Die Liebenden / Philip J. Farmer

Mehr Bilder

Die Liebenden / Philip J. Farmer

Gesamtbewertung Die Liebenden / Philip J. Farmer 1 Erfahrungsbericht lesen | Erfahrungsbericht schreiben | Frage stellen | Produkt zur Liste hinzufügen

... Die Herrschenden nennen sich Urieliten und tragen als Abzeichen ein goldenes hebräisches L (Lamech). Beruflich und sexuell frustriert, ist Yarrow seit einer Weile auf dem absteigenden Ast; seine Frau Mary, eine linientreue Gläubige meldet jeden seiner "unwirklichen" Ausrutscher dem Blockwart, ... Bericht lesen





Bitte warten ....
Dieses Produkt bewerten:  
 

Das könnte Sie interessieren
Das Parfum / Patrick SüskindDas Parfum / Patrick Süskind

(+) sehr gut geschrieben
(-) leider zu kurz

 328 Testberichte

Zum Angebot für € 10,90

Jakob der Lügner / Jurek BeckerJakob der Lügner / Jurek Becker

(+) Ziemlich realitätsnah, da auf einer wahren Begebenheit basierend, sehr spannend
(-) Ziemlich kompliziert

 29 Testberichte

Zum Angebot für € 4,99

Ich hab Dich im Gefühl / Cecelia AhernIch hab Dich im Gefühl / Cecelia Ahern

(+) Die Charactere sind sympatisch
(-) Das Buch zieeeeeeeeeeeeht sich

 4 Testberichte

Zum Angebot für € 9,99

Das Versprechen / Friedrich DürrenmattDas Versprechen / Friedrich Dürrenmatt

(+) Schreibstil, Spannung bis zum Schluss
(-) nichts

 19 Testberichte

Zum Angebot für € 5,90

Die verlorene Ehre der Katharina Blum / Heinrich BöllDie verlorene Ehre der Katharina Blum / Heinrich Böll

(+) eindrucksvoll, gute Beschreibungen, öffnet einwenig die Augen gegenüber einigen Dingen
(-) verwirrender Anfang

 40 Testberichte

Zum Angebot für € 5,90

Herzstoß / Joy FieldingHerzstoß / Joy Fielding

ISBN: 9783442312061

Zu diesem Produkt wurde noch kein Erfahrungsbericht geschrieben. Jetzt bewerten

Zum Angebot für € 19,99


 


   
Früher Tabubruch
Erfahrungsbericht von mima17 über Die Liebenden / Philip J. Farmer
16.02.2000


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Religions -  und Rassismuskritik in Lovestory verpackt
Kontra: kann prüde Leute ärgern; langsamer Anfang

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Mit der Novelle "The Lovers" erwarb sich der junge P.J. Farmer den Ruf eines Rebellen, stieß er doch mit dem Thema der Novelle - Sex mit einem Alien - eine Menge Leute vor den Kopf, v.a. Lektoren und Herausgeber. In der Romanfassung kommt dieser Zündstoff erst ganz am Schluß zum Tragen. Zudem wird die Wahrheit in einem langen Monolog eines der Wogs so reizlos präsentiert, daß sich der Abschnitt so aufregend wie ein Universitätsvortrag liest. Wer also "die Stellen" sucht, sollte sich gleich auf die letzten zehn Seiten konzentrieren. Der Sex im restlichen Buch ist langweiliger als die Lektüre des "Playboy".

Der Autor
°°°°°°°°°°°°°

Farmer ist ein Autor, der schon kurz nach dem 2. Weltkrieg mit dem Schreiben anfing, aber nicht viel Glück hatte mit seinen Verlegern. Erst ab Ende der sechziger Jahre war ihm guter Erfolg beschieden - vor allem mit der bekannten "Flusswelt"-Serie (4 Bände). In die SF-Welt brach er jedoch bereits 1952 mit diesem Roman ein: "The Lovers".

Farmer schrieb unter dem Titel "Timestop" eine Fortsetzung seines Klassikers "The Lovers", der in keinem Lexikon des Genres fehlt. Ende der 60er Jahre forderte er die Zensoren erneut heraus, mit freizügig erotischen Romanen wie "The Image of the Beast", "Blown" und "Flesh", die 1989 gesammelt bei Heyne unter dem Titel "Fleisch" veröffentlicht wurden.

Handlung
°°°°°°°°°°°°°

Der irdische Sprachforscher Hal Yarrow (engl. yarrow = eine Heilpflanze) ist Untertan eines Staatsgebildes, das sich - tausend Jahre nach einem apokalyptischen Krieg, der nur wenige Menschen übrigließ - "die Haijac-Union" nennt, an einem Überbevölkerungsproblem leidet und von der autoritären Staatskirche beherrscht wird. Die Herrschenden nennen sich Urieliten und tragen als Abzeichen ein goldenes hebräisches L (Lamech).

Beruflich und sexuell frustriert, ist Yarrow seit einer Weile auf dem absteigenden Ast; seine Frau Mary, eine linientreue Gläubige meldet jeden seiner "unwirklichen" Ausrutscher dem Blockwart, einem "Sept" namens Pronsen. Der gehört der theokratischen Staatspolizei an. Als einer der Urieliten Yarrow die Chance bietet, an einer Eroberungsexpedition zum Planeten Ozagen teilzunehmen, dessen - wie sich später herausstellt - insektoide, aber intelligente Bevölkerung ausgerottet werden soll, damit irdische Kolonisten Platz haben, verläßt Yarrow ohne Widerspruch die Erde.

Auf Ozagen verliebt sich der Unterdrückte und ständig Überwachte in das hübsche und unbefangen agierende Mädchen Jeannette Rastignac, das von französischen Kolonisten, die auf Ozagen gestrandet waren, abstammen will. Doch am Schluß erfährt Yarrow - und ebenso der Leser - daß sie eine "Lalitha" ist, die sterben muß, sobald sie gebärt und die, um nicht zu empfangen, alkoholische Getränke zu sich nimmt, um einen fiktiven "photokinetischen" (evtl. auch "photogenitalen" - die Quellen weichen hier voneinander ab) Reflex lahmzulegen.

Da Yarrow jedoch glaubt, daß seine versteckt gehaltene Geliebte eine heimliche Alkoholikerin ist, verdünnt er den für sie empfängnisverhütenden Alkohol mit einer neutralen Flüssigkeit (die aber auch süchtig macht) und glaubt, sie dadurch langsam vom Trinken abbringen zu können. Was er jedoch nicht weiß, ist, daß die Lalitha keineswegs eine eigenständige humanoide Rasse des ansonsten von Insektoiden, den Wogs, bevölkerten Planeten darstellen, sondern nur eine andere Form des insektoiden Lebens auf Ozagen, das aber in Symbiose mit männlichen Vertretern anderer Arten lebt - jede Lalitha ist potentiell unsterblich.

VORSICHT, SPOILER!

Jeannette wird ohne ihr Wissen schwanger, Yarrow unwissentlich zu ihrem Mörder und gleichzeitig Vater von kleinen Insektenlarven. - Die Wogs durchschauen schließlich die üblen Absichten der irdischen Staatskirche, töten die restlichen Crewmitglieder der Expedition und retten Hal Yarrow vor dem Zorn seiner einstigen Herren. Yarrow jedoch, der Jeannette wirklich geliebt hatte, ist am Boden zerstört.

Unterm Strich
°°°°°°°°°°°°°°

Sehr schön herausgearbeitet hat Farmer die theokratische Struktur der neuen Post-Holocaust-Gesellschaft und vor allem die Strktur ihrer Legitimation. "Der Vorbote" ist der Prophet, der alle Gesetze vorgegeben hat - die "der Nachbote" auf teuflische Weise zu untergraben versucht. Alles, was gemäß den Vorbotengesetzen ist, ist "wirklich", alles andere "unwirklich". Die Wogs, intelligente Insektoiden, wiederlegen die Argumente des Vorboten schon mit wenigen logischen Schlüssen. So erkennt Yarrow, daß seine ganze Welt aus lauter Lügen aufgebaut ist - genau wie seine Liebe zu Jeannette.

Michael Matzer (c)2007ff

Info: The Lovers, (Story 1952) 1961, dt. 1978; Goldmann, 1998, Nr. 25044, München; 220 Seiten, DM 14,90, aus dem US-Englischen von Jürgen Inhoff; ISBN 3-442-25044-7    



Die Liebenden / Philip J. Farmer

Haupteigenschaften

ISBN: 3442250447

EAN: 9783442250448

Autor: Philip J. Farmer

Medium: Broschiert

Erscheinungsdatum: 1998

Verlag: Goldmann

mehr ...


Vergleichen Sie Die Liebenden / Philip J. Farmer mit anderen ähnlichen Sonstiges

ähnlich
()
ähnlich nach Format
(Taschenbuch)
ähnlich nach Erscheinungsjahr
(1998)
  • Lenz / Georg Büchner
    (-) nichts (+) Brillanter Stil, der mitreißt, den Wahnsinn greifbar macht und trotzdem mühelos verständlich bleibt (*)
  • Durcheinandertal / Friedrich Dürrenmatt
    (-) ein bisschen stockender Anfang, leichte Verwirrung (+) packend, verwirrend, mysteriös, satirisch (*)
  • Die Pest / Albert Camus
    (-) Extrem nüchterner Schreibstil, lässt sich deshalb schwer lesen, zeitweise etwas langatmig (+) Sehr anspruchsvoll, interessantes Thema, regt sehr zum Nachdenken an (*)
  • Das Boot / Lothar-Günther Buchheim
    (-) Die ersten 200 Seiten sind teils etwas zäh, Viele Fachbegriffe, Wahrheitsgehalt darf an einigen Stellen in Frage gestellt werden. (+) Leicht zu lesender Klassiker, Gute Handlung, Gute Charaktere, basiert auf wahren Begebenheiten, man lernt eine Menge über Seefahrt und U-Boote im Speziellen. (*)
(*) Meinungen von Ciao Mitgliedern


Sind Sie Hersteller/Anbieter von Die Liebenden / Philip J. Farmer ? Klicken Sie hier