Italien, die Liebe, der Krieg und die Politik
27.03.2008
Pro:
Die Hintergründe
Kontra:
man muß Interesse an Politik haben
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Niveau
Unterhaltungswert
Spannung
Wie ergreifend ist die Story?
mehr
 schemiger
Über sich:
Mitglied seit:27.03.2008
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Hallo alle Zusammen, ich hatten nun einige Bücher von Iny Lorentz gelesen und Fand sie alle recht gut, ihr Art zu schreiben gefiel mir sehr und nun wollte ich meine Sammlung vervollständigen und auch die anderen Bücher von ihr lesen, dazu gehört auch die Löwin.Aber zuerst ein paar allgemeine Informationen. KlappentextItalien im 14. Jahrhundert: Nachdem die Familie des jungen Edelfräuleins Catarina einer groß angelegten Intrige zum Opfer gefallen ist, muss sie sich alleine durchs Leben schlagen. Der zwielichtige Fabrizio, Stellvertreter ihres Vaters, will ihr das Söldnerheer abkaufen, das sie geerbt hat. Doch sie gibt das Heer nicht auf, sondern führt es selber in die Schlacht - sehr zum Entsetzen der Feinde des Herzogs von Molterossa, in dessen Diensten sie nun steht. Sie versuchen Catarina auf ihre Seite zu ziehen, die sich nicht nur als Kriegerin, sondern auch als Verhandlungsführerin bewähren muss. Doch unter der Rüstung der Kämpferin schlägt das Herz einer liebeshungrigen Frau, die den Werbungen des Feindes zu erliegen droht … Wo gibt es das Buch?Die gebundene Fassung habe ich zu einem Schnäppchenpreis bei ebay ersteigert, aber sonst würde ich es zwischen 16,00 und 18,00 Euro im Buchhandel schätzen. ISBN 3-8289-8709-5Das Buch ist im Knauer Verlag erschienen. Wie sieht das Buch aus?Auf dem Titelbild sieht man eine Frau mit einem blauen Kleid bekleidet. Sie trägt einen gelben Umhang und quer über die Schulter zwei goldene Ketten. Der AutorIny Lorentz wurde in Köln geboren und arbeitet bei einer Münchner Versicherung als Programmiererin. Seit den frühen achtziger Jahren hat sie mehrere Kurzgeschichten veröffentlicht, meistens mit ihrem Mann Elmar Lorentz. Erschienen sind von ihr noch: - Die Wanderhure - Die Goldhändlerin - Die Kastellanin - Die Tatarin - Die Kastratin - Die Pilgerin - Die Feuerbraut - Das Vermächtnis der Wanderhure Geschichtlicher ÜberblickNach dem Untergang des Römischen Reiches stellte Italien keine politische Einheit dar, sondern war nicht mehr als ein geographischer Begriff. Im Norden herrschten die Langobarden, in Rom, im Süden und in Venedig das Oströmische Reich. Während Venedig seine Unabhängigkeit erringen und diese bis zum achtzehnten Jahrhundert behaupten konnte, geriet der südliche Teil der oströmischen Herrschaftsgebiete in Italien an die Langobarden, Sarazenen und später an die Normannen. Die Langobarden wurden ihrerseits von den Franken unter Karl dem Großen unterworfen und ihr Land zählte später als Königreich Italien zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Den Päpsten gelang es mit einer geschickten Schaukelpolitik, ihre Unabhängigkeit zwischen dem Heiligen Römischen Reich im Norden und den Normannen zu bewahren. Diese geriet jedoch in höchste Gefahr, als auch der Süden durch Heirat an die Dynastie der Staufer fiel. Um dieser Umklammerung zu entgehen, setzten die Päpste alles daran, die Staufen zu vernichten. Ein Kaiser nach dem anderen wurde gebannt, Gegenkaiser wurden aufgestellt und äußere Feinde zu Hilfe gerufen. Nachdem mit Konradin der letzte legitime Staufererbe ausgeschaltet war, fielen Sizilien und der Süden an eine Nebenlinie des französischen Königshauses, bis sie vom Königreich Aragon erobert wurden und für Jahrhunderte zu Spanien zählte. Im Norden bestand die Herrschaft der römisch- deutschen Kaiser über das Königreich Italien nominell weiter, doch dessen Machtstrukturen waren im Kampf zwischen der Partei des Papstes (den Guelfen) und der des Kaisers (den Ghibellinen) zerbrochen. Lokale Herrscher etablieren sich und warfen die Oberherrschaft sowohl des Reiches als auch des Kirchenstaats ab. Oligarchische Republiken entstanden und zeugten von einem selbstbewussten Bürgertum, dessen Vertreter schon bald danach strebten, erbliche Macht zu erlangen. Je nach den Gelegenheiten ließen sie sich vom Papst oder Kaiser mit der von ihnen beherrschten Stadt oder dem Landstrich belehnen und galten als deren Lehensmänner, obwohl sie in Wirklichkeit unabhängig waren. Nördlich von Rom entstand zwischen dem elften und der Mitte des vierzehnten Jahrhunderts mehr als einhundert solcher Herrschaften, die sich erbittert bekämpften. Doch auch innerhalb der einzelnen Städte, Grafschaften und Signorien herrschte nicht immer Eintracht. Unterschiedliche Familien und Familienzweige stritten mit allen Mittel um die Macht und gingen dabei mit erschreckender Grausamkeit vor. In Mailand herrschte um jene Zeit die Familie der Visconti. Im Jahr 1378 wurde Graf Gian Galeazzo der neue Herr von Mailand und setzte in den folgenden Jahrzehnten zu einem unvergleichlichen Eroberungszug in Norditalien an. Durch Krieg, Erpressung und diplomatische Schachzüge gelang es ihm, unzählige Städte und Herrschaften seinem Reich zu unterwerfen. Innerhalb kürzester Zeit konnte er von Kaiser Wenzel die Bestätigung seiner Macht erlangen und sich nacheinander die Titel Herzog von Mailand und eine Herzog der Lombardei erkaufen. Den letzten von ihm geplanten Schritt, sich zum König des auf den Norden des italienischen Stiefels beschränkten Königreichs Italien aufzuschwingen, verhinderte sein früher Tod mit dreiundfünfzig Jahren. Sein Reich, das bis tief in den von den Päpsten beanspruchten Machtbereich hineingewachsen war, fiel unter der Herrschaft seines unfähigen Sohnes Giovanni Maria Visconti auseinander. Dessen Bruder und Nachfolger Filippo Maria konnte nur mehr den Kern um Mailand halten. Der Traum von einer Vereinigung des italienischen Nordens unter einer Königsdynastie der Visconti war damit wie eine Seifenblase geplatzt und eine Generation später ergriff der Condottiere Francesco Sforza, der Sohn von Muzio Attendolo, als Ehemann von Filippo Marias Tochter Bianca Maria in Mailand die Macht. Der Roman berichtet von dem Schicksal des kleinen, fiktiven Herzogentums Molterossa im Schatten der Visconti- Macht und steht stellvertretend für das wirkliche Geschehen dieser Zeit. Der Streich von Pisa ist tatsächlich geschehen, auch wenn er nicht wie in diesem Buch beschrieben von Catarina und ihrer Compania Ferrea, sondern von einem heimlich durch Iacopo Appiano herbeigerufenen Condottiere verübt wurde. Die Herrschaft der Päpste in ihrem Machtbereich war durch ihr langjähriges Exil in Avignon geschwächt und konnte erst langsam wieder aufgerichtet werden. Das größte Hemmnis dafür war der überbordende Nepotismus, denn jeder Vertreter Jesu auf Erden war bedacht, seiner Familie möglichst viel Macht und Reichtum zu hinterlassen, und opferte dafür bedenkenlos Städte und Landschaften, die von späteren Päpsten für den Kirchenstaat wiedergewonnen werden mussten. Der Herrschaftsanspruch der römisch- deutschen Kaiser über den italienischen Norden wurde noch lange aufrechterhalten und endete offiziell in napoleonischer Zeit. Italien selbst wurde er in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts durch die ursprünglich aus dem französischen Kulturkreis stammenden Dynastie der Savoyer wieder vereint, die durch das Erbe von Piemont und die Übertragung der armen, aber mit einem Königstitel versehenen Insel Sardinien nach Italien hineingewachsen war. Kurzgefasst Die junge Catarina von Eldenberg sucht in Italien auch ihrem Vater, einem berühmten Söldnerführer. Dieser fällt jedoch mit samt seinem Sohn, ihrem Bruder Jacob, einem feigen Mordanschlag zum Opfer, bevor sie ihn findet. Da sie die letzte Überlebende ihrer Familie ist, sind die Truppen ihres Vaters nun ihr Erbe. Der Stellvertreter ihres Vaters, Fabrizio Borelli, versucht ihr das Kommando über das Heer abzuluchsen, doch Catarina traut ihm nicht. In ihrer Verzweiflung übernimmt die junge Frau selbst die Führerschaft über den Söldnerhaufen und wird so in die finsteren Ränkespiele der italienischen Politik verwickelt. Die mutige junge Frau laviert geschickt zwischen den Linien und setzt sich in der rauen Welt der Krieger durch. Am Ende führt sie ihre Soldaten sogar selbst in die entscheidende Schlacht um die Vorherrschaft in Italien. Doch Catarina ist nicht nur Kriegerin- sie ist auch Tochter und Frau. Als Tochter bleibt sie den Zielen ihres Vaters verpflichtet, kämpft gegen seine Feinde und versucht, seine Mörder zur Strecke zu bringen. Als junge Frau weiß sie anfangs nicht viel von den Beziehungen zwischen Mann und Frau. Sie lernt jedoch schnell und führt ein gefährliches Leben zwischen Liebe und Verrat … Die Löwin von Iny Lorentz ist ein schöner Roman aber nicht mit ihrem Besteller " Die Wanderhure" zu vergleichen. Catarina von Eldenberg lebt alleine auf ihrer Burg und versucht sie zu erhalten. Doch ihr Vater hat Schulden angehäuft, um ein Heer in Italien aufzubauen, mit denen Catarina zu kämpfen hat. Der Kaufmann Hartmann Trefflich möchte in den Adelsstand erhoben werden, doch dies geling ihn trotz seines ganzen Geldes nicht, als einzige Möglichkeit sie er eine Heirat. Nun möchte er durch eine böse Intrige Catarina in die Falle locken. Sie soll ihren Sohn Botho heiraten und wenn es sein muss gegen ihren Willen. Catarina gelingt jedoch die Flucht auch den Klauen des Kaufmannes und ihr einziger Zufluchtsort ist ihr Vater und sein Heer in Italien. Dort angekommen erwartet sie eine schlechte Nachricht. Ihr Vater sowie ihr Bruder sind ermordet worden. Catarina befindet sich in einer schwierigen Situation, einerseits kann sie nicht zurück nach Deutschland und nach Italien passt sie auch nicht wirklich. …. Macht, Krieg und Politik Iny Lorentz bewegt sich in dem Roman "Die Löwin" in Italien. Trotzdem schildert sie sehr gut nachvollziehbar die Macht- und politischen Verhältnis der damaligen Zeit. Das Buch reißt den Leser, wie von Iny Lorentz gewohnt, in ein Gefühlschaos. Das Buch wirkt keineswegs gezwungen - vielmehr hat der Leser das Gefühl, in eine Welt einzutauchen und die Geschichte wie einen Film zu erleben. Die Welt, die Iny Lorentz erschafft und dem Leser präsentiert, ist wie ein geschlossenes Universum. Es darf und kann alles passieren, ohne dass dieses gekünstelt oder aufgesetzt wirkt. Das Buch fesselt den Leser und entführt ihn gekonnt in eine längst vergessene Zeit. Wo Licht ist, ist auch Schatten Catarina von Eldenberg, ist für die Zeit, in der das Buch spielt, eine unheimlich moderne junge Frau. Sie lebt eine Mischung aus tiefstem Ehrgefühl und Aufklärung. Zudem ist sie auch sehr selbstständig, was daher rührt, dass sie eine Halbwaise ist und früh Verantwortung lernen musste. Die Idee mit den Halbwaisen ist in Iny Lorentz' Bücher leider nicht neu. In vielen Lorentz-Romanen, zum Beispiel in der "Wanderhure" und in der "Pilgerin", fehlt mindestens ein Elternteil. Dies kann einer Geschichte das nötige Motiv geben, doch könnte es manche Leser unter Umständen auch schnell langweilen. Die Frage ob Stilmittel oder mangelnder Einfallsreichtum kann schnell gestellt werden.
Auch die Liebe kommt nicht zu kurz Die liebe Liebe ist in Iny Lorentz' Büchern auch fundamental. Der Leser erwartet schon fast eine romantische, erotisch angehauchte Liebesgeschichte, die in der "Löwin" aber etwas gezwungen wirken kann, obwohl das Autorenehepaar durch viele Alternativen Abwechslung einzubringen versuchte. Ob dieser Versuch gelungen ist, bleibt jedem Leser selbst zu entscheiden. Selbst Homosexualität wurde in diesem Roman sehr gekonnt behandelt. Es wird dem Leser schnell klar, unter welchem Zwang sich Homosexuelle im Mittelalter befunden haben müssen, da es als große Sünde angesehen wurde, was ihnen vor allem durch die Gesellschaft in ihrer näheren Umgebung eingetrichtert wurde. Trotzdem kann man sagen, dass eine Liebesgeschichte eine solche bleibt. Eine Romanze wird immer schön für den Leser sein. Echte Liebe kann zwar trocken wirken, aber Iny Lorentz hat es geschafft, einer Liebe die Gefühle zu geben, die sie braucht, um den Leser zu fesseln, für sich zu gewinnen und zu berühren, ohne ins Klischeehafte abzugleiten. Alles in allem Testurteil: gut Als Vielleser von Iny Lorentz haben ihre Roman kaum noch eine Überraschung für mich übrig, nichts desto trotz freu ich mich schon sehr auf ihren neusten Roman die Feuerbraut. Sie schreibt, wenn schon immer im gleichen Schema, sehr wunderbare Geschichten, die zugleich spannend und sehr ergreifend sind. Auch entsteht noch eine gewisse Abwechslung durch die verschiedenen Orte in denen die Geschichten handeln, sie kann sehr gut und nachvollziehbar die Eigenschaften und Mentalitäten der verschiedenen Völker wiedergeben.
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Die Lwin - Lorentz, Iny
Taschenbuch, 592 S., Erschienen: 2006
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Ein schöner Erstbericht............Willkommen bei CIAO. Liebe Grüße Edith und Claus
28.03.2008 20:49
Ein gelungene Rezension. Bin gespannt auf mehr von Dir. Herzlich willkommen in der Community. Liebe Grüße Jenny
28.03.2008 19:50
schöner erstbericht, sei herzlich willkommen hier bei ciao. LG Tanja