Die Löwin von Molterossa
27. Sep 2006
Pro:
Nach Ingangkommen der Handlung, folgt eine spannende Szene nach der anderen
Kontra:
Langwieriger, schwer zu lesender Anfang, zu viele verschiedene Namen, zu viele italienische Begriffe
Empfehlenswert:
Ja
 Babbel
Über sich:
Das Leben ist schön... lalala
Mitglied seit:05.04.2000
Erfahrungsberichte:254
Vertrauende:62
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 53 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
An "Die Löwin" bin ich gekommen, da meine Kollegen vor einiger Zeit mitbekommen habe, wie gerne ich die Bücher von Iny Lorentz lese. Eifrige kleine Helfer haben sich die Namen der Bücher aufgschrieben, die mir noch fehlen und mir diese dann zum Geburtstag geschenkt. Darunter auch die Löwin als Taschenbuch, dass im Knaur Verlag unter der ISBN 3-426-63248-2 erhältlich ist. Für gewöhnlich kostet es EUR 8,95 (doch davon weiß ich ja nichts, war ja ein Geschenk). Das Cover:
Hier kann man nur erahnen, dass es sich um eine Frau handelt, da man nur eine Hand, ein Dekolltee und ein blaues Kleid sieht. Die Frau hält eine Kette mit einer Perle in den Fingern. Was dies mit dem Buch zu tun hat, konnte ich nicht erkennen. Die Story:
Caterina von Eldenberg ist die älteste Tochter des Condottiere Francesco di Monte Elde (oder auch Franz von Eldenberg) und ist in arger Bedrängnis. Der Kaufmann und Nachbar Hartmann Trefflich, Herr von Reichlingen, möchte sie, die ja eigentlich völlig schutzlos ist, an seinen Sohn Botho verheirateten. Dazu sperrt er sie ein, um ihren WIllen zu brechen. Caterinas Vater schweift derweil in der Ferne um dort ein Söldnerheer, die Eiserne Kompanie, für italienische Fürsten anzu-führen. Caterina gelingt mit einigen Getreuen die Flucht nach Italien, doch dort muss sie feststellen, dass man ihren Vater und ihren Bruder hinterrücks ermordet hat. Nun ist sie die Erbin der Ei-senen Kompanie, die bislang noch jede Schlacht gewonnen hat. Viele Männer versuchen sich nun in ihr Leben zu drängen, um ihr die Macht des Condottiere zu entreißen. Doch allen Unkenrufen zum Trotz weiß Caterina sich zu wehren. Die in Italien des 14. Jahrhunderst entbrannte Schlacht zwischen Mailand und dem Rest Italiens ist in vollem Gange. Intrigen, Machtgeplänkel, taktische Maßnahmen prägen das Lebensbild. Entgegen der Erwartungen der Männer um sie herum, führt sie die Eisernen im Aufrag des Herzogs
von Molterossa an und ihr gelingt, was keiner erwartet hätte: Sie siegt auf voller Linie und stellt den angeschlagenen Ruf der Eisernen wieder her. Gleichwohl weiß sie sich und ihre Tugend - einhergehend mit der Erhaltung ihrer Jungfernschaft zu verteidigen. Immer mehr Menschen (in diesem Sinne Männer) beginnen um ihre Aufmerksamkeit zu buhlen, weil eine Ehe mit ihr nicht nur Macht, sondern auch Ruhm und Ehre bedeuten würde. Gleichzeitig kämpft Caterina aber an zwei Fronten. Nicht nur gegen den verhassten Mailänder Gian Galeazzo Visconti auf der einen Seite, muss sie sich auch gegen ihre eigenen Verwandten erwehren. Und dann ist da auch noch dieser unverschämte Conte D'Abbati der ihr das Leben nicht gerade leichter macht. Ob und wie Caterina ihre Aufgaben meistert, sei an dieser Stelle nicht verraten.
Die Protagonisten: Caterina von Eldenberg: 20 Jahre jung, zunächst etwas hilflos, doch mit dem Temperament ihrer Mutter und dem Mut ihres Vaters ausgestattet, findet sie ihren Weg, indem sie gegen Mailand kämpft.
Franz von Eldenberg: genannt Francesco di Monte Elde ist Condottiere (Söldnerführer), Caterinas Vater Jakob von Eldenberg: sein Sohn und Caterinas Bruder
Bianca: Geliebte Franz von Eldenbergs, Mutter zweier Töchter (Halbschwestern von Caterina), beste Freundin Caterinas Gian Galeazzo Visconti: Mailändische Viper, Herzog von Mailand, später der Lombardei, möchte sich ganz Italien unterwerfen
Machese Olivetti: Großvater mütterlicherseits von Caterina und Verbündeter der Mailändischen Viper Rudolfo Conte D'Abbati: Vasall von Marchese Olivetti, hat sich mit seinem Onkel und seinem Vetter entzweit. Er kämpft gegen Caterina und kann sich nicht vorstellen, dass eine Frau eine Armee führen kann.
Herzogs von Molterossa: Onkel von Rudofo, kämpft gegen den Mailänder und ist Caterinas oberster Auftraggeber. Er hat einen weiteren Neffen Amadeo, den er jedoch für zu weich hält. Er hadert mit dem Schicksal, dass ihn mit seinem anderen Neffen, Rudolfo, hat brechen lassen. Fabrizio Borelli: unehelicher Vetter von Caterina. Will ihr durch eine Intrige die Söldner ihres Vaters abwerben. Für den Ruhm und die Macht der Eisernen Kompanie tut er alles
Botho Trefflich: Sohn von Hartmann Trefflich, sollte Caterina auf geheiß seines Vaters heiraten, folgt ihr nach deren Flucht nach Italien und wird dort einer ihrer Offiziere Die Autoren:
Ja, ihr lest richtig und für die, die es bisher nicht wussten: Iny Lorentz existiert nicht. Ingrid und Elmar verbergen sich hinter dem Namen, doch heißen beide nicht Lorentz. Ein findiger Autorenagent machte ihnen den Vorschlag, ein Pseudonym zu verwenden, was beide daraufhin auch taten. Ingrid wurde 1949 in Köln geboren, machte später eine Ausbildung zur Arzthelferin und im Abendgymnasium ihr Abitur nach. Sei 1980 lebt sie in München und lernte auf einer Veranstaltung ihren jetzigen Mann kennen. Da beide die gleichen Vorlieben für Historisches hatten, funkte es sofort. Sie begannen einige Kurzgeschichten und Anthologien zu schreiben, bis sie auf der Frankfurter Buchmesse ihr erstes Werk an einen Verlag bringen konnten. Tagsüber arbeitet das Pärchen in einer Versicherung als Programmierer. Sie selbst sagen von sich, dass sie morgens vor und abends nach der Arbeit fast immer Schreiben. Wir dürfen uns freuen, ihr Vertrag mit dem Verlagshaus wurde verlängert und es sind noch einige Bücher in der Pipeline. [Man könnte hier noch viel mehr zu den beiden schreiben, doch das würde definitiv den Rahmen sprengen.]
Meine Meinung: Zunächst lässt sich das Buch sehr schwer an. Obwohl ich mehrere Sprachen spreche, gehört Italienisch nicht dazu. Zwar kann ich die meisten verwendeten Worte irgendwie zuordnen, doch da sehr viele Begriffe verwendet werden, die man m.E. auch deutsch hätte umschreiben können, wird der Lesefluss stark gehemmt. Wer meine anderen Buchberichte kennt, weiß, dass ein 500 Seiten starkes Buch sehr schnell durchlese, doch hier fällt es mir offen gesagt schwer. Bei "Die Kastratin", die ebenfalls in Italien spielt, hatte ich nicht dergleichen Probleme. Des Weiteren störte mich zu Anfang ungemein, dass Gian Galeazzo Visconti immer vollständig ausgeschrieben wurde. Hätte man sich darauf geeinigt ihn die Mailänder Viper oder den Herzog von Mailand zu nennen und dies kontinuierlich durchgeführt, würde sich der Leser nicht immer verheddern. Zumal es noch andere Viscontis gibt, deren Namen ich dann logischerweise durcheinander geschmissen habe. Ergo konnte ich erst ab dem ersten Drittel des Buches mit vielen Pausen zwischendurch begreifen, wer, was, wann, wo tat oder zu tun gedachte. Nunja, ich bin kein großer Stratege und Taktik (u.a. Verwirrung des Gegners - oder Lesers?) war durchaus gewollt. Andererseits gebe ich auch gerne zu, dass ab diesem Zeitpunkt das Buch mehr und mehr an Spannung gewinnt. Schlag auf Schlag kommen die Einsätze der Eisernen Kompanie, die persönlichen Verflechtungen, Intrigen und Machtspiele, so dass der Leser - also ich - nun das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen will. Was natürlich einen Nachteil hat, wenn man Arbeiten und einen Haushalt versorgen muss. So gesehen macht Iny Lorentz das langweilige Blabla und italienische Kauderwelsch des Anfangs schnell wieder wett. Die Figuren sind alle sehr gut durchdacht und bleiben sich während der Hand-lungen treu, was m.E. ein gutes Buch ausmacht.
Fazit: Wer sich traut, sich durch den Anfang zu kämpfen (oder besser im Italienschen ist), sollte das Buch auf jeden Fall lesen. Es ist ein typischer Lorentz und verspricht einige unterhaltsame Tage, angefüllt vom eifrigen Lesen. In diesem Sinne ziehe ich einen Stern ab, für das nicht wirklich gelungene Cover, dass völlig am Sinn des Buches vorbei ziehlt und wegen des sehr trockenen An-fangs. Anderseits gebe ich auch gerne zu, schon Schlechteres gelesen zu haben.
Preisvergleich
sortiert nach Preis
|
Die Löwin / Lorentz, Iny
Taschenbuch, 576 S., Historischer Roman, Erschienen: 2008
|
€ 8,00
|
17 Bewertungen
|
Versandkosten: versandkostenf...
Verfügbarkeit: sofort lieferbar
|
zum Shop
Buch24
|
|
Die Löwin / Lorentz, Iny
Taschenbuch, 592 S., Erschienen: 2006
|
€ 8,95
|
17 Bewertungen
|
Versandkosten: versandkostenf...
Verfügbarkeit: sofort lieferbar
|
zum Shop
Buch24
|
|
Die Löwin / Lorentz, Iny
Hörbuch, CD, Erschienen: 2009
|
€ 12,95
|
17 Bewertungen
|
Versandkosten: keine Angabe
Verfügbarkeit: sofort lieferbar
|
zum Shop
Buch24
|
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Mehr über dieses Produkt lesen
|
|
|
|
05.09.2009 11:59
Iny Lorentz eben.... supi Bericht , :-)
31.12.2006 16:30
guter Bericht. Liebe Grüße Jacky
14.10.2006 06:56
wow, der Bericht ist superschön, Gruß!