung von Gemüse geht. Hmm… doch es gibt immer ein erstes Mal…

"Gemüse" - ein einziges, in weißen Lettern auf dem rechten oberen Rand des schwarzgrünen, glatten Papierumschlages geschriebenes Wort besagt, neben dem "Gemüse - Im Römertopf - Bild", kurz und bündig, um was es in diesem Werk gehen wird. Eigentlich handelt es sich hierbei um einen weiteren Teil einer Kochbuchreihe, die man mit "Die Kunst des Kochens/ Methoden und Rezepte" bezeichnete. Dies steht etwas kleiner direkt über dem "Gemüse". Einen weiteren Hinweis dazu liefert das Rückencover, denn hier verrät der "Time-Life-Verlag", welche Reihen diesbezüglich noch erschienen sind:
• "Fisch & Schalentiere"
• "Konservieren"
• "Eier & Käse"
• "Rind & Kalb"
• "Suppen", sowie
• "Geflügel"

Erst beim Öffnen der ersten Seite (der Einbandseite) kann der wissbegierige Hobbykoch seine Neugierde stillen und einiges Wissenswertes zum Buchinhalt erfahren. Ermöglicht wird dies durch die Umschlageinfassung. Wie man es gewohnt ist, lässt man hier keine negativen Zeilen dem Leser unter die Augen kommen. Nur die besten und gesündesten Techniken und Rezepte der Gemüsezubereitung soll dieses Werk beinhalten. Die Rezepte stammen offensichtlich aus zweiundzwanzig Ländern, die Techniken von bekannten Kochprofis.
Beim schnellen Durchblättern muss ich gestehen, ließ diese Kochfibel keinen Zweifel aufkommen, dass die Worte des Einbandes lügen sollten. Nette Farbbilder, die die ein oder andere trickreiche Taktik ergänzt, beziehungsweise Rezeptergebnisse untermalt. Das Buch reizte mich zum Kauf und für legere € 5,00 wechselte es seinen Besitzer…Jippieh…
So mal nebenbei: Aus purer Neugierde schaute ich mich mal im Internet um, ob es das 1981 erschienende Buch auch aktueller gibt, und natürlich interessierte mich der derzeitige Preis. Unerwarteterweise hab ich genau dasselbe Buch gefunden, bei einem Anbieter für alte Bücher für sage und schreibe € 24,50. Im Grunde genommen auch kein delikater Preis, doch ich bin stolz, ein recht großes Schnäppchen gemacht zu haben!

"Natürlich untermalt mit perfekten Farbfotografien…"

Seite drei ist taktischerweise voll mit Beschreibungen und Lizenzen, die hier wohl kaum jemanden interessieren würden. Interessant wäre vielleicht zu wissen, dass der Hauptberater dieses Kochbuches der US-Amerikaner Richard Olney ist. Olnay lebt seit den Fünfzigern in Frankreich und wo sonst kann man mehr Gourmets entdecken wie in diesem Lande? Der Gute ist Autor von mehreren Kochbüchern und Zeitschriften, die hauptsächlich in Frankreich erscheinen, beziehungsweise erschienen sind. Auch betreibt er Koch- und Weinfachkurse und ist Gesellschafter von renommierten Akademien des Landes.

Mit Seite vier, dem Inhaltsverzeichnis beginnt nun das Buch. Ich würde nicht unbedingt von einem klassischen Verzeichnis reden, da heutzutage auch hier mit Fotos gearbeitet wird. Trotzdem, ein sehr übersichtliches Inhaltsverzeichnis.
So gibt es vier Hauptkategorien und drei Nebenabteilungen. Letztere befassen sich mit der Einleitung, den Rezepten im Überblick, sowie dem Register, Quellennachweisen und Glossar. Die Hauptkategorien wären:

1) "Kochen & Dämpfen"
2) "Braten in der Pfanne & Fritieren"
3) "Schmoren & Dünsten"
4) Backen & Grillen"

Hierzu später mehr!

Interessantes über die Thematik gibt die Einleitung preis. So wird das Gemüse per Rückblende durch die Jahrhunderte geführt, lässt dessen Bedeutung aufleben und zeigt die verschieden Sorten, die es bis dato gibt. Sehr schön finde ich die einzelnen Unterteilungen, in die das Gemüse fällt. So gibt es zum Beispiel das Blattgemüse (Salate, Mangold), Kohlgemüse (Blumenkohl, Brokkoli) oder Knollengemüse (Rüben, Kartoffeln) und so weiter. Jede der Arten wird mit idiotensicheren Zeichnungen unterlegt, sowie deren Zubereitungstechniken im Rohzustand (schälen, entkernen, putzen etc.). Auch Pilze und Kräuter werden nicht vergessen.
Der Umgang mit dem doch recht gefährlich aussehenden Küchenmesser wird erklärt. So werden Grundtechniken erläutert, die die Verletzungsgefahr für Mensch und Gemüse vermeiden soll! Auch hier sehr schöne Bilder, die keine Fragen offenlassen. Ein weiteres Thema ist "Gemüsemischungen als Würze". Heutzutage kennen wir nur die Fertigproukte, doch wieso nicht auch einmal selbst eine "Duxelle" (pürierte Champignons) herstellen, oder einen Tomatenfond? Was in sehr vielen Kochbüchern fehlt, sind entweder die Erläuterungen der Fremdwörter (zum Beispiel "Sofrito") oder man erwähnt diese Fremdbegriffe überhaupt erst gar nicht. Leider! Hier allerdings hat man sich noch die Mühe gemacht, nennt und beschreibt die fremden (in der Gastronomie verwendeten) Begriffe. Natürlich untermalt mit perfekten Farbfotografien.

Mit der Seite 33 ist die prall mit Infos gefüllte Einleitung beendet und die erste Kategorie namens "Kochen und Dämpfen" hält Einzug in die Materien.
Wie der Name schon sagt geht es hier um das Kochen und Dämpfen des Gemüses. Welche Möglichkeiten gibt es dieses Umzusetzen, welche Saucen kann mit hierzu zaubern und vor allem wie (zum Beispiel eine handgemachte Sauce Hollandaise - hier selbstverständlich die kompletten Rezepturen). Zu jeder Zubereitungsmöglichkeit erhält man wertvolle Infos, worauf man besonders Acht geben sollte, damit das bearbeitete Gemüse nicht zerfällt, zu trocken wird oder gar misslingt. Und auch hier wieder voll dabei: Massenhafte Fotos!

" Thema Nummer drei behandelt das Schmoren & Dünsten …"

"Braten in der Pfanne & Fritieren" heißt die nächste Kategorie. Was ist mit "sautieren" (in der Pfanne kurz anschwenken) gemeint? Welche Möglichkeiten gibt es hierzu? Was soll man beim Braten beachten? Mittlerweile auch noch sehr selten zu bekommen: So richtig handgemachte Kartoffelkuchen oder leckere Gemüsekroketten. Zugegeben, zwei Varianten, die nicht gerade mit wenigen Kalorien belastet sind, aber dafür eine Abwechslung auf dem Teller darstellen könnten… Bei mir hats funktioniert! Man war völlig beeindruckt, als ich die "Gemüsekroketten nach Knopfis Art" präsentierte!
Eine weitere nette Idee sind Kartoffelspiralen. Eine Kartoffel wird geschält und mit einem kleinen Küchenmesser in dünne Spiralen geschnitten (längsseits), tja und dann ab damit in die Friteuse! Mit etwas Übung bekommt man es tatsächlich hin, dass man aus einem Erdapfel eine komplette Spirale zaubert! Sehr eindrucksvoll kann ich sagen…grins…

Thema Nummer drei behandelt das "Schmoren & Dünsten". Hier legt man besonderen Wert auf die Erhaltung des Aromas. Sehr schön, dass man gezeigt bekommt, wie man zum Schmoren einen richtigen Fond zubereitet. Leckere Anrichtetipps stehen per Foto parat! Sehr prickelnd fand ich das Thema "Glasur". Mittlerweile kann mir kein Koch mehr etwas vormachen, wenn es um glasiertes Gemüse geht! Ausprobieren solltet ihr karamellisierte Zwiebeln! Man wird vor euch niederknien!
Da sich die Thematik besonders für gefülltes Gemüse eignet darf man natürlich die leckere Kohlroulade oder die gefüllten Paprikaschoten nicht vergessen! Mir läuft das Wasser im Munde zusammen, wenn ich das hier nur auf dem Bild sehe…schmatz…

Kommen wir zur letzten Zubereitungsvariante: "Backen & Grillen". Tomaten und Artischocken werden überbacken, Auberginen in Fächer verwandelt und als Auflauf serviert, Spinat und Kürbisse in Gratins verwandelt. Selbstverständlich jeweils die passenden Saucen dazu.
Eine weitere witzige Idee (besonders für die Vegetarier unter uns) ist ein Gemüsepudding! Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung wie der schmeckt und so richtig vorstellen kann ich mir das auch nicht, doch probieren werde ich ihn allemal, denn das Zeug sieht echt genial aus, wenns fertig ist! Eine weitere Möglichkeit: Ein Gemüsesouffle!

Und nun kommen alle Hobbyköche auf ihr Kosten, denn ab Seite 89 kann ein Jeder sein eben gelesenes in die Tat umsetzen. Denn hier gibt es auf satten 77 Seiten Rezepte pur! Auch hier wieder klassisch aufgeteilt in die einzelnen Gemüsecharaktere wie Knollen, Kohl, Pilze und so weiter. Ich verzichte mal auf ein Rezept, da dies hier etwas zu weit führen würde. Wer aber mal eines benötigt schreibe in mein Gästebuch!

" Mit Fremdausdrücken geht man hier recht umgänglich um …"

Für € 5,00 bekam ich ein Buch auf dem Flohmarkt, dass zwar mittlerweile als Antik gilt, dennoch muss ich sagen, dass die vergangenen 27 Jahre nach Erscheinen des Buches keinen Zweifel hinterlassen, dass Gemüse immer noch so was von lecker zubereitet werden kann, wie heutzutage.
"Gemüse - Die Kunst des Kochens" basiert schon auf das Handwerk von Profiköchen, was auch nicht verkehrt ist. Trotz des hohen Basiswissens, was die so genannten "Berater" aufweisen, vermittelt man dem Leser, dass man die doch klassischen Rezepte ohne großes Aufhebens und ohne Fertigprodukte selbst herstellen kann.

Dank der vielen Fotos kann man sich Eindrücke verschaffen, ob sein "Gemüse" derzeit auch so ausschaut oder ob da vielleicht etwas falsch gelaufen sein könnte…grins… Die klar und deutlich formulierten Beschreibungen geben Sicherheit beim Kochen und Ausprobieren (auch wenn es einmal etwas sehr schwierig klingen mag). Mit Fremdausdrücken geht man hier recht umgänglich um. Man verwendet sie zwar, doch es folgen gleich darauf die Erläuterungen und dies ohne großen Schnick - Schnack.

"Gemüse - Die Kunst des Kochens" bekommt man nicht mehr im gewöhnlichen Buchladen, aber ein Blick ins Internet genügt und man kann sich die 175-seitige Fibel für legere € 24,50 zuschicken lassen. Tja, wie ihr schon erlesen könnt, hat sich das Schmökern auf dem Flohmarkt gelohnt. Mit dem Buch konnte ich nicht nur meine heimischen Freunde beeindrucken und begeistern und meine Kocherfahrungen auffrischen, sondern auch noch ein weiteres Kochbuch zum Schnäppchenpreis als mein Eigen zählen. Fünf satte Sterne für das Buch! Wer gern aufwendig kocht und sich nicht vor schwierigen Saucen scheut, dem rate ich, im Internet mal nach dem Buch zu stöbern!

© knopfi.de´08 

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