Caterina die Löwin
07.11.2008
Pro:
Interessante Einblicke in das Mittelalter
Kontra:
viele italienische Namen erschweren den Überblick
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Niveau
Unterhaltungswert
Spannung
Wie ergreifend ist die Story?
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 ditho1911
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Die nächsten 14 Tage internetfrei, der Fichtelberg ruft.
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Es läßt sich nicht verleugnen, trotz RR's Aufstand wider alles Niedere lese ich derzeit wieder einmal Trivialliteratur, finde sie aber dennoch nicht trivial sondern sehr unterhaltsam. Es handelt sich um "Die Löwin", wieder einmal von Iny Lorentz und wieder einmal in dem für sie so typischen Stil - Frauen im Mittelalter. Trotz des schon ein wenig Einheitsstils etwas Besonderes, eine angenehme Schlechtwetterlektüre, die mich mehr fesselt als so mancher Fernsehkrimi. Originalausgabe September 2006 im Knaur Taschenbuchverlag, wie immer kostenlos aus meiner Gemeindebibliothek. Zur Autorin selbst verweise ich auf meine vorherigen Berichte.
Die Löwin aus der WolfsgrubeDer Herr von Rechlingen, kein edler Ritter, sondern bürgerlicher Geldverleiher mit dem Wahn, dank seines Geldes und der Schulden des Adels sich über eine Heirat seines Sohnes edles Geblüt zu erkaufen, scheitert an Caterina von Eldenbergs Stolz und Charakter. Während ihr Vater und Bruder als Söldnerführer in Italien weilen, versucht Hartmann Trefflich, der Herr von Rechlingen, Caterina zuerst über die Tilgung der Schulden ihrer Familie zur Heirat mit seinem Sohn zu locken, als dies mißlingt, gebraucht er Gewalt. Er läßt Caterina bei Sturm und Regen in eine ehemalige Wolfsgrube werfen, um ihren Stolz zu brechen und riskiert dabei sogar ihr Leben. Als die tapfere Caterina sich aus dem widerlichen Erdloch befreien und fliehen kann, schwant Trefflich Übles. Die verlorene Braut ist zu ihrem Vater nach Italien geflohen. Und mit Franz von Eldenberg und seiner Söldnertruppe ist nicht gut Hochzeit feiern. Derweil im nördlichen Italien des 14. Jahrhunderts, einem uneinheitlichen und hochkomplizierten Staatengebilde, in dem um Macht und Landbesitz gerungen wird, egal von wem. Vorneweg die Mailänder Visconti-Sippe, die sich ganz Italien einverleiben möchte. Franz von Eldenberg, der sich als Francesco di Monte Elde einen hohen Ruf als "Condottiere" (Söldnerführer) erworben hat, fiel gemeinsam mit seinem Sohn Jakob einem Komplott zum Opfer. Ausgerechnet der eigene Ziehsohn Fabrizio führte den Meuchelmord an. Als Caterina im Lager ihres Vaters eintrifft, ereilt sie nicht nur die grausame Nachricht, ihr wird sehr bald klar, welche Rolle Fabrizio hierbei spielte. Als der Schurke schließlich die "Eiserne Kompanie", die treue schwäbische Söldnerschar des Vaters an Visconti verkaufen will, wird aus der "kleinen" Caterina eine zweite Jeanne d'Arc, die Löwin von Molterossa. Auch Botho Trefflich, der seiner "Braut" im Auftrag seines Vaters nachreist, muß bittere Erfahrungen sammeln und erkennen, daß er kein Löwenbändiger ist. Caterina findet in Steifnacken, dem vertrauten Unteroffizier ihres Vaters einen väterlichen Verbündeten. Die eiserne Kompanie, einst gefürchtet von allen Gegnern, droht nach dem Tod ihres Vaters zu zerfallen, die Offiziere laufen davon. Es gibt nur einen Ausweg, Caterina muß die Führung der Eisernen übernehmen. Werden diese sich von einem Weiberrock führen lassen? Reicht das Anlegen einer Rüstung aus, um ohne Kampf- und Führungserfahrung eine zahlenmäßig kleine Söldnertruppe, die nur durch ihre Unerschrockenheit und die gute Führung ihrer Offiziere zahlenmäßig weit überlegenen Heeren Paroli bieten konnte, zum Sieg und nicht in den Untergang zu führen? Gelingt es Caterina überhaupt, ihre Truppe zu versorgen und zu bezahlen, Verhandlungen mit potentiellen Auftraggebern mit dem nötigen Geschick zu führen? Dazu bedarf es nicht nur wahren Löwenmutes sondern auch eines ausgeprägten Verstandes.
Geschichtlicher ÜberblickNach dem Untergang des Römischen Reiches stellte Italien keine politische Einheit dar, sondern war nicht mehr als ein geographischer Begriff. Im Norden herrschten die Langobarden, in Rom, im Süden und in Venedig das Oströmische Reich.Während Venedig seine Unabhängigkeit erringen und halten konnte, geriet der südliche Teil des oströmischen Herrschaftsgebietes letztendlich als Königreich Italien zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Als der Süden durch Heirat an die Dynastie der Staufer fiel, versuchten die Päpste durch Bannsprüche, Aufstellen von Gegenkaisern und Hilfe äußerer Feinde die Staufer zu vernichten. Im Ergebnis zerfiel dieses Reich und es entstanden über hundert kleine Reiche. Unterschiedliche Familien und Familienzweige stritten mit allen Mitteln um die Macht und gingen dabei mit erschreckender Grausamkeit vor. In Mailand herrschte um jene Zeit die Familie der Visconti. Durch Krieg, Erpressung und diplomatische Schachzüge gelang es ihr, unzählige Städte und Herrschaften ihrem Reich zu unterwerfen. Durch Kaiser Wenzel in ihrer Macht bestätigt, weitete diese sich auf die Titel eines Herzogs von Mailand und der Lombardei aus. Das Ziel des Königsthrones von Italien verhinderte der frühe Tod des Grafen Visconti. Der Roman berichtet von dem Schicksal des kleinen, fiktiven Herzogtums Molteroosa im Schatten der Visconti-Macht und steht stellvertretend für das wirkliche Geschehen dieser Zeit.
Mein FazitWas die Capitana der Eisernen weiter erlebt, wie es ihren Freunden und Feinden ergeht und ob ihr ganzes Leben nur aus Kriegführen besteht, das müßt ihr schon selbst lesen. Ich verrate hier nur noch einen Satz aus dem Klappentext:" Doch unter der Rüstung der Kämpferin schlägt das Herz einer liebeshungrigen Frau, die den Werbungen des Feindes zu erliegen droht ... " Mir hat das Buch, wie alle anderen von Iny Lorentz viel Freude beim Lesen gebracht und ich kann Euch nur Gleiches wünschen. Ich vergebe gern 5 Sterne vom Literaturhimmel und schere mich nicht darum, ob RR gleiches täte.
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Die Lwin - Lorentz, Iny
Taschenbuch, 592 S., Erschienen: 2006
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Die Löwin, Iny Lorentz
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11.11.2008 01:40
Sehr gut beschrieben! Gruß vom KN☼PFi
09.11.2008 11:27
Toller Bericht, auch wenn das Buch nicht so mein Fall wäre.
08.11.2008 14:23
Sehr schöner Buchbericht.